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Handys defekt 4000

 

Viele unreparierbare Geräte tragen zur Vermüllung unseres Planeten bei. Ein neuer EU-Vorstoß will dagegen vorgehen. Ab 1. August 2026 gilt eine neue Richtlinie innerhalb der Europäischen Union, welche Hersteller dazu zwingt, Reparaturen von Geräten zu erleichtern.

Konzerne stecken viel Energie in Fertigungsmethoden, welche verhindern sollen, dass man ihre Geräte im Fall von Defekten reparieren kann. Das beginnt bei verklebten Gehäusen, geht über extrem dünne Leiterbahnen, die einen Austausch von Bauteilen, die defekt sind, verhindern, bis zu eingegossenen Baugruppen und exotischen Verschraubungen. Außerdem fehlen häufig notwendige Ersatzteile.

Ganz gleich ob man selber reparieren, dies unter Anleitung in Repair Cafés tun oder Firmen damit beauftragen möchte,- die Hindernisse sind teilweise immens. Do it Yourself- und Reparaturen durch Drittfirmen, die nicht die Hersteller sind, werden durch gezielte Maßnahmen der Konzerne künstlich teurer und zeitaufwändiger gemacht, teure Spezial-Reparaturwerkzeuge und fehlender Zugang zu Bauplänen etc. gehören zu den Tricks der Hersteller.

Auch die gezielte Obsoleszenz, die bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Produkten ist noch immer nicht gesetzlich reguliert.

Wirtschaftswachstum welches die kurze Lebenszeit von Geräten und ihre Nichtreparierbarkeit zum Prinzip gemacht hat, ist für die Umwelt zerstörerisch. Vieles an Elektroschrott der Industrieländer landet in der dritten Welt, wo dieser oft ohne jegliche Schutzmaßnahmen in seine Bestandteile zerlegt wird.

Die EU Kommission gab immer wieder Empfehlungen ab, etwa zur Vereinheitlichung von Handy-Ladegeräten oder einem Kennzeichnungssystem zur Lebensdauer von Geräten. Nachhaltigkeit, Reparierfähigkeiten und einfacheres Recycling sollten gefördert werden. Bis zu einem echten Gesetz dauerte es bis lange.

 

Europas Vorstoss

Die neue Richtlinie, die bereits Ende Juli 2024 verabschiedet wurde, musste zum 1. August 2026 in geltendes Recht umgesetzt werden. Sie kommt sehr spät und noch nicht alle EU Staaten haben die Richtlinie auch bereits in geltendes Recht umgesetzt, doch die Vorgaben sind ein erster Schritt.

Künftig müssen Hersteller Reparaturen für fehlerhafte Produkte innerhalb einer "angemessenen Zeit" und "zu einem vernünftigen Preis" anbieten. Außerdem müssen sie Reparaturhandbücher kostenlos veröffentlichen und nachvollziehbare Preise für Ersatzteile auflisten. Wird ein Gerät repariert, verlängert sich die gesetzliche Gewährleistungsfrist um ein weiteres Jahr.

Gemeint sind dabei zunächst große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler und Kühlschränke sowie Smartphones, Tablets, Server, E-Bikes und E-Scooter und Staubsauger. Ob und wie die Hersteller diese Vorgaben dann tatsächlich auch umsetzen, wird man sich genauer anschauen müssen.

Hier der Link zur nun geltenden Richtlinie: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202401799

 

Regulierung der Märkte

US Präsident Biden hatte am 9. Juli 2021 die Federal Trade Commission beauftragt, Regelungen, welche es den Verbrauchern unmöglich machen, Geräte nach den eigenen Bedürfnissen reparieren zu lassen, sowie andere wettbewerbsbehindernde Abläufe einzudämmen. Beschränkungen welche die Reparatur durch Dritte oder die Selbstreparatur von Geräten verhindern, sollten per Gesetz aufgehoben werden. Dabei hatte die US-Regierung insbesondere Mobiltelefonhersteller und sonstige Technologieunternehmen im Blick.

Am 13. August 2025 hob Präsident Trump diese Order per neuer Executive Order wieder auf, ein herber Rückschlag. Seitdem versuchen einige wenige US Bundesstaaten, darunter New York, Kalifornien, Colorado, Minnesota, Oregon und Washington, durch eigene Regeln trotzdem die für unsere Umwelt so wichtigen Regelungen umzusetzen, mit mehr oder weniger Erfolg.

 

Fazit

Bessere  Reparaturmöglichkeiten schützen die Umwelt indem die Anzahl neu gekaufter Geräte sowie die Menge an Elektroschrott, der eigentlich noch funktionieren könnte, drastisch reduziert würde. Modular aufgebaute Geräte würden den Austausch modernerer Baugruppen wie z.B. Speichermedien, Grafikkarten oder Displays zulassen, ohne das ganze Gerät wegwerfen zu müssen. Die Geschäftsmodelle der Konzerne sollten endlich nicht nur die eigenen Bilanzen sondern vor allem auch den Planeten Erde in den Mittelpunkt stellen.

Anleitungen für eigene Reparaturen findet Ihr im Community-Bereich