MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Oscar Teppich 2000

 

Alles anders

Die Pandemie hat auch aus der Oscar Verleihung eine seltsam andere Veranstaltung gemacht. Durch Corona wurde die Oscarverleihung von Ende Februar auf Ende April verschoben. Grundlegende Regelungen wurden verändert, um den besonderen Bedingungen durch die Pandemie gerecht zu werden. Während in normalen Jahren Kinostarts eine Voraussetzung dafür waren, nominiert zu werden, genügte diesmal bereits die Aufführung in einem Streaming-Kanal, wenn der Film ursprünglich für Kinozwecke produziert worden ist. Auch war das Zeitfenster für Nominierungen verlängert worden, wodurch deutlich mehr Filme zur Auswahl standen.

Vermutlich hat es noch nie eine Oscar Verleihung gegeben, wo so wenige Zuschauer die nominierten Filme überhaupt vorher gesehen haben. Die Kinos waren seit einem Jahr weitgehend geschlossen oder in den kurzen Phasen der Öffnung von den verfügbaren Plätzen aus Sicherheitsgründen sehr limitiert.

Die Zeremonie fand tatsächlich physisch statt, nicht wie sonst im Dolby Theatre, sondern in der Union Station, einem ehemaligen Bahnhof in Downtown von Los Angeles. Sie war sicherlich eine der seltsamsten aller Zeiten. Denn nur 170 Gäste durften kommen, was bedeutete, dass lediglich die Nominierten, die Moderatoren und jeweils eine Gastperson der Vorgenannten kommen durften. Entsprechend gab es auch nur einen sehr kleinen roten Teppich und die dort zugelassene Presse hatte Anweisungen erhalten, zehn Tage vor der Verleihung möglichst alle externen Kontakte einzuschränken. Zusätzlich wurde bei allen die Körpertemperatur gemessen und Schnelltests gemacht.

Die Gäste mussten während der in den USA üblichen Werbeunterbrechungen der Fernsehübertragung ihre Masken aufsetzen. Die Fernsehübretragung haben nur etwa halb so viele Zuschauer einschaltet, wie in früheren Jahren. Die sonst üblichen Showauftritte gab es nicht. Auch wenn sich die Moderatoren große Mühe gaben,- die ganze Veranstaltung wirkte unterkühlt und stellenweise absurd. Aber sie fand statt und sie war, auch in einigen Dankesreden der PreisträgerInnen ausgesprochen, ein Bekenntnis zum Kino gerade angesichts der Pandemie.

 

Wichtige Zeichen

Wer sind die Gewinner? Einen Abräumerfilm, der gleich eine Handvoll Oscars holte, gab es nicht, es waren mehrere schon zuvor hoch gehandelte Nominierte, die Preise auf sich vereinen konnten. Und doch ist die Preisvergabe eine kleine Sensation, die eigentlich Normalität sein sollte. Eine Hauptgewinnerin gab es auf jeden Fall mit "Nomadland" und damit zum zweiten Mal in der Geschichte der Akedemie (nach Kathryn Bigelow), den wichtigsten Preis der Academy für eine weibliche Regie. Er ging an die 39 jährige Chinesische Regisseurin Chloé Zhao, die bereits 2017 mit "The Rider" überzeugte. Seit der Premiere des Films im Wettbewerb in Venedig hat die Regisseurin bereits über 200 Preise für ihren Film erhalten. Und Frances McDormand erhielt für ihre Hauptrolle in "Nomadland" ihren dritten Oscar.

 

Gewinner

Bester Film:

“Nomadland” (Regie: Chloé Zhao)

Best Director
Chloe Zhao (“Nomadland”)

Best Actor
Anthony Hopkins (“The Father”)

Best Actress
Frances McDormand (“Nomadland”)

Best Supporting Actor
Daniel Kaluuya (“Judas and the Black Messiah”)

Best Supporting Actress
Youn Yuh-jung (“Minari”)

Best Adapted Screenplay
Florian Zeller and Christopher Hampton (“The Father”)

Best Original Screenplay
Emerald Fennell (“Promising Young Woman”)

Best Animated Feature
“Soul”

Best International Feature Film
“Another Round”

Best Documentary
“My Octopus Teacher”

Best Cinematography
Erik Messerschmidt (“Mank”)

Best Costume Design
“Ma Rainey’s Black Bottom”

Best Film Editing
“Sound of Metal”

Best Makeup and Hairstyling
“Ma Rainey’s Black Bottom”

Best Original Score
“Soul”

Best Original Song
“Fight For You” from “Judas and the Black Messiah”

Best Production Design
“Mank”

Best Sound
“Sound of Metal”

Best Visual Effects
“Tenet”

Best Documentary (Short Subject)
“Colette”

Best Short Film (Animated)
“If Anything Happens I Love You”

Best Short Film (Live Action)
“Two Distant Strangers”

 

Banner K Kreativtraining pur 5000

Weitere neue Artikel

Welche Weihnachtsfilme werden wohl in diesem Jahr auf uns herniederschneien? Wir haben Euch den ultimativen Timetable zusammengestellt....

Der Begriff klingt bescheiden. Was macht ihn so entscheidend für die Fähigkeiten und das Funktionieren von Technik?

In diesem Interview erzählt uns der Regisseur Kevin Koch ein paar Hintergründe zu der Entstehung seines Films "Prince de la Ville", der auf der FOFS 2025 gezeigt wurde.

Auf dem FOFS 2025 teilte der Regisseur Willy Fair seine Geheimnisse mit uns, wie sein preisgekrönter Film "Death's Peak" entstand.

Die Filmgeschichte war noch jung, als erste Stummfilme künstlich erschaffene Wesen als Thema entdeckten. Wie die Roboter im Kino Karriere machten...

Der Film "Jumah" erzählt von Xingyue, die sich in Zentralchina als Außenseiterin fühlt. Wir hatten beim FOFS 2025 Gelegenheit mit den beiden Regisseurinnen zu sprechen

Nicht immer braucht es ein hohes Budget um an der Kinokasse viel Geld einzuspielen. Welches waren erfolgreiche Low-Budget Filme?

Kurzfilme auf Filmfestivals einreichen ist gar nicht so einfach,- wie kann man seine Chancen verbessern?

Sie gehören untrennbar zur Ikonographie des Horrors: Zombies. Die Rückkehr der – nicht mehr ganz so frischen – Toten ist ein popkultureller Dauerbrenner.

Adobe baut seine Firefly KI zu einem Produktionszentrum aus und erfüllt damit viele Wünsche...

Wie KI den Filmbereich verändert, wurde auf einem Panel der Medientage 2025 mit Yoko Higuchi-Zitzmann und Max Wiedemann diskutiert.

Viele frühe Horrorfilme sind verschollen oder zerstört, doch einer der frühesten Horrorfilme, Edisons "Frankenstein" ist noch erhalten

An Profisets will man mit wenigen, leistungsstarken Akkus arbeiten. Wie es gelingt, alle Geräte von einem Akku aus zu versorgen...

Wie es kam, dass die frühen Filmemacher, den Horrorfilm entdeckten und wie daraus eine kommerzielle Erfolgsgeschichte wurde...

Kaum zu glauben, aber es gab nicht nur in den USA und England eine Phase, in der man massiv gegen Horrorfilme ankämpfte...

Der Film erzählt über die tschechoslowakische Künstlerin Perla. Wir hatten Gelegenheit mit Alexandra Makarová (Regie) und Simon Schwarz (Cast) zu sprechen

Man kennt VFX aus aufwändigen Effekten, doch viel häufiger werden einfach unnötige Fehler korrigiert...

HMI, LED und Fluoreszenz. Welche Scheinwerfer sind sinnvoll, welche weiterhin brauchbar, und welche gehören aussortiert?