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Als in den siebziger Jahren des letzen Jahrhunderts HMI Brenner (Quecksilberdampfentladungslampen) entwickelt wurden, waren die Kameraleute und Beleuchter froh, eine energieeffiziente Tageslichtquelle an die Hand zu bekommen, die hervorragend mit vorhandenem Tageslicht kombinierbar war.

Während Halogenscheinwerfer den größten Teil der eingesetzten Energie in Hitze statt in Licht umwandeln, ist die Lichtausbeute bei HMI etwa vier Mal so groß. Anders ausgedrückt, ein 250 Watt HMI Scheinwerfer ist genau so hell wie ein 1000 Watt Halogen-Scheinwerfer.

War es allerdings notwendig, die HMI Leuchten an Kunstlicht anzupassen, schluckten die notwendigen CTO Korrekturfolien etwa die Hälfte dieses Vorteils. Es mussten mehr als 30 Jahre vergehen, bis der Wunsch, diese hohe Effizienz auch für Kunstlicht-Farbtemperatur nutzen zu können, im Bereich der Entladungslampen realisiert wurde.

 

HMI Prinzip für Kunstlicht

Anfang des neuen Jahrtausends brachte die Münchner Firma Arnold & Richter, kurz Arri sogenannte Ceramic-Scheinwerfer auf den Markt, bei denen man durch simples Auswechseln der Brenner von Tageslicht (5600 Kelvin)  auf Kunstlicht (3200 Kelvin) wechseln konnte, so wie man dies etwa von Fluoreszenzleuchten kannte.

Die Arri X Ceramic ist ein Open Face / Fluter mit großem Reflektor mit dem man relativ weiches Licht von 22.000 Lumen in einem Abstrahlwinkel von 120 Grad erzeugen kann. Damit eignen sie sich sowohl als Grund,- und Hintergrund Licht, als auch als Aufhellung. Im Gegensatz zu modernen HMI Scheinwerfern können Ceramic-Scheinwerfer allerdings nicht alle elektronisch am Vorschaltgerät gedimmt werden. Der Scheinwerfer ist relativ kompakt und wiegt ca. 8 Kg.

Sie erzeugen ca. 90 Zündungen in der Sekunde und sind somit Flickerfree, benötigen kein externes Vorschaltgerät, weil dieses ins Gehäuse integriert ist, sind absolut geräuschlos und versprechen in der Glühlicht-Variante (ST 250 HR) ca. 4000 Brennerstunden (Daylight nur ca. 500 Stunden), also deutlich mehr als bei herkömmlichen HMI Brennern.

2005 ließ Arri diesem Open Face Modell mit dem Studio Ceramic 250 auch einen Stufenlinser folgen, ebenfalls mit eingebautem Vorschaltgerät, dass es keine weiteren Größen gibt, scheint vermutlich daran zu liegen, dass Hersteller Phillips keine anderen Brenner mit höheren Leistungswerten herstellt. Man sollte, wenn man diese Scheinwerfer benutzt, auch ein paar Ersatzbrenner beiseite legen, wer weiß, wie lange die noch hergestellt werden.

 

Trotzdem keine Erfolgsstory

Durch die enormen Leistungssteigerungen bei LED Scheinwerfern und Flutern sind die Vorteile der Ceramic Scheinwerfer etwas in Vergessenheit geraten, sodass sie ihren Siegeszug gar nicht erst antreten konnten. Wer gebraucht günstig Ceramic- Scheinwerfer erwerben kann, macht jedoch kaum etwas falsch.

 

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