70mm-Format

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70 mm war ursprünglich eines der Cinemascope-Formate. In Zeiten, in denen die Kornstruktur der Filmmaterialien noch gröber war, boten Projektionen von 70mm-Film im Bildverhältnis 1:2,35 eine deutlich höhere Projektionsqualität. Durch die verbesserten Aufnahmematerialien kann man heute sorglos Cinemascope von 35mm-Kopien projizieren. 70 mm ist aber deshalb nicht tot, sondern es hat sich neue Einsatzgebiete erobert, in denen eine noch höhere Qualität und Bildgröße geboten wird als bei Cinemascope.

 

Auch wenn der Film nur auf 35 mm aufgenommen wurde, bietet das 70mm-Projektionsformat Vorteile, wenn das Bildverhältnis 2.35:1 beträgt. Das weitverbreitete 1.85:1 lässt sich auch im Projektionsformat 35 mm ohne optische Komprimierung (Anamorphot) in 35 mm projizieren. Das Bildseitenverhältnis 2.35:1 ist als 35mm-Projektion aber nur durch Anamorphot zu erreichen und dies hat trotz hervorragender Optiken eine Verschlechterung der Qualität zur Folge. Denn das Bild muss einerseits bei der Aufnahme optisch komprimiert und bei der Projektion wieder entzerrt werden. Wenn man den auf 35 mm gedrehten und optisch komprimierten Film aber auf 70 mm kopiert, so kann diese Kopie in den Kinos ohne neuerliche Entzerrung projiziert werden. Das bringt einen Qualitätsgewinn. In jedem Fall bietet 70 mm die höchste heute im Kino erreichbare Projektionsqualität.

 

Showformate

Showscan, IMAX und Co nennen sich die Systeme, die den Abstand von Abbildung zur Wirklichkeit noch kleiner werden lassen. Um auf einem Filmstreifen möglichst viel Bildfläche auf einer begrenzten Film-Breite unterzubringen, liegen die Bilder z. B. beim IMAX 70mm-Film längs dem Filmstreifen (und umfassen dadurch pro Einzelbild 15 Perforationslöcher). Der Film läuft dann entsprechend horizontal durch die Kamera und den Projektor. Solch Large-Formate erinnern durch ihr Bildformat schon eher schon an Photo-Abzüge als an Filmmaterial. Um eine riesige Leinwand zu füllen, ohne dass die Projektion unscharf wirkt, sind sie jedoch gerade recht.

 

Wir kennen das IMAX-Format eigentlich nur als Show-Format mit atemberaubenden Naturschauspielen und besonderen Effekten. Warum wird es eigentlich nicht für normale Spielfilme verwendet? Nun, zunächst einmal sind die Kameras recht unhandlich. Viele der im Spielfilm üblichen Bewegungstechniken wie Dolly, Kran oder Steadicam sind nicht verwendbar. Dann kommen hauptsächlich Weitwinkeloptiken zum Einsatz, was im Vergleich zu den üblichen Formaten eine große Einschränkung für die Gestaltung darstellt. Die üblichen Dramaturgien durch Auflösung in unterschiedliche Größen (Nah, Halbnah, Amerikanisch etc.) lassen sich hier kaum verwirklichen. Und schließlich wachsen mit dem Filmformat auch die Material-und Gerätekosten in astronomische Höhen, von diversen Lizenzverpflichtungen ganz zu schweigen. Diese Einschränkungen gelten aus naheliegenden Gründen auch für 360-Grad-Verfahren etc.