Arri Alexa

Arri Alexa der dritten Generation

 

Nach eher durchwachsenen Erfahrungen mit der D20 und D21 hat Arri mit der Alexa vieles richtig gemacht und die Herzen der Kameraleute erobert. Nun bietet Arri auf seiner Webseite eine Reihe von generalüberholten Alexas für Preise rund um 10-13.000 Euro (Netto) an. Da kommt also noch die Mehrwertsteuer von 19% dazu. Die Kameras sind überprüft, Teile die nicht mehr in Ordnung waren, sind ausgetauscht und das Sytem neu kalibriert. Die gebrauchten Alexas durchlaufen die gleichen Tests, wie Neugeräte und haben ein Jahr Arri Garantie.

 

Beim Erscheinen dieses Artikels kostet dort etwa eine ALEXA Plus 16:9, ca. 9.900,- Euro (Netto) und eine ALEXA Plus 4:3, ca. 13.500,- Euro (Netto). So manchem Kamerafan lassen diese Preisregionen eine Kamera, die neu über 50.000 Euro kostet, erreichbarer erscheinen, doch was bedeutet das tatsächlich? Ein guter Grund, noch mal einen Blick auf die Arri Alexa zu werfen...

 

Generationenfrage

Arri Alexa Classic

Arri Alexa Plus der ersten Generation (ca. 2010-2012)

 

Um es gleich vorweg zu sagen, Alexa ist nicht gleich Alexa und es bedeutet etwas mehr, als nur eine Kamera zu kaufen. Die erste Generation an Alexas war extrem Energiedurstig und schwer, man braucht da schon stabile Stative. Die älteren Alexas brauchen eine Weile, bis sie hochgefahren sind, da booten moderne Kameras, auch die neueren Alexas, deutlich schneller. Die neueren Alexas oder Amiras oder die Alexa Mini werden hier aber nicht angeboten.

 

Bei den Kameras der ersten Generation kann man davon ausgehen, dass sie etwa von 2010 bis 2012 stammen, da wurde die Alexa nämlich eingeführt und natürlich haben sie keine 4K sondern 2K Auflösung. Konkret haben sie einen Super 35, 3.4K CMOS Sensor der bis zu 2880×2160 (2K) unkomprimiert bzw. als ARRIRAW aufzeichnen kann. Die nachfolgende zweite Generation an Alexas kam 2013 auf den Markt, die dritte Generation 2016.

 

Die Alexa Plus Kameras hatten ein paar Features mehr, als die Classic EV, wie etwa Funksteuerung, das ARRI Lens Data System (LDS), zusätzliche Ausgänge, die Synchronization der Objektive (Notwendig für 3D), und eingebaute Positions,- und Bewegungssensoren.

 

Sensor

Der verbaute ALEV III Sensor ist für Aufnahmen in HD oder 2K geeignet und gilt auch heute noch als ein hervorragender Sensor. Der Sensor ist sogar etwas größer als das Super 35 Bild, das dient aber nicht der Aufnahme, sondern der Möglichkeit, im elektronischen Sucher etwa 10 Prozent mehr an den Rändern zu sehen, als aufgenommen wird. Der sogenannte Vorschaubereich, den die Kameraleute vom analogen Film her kannten. Damit kann man etwa eine Tonangel schon bevor sie in den Bildausschnitt eintaucht, sehen und ggf. warnen.

 

Durch den Entwurf eines Sensors mit ungewöhnlich großen einzelnen Photodioden erzielen die Kameras einen hohen Dynamikumfang und hohe Lichtempfindlichkeit bei geringem Rauschen. Zudem wird aus dem Sensor einmal ein verstärktes und eine weniger verstärktes Signal jeweils ausgelesen (Dual Gain Architektur) und beide mit jeweils 14 Bit im A/D Wandler miteinander zu einem 16 Bit Bild verrechnet. Auf diese Weise kommt es selten vor, dass zu helle Bereich clippen. Der Sensor hat eine native Empfindlichkeit von 800 ISO und einen Belichtungsumfang von 14 Blenden.

 

Sehr praktisch ist nach wie vor die Möglichkeit, intern Apple ProRes 4444 oder ProRes 422 (HQ) Codecs auf Sonys SxS Speicherkarten aufzunehmen. Parallel dazu kann man auf externe Rekorder unkomprimiertes HD oder RAW aufnehmen.

 

Zubehör und sofort drehen?

Arri Alexa

Seitenansicht einer Arri Alexa Plus der ersten Generation (ca. 2010-2012)

 

Je nach Kamera sind einige Zubehörteile dabei, etwa Bodenplatten, Handgriff, elektronischer Sucher, Kabel oder auch teilweise SXS Speicherkarten. Auch diverse Lizenzen (Software-Keys) für diverse Codecs oder auch anamorphotische Aufnahme etc. sind je nach Kamera im Paket enthalten.

 

Doch das ist leider nicht alles, das ist nur ein Kamera-Body,- man braucht jede Menge teures Zubehör aus dem Profilager, um wirklich damit arbeiten zu können. Es beginnt eigentlich schon bei den Objektiven, die einen PL-Mount haben müssen und damit gleich in hochpreisigen Kategorien beginnen, die deutlich über dem Preis für den gebrauchten Kamerabody liegen. Viele Kabel arbeiten mit sehr hochwertigen und teuren Lemo-Steckersytemen, wo ein einzelnes Kabel auch gerne 150,- Euro und mehr kostet. Akkus, Kabelverbindungen, Mattebox, jede Art von Arri-eigenem Zubehör ist hochwertig und hochpreisig, man muss also wissen, dass der günstige Preis für den Kamerabody nur die Anzahlung auf ein viel teureres Paket ist.

 

Da mag es tröstlich sein, dass man verschiedenes Zubehör auch an neuesten Alexas weiterverwenden kann, doch die Objektive beispielsweise mit normalem PL werden für das neu Arri LF Format nicht mehr geeignet sein. Und was man auch nicht ganz aus den Augen verlieren sollte: So hervorragend die Alexa Classic auch immernoch ist, der Zeitpunkt ist absehbar, zu dem man als professioneller Produzent 2K nicht mehr an Fernsehsender oder für Kinozwecke wird verkaufen können.

 

Die Angebote finden sich hier: http://www.arri.com/sales/certified_pre_owned/products/

 

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