16mm

  • Schon mal darüber nachgedacht, was eigentlich eine Szene zu einer Szene macht und wie wir sie von Sequenzen unterscheiden?

  • Vom klassischen analogen Film bis zu modernsten digitalen Videoakameras reciht die Bandbreite an Kameras, mit denen Filme aller Art gedreht werden können...

  • Schnittarbeit

    Computerschnittplatz

    Computerschnittplatz

    Bis Ende der Achtziger Jahre wurden Filme ausschließlich an so genannten Flachbett-Schneidetischen oder in den USA an Moviolas geschnitten. Man arbeitete mit analogen Filmkopien, so genannten Filmmustern, die durchaus auch mechanischer Belastung beim Schneiden ausgesetzt waren. Manchmal so sehr, dass die Perdoration repariert werden musste oder man bestimmte Einstellungen sogar im Kopierwerk nachbestellen musste. Dafür hatte man aber den Vorteil, dass man kein elektronisches Bild, sondern eine echte Filmkopie, wie sie auch später durch den Filmprojektor im Kino laufen würde, auf dem Bildschirm zur Bearbeitung ansehen konnte.

     

    Klassisch

    Vom Filmnegativ wurden Arbeitskopien gefertigt, von den Schmalbändern mit dem Originalton Perfobänder angefertigt, beides synchron gelegt und dann geschnitten. Einzelne Einstellungen hingen zum bearbeiten als Bild und Perfoton am Galgen; wollte man eine Einstellung verlängern, hängte man ein paar Felder Bild oder Perfoton hinzu, wollte man sie kürzen, schnitt man entsprechend viele Bilder und Perfoband ab. Probierte man zuviel an einer Schnittstelle herum, ließen sich die Einzelbilder kaum mehr gerade mit Klebeband aneinander fügen und machten beim Durchlauf am Schneidetischprisma einen unschönen Hüpfer. So hangelte man sich mehr oder weniger chronologisch durch den ganzen Film, sortierte jeweils das Material für eine oder zwei Szenen an die Filmgalgen, von denen man zwei oder drei im Schneideraum hatte.

    Filmgalgen
    Filmgalgen mit 16mm-Ausschnitten

    Filmgalgen sind mit Samt ausgeschlagene, rollbare Kästen, über denen man an mehreren Querstreben an Stahlnadeln Film- und Tonstreifen aufhängen kann. Die abgerollten Filmstreifen liegen dabei lose im Samtkasten. Mehr ging nicht. Um einen ganzen Film „griffbereit“ zu haben, wären wohl an die 100 Galgen erforderlich gewesen, die allein hätten einen mittleren Saal gefüllt. Grundsätzliche Veränderungen des Schnittaufbaus überlegte man sich sehr gründlich, denn das bedeutete unweigerlich, die bisherige Fassung zu zerstören. Schließlich verwendete man die in der aktuellen Schnittfassung verwendeten Filmmuster und Perfotöne auch für die neue Schnittfassung.

     

    Palastrevolution

    Ja, und dann kamen 1989 erste Systeme auf den Markt, die ein gänzlich anderes Konzept vorstellten. Der Film sollte nicht mehr am Schneidetisch, sondern an einem Computer geschnitten werden. Die Botschaft: Keine Filmdosen mehr im Schneideraum, keine Galgen, sofortiger Zugriff auf alle Einstellungen, keine Schnipsel am Boden oder Scheu vor dem Umschneiden. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war die Firma Avid, die auch heute noch Synonym für den Schnitt am Computer ist, auch wenn es inzwischen diverse Mitanbieter gibt, deren Produkte genau so hochwertig sind. Um die ersten Systeme angesichts der damals noch exorbitant hohen Festplattenpreise noch halbwegs bezahlbar zu halten, wurden die vom Filmnegativ gefertigten Abtastungen (Videos) beim Einlesen in den Computer (digitalisieren) enorm komprimiert. Die Bildqualität war sehr reduziert und über Jahre hinaus brachten die jeweiligen Software-Updates vor allem eine Verbesserung der Datenraten und damit der Bildqualität mit sich. Inzwischen ist es gar kein Thema mehr, Digi-Beta, DVCPRO HD oder HDCAM oder HDTV in voller Auflösung am Computerschnittplatz zu bearbeiten. Mit ganz schnellen Systemen kann auch 4K in voller Auflösung geschnitten werden. Rechnergestützter Filmschnitt stellt heute die Regel dar und preiswerte Lösungen haben das Prinzip auch außerhalb des Profilagers populär gemacht.

     

    Offene Fragen

    Hauptvorteile waren der schnelle Zugriff auf sämtlichen eindigitalisierten Bild- und Tonelemente sowie die leichte Kombinierbarkeit und die Möglichkeit, verschiedene Fassungen parallel zu speichern. Kann ein System, das so viele Vorteile bietet, überhaupt Nachteile haben? Kann es! Denn mit den Möglichkeiten wuchs auch die Komplexität der Bedienung und der ständige Zwang, Aktualisierungen der Technik kontinuierlich zu erlernen. Cutter am klassischen Schneidetisch, die wenn sie das mechanische Schneiden erst einmal beherrschten, konnten ihre ganze Aufmerksamkeit der Gestaltung widmen. Während ihres Berufslebens sammelten sie vor allem mehr Wissen über Dramaturgie, Bildsprache und Aufbau. Heute gilt es, komplexe Schnittprogramme zu erlernen, Shortcuts und Befehlsketten zu behalten und permanent Neuerungen in den Softwarereleases nachzulernen. Auf diese Weise geht viel Energie und Aufmerksamkeit für die Beherrschung der Software verloren. Inzwischen gibt es sogar zahlreiche Computer-Cutter, die eigentlich nur Programme bedienen können, aber nur wenig oder gar nichts über den Aufbau eines Filmes wissen. Diesen Umstand möchte so recht keiner wahrhaben, doch ein Schnittprogramm zu beherrschen, bedeutet noch lange nicht, auch Filme schneiden zu können.

     

    Veränderung der Schnittästhetik

    Die vielen Möglichkeiten, Bildkombinationen am Bildschirm zu simulieren, Blenden und Effekte zu erproben und auch ohne Sorge um die mechanische Belastung von „Klebestellen“ selbst kürzeste Schnitte aneinanderreihen zu können, haben die Ästhetik des Schnitts einschneidend verändert. Wir wollen an dieser Stelle keine qualitative Bewertung dieser Veränderungen vornehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen der Baylor University ergaben, dass die durchschnittliche Länge von Einstellungen in Filmen, die non-linear geschnitten wurden, etwa 8 % kürzer ist als bei Filmen, die am Schneidetisch editiert wurden. Ferner stellte man fest, dass die Verwendung von Blenden und Überblendungen gegenüber klassischem Filmschnitt enorm zugenommen hat. Die Untersuchung überraschte vor allem in Bezug auf den Schnitt von Dialogszenen. Eigentlich hatte man erwartet, dass die Dialogszenen durch die größeren Möglichkeiten des Computerschnitts komplexer würden. Doch das Gegenteil war der Fall; die Komplexität der Dialogszenen war bei am Schneidetisch montierten Szenen um durchschnittlich 20 % höher. Die Zuschauer werden nicht ahnen, dass die Beschleunigung der Bildfolge oder die Verkürzung der Einstellungen sehr viel mit technischen Veränderungen im Schneideraum zu tun haben. Aber vielleicht spüren sie es, wann ein Cutter mit klassischer Schnitt-Erfahrung und dem Wissen um Bildsprache den Mouse-Button betätigt hat. Da sich mehr und mehr Cutter, die noch die klassische Bildsprache beherrschen, aus dem Markt zurückziehen, ist Eile geboten, Wege zu finden, dieses Wissen auch den Nachwuchscuttern weiterzugeben. Einen ziemlich umfassenden Eindruck vom non-linearen Editing vermitteln die deutschen Handbücher zum Avid Xpress und zum Media Composer, welche die Firma Avid zum kostenlosen Download bereitstellt.

     

  • Don A. Pennebaker und Chris Hegedus

    A.Pennebaker und Chris Hegedus

    Einige Menschen haben Dokumentarfilm-Geschichte geschrieben und es ist spannend, ihnen zu begegnen. Einige der wichtigsten Vertreter des "Direct Cinema", einer durch die technischen Neuerungen im synchronen 16mm-Film Anfang der 60er Jahre (vor allem durch die kompakte Eclair-Handkamera sowie die erstmals transportable synchrone Tonaufnahmemaschine Nagra) möglichen dokumentarischen Arbeitsweise sind Don A. Pennebaker und Chris Hegedus. Wir befragten sie am Rande des Münchner Filmfests zu ihrer Grundhaltung gegenüber dem dokumentarischen Arbeiten und baten sie natürlich um Tipps für den filmischen Nachwuchs.

     

    ... im Movie-College-Interview

    Don A. Pennebaker

    Don. A. Pennebaker

    M.C.: Sie haben bisher nur Dokumentationen gedreht. Würde es Sie auch interessieren, einen Spielfilm zu realisieren?

     

    Pennebaker: Es hat uns noch niemand gebeten, einen Spielfilm zu machen – falls uns jemand fragt und uns etwas Geld gibt, würden wir das vielleicht versuchen...

     

    MC: Sie unterrichten auch?

     

    Pennebaker: Ja, das tun wir, viele Filmemacher müssen das tun.

     

    Hegedus: Wir machen das, weil wir Filme lieben und weil wir gerne Filme machen. Das US-Fernsehen ist ein eher kommerzielles Medium. Wir haben nur einen staatlichen Kanal und der neigt dazu, Dokumentarserien zu machen. Also braucht man ein Konzept für mehrere Filme; aber so arbeiten wir eigentlich nicht. Wir haben eher eine Idee für einen Film, fast wie bei einem Spielfilm. Das erschwert natürlich die Ausstrahlung, um so mehr als die Themen der meisten Sendungen, die als einzelne Dokumentationen ausgestrahlt werden, eher politisch und auf Sachverhalte bezogen sind. Vom Ansatz her richten sich unsere Filme mehr an Menschen als an Sachverhalten aus.

     

    MC: Würden Sie angehenden Filmemachern raten, reine Dokumentationen zu machen, die angesichts der üblichen Berieselung mit Action und Infotainment den Zuschauern vielleicht nicht unterhaltsam genug sind?

     

    Pennebaker: Jeder Film muss auf irgendeine Art den Zuschauer unterhalten. Leute, die Comedy sehen wollen, werden nicht unbedingt von einem Film über einen Mathematiker oder Physiker begeistert sein. Aber die Leute werden auch dadurch unterhalten, dass sie etwas erfahren, was sie wissen wollen. Oder dadurch, dass sie jemanden beobachten, der vielleicht etwas weiß, was sie interessiert. Die Dokumentation nimmt die Bilder in dem Moment auf, in dem die Dinge passieren. Es ist erstaunlich, unmittelbar Augenzeuge eines Geschehens zu sein, von dem man sonst bestenfalls aus zweiter Hand erfahren würde. Und das ist eine Errungenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts. Auch der Film war lange Zeit die Fortsetzung des Theaters mit anderen Mitteln; es ging um Sachen, die vor langer Zeit passiert sind. Erst mit dem Dokumentarfilm wird Film benutzt, um Ereignisse in dem Moment zu zeigen, in dem sie wirklich stattgefunden haben. Und wenn man sich das überlegt und mit diesem Bewusstsein durch die Welt spaziert, wird man Dinge sehen, die einen interessieren und aus denen man etwas Einzigartiges machen kann. Ob man dafür dann ein Publikum findet, hängt eher davon ab, ob es einem gelingt, die Bilder richtig zusammenzusetzen, eine Art Komposition mit Anfang und Schluss zu entwickeln. Aber selbst, wenn das nicht der Fall ist, funktioniert es: Jemand wirft z. B. ein Klavier aus dem Fenster – das reicht, denn es werden nicht sehr oft Klaviere aus Fenstern geworfen. Wenn man das sieht, wird man sich fragen: Was ist hier passiert, warum liegen hier Trümmer auf der Straße?

    Chris Hegedus

     

    MC: Ist es einfacher für eine Frau, an die Leute heranzukommen?

     

    Hegedus: In einem Fall war es möglicherweise ein Vorteil. Die Finanzwelt ist doch eher von Männern dominiert und wir konnten uns dort recht einfach bewegen, weil sie uns kleine Frauen mit unserer kleinen Ausrüstung nicht als Bedrohung empfunden haben. Wir konnten im Hintergrund bleiben. Aber das ist unterschiedlich – es kommt drauf an.

     

    MC: Was würden Sie jungen Filmemachern raten?

     

    Hegedus: Sie sollten so viele Filme wie möglich anschauen, um herauszufinden, was es so gibt und was sie inspiriert – und wenn sie eine Idee haben, eine Kamera nehmen und es einfach tun. Viele Filme entstehen erst gar nicht, weil die Leute zu beschäftigt sind, sich um Förderungen zu kümmern und Anträge zu stellen, was natürlich auch wichtig ist. Aber es führt dazu, dass die Leute erst einmal darauf warten, dass man ihnen überhaupt ermöglicht, einen Film zu machen. Anfangs hat uns das auch niemand ermöglicht, keiner hat uns Geld gegeben und wir haben beschlossen, den Film trotzdem zu machen. Ich glaube, diese Mentalität sollte man schon haben.

     

    Pennebaker: Ich denke, man sollte seine Vorbilder finden, schauen, was man an bestimmten Filmen mag und überlegen, warum man diese Filme mag. Und dann alleine losgehen! Es geht nicht darum, einen Job zu erledigen, sondern darum, etwas, das man gesehen hat, besser oder anders zu machen und sich selbst zu beweisen, dass man das kann. Sobald man glaubt, man taugt was, glauben das andere vielleicht auch.

     

  • Zu den am meisten verbreiteten Standard-Hilfsmitteln an Filmsets gehören die Sative mit Schwenkköpfen. Was sind die Bestandteile, worauf muss man achten?

Banner Virtual Reality Buch Schmal 2000

Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

26-10--2019 12:00 pm - 27-10--2019 16:00 pm

09-11--2019 12:00 pm - 10-11--2019 16:00 pm

30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm