Wie werden eigentlich all die Töne für Unterwasser-Filme, der so genannte Wasserschall aufgenommen? Normale Mikrofone sterben sofort, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen...

 

Früher haben Geräuschemacher mit allerlei Plätschern, Rudern und Luftbläschengeräuschen die Tauchgänge akustisch untermalt. Doch die Akustik unter Wasser ist schon deutlich vielfältiger und der Wunsch, Unterwasseraufnahmen mit echtem Sound zu versehen, hat die Tonleute immer wieder beschäftigt. Nun, es hat schon eine Weile gebraucht, bis spezielle, für diesen Zweck optimierte Mikrofone auf den Markt kamen.

 

Für viele der großen Hersteller wie Sennheiser, Neumann, AKG, Beyer Dynamik etc. war der winzige Markt der Unterwasser-Filmer einfach zu klein um dafür eigens Mikrofone zu entwickeln. Nur wenige größere Hersteller wie Brühl & Kjaer, Reson, Sonar Surround haben Hydrophone hergestellt. Früher haben sich die Tonleute oft mit etwas unkonventionellen Methoden weiter geholfen.

 

Dazu gehörte auch das Verfahren, ein normales, empfindliches Mikrofon mit einem Kondom zu überziehen und dieses am Kabel mit kräftigen Gummibändern optimal abzudichten.Achtung,- das funktioniert nur bei echten dynamischen Mikrofonen, so genannten Druckempfängern, nicht aber bei Kondensatormikrofonen.

 

Es ist nicht überliefert, wie viele Mikrofone bei Undichtigkeit auf diese Weise zerstört wurden, doch die meisten Tonaufnahmen beschränkten sich darauf, das Mikrofon am Kabel von einem Boot aus etwas ins Wasser zu lassen. Echte Tauchgänge waren damit auch nicht wirklich möglich.

 

Schwingende Membranen wie sie in der Atmosphäre funktionieren, sind unter Wasser mit zunehmendem Druck ungeeignet. Hydrophone bestehen aus dünnwandigen Hohlzylindern und arbeiten nach dem piezoelektrischen Verfahren. Längere Sensorenflächen können Geräusche besser aufnehmen, als kleinere. Sie sind in der Regel mit einer Kugelcharakteristik ausgestattet, Richtwirkungen lassen sich unter Wasser kaum verwirklichen.

 

Hydrophon Ambient

Hydrophon der Münchner Firma Ambient Recording (Pressefoto von Ambient)

 

Die Münchner Firma Ambient Recording hat in den letzten Jahren mehrere Unterwasser-Mikrofone, so genannte Hydrophone, vorgestellt, die mit hoher Empfindlichkeit sowohl sehr tiefe als auch hohe Frequenzen aufnehmen können. Unter Wasser spielen nämlich insbesondere tiefe Frequenzen eine große Rolle. Deshalb gehen diese Mikrofone, wie etwa das ASF-1 hinunter bis auf 7 Herz und hinauf bis 40.000 Herz.

 

Sie erlauben eine Tauchtiefe von bis zu 100 Metern und besitzen spezielle, wasserdichte AHS Unterwasser-Stecker. Mit ihnen kann man die Mikrofone über ihr 10 Meter langes Kabel direkt an die Toneingänge der Unterwassergehäuse von Kameras anschließen.

 

Deutlich preiswerter und für den direkten Einsatz am Unterwasserkameragehäuse vorgesehen ist das ASF-G, welches einen Frequenzbereich von 70 Hz bis 20.000 Herz abdeckt.

 

Im Web kursieren diverse Bauanleitungen, die allerdings wenig vertrauenswürdig sind. Deshalb ersparen wir uns an dieser Stelle, entsprechende Links zu nennen.

 

 

An der Universität Stanford wurde sogar ein Hydrophon entwickelt, was, ähnlich dem Gehör der Wale, ganze 17 Oktaven Bandbreite an Frequenzen aufnehmen kann. Durch diese neuen Mikrofone sind die Möglichkeiten, echte Unterwassergeräusche aufzuzeichnen ungleich größer geworden.

 

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