
Viele haben es noch nicht bemerkt, doch ein Baustein schneller Postproduktions-Rechner wird gerade richtig teuer und knapp. Wer einen neuen Schnittrechner aufbaut, upgradet oder komplett fertig kauft, wird es wahrscheinlich schon mitbekommen haben. Der Arbeitsspeicher, also jene Speicherbausteine, die für eine flüssige und schnelle Bearbeitung von hochauflösenden Bildern und Videos entscheidend sind, explodieren gerade. Dabei kann man für hochauflösende Videodateien und anspruchsvolle Bearbeitungen, gar nicht genug Arbeitsspeicher zur Verfügung haben und gerade hochwertige aktuelle Motherboards können sogar besonders viel Arbeitsspeicher verwalten. Doch der wird gerade immer knapper und teurer.
KI Hardwarebedarf
Dummerweise bewirkt der Rechenhunger von Künstlicher Intelligenz Infrastruktur in den Rechenzentren, vor allem in den USA, dass praktisch alle großen KI Anbieter derzeit DRAM-Speicher für ihre Rechenzentren aufkaufen, und die wenigen Speicherhersteller (Samsung, SK Hynix und Micron beherrschen 93 Prozent des Marktes) diese auch bevorzugt beliefern. Was für die Speicherhersteller genial ist, weil sie Rekordeinnahmen verzeichnen, bringt allerdings die Hersteller von Consumer-Produkten aller Art zunehmend in Schwierigkeiten. Denn Serverkunden, die in großen Stückzahlen bestellen, werden bevorzugt beliefert, während andere Hersteller mit Lieferengpässen und Wartelisten zu kämpfen haben.
Rechenzentren benötigen Unmengen an RAM und DRAM, um die Server, massenhaft mit High-End-GPUs bestückt, ans Laufen zu bringen. Die eigentliche Mangelware sind die Wafer aus denen unterschiedlichste Arten von Speichern hergestellt werden können. Das bedutet, dass vom Smartphone über den Flatscreen und die Fitnessuhr bis hin zum Memory Stick so ziemlich alles in der Consumer-Industrie betroffen sein wird. Geräte werden teurer, sie erhalten weniger Arbeitsspeicher und vielleicht werden andere Komponenten in der Qualität reduziert um die Mehrkosten für den Arbeitsspeicher auszugleichen.
Preisverdopplung

Seit Ende Oktober 2025 ist die Nachfrage nach Arbeitsspeicher und Datenspeicherenorm angestiegen. Die Hersteller konzentrieren ihre Produktionskapazitäten und Wafer zunehmend auf Großkunden Kunden wie OpenAI, Meta, Microsoft und Google. Die Kosten der meisten RAM-Sätze haben sich verdoppelt oder sogar verdreifacht. Einige SSDs sind ebenfalls um mindestens 50% teurer geworden. Weitere Preisanstiege sind absehbar.
Wer über den Eigenbau eines neuen Schnittrechners nachdenkt und keine RAM Module mehr zu normalen Preisen bekommt, sollte sich bei fertig konfektionierten Rechnersystemen umschauen. Die haben oftmals ordentliche Arbeitsspeicherausstattung und werden noch zu normalen verkauft oder sogar zu Angebotspreisen abgestoßen. Übrigens wird sich das Problem auch bei fertig konfektionierten PCs und Notebooks bemerkbar machen. Die Lieferengpässe werden nicht nur zu einer Verteuerung der Geräte sondern auch zu einem geringeren Angebot in den Regalen führen.
Notlösungen
Nicht die ideale Lösung, aber im Notfall praktikabel- einige Firmen, darunter ASUS haben Adapter entwickelt, mit denen man DDR 4 Speicher in DDR 5 Slots einstecken kann. Damit wäre es möglich, den preiswerteren älteren DDR 4 Speicher zu kaufen oder sogar aus dem eigenen alten Rechner in einen neu aufgebauten zu übernehmen. Das ist allerdings sehr von der Bauform des Motherboards abhängig. Oftmals, wenn die Lüfterkühlung des Prozessors sich direkt über den Speicherslots befindet, fehlt der Platz in der Höhe um solche Adapter zu verwenden. Oder manchmal bekommt man Notebook RAM günstiger, dafür gibt es ebenfalls Adapter für klassische Motherboards.
Bis die Preise einzelner Arbeitsspeichermodule wieder normal werden, kann es angesichts des enormen Bedarfs an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz noch eine längere Weile dauern.

