HDTV

  • HDTV

    24p wurde ursprünglich als das Kürzel für ein in diversen Irrungen und Wirrungen als HDTV gehandeltes Format. Die Absicht, in den USA das frühere NTSC-Fernsehsystem flächendeckend durch ein digitales System zu ersetzen hatte seinerzeit (wen wundert’s?) die Geräteindustrie auf den Plan gerufen, Kameras zu erdenken, mit denen man für diese künftigen Standards produzieren kann.

     

    Heute meint 24p nur noch, dass 24 Vollbilder aufgezeichnet werden, ursprünglich meinte die Industrie ein eigenes Format. Damals neues Merkmal dieser Kameras war die Aufzeichnung von 24 Vollbildern (progressive) gegenüber den bei Video sonst üblichen 2x25 Halbbildern (interlaced) für Kinozwecke. Also im Grunde genommen ein Vorläufer von HD, 2K und 4K. Auch die erhöhte Zeilenzahn 1080 gegenüber etwa den 625 Zeilen des SD-PAL-Systems oder in Pixeln ausgedrückt 1920x1080 erhöhte spürbar die Bildqualität. Daraus aber eine Ablösung des Films als Aufnahmemedium ableiten zu wollen, gehörten damals eher in die Abteilung „Werbesprüche“. Zu viele Qualitätsfaktoren waren noch sehr weit vom Film entfernt.

     

    Qualitätsmerkmale

    Die rein rechnerische Auflösung war gerade halb so hoch wie bei 35 mm. Der Kontrastumfang war verglichen mit modernen Negativmaterialien bescheiden. Vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit frühen Umkehrmaterialien. Fehlbelichtungen führten zu unverzeihlichen Ausbrennern. Auch die Schärfentiefe (abhängig von der Größe der Aufnahmechips in der Kamera) war mit 35 mm nicht vergleichbar. Die Bilder neigten zu Flächigkeit, räumliche Tiefe wurde schlechter wiedergegeben als bei Film. Mit 8 Bit war die Farbtiefe weit von Film entfernt. Zudem wurde auch diese Informationsdichte nur komprimiert auf Band aufgezeichnet. Die Auflösung von schnellen Bewegungen war bei 24p noch unbefriedigend.

     

    Auch von der Konstruktion der Kamera selbst her war der Abstand zu einer professionellen analogen Filmkamera gewaltig. Statt eines hellen optischen Sucherbildes gab es nur den elektronischen Schwarzweiß-Sucher. Die Toleranzen beim Auflagemaß der Objektivfassung waren höher als bei Filmkameras, das konnte zu Schärfeproblemen führen. Die Störsicherheit insbesondere bei Feuchtigkeit oder Kälte war bei einer Filmkamera ungleich höher.

     

    Finanzielle Argumente

    Gerne wurde auch das Argument der Kostenreduktion in die Waagschale geworfen. Für TV mochte 24p gegenüber der Produktion auf Film vielleicht eine Perspektive sein. Abgesehen davon wurden natürlich die tatsächlichen Kosten durch Demo-Projekte, gesponsert von der Industrie, etwas verfälscht. Aber wie sah es denn konkret aus, wenn man Ende der Neunziger Jahre mit den Vorläufern der HD Kameras mit 24p für die Leinwand produzierte?

     

    Eine Kassette mit 50 Minuten Aufzeichnungslänge für 100 Euro, das klang wirklich günstig, verglichen mit Rohfilm und Kopierwerkskosten. Rechnete man aber die damaligen Mietpreise für Kamera und Schnittplätze mit ein, und zudem die damals in Vor-DCP-Zeiten notwendige Ausbelichtung auf Film (Film Recording) 2 bis 3 Euro pro Einzelbild, dann war 35 mm bei einem üblichen Drehverhältnis von ca 1:10, ja selbst 1:15 noch deutlich günstiger und Super 16 geradezu billig. Deshalb war 24p eher der Beginn einer Entwicklung in Bezug auf Kino und natürlich ein neues HDTV-Fernsehmedium. 24p war auf jeden Fall ein Fortschritt für die Videotechnik.

     

    Die postulierte Ablösung des Films als Aufnahmeformat für das Kino sollte noch fast ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Pilotprojekte vom „Werk“, Wim Wenders u. a. uns die wachsenden Möglichkeiten mit 24p auf die Leinwand zu gehen, aufgezeigt und der Industrie die Schwachstellen aufgezeigt. Ohne diese erste Generation der höher auflösenden Videokameras mit hohem Anspruch wären die heutigen HD Kameras undenkbar gewesen.

     

  • Um in den Genuss von HD-Vergnügen zu kommen, stellt sich erstmal die Frage nach dem richtigen Bildschirm. Solange das Fernsehbild über Antenne empfängt, schaut in SD. Heutzutage kann man HD nicht bloß genießen, wenn man über Kabel oder Satellit empfängt, sondern auch mit Hilfe von BluRay Playern!

  • HD Kamera

    HD-Kamera

     

    Auch, wenn die Abkürzung TV es erwarten lässt: Zumindest hierzulande wird High-Definition, das Synonym für hochauflösendes, besseres Fernsehen, zumindest in der nächsten Zeit gerade im Fernsehen noch in der Minderheit zu sehen sein.

     

    HD. Was man genau darunter versteht, darüber diskutierten diverse Kommissionen fieberhaft. Fest steht, dass es mit 1080 Zeilen, also etwa doppelt so vielen wie das bisherige PAL oder SECAM, arbeitet. Auch das Höhen-Seitenverhältnis des HD-Bildes ist gegenüber SD, Standard-Definition (=bisheriges Fernsehformat 4:3), verändert, es beträgt 16:9.

     

    Die erste echte HDTV-Empfangsmöglichkeit in Europa bot der belgische Sender Euro 1080 über Satellit (Astra) und sendete in 1080i, also mit Halbbildern. Seit Mai 2006 sendete auch von Deutschland aus ein reiner HD-Fernsehsender über Satellit: ANIXE HD, ein privater Free-TV-Anbieter, der über Astra zu empfangen ist und vornehmlich Spielfilme in HD ausstrahlte. Ab Ende des Jahrzehnts haben dann immer mehr TV Sender in Deutschland begonnen, parallel zu SD auch HD in Kabelnetze oder auf Transpondern anzubieten.

     

    Länder wie Japan, die USA, Südkorea, Brasilien, Mexico, Australien oder China hatten, was die Verbreitung von HDTV angeht, die Nase vorn. Dort gibt es zahlreiche Programme, die in HD gesendet werden. In Japan gibt es schon viele Jahre HDTV-Sendungen, vor allem im Auftrag der NHK, und immerhin über acht Millionen HDTV-Geräte. In den USA ist das Standard-Fernsehen NTSC sichtbar schlechter als unser hiesiges PAL, also das Zuschauerinteresse an besseren Bildern viel höher. Bereits jetzt gibt es in den USA 40 HDTV-Kanäle.

     

    Normen

     

    PAL

    720p

    1080i

    Art des Bildaufbaus: interlaced progressive interlaced
    Anzahl Bildpunkte: 414720 Pixel 921000 Pixel 2073600 Pixel
    Horizontale Auflösung: 576 Zeilen 720 Zeilen 1080 Zeilen
    Vertikale Auflösung: 720 Linien 1280 Linien 1920 Linien

    Um zu erläutern, worin die qualitativen Unterschiede der neuen TV-Systeme bestehen, betrachten wir zunächst unser bisheriges Fernsehen. Wir haben es bei PAL mit 576 sichtbaren Zeilen (Bildhöhe) und ca. 720 sichtbaren Linien (Bildbreite) zu tun. Ob es sich wieder wie bisher um ein Halbzeilen-Verfahren handeln soll, das wäre dann in HD 1080 Zeilen interlaced (1080/50i), oder aber um Vollbilder, das wäre dann 720 Zeilen progressiv (720/50p), ist noch nicht entschieden. Die Sender und Empfänger sind so ausgelegt, dass man beide Formate wahlweise ausstrahlen bzw. empfangen kann.

     

    Eigentlich wäre ein Vollbild-Verfahren, also 720p, für das menschliche Auge besser, andererseits bietet 1080i deutlich höhere Auflösung. Durch den Trick, jeweils nur ein halbes Bild zu übertragen, spart man bei 1080i Bandbreite. Tests haben aber ergeben, dass 720p subjektiv als genauso detailgenau empfunden wird wie 1080i, bei dem man letztlich ja immer nur 540 Zeilen (pro Halbbild) gleichzeitig sieht. Um die Normendiskussion noch komplizierter zu machen, arbeiten zum Beispiel die meisten Flachbildschirme nach dem Computer-Standard (XGA) und 768 Zeilen. Projektoren wiederum arbeiten in der neuesten Generation wahlweise in 720x1280 oder in 1080x1920, das werden auch die Werte der HDTV-Fernsehgeräte sein.

     

    Produktion

    Auch, wenn die Produkte noch nicht in HD beim Zuschauer ankommen, so haben fast alle TV-Sender hierzulande bereits Produktionen in HD zur Pflicht gemacht. Gemeint sind damit nicht auf Film gedrehte, denn der bot diese Auflösung ab Super 16 aufwärts schon immer, sondern mit digitalen Videokameras aufgezeichnete Projekte. Hier sind DVCPRO HD und HDCAM zu nennen.

     

    Wer jedoch meinen sollte, dass zu Beginn besonders aufwändige, hochwertige Themen in HD gedreht wurden, der täuscht sich: Es waren vermehrt Sitcoms oder Reality-Formate, die mit der neuen Technik aufgenommen werden. Die olympischen Spiele in Athen boten teilweise Bilder in HD an, um den Weltmarkt bedienen zu können. Die Fußball WM 2006 wurde komplett in HDTV produziert. Ob aber die Zuschauer hierzulande diese Qualität auch im Wohnzimmer betrachten konnten, ist fraglich. Dafür hätten Millionen Zuschauer ihre noch funktionierenden Fernseher wegschmeißen und sich teure neue Geräte kaufen müssen, von denen niemand wußte, ob sie einer damals noch festzulegenden Norm entsprechen würden.

     

    Aus der Sicht von Produzenten, die ihre Produkte auch international anbieten wollen, führt nichts an HDTV vorbei. Sie mussten auf HD produzieren, um international auch in Zukunft ihre Produkte verkaufen zu können. Keine Fernsehanstalt kauft mehr neue Produktionen, die in Standard Definition hergestellt wurden. Hier wieder scheinen 24 Bilder/Sek (also 24p)oder innerhalb Europas 25 Bilder/Sek für den internationalen Programmaustausch am geeignetsten zu sein. Von 24 Bildern kann man relativ problemlos auf den US-Standard von 30 TV-Bildern in der Sekunde konvertieren.

     

    Distribution

    Lange Zeit war es ein Spiel zwischen Fernsheveranstaltern und Industrie. Solange es nur wenige Fernsehgeräte am Markt gab, die HDTV abbilden konnten, weigern sich die TV-Sender weitgehend, darüber nachzudenken, HD an die Zuschauer weiterzuleiten. Zudem hatte sich die Industrie lange Zeit nicht geeinigt, in welcher Weise denn die Signale an die Zuschauer weitergeleitet werden sollen. Die Verbreitung von Fernsehgeräten für HD war auch abhängig davon, für welche Norm sich nun die europäischen Länder entscheiden werden. Ungeklärt war auch, ob es, wie in den USA, ein radikaler Wandel zu HDTV würde oder ob, wie es sich viele TV-Veranstalter wünschten, ein Übergang mit Zwischenschritt wird, über ein nochmals verbessertes PAL.

     

    In Zusammenhang mit einem solch gravierenden Schritt an Umstellung gab es besonders in Europa einige Empfindlichkeiten. Schon einmal, Ende der 80er Jahre, hatte Europa versucht, mit D2Mac hochauflösendes Fernsehen in die Wohnzimmer zu bringen und ist grandios gescheitert. Milliarden wurden investiert, bis man erkannte, dass dieses Verfahren nicht am Markt durchsetzbar war. Das lag vor allem an der analogen Technik, die enorme Bandbreite für die Übertragung brauchte, und den fehlenden Flachbildschirmen. Entsprechende Fernseher wären schwer, mit relativ kleiner Diagonale und extrem teuer gewesen.

     

    Senderperspektive

    HD Kamera

    HD-Kamera

    Für die Programmveranstalter ist HD inzwischen etabliert. Sie mussten in neue, teurere Geräte investieren, ohne, dass sie dafür vom Zuschauer mehr Geld erhalten würden. Deshalb haben sie anfangs eher zögerlich in HD investiert. Viele Sender haben einfach die normalen Erneuerungszyklen ihres Equipments abgewartet, um dann beim Neukauf von Kameras, Bildmischern etc. in eine HD-Generation zu investieren.

     

    Aufnahmemöglichkeit

    Für den Heimgebrauch existiert neben dem Computer momentan nur ein einziger Standard, um HDTV aufzuzeichnen: der Harddisk-Rekorder. Hier wurde durch erneute Programmrestriktionen auf Seiten der privaten Anbieter ein Verfahren durchgesetzt, welches es verhindert, Werbeblöcke zu überspulen oder zu schneiden. Hier setzen deshalb viele Anwender weiterhin auf Standard Definition, weil sie so wenigstens in der Lage sind, die Filme von lästiger Werbung zu befreien und Filme archivieren zu können..

     

    Alternative Computer

    Auch, wenn es die Fernsehindustrie gar nicht so gerne hört: Praktisch jeder aktuelle Computerbildschirm kann längst HD darstellen und das in einer Brillanz, die manchen Fernseher alt aussehen lässt. So könnte es über digitale Satelliten-Empfänger-Karten oder auch über HD-DVDs noch vor den Fernsehsendern zu einer weiten Verbreitung von HD-Inhalten auch bei uns kommen. Bereits das Bild von einer Standard-DVD ist besser als das normale Fernsehbild. Eine BluRay vergrößert den Qualitätsabstand noch weiter. So existiert bereits der MS-Media-Player Standard WMV-HD (Windows Media High Definition Video), mit dem eine Auflösung von 720p oder 1080p auf dem Computer (so der Prozessor leistungsfähig und der Arbeitspeicher groß genug ist) abspielbar ist. Quicktime von Apple ist ebenfalls in der Lage, mit HD umzugehen. Ein dritter Codec stammt vom Joint Video Team (JVT), basiert auf MPEG4 und nennt sich H264. Stand-Alone-DVD-Player beherrschen diesen Standard nicht zwingend, erste Geräte kamen Ende 2004 auf den Markt.

     

    Woher auch die HD-Signale stammen, in der näheren Zukunft wird sich das Fernsehprogramm in Richtung HD verschieben.

     

  • Der kompakte digitale Magnetband-Standard

    HDV

    HDV sollte nur noch im 16:9-Format angeboten werden.

    Die Industrie war lange Zeit vorsichtig ernüchtert, wie zufrieden die Fernsehzuschauer mit ihren 4:3-Geräten waren, die zu allem Überfluss auch noch erstaunlich lange hielten. Auch genügte den meisten Zuschauern mit Breitbild-Wünschen das analoge 16:9-PAL-Plus-Format. Der Plan, möglichst rasch neue Gerätegenerationen der digitalen Art mit anderem Bildseitenverhältnis (16:9) und höherer Auflösung (HDTV) unter die Leute zu bringen, setzte sich langsamer durch, als erhofft. Daran änderten selbst gesetzliche Vorschriften (USA: landesweites digitales Fernsehen ab 2006) nichts. 2012 schaute die Mehrheit der Zuschauer in Europa SD (Standard Definition).

     

    Für alle aber, die sich kreativ und gestaltend mit Video auseinandersetzen und vielleicht sogar darüber nachdenken, ihre Werke auf Film aus zu belichten, waren die Entwicklungen im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends absolut spannend. Da wurden semiprofessionelle Camcorder zu günstigen Preisen auf den Markt gebracht, die sich den sündhaft teuren Cine-Alta (24p)-Systemen zumindest in manchen Parametern spürbar annäherten. Wer hochwertige Videofilme mit überschaubaren Kosten herstellen will, der kann das seit dem Erscheinen der HDV-Geräte auch tun. Eine kleine Revolution stellte die Trennung zwischen Profi- und Amateur-Equipment in Frage. Besonders interessant: jene Geräte im DVCPRO-HD-Standard, die eine Farbtiefe von 4:2:2 in bis zu 10 Bit bieten können.

    Sonys HVR-FX1, hier im Bild mit mit Chrosziel Mattebox 4X4

    Sonys HVR-FX1, hier im Bild mit mit Chrosziel Mattebox 4x4

     

    HDV hieß der erste semiprofessionelle High-Definition-Video-Standard, auf den sich die Big-Player im DV-Markt wie Canon, Sony, Sharp und JVC geeinigt hatten. Vorreiter dieser Entwicklung war die JVC, die mit ihrem JY-HD10 (bisher nur NTSC) den ersten HDTV-Camcorder auf DV-Basis herausgebracht hatten. Er bot Vollbildaufzeichnung (non interlaced) in 720p (das sind 1280 X 720 Bildpunkte). Die Industrieunternehmen erlaubten bei den Vorgaben zu ihrem Consumer HDTV Standard sogar höhere Zeilenzahlen, das Maximum sollte bei 1440 X 1080 Pixeln liegen, dann aber nicht als Vollbild, sondern im Halbbild-Modus (interlaced).

     

    Als Aufzeichnungsformat dienen die DV- und Mini-DV-Kassetten, die Farbauflösung beträgt 4:2:0. Damit liegt das Format unterhalb des höchsten HDTV-Fernsehstandards (1920 X 1080 Pixel), doch die Bildqualität ist beachtlich. Das Format wird ausschließlich für 16:9 ausgelegt sein, 4:3 wird nicht angeboten, die verschiedenen Standards 30 Bilder/60Hz (NTSC) und 25 Bilder/50Hz (PAL/SECAM) sind wählbar. Komprimiert werden die Bildinformationen mit MPEG-2, der Ton mit MPEG-1-Layer II.

     

    Peripherie

    Maßstab Auflösung

    Maßstab Auflösung

    Dieses Format zog natürlich eine Reihe weiterer Konsequenzen mit sich, denn für die Bearbeitung und Speicherung der HDV-Filme waren weitere Geräte erforderlich, die es so bisher nur im astronomisch teuren Profi-Bereich gab. Doch auch hier tat sich Einiges. So kam von „Blackmagic Design“ eine Schnittkarte für den Mac (Final Cut Pro 4, After Effects etc.) heraus, die für kleines Geld HDTV in 10Bit unkomprimiert verarbeiten konnte.

     

    Will man das Ergebnis, den geschnittenen Film, nicht auf HDV rausspielen (zum Beispiel, weil die Spieldauer der Mini-DV-Kassetten zu kurz ist), so bieten sich etwa HDTV-Videorekorder auf BluRay Basis an, die mit blauem Laserlicht auf die passenden Rohlinge (BD) über 23 Gbyte Fernsehsignal in HDTV (1920 X 1080 Bildpunkte) aufzeichnen können.

     

    Zur Orientierung

    Unser noch aktuelles Fernsehsystem PAL bildet 576 sichtbare (das Signal hat insgesamt 625) horizontale Zeilen ab. Die Breite des Fernsehbildes beträgt entsprechend 768 Pixel. Das VHS-Video-System zeichnet von diesen 576 Zeilen lediglich 240 auf, die Bildbreite entspricht 320 Pixel.

     

    HDTV-Festlegungen:

    720p entspricht 1280x720 Pixeln (Bildpunkten) im Vollbildmodus (p= progressiv= non-interlaced).

     

    1080i entspricht 1920x1080 (HDTV) oder 1440x1080 (HDV) Pixeln (Bildpunkten) im Halbbildmodus (i=interlaced).

     

    Diese Auflösungen werden für 25 und 30 Bilder/Sekunde, je nach Fernsehnorm, angeboten.

     

    Formatfrage

    Noch weniger als das professionelle Pendant, 24P/25P AVC Intra oder HD-Cam etc., kann HDV dem Film an Kontrastumfang und Farbwiedergabe das Wasser reichen. Es wird den Film nicht ersetzen können, aber es ist ein hochauslösendes Videoformat und bietet damit andere, ureigene Möglichkeiten, die hauptsächlich im Fernsehen und in begründeten Ausnahmefällen aber auch auf der Kinoleinwand für höhere Qualität sorgen können. Letztlich werden es die Inhalte sein, die wahrhaft überzeugen müssen. Starke Geschichten und überzeugende Filmfiguren lassen sich im 16:9-Bildformat jedenfalls deutlich besser kadrieren und entsprechen viel mehr dem natürlichen Gesichtsfeld des Menschen.

     

  • Bildseitenverhältnis

    Das Bildseitenverhältnis (Aspect Ratio) beschreibt jenes Rechteck, welches in der Aufnahme- und der Projektion oder Wiedergabe am Fernsehschirm die Bildinformation begrenzt. Die Form unseres Bildausschnitts (Frame) wird wie in der Geometrie beschrieben durch die Proportionen eines Rechtecks. Die Breite geteilt durch die Höhe dieses Rechtecks ist das Seitenverhältnis. Doch es ist viel mehr als nur eine mathematische Formel, im Film hat es mit Philosophie, mit Kosten, mit Enge und Weite, manchmal auch mit Magie zu tun.

     

    Das Seitenverhältnis von Super 8 und Normal 16ist 4 zu 3 oder auch 1.33:1 Bei diesen beiden Formaten kann man das so einfach definieren, denn niemand würde freiwillig von dem ohnehin nicht riesigen Filmbild unnötig etwas verschenken. Manchmal, ganz selten, drehen auch heute noch Filmemacher in 4:3, wie etwa Andrea Arnold. In einem sogar quadratischen Seitenverhältnis wurde über weite Strecken "Mommy" (Regie Xavier Dolan) gedreht.

     

    Academy-Standard

    Bei 35 mm sieht die Sache schon ganz anders aus. Nutzt man auch hier, wie oben erwähnt, die volle Bildfläche aus, so hat man es auch hier mit 1.33:1 zu tun. Dieses Seitenverhältnis wird auch Academy-Standard (1.375:1) genannt. Für reine Fernsehzwecke war dies lange der Standard. Das hat natürlich damit zu tun, dass sich die frühen Fernsehgeräte am Kinostandard damals orientierten und der war in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eben 1.375:1.

    Doch seit High-Definition oder 16:9-Fernsehern (PAL Plus etc.) sind andere Seitenverhältnisse gefragt. Diese liegen mit 1.77:1 recht nahe am Kinostandard.

     

     

     

    Kino

    Im Kino sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Hier gibt es hin und wieder das Breitbildformat 1.66:1. Die Situation eines Kinosaales und der Wunsch reiche, weite Bilder zu erzeugen, haben das Seitenverhältnis 1.85:1 aber zum Standard werden lassen. Die meisten Kinofilme kommen in 1.85:1. Dieses weicht eindeutig von der Bildfläche, die ein 35mm-Filmbild hat, ab. Es nutzt weniger von der Höhe. Um also in 1.85:1 zu drehen, wird in der Kamera (ist nicht zwingend, kann auch im Kopierwerk geschehen) ein entsprechendes Bildfenster eingesetzt, bei dem etwas vom oberen und unteren Teil des Filmbildes abgeschnitten wird. Entsprechend wird auch eine Mattscheibe im Sucher verwendet, bei dem der Bildausschnitt in 1.85:1 eingezeichnet ist.

     

    Schade dabei ist, wie viel Filmmaterial auf diese Weise ungenutzt verschwendet wird. Deshalb gab es schon früher Bemühungen, mit einem „Techniscope“ genannten Verfahren, die 35mm-Norm dahingehend zu verändern, das nicht vier, sondern nur drei Perforationslöcher Filmmaterial bei jedem Bild weiterbewegt werden. Auf diese Weise spart man jede Menge Rohfilm. Der letzte Anlauf in dieser Richtung nannte sich 3Perf. Später im Kino wird dann ebenfalls ein 1.85:1-Bildfenster verwendet.

     

    Breitwand

    Breitwandverfahren wie Cinemascope verbreitern das Bild nochmals und erreichen so 2.35:1. Jedes, von der Fernsehgröße (4:3) abweichende Format erzeugt auf dem Bildschirm die berühmten schwarzen Balken (Letterbox). Breitbildfernseher umgehen dies durch ein entsprechend verbreitertes Format (siehe HDTV). Dort erzeugen dann nur noch Cinemascope-Filme schwarze Balken auf dem Bildschirm.

    Erdacht wurde das Format in den 50er Jahren des letzten Jahrhundert, um gegen die Konkurrenz des Fernsehens neue visuelle Attraktionen bieten zu können.

     

     

     

    Mattscheibe der Kamera

    Bei Filmkameras, oder Videokameras, die einen Spiegelreflexsucher besitzen und mit denen man verschiedene Bildformate verwirklichen kann, lassen sich, wie oben erwähnt, neben den Bildfenstern auch die Mattscheiben auswechseln. Es gibt jedoch auch Mattscheiben, in denen fast alle wichtigen Bildseitenverhältnisse zugleich eingezeichnet sind. Die Mattscheibe sieht dann etwa so aus wie im Bild rechts. Die Arbeit damit ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, man muss sich etwas mehr auf den Bildausschnitt konzentrieren. Deshalb bevorzugen es viele Kameraleute, für das jeweils verwendete Bildseitenverhältnis auch eine eigene Mattscheibe in den Sucher einzusetzen.

     

    Die kombinierten Mattscheiben fanden vor allem Verwendung, wenn in den 90er Jahren ein von den TV-Sendern propagiertes, von den Kameraleuten aber oft als Zumutung empfundenes Denken mit dem fortschrittlichen Namen „Shoot and Protect“ zur Anwendung kam. Dies bedeutete nichts anderes, als dass man die Bildgestaltung für zwei Bildformate gleichzeitig vornehmen sollte. Einerseits für die damals überall gängigen TV-Geräte in 4:3 und andererseits auch für künftige Wiederholungen des gleichen Filmes auf 16:9 (HDTV). Wie das wirklich gehen sollte, für beide Bildformate gleichzeitig eine optimale Gestaltung des Bildausschnitts zu erzielen, hat damals allerdings niemand überzeugend beantworten können.