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Maschinenträume

Routineaufgaben lassen sich zunehmend besser von der Künstlichen Intelligenz oder KI Agenten übernehmen, sie verändert oder vernichtet damit sogar allmählich eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Doch wie ist es um die Fantasie, die Kreativität bestellt?

Wenn wir darüber nachdenken, wie Künstliche Intelligenz sich auf die Kreativität der Menschen auswirkt, so muss man sich genauer anschauen, was die KI zum aktuellen Zeitpunkt eigentlich ist. Mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit, ja geradezu explosionsartig, verbreitet sich die KI in extrem vielen Bereichen. Obwohl die KI noch jede Menge Fehler macht, ist der Anteil der Dinge, die sie korrekt beantwortet deutlich höher. Man sollte ihr dennoch nicht blind vertrauen.

Auch wenn der Begriff „Intelligenz“ das eigentlich evoziert, die KI kann eigentlich nicht selber denken. Sie kann eigentlich nur eines sehr gut, nämlich auf die Eingabe unserer Prompts das jeweils statistisch betrachtet wahrscheinlichste nächste Wort auszugeben. Dass die Antworten, welche die KI uns liefert, erstaunlich sinnvoll klingen, hat auch die meisten KI-Forscher überrascht. Sie kann aber trotzdem nur Wörter, Begriffe, visuelle und akustische Elemente analysieren und auf eine statistische Weise zusammenbringen, die so wirken, als würde da ein Mensch argumentieren. Das Niveau, die Qualität dieser Verknüpfungen, verbessert sich stetig, allerdings bleibt es dabei auf Vorhandenes angewiesen, die KI arbeitet mit Dingen, die bekannt sind. Sie entwickelt keine neuen Ideen, sie findet aber mit hoher Geschwindigkeit bereits vorhandene Ideen. Und sie wird genutzt um Ideen auf Social Media wie die Tipps bester Freunde in den Köpfen von Menschen zu platzieren.

Letztendlich ist die KI ein luxuriöser Chatbot der menschliche Sprachmuster nachahmt. Allerdings tut sie dies auf eine Art und Weise, die den Anwendern vortäuscht, die KI könnte tatsächlich denken. Dabei kann sie vor allem Muster erkennen. Doch die Antworten, die sie ausgibt, entsprechen Wahrscheinlichkeiten, sie gibt Wörter und Formulierungen aus, die am wahrscheinlichsten auf die gestellte Frage oder Aufgabe wären. Sie argumentiert aber nicht wirklich. KI-Fachleute sind aus diesem Grund viel weniger von den Antworten begeistert, als Laien, die diesen Mechanismus nicht verstehen.

Tatsächlich zeigt sich bei der Nutzung der Ki ein interessantes Phänomen. Je komplexer die Aufgaben werden die man der KI aufgibt (z. B. Mehrdeutigkeit in der Sprache, langfristige Planung, höhere Abstraktion), desto häufiger liefert die KI falsche, halluzinierte oder inkonsistente Antworten – und das geschieht nicht allmählich, also linear, sondern immer massiver, also exponentiell. Anders ausgedrückt,- die Fehler summieren sich und weil es keine menschliche Überprüfung gibt, entstehen Halluzinationen. Tiefere Abstraktion, Ironie, Sarkasmus, komplexes logisches Denken oder langfristige Kohärenz bringen die KI ins Schleudern.

 

Neukreationen Fehlanzeige

Gänzlich neue Ideen können bisher nur intelligente Lebewesen entwickeln, wobei sich die Frage stellt, welche neuen Ideen von Menschen wirklich ohne bereits vorhandene frühere Ideen auskommen. Schließlich begann der Weg der Menschheit sich unglaublich zu beschleunigen, als der Buchdruck erfunden und das Weltwissen weiter verbreitet werden konnte.

Anders ausgedrückt,- Inhalte die einem die KI vorschlägt, stammen mit großer Sicherheit von Anderen. Alles, was sie uns an künstlerischen Ergebnissen präsentiert, sind Neukombinationen der Arbeiten anderer Künstler. Es handelt sich um eine plagiatorische Technologie. Wenn man allerdings seine eigenen Ideen von der KI visualisieren oder auf andere Weise umsetzen lässt, dann kann sie wiederum sehr hilfreich sein, Bilder, Videos, Zeichnungen etc. davon in kurzer Zeit zu generieren.

Wenn man mit Hilfe der Ki arbeitet und diese tatsächlich etwas gänzlich Neues hervorbringt, dann geschieht dies absolut zufällig, weil irgendwas in den statistischen Routinen falsch gelaufen ist. Alle anderen als Ideen präsentierten Ergebnisse basieren auf bereits vorhandenen Ideen. Gerechterweise muss man sagen, dass auch die allermeisten menschlichen Ideen auf irgendwelche bereits vorhandenen Dinge zurückgreifen, bewusst oder unbewusst. Aber vielleicht durchlaufen diese Ideen im menschlichen Bewusstsein und Denken eine Reihe höchst individueller Filter, die sehr viel mit der eigenen Persönlichkeit und dem Erlebten zu tun haben. Das macht sie letztlich individuell. Eine Fähigkeit, die der KI fehlt.

Entwickler der KI träumen von einer KI, die nicht an bekannten, vorhandenen Dingen lernt, sondern an synthetischen Dingen. Also Fragestellungen bearbeitet, die noch nicht in der Welt waren und diese auf wissenschaftlich philosophische Weise bearbeitet. Derartige Phantasien werden gerne als „Superintelligenz“ bezeichnet. Doch davon ist die KI noch weit entfernt. Bisher simuliert sie nur das Verstehen durch Mustererkennung, tatsächlich aber fehlen ihr ein Weltmodell, echtes logisches Urteilsvermögen und sie besitzt kein Ziel. Der kreative Mensch bleibt bis auf weiteres unersetzlich. Nicht nur in der Filmbranche, sondern in eigentlich fast allen kreativen Berufsfeldern. 

 

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