Alter Filmprojektor

Früher waren sie kaum bezahlbar, heute bekommt man sie für kleines Geld auf Auktionsseiten und über Anzeigen in Fachzeitschriften. Filmprojektoren waren den Profis vorbehalten, selbst in Amateurformaten wie Super 8 wurden zum Teil stolze Preise für die hochwertigeren Geräte von Bauer, Bolex, Bosch oder Heuretier (Beaulieu) eingefordert.

 

Gerade im 16 mm Bereich gibt es nur wenige Hersteller, deren Geräte über Jahrzehnte der Standard waren im gehobenen Semiprofessionellen und professionellen Bereich.

Marken wie Bauer, Siemens oder Elmo dominierten den Markt der 16 mm Projektoren.

Seit sich Super 16 als Standard durchgesetzt hat, haben die Projektoren an Bedeutung verloren. Dort wo bei der 16mm Kopie die Magnet- oder Lichttonspur war, ist bei Super 16 das Bild. Das bedeutet, die Projektoren können Super 16 nur stumm und vor allem auch nur teilweise projizieren, ein Teil des Bildes fehlt schlichtweg.

 

Weiterhin wichtig blieben dagegen die 35mm Kinoprojektoren, sie waren die Arbeitspferde, die so robust hergestellt waren, dass sie oft über viele Jahrzehnte hinweg ihren Dienst verrichteten. Doch inzwischen wurden sie durch Kinobeamer weitgehend abgelöst.

 

Ursprünge

Um es gleich vorweg zu nehmen,- die ursprüngliche Technik, mit der man bewegte Bilder betrachtet hat, und welche noch heute in der Mehrzahl der Kinos anzutreffen ist, arbeitet anders, als Fernsehgeräte oder Flachbildschirme dies tun. 

 

Bei der Filmprojektion wird nämlich weißes Licht durch das farbige Filmmaterial gefiltert wodurch je nach Bildinhalt ein entsprechender Helligkeits- und Farbeindruck entsteht. Dieses Verfahren nennt sich subtraktive Farbmischung und bietet die bislang größte Palette an unterschiedlichen Farben an.

 

Lampenhaus

Lampenhaus eines 35mm Projektors

Die großen Kinoprojektoren haben um die notwendige Lichtleistung für große Leinwände bereitstellen zu können, sogenannte Lampengehäuse gehabt, in denen Kohlebogen,- oder später Xenonlampen mehrere tausend Watt erzeugten. Dabei entstand auch viel Wärme die durch regelrechte Kamine nach oben hin abgeleitet wurde.

 

Da jeder Spielfilm in mehrere Akte aufgeteilt war (ca 20 Minuten lang) mussten zwei Projektoren abwechselnd betrieben werden, um einen ganzen abendfüllenden Film durchgehend anschauen zu können.

 

Inzwischen sind die allermeisten Kinos digitalisiert, es gibt immer weniger Kino, die noch Filmprojektoren benutzen. Das ist eigentlich schade, denn von ihnen ging ein ganz besonderer Zauber aus. Wer jemals in Vorführkabinen erlebt hat, welcher Aufwand notwendig war, Filme richtig einzustarten, Akte aneinander zu koppeln, die Schärfe präzise einzustellen und den Zuschauer die Technik hinter all dem vergessen zu machen, der weiß, dass hier auch ein Stück Kinokultur verloren gegangen ist.