Digital Rumors

Rumors in the digital World

Es tut sich immer mehr in Sachen Wunscherfüllung bei den Anwendern von HD Kameras, es scheint so als wenn die Hersteller verstärkt auf ihre Kunden hören und so sind einige spannende Entwicklungen in Kürze für die Filmwelt verfügbar.

 

Quereinsteiger mit digitalem Super 16

Studie

Die Branche rätselt, wie wohl die neue Panasonic mit Four-Thirds MOS Chip aussehen wird. Ob sie wohl so ähnlich sein wird wie in dieser Studie? Ende 2010 wird man es hoffentlich genauer wissen

Im Sommer/Herbst 2010 zogen die klassischen Anbieter von Videokameras wie Sony und Panasonic, mit preiswerten Videokameras, die große Chips besitzen, nach.

Doch dann gibt es da noch Seiteneinsteiger, wie die beidem schwedischen Filmemacher und Kamerabauer Göran Olsson und Daniel Jonsäter die mit innovativen Konzepten antreten, die übrigen Player anzugreifen. Aktuell beeindruckt die A-Cam dII von der Firma Ikonoskop (benannt nach der ersten Röhrenkamera des Ingenieurs Zworykin).

 

Diese Kamera hatte einen Sensor im Super 16mm Format und kann 1920 x 1080 und konnte direkt auf HD-cam, HD-cam SR andere HD-Rekorder aufzeichnen. Man kann aber auch die im Preis von 6950,- € enthaltene 80 GB Speicherkarte verwenden, um den unkomprimierten Datenstrom von 240 MBit/sek. Aufzuzeichnen. Das sind gerade 17 Minuten Aufzeichnung in höchster Qualität.

Die Kamera bietet Anschluss für die unterschiedlichsten Objektive wie Leica M, PL oder C-mount. Gerade die Möglichkeit, mit den extrem lichtstarken Noctilux Optiken von Leitz drehen zu können, ist bestechend.

Noch fehlt es aber an Stückzahlen und Erfahrungen mit der A-Cam dII, sie wird September 2010 auf der IBC vorgestellt,- die Richtung jedenfalls ist spannend.

 

Arri nähert sich an

Alexa

Arris kleine HD-Kamera ohne Spiegelreflex-Sucher dafür aber mit starken inneren Werten

Lange genug hat Arri trotz einer qualitativ hochwertigen D21 zusehen müssen, wie Hersteller wie RED oder gar Canon mit ihren Spiegelreflex-Fotocams mit Videofunktion den Markt abgegrast haben. Zu teuer einfach ist die D21 für Normalsterbliche. Geräteverleiher haben mehrheitlich auf die Konkurrenz gesetzt.

 

Nun nähert man sich den preiswerteren Kameras ein wenig und bringt mit der Arri Alexa eine 3,5 k Kamera mit dem im Filmbereich üblichen Objektiv-Anschluss, dem PL-Mount auf den Markt. Auch hat Arri nicht mehr alle Elemente allein entwickelt, sondern auf die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern gesetzt. Das reduziert die Entwicklungskosten.

 

Vieles hat Arri bei dieser Kamera richtig gemacht,- von den schnittfreundlichen Formaten ProRes (kann direkt in FinalCut Pro verwendet werden) bis hin zu unkomprimiertem ARRIRAW werden viele Wünsche von Anwendern berücksichtigt.

 

Dazu gehört auch ein Objektiv-Aufnahmesystem, welches den Wechsel unterschiedlicher Mounts von PL über Panavision bis zu Fotobajonetten zulässt. Zwischen Sensor und Mount ist ein mechanisches Element aus Edelstahl gesetzt, welches gegenüber Temperaturschwankungen weitgehend unempfindlich ist.

Alexa

Zeitgemäßes Design einer Kamera, die mit klassischem Film-Zubehör kombinierbar ist.

Der Belichtungsumfang von über 13 Blenden, eine Grundempfindlichkeit von 800 Asa und ein geringes Grundrauschen runden die Fähigkeiten dieser Kamera ab. Außerdem sind diverse Zubehörteile aus dem normalen Arri Kamerasegment an dieser Kamera ebenfalls verwendbar.

 

Natürlich muss Arri seine D21 schützen, so wurden der Alexa verschiedene Features der großen HD Kamera nicht gegönnt, wie etwa der optische Spiegelreflex-Sucher. Die Alexa kommt mit einem elektronischen Sucher daher, der mit einer 1280 X 768 Auflösung eine sinnvolle Schärfenkontrolle ermöglichen sollte.

 

Auch was die Speichermedien angeht, nähert sich Arri der preiswerteren Konkurrenz- aufgezeichnet werden kann auf Sonys SXS Speicherkarten, aber auch natürlich auf diverse andere externe HD Rekorder.

 

Selbst auf die kurzen Entwicklungszyklen in der Video- und Computertechnik geht Arri ein,- so sind die Speicherkartenschächte, momentan auf SXS ausgelegt, austauschbar, falls neue Systeme sinnvoller erscheinen. Auch die Elektronik kann per Platine ausgetauscht werden, um technische Verbesserungen nachrüsten zu können. So bestechend dieser Gedanke der Modularität auch ist,- es wird sich zeigen müssen ob die künftigen Austauschplatinen und Schächte preislich attraktiv sein werden. Wenn eine neue Speicherkarten-Einheit bei Arri teurer wird, als eine komplette Kamera der Konkurrenz, ist es mit der Zukunftssicherheit so eine Sache...

 

Mit dieser Kamera ist Arri noch immer teurer als die RED, doch nicht mehr ganz so weit von ihr entfernt. Kaum angekündigt, droht jedoch bereits Gefahr von anderer Seite- Panasonic, die bereits vor Jahren mit ihrer HVX den Markt komplett aufgerollt hatten, schicken sich an, ebenfalls eine preiswerte HD-Kamera mit großem MOS Chip auf den Consumermarkt zu werfen.

 

Panasonic- Kinolook bezahlbar

P2 Slots

Die Panasonic wird nicht mehr mit P2 Karten arbeiten, es kommen SDXC Karten zum Einsatz

 

Ähnlich wie schon bei der HVX 200 wo Panasonic ein Jahr vor dem Erscheinen schon vollmundige Versprechungen publizierte, lief auch bei der neuen, der AG-AF101 die Gerüchteküche auf Hochtouren. Dabei sieht es so aus, als wenn endlich die wichtigsten Wünsche der Anwender umgesetzt werden. Der große Kamerachip gehört zu jenen Features professioneller oder ambitionierter semiprofessioneller Kameraleute, die einen Kinolook erlauben.

 

Dass die Panasonic die erstklassigen technischen Daten vor allem in Sachen Blendenumfang und Rauschverhalten, wie die Arri Alexa erreicht, ist zweifelhaft, dennoch wird sie wohl in vielen Bereichen ausreichend hohe Qualität bieten um die Kamera in der digitalen Cinematographie einzusetzen.

 

Die neue Kamera hat einen 4/3 Zoll C-Mos Chip und damit einen Sensor der mit 17,8 mm x 10 mm effektiver Sensorgröße fast so groß wie das 35mm Filmbild ist. Damit wird endlich die gewünschte geringe Schärfentiefe auch ohne Adapter oder den Umweg über Spiegelreflexkameras möglich.

Die Auflösung erlaubt 1080 und 720 P (in 24, 25 und 30 p sowie 50 i und 60 i.)  und die Kamera ist mit stabilen XLR Audioeingängen versehen. Als Aufzeichnungsmedium finden SDXC Karten in zwei Slots Verwendung und im Gegensatz zur HVX 200 und ihren Derivaten erlaubt die AG-AF101 Wechseloptiken. Als Aufnahmeformate bietet sie AVCHD (MPEG-4 AVC/H.264), PH(21Mbps *Max.24Mbps), HA(17Mbps), HG(13Mbps) und HE(6Mbps)

 

Hierfür findet der hauseigene, für hochwertige Fotoapparate etablierte Four/Thirds Mount Verwendung, der dieser neuen Kamera auf einen Schlag eine Vielzahl von Fotoobjektiven verschiedener Hersteller zugänglich macht. Was die Profis jedoch noch mehr aufhorchen lässt ist die Möglichkeit eines Adapters auf PL-Mount. Seit Anfang Dezember 2010 ist die Kamera verfügbar.

Mit dieser Kamera zielt Panasonic auf die Profis im Low-Budget Bereich, die Filmhochschulen sowie die ambitionierten Amateure.

 

Die Kamera verfügt über einen HD-SDI Ausgang, damit kann man mit einem externen Rekorder auch unkomprimiert Daten aufnehmen. Der Verkaufspreis liegt bei ca. 5400,- Euro

 

Sony schläft nicht

Auch Sony beschäftigt sich verstärkt mit Kameras, die endlich die gestalterischen Wünsche der Anwender treffen. Insbesondere die NEX-VG10 mit E-mount soll dem anspruchsvollen Kunden für relativ wenig Geld den großen Chip in einer Videokamera bieten. Wechseloptiken und der aus Sonys Fotoapparaten bekannte 14.6MP Exmor APS HD CMOS Sensor und die Speichermöglichkeit auf SD Karten und MemoryStick erleichtern die Dreharbeit.

 

Wer gewohnt ist, mit semi- oder gänzlich professionellen Kameras zu arbeiten, der wird leicht irritiert sein von den an Urlaubsfilmer erinnernden Menüsymbolen. Viele Funktionen sind da kombiniert, man kann nicht einfach alle Parameter beeinflussen.

Dafür sind aber die Funktionen so abgestimmt, dass sie den Wünschen der meisten Anwender weitgehend nahe kommen.

 

Sehr schön, dass man im Modus Blendenpriorität die Blende frei wählen kann und die Kamera über den Shutter die Belichtungszeit automatisch nachsteuert. Zeitautomatik nannte sich das bei den Spiegelreflexkameras, - es stellt auf einfache Art sicher, dass man die gewünschte Schärfentiefe (je größer die Blende desto geringer die Schärfentiefe) frei wählen kann.

Die Kamera produziert auf Wunsch 25 Vollbilder, allerdings kämpft sie bei schnellen Bewegungen oder Schwenks mit dem gleichen Problem wie DSLR Kameras,- dem sogenannten Rolling Shutter Effekt.

 

Mit dem Wechselbajonett kann man Fotoobjektive von den hauseigenen Sony-Alpha Fotoapparaten verwenden. Die modernen Objektive können mit dem Autofocus der Kamera angesteuert werden, manuelle Schärfe ist aber ebenso möglich. Die Brennweise kann allerdings nicht motorisch verändert werden. (Zoomen ist nur manuell möglich) Wenn man aber, wie beim Kinofilm üblich, mit Festoptiken arbeitet, kann man durchaus kinotaugliche Bilder gestalten. Das Handling der Kamera ist dabei allerdings noch weit von Kinohandwerkszeug entfernt.

 

Anschlussmöglichkeiten sind dünn gesät, bei der Kamera, auch zur Wiedergabe braucht es schon einen HDMI fähigen Monitor, analoge Ausgänge- Fehlanzeige. Wehrmutstropfen für die Tonseite,- der Ton kann nicht manuell ausgesteuert werden.

Zusammen mit einem E18-200mm F3.5-6.3 OSS Objektiv kostet sie ca. 2000,- € .

 

Sony PMW-F3,- Angriff auf die RED?

Noch professioneller kommt die neue Sony PMW-F3 daher. Für gehobene Ansprüche bringt Sony eine Kamera mit Super 35 Sensor heraus, die gleich auf PL-Mount geht und die Verwendung von Kinoobjektiven ermöglicht.

 

Die Kamera soll ohne Objektiv rund 15.000 Euro kosten und wildert damit im Jagdrevier der RED. Als PMW-F3K (mit PL-Objektiv-Kit) kostet sie dann knapp über 20.000 Euro.

Aufgezeichnet wird auf ExpressCard Speichermedium mit 35Mb/s, also deutlich weniger als bei Panasonic und Co. Aber auch hier verschafft ein HD-SDI Ausgang Abhilfe aus dem Kompressionsdrama. Die Kamera bietet XLR-Audiobuchsen, einen HD-SDI- und einen HDMI-Ausgang sowie Firewire. Wie schon bei der kleinen Schwester gibt es außer einem FBAS-Signal keine analogen Ausgänge mehr für Video.

Inwischen hat Sony mit ihrer F5 und F55 nachgelegt und viele Wünsche der User erhört.

 

Was denkt Ihr über die neuen Kameras? Welche Features wären Euch besonders wichtig?

 

Diskutiert im Forum über diese Entwicklung.

 

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