MC18 NOV17x2

Open menu

Social Media Icons Shop 55

 

Zehn Jahre nach der Produktion "Der Vorleser", welche die Filmstiftung NW (mit Sitz in Düsseldorf) mit 1,5 Millionen Euro gefördert hat, hat der ausführende Produzent nun gegen die Filmstiftung Strafanzeige erstattet. Es kommt immer wieder vor, dass Förderungen US Produktionen mitfinanzieren, um damit die Dreharbeiten an den jeweiligen Standort zu locken. So wurden Teile des Films in Nordrhein-Westfalen gedreht.

 

Man weiß nicht, ob der plötzliche Absturz von US Produzent Harvey Weinstein dazu ermutigt hat, Fakt ist, dass der Produzent Michael Simon de Normier, der vor zehn Jahren den Film "Der Vorleser" mit für die Weinstein Company hergestellt hat, der Filmstiftung vorwirft, es versäumt zu haben, Rückzahlungen von Harvey Weinstein einzufordern. Weinstein habe nur einen kleinen Teil des Geldes zurückgezahlt und behauptet, der Film habe nicht genügend Gewinn abgeworfen um weitere Zahlungen zu leisten. Dies scheint aber angesichts des Kinoeinspiels weltweit mit diesem Film absurd.

 

Normalerweise werden Fördergelder für die Produktion von Filmen als so genannte "bedingt rückzahlbare Darlehen" vergeben. Das bedeutet, dass die Produzenten diese nur im Erfolgsfall, also wenn mit dem geförderten Film Gewinne erzielt werden, zurückzahlen muss. Und auch dann ist das Geld nicht verloren für die Produktion, sondern es kann für einen nächsten Film der Produktionsfirma automatisch verwendet werden.

 

Genau diese Gelder sind sowohl der Filmstiftung als auch Michael Simon de Normier entgangen und sein Vorwurf ist, dass die Filmstiftung NW sich nicht darum gekümmert habe, den zahlungsunwilligen Harvey Weinstein an diese Verpflichtung nachdrücklich genug zu erinnern.

 

Die Filmstiftung NW hat sich dazu geäußert, dass das Projekt erst noch abgerechnet werde, was nach zehn Jahren nicht wirklich sportlich ist... Zudem sind diese zehn Jahre scheinbar weitgehender Untätigkeit in dieser Angelegenheit auch genau die Frist, damit der Anspruch gegen Weinstein, den de Normier formuliert, verjährt ist. Also zumindest in diesem Punkt drohen Herrn Weinstein keine weiteren Probleme.

 

Auf jeden Fall zieht der Fall bereits Kreise, der "Hollywood Reporter" hat die Story bereits thematisiert. Vor allem werde eine Ungleichbehandlung von deutschen Produzenten, die ihre Fördergelder immer im Erfolgsfall zurückzahlen müssen und amerikanischen Produzenten, augenfällig.

 

Neu im Shop

Banner Regie GK 4000

Weitere neue Artikel

Es geht um mehrere hundert Millionen Euro, um welche allerlei Film-Verbände ringen, fast wie in einem Bandenkrieg

Nicht das marktschreierisch Spektakuläre, sondern das Leise, in den Menschen liegende, steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit

Adobe hat mit VideoGigaGAN eine KI- gestützte Technik angekündigt, mit der man Videos beeindruckend nachschärfen kann

Jahre nach Googles Glass schickt sich Meta an, einen neuen Schritt in Richtung Datenbrille zu gehen. Kann man mit der von Ray Ban designten Brille Filme drehen?

Premiere Pro hat ab dem 24.2-Update einige sehr nützliche Audio Tools spendiert bekommen, welche manche Tonprobleme lösen können

Passt das zusammen,- künstliche Intelligenz und Dokumentarfilm? Wird die Wahrhaftigkeit damit verwässert oder sogar verfälscht?

Wer beim Bearbeiten von Videos in Premiere Pro richtig Zeit sparen möchte, kann dies mit Shortcuts äußerst komfortabel tun...

Im Sommer soll der Film on air gehen, der Trailer der ersten Ki gestützten Romantic Love-Story macht einem eher ein wenig Angst...

Tongeschichte: In den 90er Jahren kamen mit professionellen miniaturisierten DAT Geräten wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst auf den Markt

Wir haben mit Regisseur Victor Kossakovsky über das dokumentarische Arbeiten und seinen Film "Architekton" gesprochen

Der amerikanische Hersteller produziert seit Jahrzehnten hochwertige Profi-Funkstrecken und sogar Soundrecorder, die den Funkempfang gleich eingebaut haben

Ein neues, medienübergreifendes Genre schickt sich an, auch das Kino zu erobern. Was steckt dahinter?