MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Dorf P 2000

 

Wer im Ausland dreht, muss sich frühzeitig mit den Regelungen und Gegebenheiten beschäftigen. Für unsere Dreharbeiten in Tanzania haben wir versucht, alle nur denkbaren Vorkehrungen zu treffen und wurden dennoch von der Realität überrascht... In diesem ersten Teil geht es um sinnvolle Drehvorbereitungen für den Dreh mehrerer hochwertiger Dokumentarvideos.

 

Illusion Reisegepäckversicherung

Die Angst, dass auf der Reise das Gepäck gestohlen wird oder irgendwie verloren geht, kennt Jeder. Sie ist umso größer, wenn wichtiges Equipment mitgeführt wird. Da ist die Versuchung, eine Reisgepäckversicherung abzuschließen, groß, schließlich sind die Geräte einiges wert.

Doch wie so oft, lohnt sich der Blick auf das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen. Dort finden sich so viele Ausschlussbedingungen, dass man den Eindruck hat, dass nur Koffer versichert sind, auf denen man schläft oder die man an das eigene Handgelenk gekettet hat. Und ganz nebenbei wird die Haftung auch noch für Film, Foto und Tongeräte sowie sämtliches Zubehör auf maximal 1000,- Euro pro Person begrenzt, falls ein solcher Schadensfall eintritt und anerkannt wird.

Das gilt übrigens auch für Notebooks etc. und selbstverständlich geht es nur um Materialwert, nicht um den Wert etwa aufgezeichneter Aufnahmen.

Was allerdings unbedingt abgeschlossen werden sollte, ist eine Auslandskrankenversicherung, die auch den Rücktransport im Krankheitsfall etc. absichert. Die medizinische Versorgung, gerade in Kleinstädten oder Dörfern ist nach wie vor schwierig.

 

Strategie beim Gepäck

Cesna 2000

 

Da wir als Mini-Team möglichst flexibel sein wollen, muss das ganze Equipment tragbar sein. Das bedeutet, dass jedes Gerät und Zubehör auf Kompaktheit und Gewicht optimiert sein muss. Ebenso wichtig sind optimierte, gut durchdachte Rucksäcke. Kata hat hier tolle Variationen und auch bei Manfrotto gibt es einzelne Exemplare die den Dreh erleichtern.

Das Sachtler Stativ mit der 75er Schale, die Aputure Leuchte, der kleine Zoom Rekorder, der Reflektor, das Manfrotto Nano Lichtstativ, es es wird sich später erweisen, dass unsere Auswahl ihren Sinn erfüllt. Da man ständig Akkus nachladen muss, sind Doppeladegeräte im Vorteil, die schalten dann einfach auf den zweiten Akku um, wenn der erste voll ist. Powerbanks sind ebenso hilfteich um am Drehort nachladen zu können und auch ein Solarladegerät sollte man für alle Fälle dabei haben. Ab und an fällt der Strom aus. Infos zu den Sicherheits-Bedingungen, insbesondere bei LiIon Akkus findet Ihr hier. Hinzu kommen kleine Hilfsmittel, Kabelbinder, Klettband, Linsenreinigungstücher, Tasche für Speicherkarten, Micro SD Adapter usw.

Die Speichermedien sollte man stets bei sich führen, was angesichts kleiner Speicherkarten und Festplatten auch gut im Handgepäck möglich ist. Festplatten oder SSDs auf denen die Drehergebnisse gespeichert sind, sollten jeweils doppelt vorhanden sein (Kopien anfertigen) Reist man zu mehreren, sollte man die Festplatten / SSDs auf die Personen verteilen.

Gleiches gilt auch für Kameras, oder Tonequipment. Nur das, was man im Handgepäck hat, kommt auch sicher an den Bestimmungsort. Bei den Koffern haben wir alle technischen Zubehörteile, Kabel, Batterien, Scheinwerfer usw. so verteilt, dass falls ein Koffer verloren gehen würde, im verbleibenden anderen Technikkoffer noch Ersatz ankommen würde. Zusätzlich haben wir natürlich auch noch Koffer mit Bekleidung etc. mitgeführt.

 

Die Wirklichkeit ist immer anders...

Flug Songia 2000

 

Doch bei der Ankunft in Dar es Salaam zeigte sich, dass diese Einschätzung, das man beim Verlust eines Koffers in den verbliebenen noch ausreichend Ersatz finden würde, falsch war. KLM ließ unser Gepäck einfach komplett, also ganze vier Koffer auf dem Umsteige-Airport Amsterdam. Da wir aber nicht in Dar es Salaam sondern im Herzen von Tansania, in Peramiho drehen wollten, wurde das Gepäck aus diesem Grunde natürlich auch nicht mit der kleinen Cesna mit der wir am nächsten Morgen noch 600 Km weiterflogen, mitgeführt.

Und da KLM der Meinung war, dass das am nächsten Tag nach Dar es Salaam nachgeschickte Gepäck dann auf dem Landweg (2 Tage!) befördert werden sollte, schrumpften unsere geplanten Drehtage merklich zusammen. Also mussten wir das nachgeschickte Gepäck per Flugzeug zu unserem Drehort schaffen. Erschwerend der Umstand, dass die Cesna nicht jeden Tag fliegt. Also war nicht nur die Gebühr für das Übergepäck mit der Cesna verfallen, es musste auch noch neu Übergepäck gebucht werden. Und natürlich musste Jemand in Dar es Salaam unser Gepäck vom KLM Schalter ins Nebengebäude zum Cesna-Abfertigungsgebäude bringen. Denn nicht einmal dazu sah sich KLM im Stande. Servicewüste Niederlande? Zumindest kein Einzelfall, wem auch immer wir die Geschichte mit den vier nicht mitgeführten Koffern erzählten, man berichtete uns, dass genau so etwas bei KLM häufig vorkäme.

Zumindest hatten wir die Kameras im Handgepäck und konnten, wenn auch erst einmal ohne Stative, aus der Hand die ersten Drehtage absolvieren. Also bitte unbedingt das dringlichste Equipment ins Handgepäck.

 

Stromversorgung

Viele Reiseadapter bedienen lediglich die schmalen Eurostecker, nicht aber breitere Stecker, wie sie bei vielen Netzteilen etc. üblich sind. Unbedingt darauf achten, dass man etwas passendes dabei hat.

In unserem zweiten Teil geht es u.a. um praktische Tipps vor Ort für den Afrikadreh.

 

Banner K Kreativtraining pur 5000

Kameraworkshop Banner 8 23 4000

Weitere neue Artikel

So wie einst die Nagra den Filmton revolutionierte, hatten die britischen Mischpulte die Arbeit an Filmsets radikal verändert.

Es ist schon etwas besonderes, wenn der Titel eines Films aus seiner Handlung oder seinen Dialogen entspringt...

Unsere Welt, das Leben um uns herum bietet unzählige spannende Geschichten, die geradezu danach rufen, verfilmt zu werden...

Krise oder Transformation? Ein Plädoyer für neue Formen des Dokumentarischen

Sie ist eine der ältesten Techniken, um realistische Animationen zu schaffen: Die 1914 erfundene Rotoskopie.

In Filmabspännen stehen oft viele Producer. Was machen die eigentlich alle und welche Unterschiede gibt es?

Was können sie und was können sie nicht? Rückblenden als Bruchstellen der filmischen Illusion

Welche Weihnachtsfilme werden wohl in diesem Jahr auf uns herniederschneien? Wir haben Euch den ultimativen Timetable zusammengestellt....

Der Begriff klingt bescheiden. Was macht ihn so entscheidend für die Fähigkeiten und das Funktionieren von Technik?

In diesem Interview erzählt uns der Regisseur Kevin Koch ein paar Hintergründe zu der Entstehung seines Films "Prince de la Ville", der auf der FOFS 2025 gezeigt wurde.

Auf dem FOFS 2025 teilte der Regisseur Willy Fair seine Geheimnisse mit uns, wie sein preisgekrönter Film "Death's Peak" entstand.

Die Filmgeschichte war noch jung, als erste Stummfilme künstlich erschaffene Wesen als Thema entdeckten. Wie die Roboter im Kino Karriere machten...

Der Film "Jumah" erzählt von Xingyue, die sich in Zentralchina als Außenseiterin fühlt. Wir hatten beim FOFS 2025 Gelegenheit mit den beiden Regisseurinnen zu sprechen

Nicht wenige Tonmeister meinen, es sei das beste Großmembran-Stereomikrofon der Welt. Was macht es so besonders?

Nicht immer braucht es ein hohes Budget um an der Kinokasse viel Geld einzuspielen. Welches waren erfolgreiche Low-Budget Filme?

Kurzfilme auf Filmfestivals einreichen ist gar nicht so einfach,- wie kann man seine Chancen verbessern?

Sie gehören untrennbar zur Ikonographie des Horrors: Zombies. Die Rückkehr der – nicht mehr ganz so frischen – Toten ist ein popkultureller Dauerbrenner.

Adobe baut seine Firefly KI zu einem Produktionszentrum aus und erfüllt damit viele Wünsche...