
Spartipps fürs Lichtequipment
Lichtequipment ist einer der größeren Kostenfaktoren im Budget eines Spielfilmes. Aber nicht immer sind es teure, kostenintensive Mittel, die überzeugende Ergebnisse erzielen. Hier ein paar Beispiele, die Sie jederzeit auch im No-Budget-Bereich einsetzen können.
Außen könnt Ihr mit vorhandenem Licht arbeiten (Available Light/Daylight). Die Mittagszeit ist allerdings recht ungünstig. Die Sonne steht direkt über Ihnen, die Bilder werden dadurch recht flach. Besser ist es morgens oder am Nachmittag zu drehen.
Wichtig: Richtig ausrichten
Erkennt auf dem Gesicht des Darstellers, wann die Lichtquelle oder der Reflektor im richtigen Winkel ist, um das Gesicht aufzuhellen! Wenn Ihr innen dreht, könnt Ihr mit Glühlicht arbeiten. Achtet auf den richtigen Weißabgleich (Tungsten), um nicht unnötig durch Korrekturfilter Licht zu verlieren.
No Go: Nitraphot-Lampen
Sie sind inzwischen ausgestorben. Sie waren in 250 und 500 Watt-Größen gängig. Sie wurden sehr heiß, man durfte sie daher nicht berühren und mußte sie gut im Auge behalten. Die verwendeten Fassungen mussten aus Keramik sein (Baumarkt). Plastikfassungen konnten bei der Hitzeentwicklung rasch schmelzen! Bitte nicht mehr verwenden, falls man noch welche auf dem Dachboden findet oder angeboten bekommt.
Unterbau-Küchenleuchten
Immer wieder mal bieten Lebensmittel-Discounter preiswerte Küchenleuchten an, die mit Fluoreszenz Licht oder LED Licht arbeiten. Manche haben eine saubere Tageslicht- oder Kunstlicht-Farbtemperatur und sind sogar flickerfrei! Wenn man mehrere von ihnen nebeneinander bündelt, können sie wie eine 4,6 oder 8 Bank Fluoreszenzleuchte funktionieren.
Arbeitslicht / Baustrahler
LED-Baustrahler können unter Umständen als indirektes Grundlicht dienen. Entweder durch eine Diffusionsfläche schicken oder gegen weiße Wände bouncen, dann können sie falls die Farbtemperatur sauber ist, weiches Licht auch für Gesichter liefern. Auch Werkstattleuchten können, wenn sie flickerfree sind und die Farbtemperatur stimmt, als Lichtelemente dienen.

Diffusoren
Es muss nicht immer Profi-Equipment sein, um das Licht zu gestalten. Weiße Duschvorhänge aus Textil können sehr gut als großflächige Diffusionsfläche aus harten Lichtquellen größere und weichere Lichtflächen bilden. Weiße Bettlaken können, wenn sie nicht zu dichtes Material haben, eine ähnliche Wirkung besitzen. Sogar aufgespannte weiße Schirme kann man nutzen um Licht weicher zu machen.
Ballone, Lampions & Co
Auch Luftballons bieten sich für diffuses Licht an. Die Lichtquelle wird dann in den Ballonen montiert oder sie strahlt die Ballone an. Mehr dazu beim Ballonlicht.
Wenn Ihr etwa für eine Nahaufnahme ein besonders weiches Licht haben wollt, nehmt einfach eine möglichst helle LED Birne (>10 Watt) und hängt Sie in einen japanischen Papierlampion. Diese preiswerte Lösung wird übrigens auch in 5 Millionen Euro teuren Produktionen hier und da verwendet und liefert erstklassige Ergebnisse!
Reflektoren
Styroporplatten oder noch besser Depronplatten aus dem Baumarkt sind perfekte preiswerte Reflektoren und werden auch an Profi-Filmsets verwendet. Als Aufhellung kann man die Platten auch mit Alufolie oder goldfarbener Alufolie (Heizungsreflektionsfolien) beziehen, dann hat man zwei unterschiedliche Reflektionsgrade zur Verfügung. Übrigens ist auch hier die Größe der Fläche entscheidend, die Styroplatten dürfen auch gerne 2x1 Meter Größe haben, um die optimale Reflektionswirkung zu erzielen. Wenn es noch intensiver sein soll, kann man Rettungsdecken aus dem Erste Hilfe Autoset nehmen, die haben silberne und goldene Seiten. Mit Textil,- oder Gaffertape auf einen Styropor geklebt, sind sie hervorragend ale Reflektoren geeignet.
Zu den preiswerten Mitteln des Lichts gehören selbstverständlich auch die Spiegel.
