Speicher F3 2000

Speicherslot der Sony PMW F3

 

Zu den gerne verdrängten Wahrheiten rund um die digitale Bildaufzeichnung gehört es, dass gleichwertige analoge Aufzeichnungen weitaus weniger Informationen beinhalten mussten. Im Vergleich zu einem analogen SD Fersehsignal etwa, welches in 5MHz Bandbreite unterzubringen ist/war, benötigt das gleiche Signal digitalisiert 40 MHz Bandbreite.

 

Eingedampft

Ein unbearbeitetes HD Signal ist damit achtmal so groß. Erst durch die Datenreduktion und Kompressionen diverser Codecs wird das Digitale Signal dann (oft genug auch unter sichtbarem Qualitätsverlust) eingedampft und die Datenmenge reduziert.

Nun das was dann datenreduziert und optimiert übrig bleibt, ist auch noch eine ganze Menge und bei höheren Auflösungen (2K, 4K, 6K, 8K) und größerer Farbtiefe (4:2:2, 4:4:4) kommt da Einiges zusammen. Der Wunsch, RAW aufzuzeichnen, vergrößert die Datenmenge zusätzlich.

Ja und wenn es dann auch noch Virtual Reality in hoher Auflösung mit mehr als 5 Kameras sein soll, multiplizieren sich diese Datenmengen noch einmal. Da braucht es häufig eine externe "Rennmaschine", also einen extrem schnellen Computer mit schnellen Schnittstellen, um all diese Daten sicher abzuspeichern. Die Herausforderungen an die Speicher,- und Prozessorhersteller sind enorm.

 

Speicherstrategie für Dreharbeiten

Speicher2 2000

SD Speicherkarten und Speicherstick

 

Wer also ein Projekt plant, sollte dafür sowohl die direkten Aufnahmemedien, in der Regel Speicherkarten oder SSDs, sowie die Backupmedien (im Profibereich sollte 2X gesichert und die Medien wie Festplatten oder SSD an getrennten Orten aufbewahrt werden) den Speicherbedarf vorab kalkulieren, um nicht bei Dreh und Workflow unangenehme Überraschungen zu erleben.

Damit das etwas leichter fällt, haben wir hier gängige Parameter für verschiedene Kameras und Auflösungen zusammengestellt. Das kann natürlich nur ein Anhaltspunkt sein, sich ändernde Codecs, andere Bildfrequenzen etc. führen natürlich immer auch zu Veränderungen bei den Datenmengen.

Außerdem kann man natürlich höchst unterschiedliche Auflösungen an den Kameras einstellen. Hier haben wir vorzugsweise die jeweils höchsten Auflösungen zu Grunde gelegt.

 

Übersicht verschiedener Kameras

Die Zahlen sind alle minimal gerundet, doch im Endergebnis durchaus repräsentativ. Man kann zudem eine leichte Ahnung bekommen, wo man bei noch höheren Auflösungen und größerer Farbtiefe bzw. Dynamik (Blendenumfang) oder mehreren VR Kameras in einem Array landet. Insbesondere hohe Datenraten pro Sekunde zeigen auf, welche Schreibgeschwindigkeit die entsprechenden Speichermedien bereitstellen müssen. Achtung- nicht alle Angaben beziehen sich auf die gleiche Bildfrequenz bzw. Auflösung.

 

Kameratyp   Codec   Auflösung   Bildrate   pro Minute   pro Stunde
Blackmagic Cinema:   ProRes (HQ)   1080p   24 B/sec   1.32 GB   79 GB
Blackmagic Cinema:   RAW   2.5K   24 B/sec   7.2 GB   432 GB
Blackmagic Pocket:   ProRes (HQ)   1080p   24 B/sec   1.32 GB   79 GB
Blackmagic Pocket:   RAW   1080p   24 B/sec   3 GB   185 GB
Blackmagic 4K:   ProRes (HQ)   4K UHD   24 B/sec   5.3 GB   318 GB
Blackmagic 4K:   RAW   4K UHD   24 B/sec   12 GB   741 GB
Canon 5D MII:   H.264   1080p   24 B/sec   285MB   17 GB
Canon 5D MIII:   H.264 ALL-I   1080p   24 B/sec   682 MB   40 GB
Canon 7D:   H.264   1080p   24 B/sec   360 MB   21 GB
Canon EOS R6   IPB   4K   50 B/sec   1,7 GB   103 GB
Canon EOS R6   IPB   1080p   25 B/sec   0,22 GB   13,5 GB
GoPro Hero4   Protune   4K   24 B/sec   3,6 GB   216 GB
Panasonic:   DVCPRO HD   1080i   25 B/sec   705 MB   41 GB
Panasonic GH4:   H.264   4K   24 B/sec   712 MB   42 GB
Red One   Redcode 42   4K   24 B/sec   1,5 GB   92 GB
Epic Dragon   Redcode 8:1   6K   24 B/sec   5,3 GB   312 GB
Sony F55   RAW   4K   24 B/sec   8 GB   480 GB
Sony PXW-FX9V   XAVC Intra   HD   50 B/sec   2,24 GB   134 GB
Sony PXW-FX9V   XAVC Intra   4K   50 B/sec   4,9 GB   295 GB

 

Bits und Bytes...

Häufig werden die Angaben durcheinander gebracht, Grund genug, das an dieser Stelle kurz zu erläutern: Megabytes bzw. Gigaybytes (MB / GB) sind die Angaben, welche verwendet werden, um die Größe einer Datei, also den Speicherbedarf zu beschreiben. Megabits (Mb/Sekunde) sind eine Angabe, welche die Bandbreite an Daten, die pro Sekunde übertragen oder gespeichert werden, beschreibt. Man verwendet sie um die Geschwindigkeit von Speicherkarten (Schreiben und Lesen), Netzwerkverbindungen, Internet etc. zu definieren. Einen gewissen Zusammenhang gibt es dennoch, als Faustregel kann man sich grob merken, dass etwa acht übertragene Megabit ungefähr ein Megabyte Speicherplatz benötigen, wenn man sie aufzeichnen möchte. Also Megabits geteilt durch 8 ergibt den Speicherbedarf in Megabyte. Wer seine Kamera in unserer kleinen Übersicht nicht findet, kann seinen Speicherbedarf leicht mit der folgenden Formel berechnen:

 

MByte/Stunde = Mbit/Sekunde x 60 x 60 ÷ 8