Beleuchtungsstärke

Wenn Sie sich mit der Gradation von Filmmaterial bereits beschäftigt haben, wird dieses Thema für Sie bereits ein wenig bekannt sein. Die Kurve gibt das Verhältnis vom optischen Bild (Motiv, daraus folgend die Belichtung) zum fotografischen Bild wieder (Dichte der Schwärzung).

Ganz grob vereinfacht, beantwortet die Gradationskurve folgende Frage:

 

Welche Beleuchtungsstärke benötige ich, um auf meinem Filmmaterial welche Schwärzung zu erzielen? Für die Belichtung wird nur der gerade Teil der Gradationskurve verwendet.

Die nebenstehende Grafik zeigt die Kurven von 3 verschiedenen Materialien. Die aufgelisteten Lichtwerte (-6 bis 0) entsprechen bei jedem Schritt jeweils einer Verdoppelung der Lichtmenge. Oder anders ausgedrückt:  Wenn die Belichtung um das Doppelte ansteigt (Zum Beispiel Blende von 11 auf 8 geöffnet), steigt unser Lichtwert um 1 an.

 

Wie man deutlich erkennen kann, genügt für das Material mit der roten Gradationskurve bereits ein Lichtwert von -5,5, um etwas dunkel, schattenhaft abzubilden, während das Material mit der grünen Kurve die doppelte Lichtmenge (-4,5) benötigt, die gleiche Lichtmenge -4,5 bewirkt bei der roten Kurve bereits eine sehr hohe Schwärzung, das wären also helle Lichter. Ja und das dritte Material mit der blauen Kurve benötigt sogar einen Lichtwert -3,5, also das vierfache des ersten Materials an Licht. Dafür kann es auch bei einem Lichtwert von 0 noch Objekte aufnehmen.

Empfindlichkeit nach Aufnahmezweck

Ja und damit erklärt sich auch bereits, warum und in welchen Abstufungen die verschiedenen Materialien angeboten werden. Je nach Aufnahmezweck muss das Material höhere oder niedrigere Empfindlichkeit haben.

 

Für Nachtaufnahmen mit wenig vorhandenem Licht ist es naheliegend, hochempfindliches Material (400, 800 ASA) zu wählen, bei Dreharbeiten aussen tagsüber im Sommer kann man mit 100 ASA gut auskommen.

 

Die Entscheidung wird aber nicht nur abhängig von dem vorhandenen Licht getroffen, sondern auch von ästhetischen Gesichtspunkten geprägt. Die Materialien unterscheiden sich nämlich auch in Brillianz, Körnung und Farbwiedergabe voneinander. Die heute gebräuchlichste Kennung um die Empfindlichkeit eines Materials zu beschreiben, ist ASA

 

ASA

Dies ist die Amerikanische Norm für die Kennzeichnung der Lichtempfindlichkeit von Filmmaterial. Die ASA (American Standard Association) werden als arithmetische Skala angegeben.

Bei ASA entspricht eine Verdoppelung der ASA-Zahl der doppelten Empfindlichkeit und die Halbierung der halben Empfindlichkeit. ASA 50 100 200 400 800 sind die wichtigsten Stufen. Es gibt aber auch Zwischenwerte wie 64, 80 oder 125 ASA. Statt ASA wird auch häufig die Abkürzung ISO oder EI verwendet, die Werte sind aber identisch.

 

DIN

Im Gegensatz dazu ist die deutsche DIN-Skala logarithmisch angelegt. 1 DIN entspricht ca 1/3 Blende Empfindlichkeit. 3 DIN entsprechen einer Blende. Gebräuchliche DIN Stufen sind:  15  18  21  24  27

Die Empfindlichkeit des Materials wird bei Kinefilm- Material meist in Zusammenhang mit der Farbsensibilisierung genannt.

Neben vielen anderen Informationen auf dem Etikett der Filmdosen finden wir auch die Angaben darüber, welche Empfindlichkeit das Material bei welcher Sensibilisierung hat. Die Angabe EI 200/24 verrät uns, dass das Material bei einer Farbtemperatur von 3200 Kelvin (Symbol Glühbirne = Kunstlicht) eine Empfindlichkeit von 200 ASA (=24 DIN) hat. Dreht man also mit Kunstlicht, so steht eine Empfindlichkeit von 200 ASA zur Verfügung.

 

Die nächste Zeile verrät uns, was geschieht, wenn wir das Material für Tageslicht (Symbol Sonne) verwenden möchten: Wir müssen einen Konversionsfilter verwenden, um die Farbtemperatur anzugleichen. (Filter No. 85) Dieser Filter schluckt aber eine gewisse Menge Licht, dadurch bleibt uns als Empfindlichkeit nur noch 125 ASA (=22 DIN).

 

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