MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

16mm Filmstreifen mit Einstellungen aus

16mm Filmstreifen mit zwei Takes einer Einstellung aus dem Film "Ein Tag wie ein Jahr"

 

Der Begriff wird im Filmbereich extrem oft und gerne verwendet, doch was genau eine Szene ist, wie sie definiert wird und wann eine neue Szene beginnt, ist längst nicht Jedem bekannt. Eigentlich stammte der Begriff aus dem Theater und meinte die Bühne eines Theaters und eine kleine Handlungseinheit.

Innerhalb eines Filmes gibt es diverse Einheiten, durch die Elemente definiert sind. Da gibt es natürlich die einzelne Einstellung, ein eher technischer Begriff, der besagt, dass alles was man in einer Aufnahme sieht, ohne Unterbrechung in einem gedreht wurde. Im Extremfall kann es sich wie bei "Russian Arc" oder "Victoria" um einen ganzen Film handeln, der in einer Einstellung gedreht wurde. Längere Einstellungen, die eine ganze Szene transportieren, nennt man übrigens "Plansequenz".

In den allermeisten Fällen aber sind die Einstellungen viel kürzer und Bestandteil der nächstgrößeren Einheit eines Filmes, der Szene. Die Szene selbst definiert sich aber nicht dadurch, wann oder wie oft eine Kamera ein oder ausgeschaltet wurde. Auch die oben erwähnten "One-Taker"haben, obwohl sie nur aus einer Einstellung bestehen, eine Vielzahl von Szenen.

Das ist ein Indiz dafür, dass die Szene offensichtlich anderen Kriterien unterliegt, als ihrer Länge oder der technischen Entstehung. Es geht in diesen Fällen vielmehr um die Handlung. Ein bestimmter Handlungsablauf kann eine Szene bilden. Dieser kann, muss aber nicht, in sich vom Erzählbogen geschlossen sein. Wann beginnt dann eine neue Szene?

 

Erkennungsmerkmale für Szenenwechsel

16mm Filmstreifen und Filmspule

Anders als beim 35mm Film, wo ein "Akt" nur ungefähr 20 Minuten lang ist, konnte man bei 16mm etwa 45 Minuten Film auf einer Spule unterbringen. Entsprechende viele Szenen waren in einer solchen Spule untergebracht...

 

Dafür gibt es verschiedene Kriterien, die alle mit der Handlung zu tun haben.

1. Die folgende Handlung findet an einem anderen Ort statt. (Ortswechsel) Dazu rechnet man auch parallel montierte Handlungen an einem anderen Ort, die nicht durch irgendwelche technischen Hilfsmittel wie Split-Screen etc. verbunden sind. (Parallelmontage)

Sind allerdings gleichzeitige Handlungen an verschiedenen Orten (Parallelmontage) technisch etwa durch eine Bildschirmkonferenz oder Telefon miteinander verbunden, ist es ein und dieselbe Szene. (Lediglich für die Herstellung einer solchen Szene würde man die verschiedenen Drehorte mit einem Buchstaben als Zusatz zur Szenennummer kennzeichnen. Also beispielsweise 3A für die Hauptdarstellerin, die Zuhause telefoniert und 3B für den Hauptsarsteller, der im U-Bahn Zwischengeschoss in einer Telefonzelle steht.)

2. Die auf eine Szene folgende Handlung findet zu einem anderen Zeitpunkt statt (Zeitwechsel). Wenn ein Zeitsprung stattfindet, handelt es sich, selbst wenn wir am gleichen Ort bleiben, um einen Szenenwechsel. Ausnahmen sind vielleicht Schnittsequenzen, in denen man beispielsweise verschiedene Tageszeiten oder gar Jahreszeiten hintereinander montiert zeigt, als das sind eben Montagesequenzen und keine aneinandergereihten Szenen.

 

Sonderfälle

Recht schwierig wird die Definition etwa bei der Darstellung von Träumen oder Visionen. Hier neigt man zumeist dazu, nicht von einer neuen Szene zu sprechen, sondern beispielsweise von einer Traumsequenz. Das Kennzeichen von Träumen und Visionen ist das Irreale, welches sich auch in einer unrealen Zeitebene spiegelt. So sind es zumeist eher Bilderfetzen, Visionen, die aneinandergreiht gänzlich aus der Ort/Zeit Logik herausfallen. Deshalb sind diese Sequenzen, so sie keine in sich geschlossene, szenenähnliche Situation erzählen, ein eigenständiges Erzählmittel.

 

Banner K Kreativtraining pur 5000

Kameraworkshop Banner 8 23 4000

Weitere neue Artikel

Sie ist eine der ältesten Techniken, um realistische Animationen zu schaffen: Die 1914 erfundene Rotoskopie.

In Filmabspännen stehen oft viele Producer. Was machen die eigentlich alle und welche Unterschiede gibt es?

Welche Weihnachtsfilme werden wohl in diesem Jahr auf uns herniederschneien? Wir haben Euch den ultimativen Timetable zusammengestellt....

Der Begriff klingt bescheiden. Was macht ihn so entscheidend für die Fähigkeiten und das Funktionieren von Technik?

In diesem Interview erzählt uns der Regisseur Kevin Koch ein paar Hintergründe zu der Entstehung seines Films "Prince de la Ville", der auf der FOFS 2025 gezeigt wurde.

Auf dem FOFS 2025 teilte der Regisseur Willy Fair seine Geheimnisse mit uns, wie sein preisgekrönter Film "Death's Peak" entstand.

Die Filmgeschichte war noch jung, als erste Stummfilme künstlich erschaffene Wesen als Thema entdeckten. Wie die Roboter im Kino Karriere machten...

Der Film "Jumah" erzählt von Xingyue, die sich in Zentralchina als Außenseiterin fühlt. Wir hatten beim FOFS 2025 Gelegenheit mit den beiden Regisseurinnen zu sprechen

Nicht immer braucht es ein hohes Budget um an der Kinokasse viel Geld einzuspielen. Welches waren erfolgreiche Low-Budget Filme?

Kurzfilme auf Filmfestivals einreichen ist gar nicht so einfach,- wie kann man seine Chancen verbessern?

Sie gehören untrennbar zur Ikonographie des Horrors: Zombies. Die Rückkehr der – nicht mehr ganz so frischen – Toten ist ein popkultureller Dauerbrenner.

Adobe baut seine Firefly KI zu einem Produktionszentrum aus und erfüllt damit viele Wünsche...

Wie KI den Filmbereich verändert, wurde auf einem Panel der Medientage 2025 mit Yoko Higuchi-Zitzmann und Max Wiedemann diskutiert.

Viele frühe Horrorfilme sind verschollen oder zerstört, doch einer der frühesten Horrorfilme, Edisons "Frankenstein" ist noch erhalten

An Profisets will man mit wenigen, leistungsstarken Akkus arbeiten. Wie es gelingt, alle Geräte von einem Akku aus zu versorgen...

Wie es kam, dass die frühen Filmemacher, den Horrorfilm entdeckten und wie daraus eine kommerzielle Erfolgsgeschichte wurde...

Kaum zu glauben, aber es gab nicht nur in den USA und England eine Phase, in der man massiv gegen Horrorfilme ankämpfte...

Der Film erzählt über die tschechoslowakische Künstlerin Perla. Wir hatten Gelegenheit mit Alexandra Makarová (Regie) und Simon Schwarz (Cast) zu sprechen