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KI Programme 4000

 

Erste Programme für das Drehbuchschreiben per künstlicher Intelligenz sind am Markt. Wird jetzt alles anders? Kann in Zukunft Jeder Drehbücher erstellen? Das Schreiben von Drehbüchern besteht zu einem großen Teil aus Suche. Suche nach starken Geschichten und Suche nach den richtigen Wörtern, den besten Dialogen. Wie wird dieser Prozess durch die Künstliche Intelligenz beeinflusst, wie wird er sich verändern? Sollte man die KI fürchten oder sollte man sie nutzen als Unterstützung bei der immerwährenden Suche? Die Schwierigkeit besteht sicherlich darin, dass die Künstliche Intelligenz ja vor allem ein Texträuber ist. Sie wurde mit riesigen Mengen an Text gefüttert und baut daraus, dank entsprechender Algorithmen Texte zusammen, die wie neue Texte klingen, es aber leider doch nicht sind.

 

Brav und etwas langweilig

Bei all dem darf man nicht vergessen, dass die KI die richtigen Anstöße braucht, um passende Sätze zu generieren. Oft muss man viele Male seine Fragen oder Textanfänge eingeben, bevor die KI etwas generiert, was in die Richtung geht, die man sich vorstellt. Manche Autor*Innen verwenden die KI auch wie einen erweiterten Thesaurus, also ein Hilfsmittel um bessere Wörter als die ursprünglich gewählten zu finden.

Häufig sind Antworten, welche die KI liefert, ziemlich langweilig und voller Klischees. Antworten folgen häufig den gleichen Mustern und beinhalten viele Gemeinplätze. Dies liegt einerseits daran, dass die Entwickler der Programme darauf geachtet haben, dass die KI möglichst objektiv und keinesfalls polarisierend antwortet und andererseits auch an den Quellen, mit denen sie gefüttert wurde. Viele Antworten tragen noch den Charme von Wikipedia-Einträgen in sich, mit denen sie natürlich auch gefüttert wurden. Das liegt auch daran, dass ChatGPT von OpenAI darauf optimiert wurde, einen nützlichen Chatbot zu programmieren. Dieser sollte höflich, brav und keinesfalls provokativ oder ungewöhnlich antworten. Vieles von dem, was Kreativität ausmacht, das Freche, das Neue, das um die Ecke Denken, wurde dem Chatbot grundsätzlich abtrainiert.

Die Antworten des KI Chatbots sind deshalb stets höflich, weitgehend vorhersehbar, harmlos und stets optimistisch. Denkt man an spannende Filmfiguren, darunter natürlich auch zahllose Bösewichte, dann sind diese natürlich das glatte Gegenteil. Sie vergessen jede Höflichkeit, sie sind unvorhersehbar, rasten aus und handeln häufig spontan und emotional. Filmgeschichten großer Filme sind auch nicht auf Konsens und Optimismus gebürstet, sie wollen mitreißen, nicht selten auch polarisieren.

Theoretisch ist es sicher möglich, für die Kreativität bessere Modelle zu entwickeln, doch aktuell ist die KI in dieser Hinsicht ein wenig begrenzt.

 

Inspirationsquelle

Eine gute Methode, die KI zu nutzen, ohne neu zusammengestelltes Fremdmaterial zu benutzen, besteht darin, sich von der KI Konstellationen, Abläufe etc. entwerfen zu lassen, die einen inspiriren können, etwas eigenes zu schreiben. Oder Bilder kreiieren zu lassen, die in einem etwas auslösen. KI quasi als Gedankenblitz, als Anstosss für Eigenes.

 

Unterschiedliche Verpackung, gleicher Kern

Die allermeisten Systeme, welche die vorgenannten Probleme angeblich beheben wollen und zum Schreiben von Romanen und Drehbüchern geeignet seien, basieren,- wen wundert es, auf ChatGPT. So beispielsweise auch der Romangenerator von Sudowrite. oder das von Deepmind vorgestellte Tool "Dramatron" welches angeblich alles liefert, was ein Drehbuch so braucht. Von Dramatron generierte Szenen wurden beispielsweise bei der Theaterveranstaltung „Plays by Bots“ von erfahrenen Schauspieler*Innen gespielt und improvisiert. Weitere ähnliche Programme sind: "Largo", "ScriptBook", "ShortlyAI", "Rytr", "SoCreate " oder auch "StoryFit".

Und natürlich sind die Ergebnisse brav und konform. Für sprachgenerierende KI benötigt man enorme Rechenleistung und spezielle Hardware, welche ungeheure Investitionen erfordern. Deshalb docken praktisch alle spezifischen Autor*Innen-Angebote letztlich an die KI von einem der wenigen großen Anbieter (Microsoft, Google, Meta) an.

Bedauerlichweise gehören diese Konzerne zur Gruppe der Unternehmen, welche nicht an einer Vertiefung menschlicher Kommunikation, sondern an der Vermehrung ihrer Profite interessiert sind. Es sind die gleichen Konzerne, die bereits viele Elemente des Zusammenlebens, wie etwa das Gespräch, die Unterhaltung, das gemeinsame Erleben von Menschen in eigene, gewinnbringende Kanäle, sprich Apps, umgelenkt haben.

 

Fazit

Eines der Kernprobleme der KI besteht natürlich darin, dass sie einerseits keinen eigenen Geschmack hat und sie andererseits in der Masse an Recherchequellen keine Bewertungskriterien existieren, bei welchen Sätzen und Formulierungen es sich um hohe literarische Qualität oder um banales Mittelmaß handelt. Je mehr Texte, Drehbücher und Romane von KI generiert würde, desto ähnlicher und seelenloser würden all diese Produkte.

Zu allem Überfluss würde es auch nicht genügen, künstlerisch hochwertige Formulierungen zu generieren,- auch der Sinn, der sogenannte geistige Überbau ist wichtig, um in den Leser*Innen bzw. Zuschauer*Innen etwas Bleibendes zu hinterlassen. Auch diese Instanz ist der KI noch weitgehend fremd. Denn die KI hat ja keine Seele, keinen eigenen Charakter, es gibt keine individuelle Person durch deren Lebens,- und Erfahrungsfilter die Informationen gefiltert werden.

Das Drehbuchschreiben ist, wie jede Literatur, Ausdruck einer Persönlichkeit und deshalb wird es wohl auch weiterhin Menschen brauchen, um starke und individuelle Geschichten zu erzählen. KI als Inspiration, als Recherchetool macht durchaus Sinn und spart Zeit, doch den schöpferischen Prozess in die Generatoren zu verlagern, das sollte man sich dreimal überlegen. Insofern ist KI-Schreibsoftware für Autor*Innen weitgehend sinnfrei.

Zu all diesen Problematiken befragt, würde uns der Chatbot vermutlich die wohlfeine, blutleere und pseudoobjektive Antwort liefern, dass man ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Vorteilen KI-gesteuerter Generatoren und menschlicher Kreativität einhalten solle, um die optimalen Texte zu erschaffen. Irgendwie richtig aber auch irgendwie nichtssagend...

 

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