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Rode AI 2 4000

Wer einen passenden Adapter und sein Smartphone dabei hat, verfügt über einen "Ersatzrecorder", falls das Hauptgerät mal Probleme macht.

 

Tipps für die Drehversicherung

Wer professionell im dokumentarischen Bereich arbeitet, wer Interviews oder Ereignisse dreht, sollte sich stets mehrfach absichern, um bei möglichen Defekten Alternativen zu haben. Jeder, der lange genug mit technischen Equipment gearbeitet hat, weiss, dass mit ziemlicher Sicherheit so ziemlich alles einmal kaputt geht. Und natürlich gehen Dinge gerne dann kaputt, wenn es drauf ankommt, wenn das, was man mit ihnen aufnehmen möchte, besonders wichtig, besonders unwiderbringlich ist. Natürlich muss nicht das gesamte Equipment identisch mehrfach mitgeführt werden, wichtig ist, dass man für alle Aufgaben noch einen Ersatz dabei hat, der vielleicht nicht auf dem hohen Level der Hauptgeräte ist, aber dennoch eine akzeptable Alternative. Beim Spielfilm sieht die Sache etwas anders aus, es sind zwar auch schon Filme mit einem Smartphone gedreht worden, doch bei dem Aufwand sollte man versuchen, hochwertigen Ersatz zu beschaffen oder mitzuführen.

 

Redundanz

Wireless Go 2 2 4000

Funkstrecken wie die Wireless Go II können den Ton nicht nur drahtlos übertragen, sondern auch intern aufzeichnen. Eine praktische Sicherheitsaufnahme, falls die Funkverbindung mal gestört ist, abbricht oder wenn der Soundrecorder Probleme macht.

 

Beim professionellen Arbeiten versucht man deshalb, sein Equipment, was man für Aufnahmen mitnimmt, möglichst so zusammenzustellen, dass für praktisch jeden Ausfall auch Ersatz zur Verfügung steht. In Übertragungs-Wägen des Fernsehens etwa, wo Live-Übertragungen oder auch Aufzeichnungen gefahren werden, gibt es praktisch jedes Gerät doppelt. Falls irgendeines ausfällt, kann man den Geräteeinschub einfach aus dem Rack ziehen und durch ein identisches Gerät ersetzen. Das nennt man Redundanz.

Diese Regel sollte auch für unser Tonequipment gelten. Denn jedes Mikrofon, jedes Kabel, jeder Rekorder, jede Speicherkarte, jeder Akku kann kaputt gehen. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass man jedes Gerät doppelt dabei hat. Doch zumindest sollte man für jedes Gerät noch eine Alternative, einen Plan B als Ersatz dabei haben. Der Ersatz ist dann vielleicht nicht auf dem gleichen hohen Qualitätslevel wie das Hauptgerät, doch er kann die gleiche Funktion ausüben und man ist im Fall der Fälle weiterhin arbeitsfähig. Es wäre auch zu fatal, wenn man etwa an einem Filmset den Drehtag abbrechen müsste, nur weil ein Kabelbruch beim Mikrofonkabel die weiteren Aufnahmen unmöglich machen würde. Oder wenn man nur eine Speicherkarte hat und die versagt. Oder das Mikrofon verzerrt plötzlich.

 

Checkliste

Zusätzlich zum eigentlichen Sound-Rekorder (z.B. von Sound Devices) noch einen kompakten Zoom Rekorder, oder Adapter um notfalls mit dem Smartphone aufzunehmen (s.u.)

Smartphone mit hochwertiger Videoqualität mitnehmen

Jedes Mikrofonkabel mindestens doppelt dabei haben, auch ggf. MS Mikrofonkabel

Jeden Mikrofonadapter doppelt dabei haben und auch Adapter auf das Smartphone

Zusätzlich zum halboffenen Kopfhörer noch ein paar Ohrhöhrer samt Adapter (Klinke 6,3 auf 3,5 mm) dabei haben

Mehrere Speicherkarten mitnehmen

Mehrere Akkus, Ladegerät doppelt

Mindestens eine zusätzliche Funkstrecke. Falls man eine Funkstrecke hat, die parallel intern Ton aufnehmen kann, wie etwa die Rode Wireless Go II oder die DJI Mike, unbedingt das interne Recording aktivieren.

Mindestens ein zusätzliches Lavaliermikro

Mindestens ein zusätzliches Richtmikro

Falls man MS Stereo Aufnahmen plant, zusätzlich zum hochwertigen MS Mikrofon auch die MS Kapsel für den Zoom Rekorder mitführen

 

Smartphone als Notfall Backup

Zum Thema Redundanz gehört auch die Idee eines Plan B.  Falls die Hauptkamera, oder der Soundrecorder die man mitgeführt hat, aus irgendwelchen unerfindlichen und vor allem nicht behebbaren Gründen ausfallen, sollte man in der Lage sein, trotzdem zu drehen. Dafür braucht es gar nicht viel. Die Kamera, der Soundrecorder, den man stets dabei hat, ist das Smartphone. Allerdings ist es in den wenigsten Fällen dafür ausgelegt, dass man da mit Mikrofonen hineinkommt.

Mit kleinen Funkstrecken wie den Wireless Go kann man auch in ein Smartphone hineingehen, hier benötigt man einen Adapter, wie er auch im Folgenden für die Lavalier Mikrofone beschrieben ist.

Lavalier-Ansteckmikrofone, die einen dreipoligen Miniklinkenstecker besitzen, sind meistens nicht mit Smartphones benutzbar, weil sie keine Stromversorgung aus dem Telefon beziehen können. Das liegt daran, dass die Smartphones meistens vierpolige 3,5mm Buchsen haben, speziell für Headsets. Entweder man kauft sich ein extra für Handys konfiguriertes Lavaliermikrofon (TRRS Stecker), wie das Rode Smartlav, welches über einen mitgelieferten Adapter (auf 3 polige 3,5 mm Klinke = TRS)  auch für Funkstrecken etc. geeignet ist, oder man besitzt bereits ein oder mehrere Lavaliers mit 3 poligem 3,5mm Klinkenstecker (TRS), dann benötigt man nur einen Adapter mit einer Buchse von TRS auf  einen Stecker TRRS, zum Beispiel das SC4 Adapterkabel, das kostet knapp über 10 Euro.

 

RODE AI-Micro

Rode AI 3 4000

Beim Rode AI Micro Adapter liegen Kabel für unterschiedlichste Gerätetypen bei

 

Wenn man die Luxusversion wünscht, bei der man gleichzeitig auch per Kopfhörer das Tonsignal kontrollieren (was beim professionellen Aufnehmen eigentlich Standard ist) und auch auf Smartphones mit USB-C Eingang gehen kann, dann empfielt sich der Rode AI-Micro Adapter. Gemeinsam mit der kostenlosen "Repoprter" App von Rode (gibt es für Android und IOS) kann man sein Smartphone zu einem Soundrecorder machen. Sicherlich sind die Wandler im Smartphone nicht vergleichbar mit denen in hochwertigen Recordern etwa von Sound Devices, doch die Ergebnisse sind erstaunlich gut. Und auch bei der Aufzeichnung von Video mit dem Smartphone profitiert man von einem deutlich besseren Ton, wenn die interviewte Person ein Lavalier trägt und dies direkt mit dem Video aufgezeichnet wird. Die beiliegenden Kabel sind sowohl für USB-C, USB als auch für iPhones geeignet.

Auf diese Weise ausgerüstet, hat man auf jeden Fall einen funktionierenden Plan B in der Tasche...

 

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