Filmschnee

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    Tricksereien

    Komparsen vor grünem Vorhang für Crowd Replication

    Komparsen vor grünem Vorhang für Crowd Replication

    Auch wenn die Computer-Industrie behauptet, man könne ja alles im Rechner erledigen: Die klassischen Filmtricks, die bereits Filmpioniere wie Meliès verwendeten, haben auch heute noch ihre Berechtigung. Modellbau-Spezialisten für Trickbauten, Matte-Painter und Trickkameraleute sind nach wie vor gefragt. Abgesehen davon basieren auch die modernsten Compositing-Verfahren letztlich auf Grundideen klassischer Filmtricks.

     

    Es gibt unzählige Trickverfahren, die alle verschiedenste Illusionen erzeugen sollen. Viele Tricks helfen, enorme Kosten bei der Ausstattung zu sparen, andere erlauben es, Dinge zu zeigen, die real gar nicht möglich wären.

     

    Wie kommen die Trickelemente in den Film?

    Dies kann im einfachsten Fall in Form eines Zwischenschnitts geschehen. In einem Film in dem eine Feuersbrunst tobt, braucht man nur in den Nahen bis Amerikanischen im Bild Feuer (Spezial-Effekte) zu zeigen. Das komplett brennende Gebäude wird als (brennendes) Modell gedreht und dazwischengeschnitten.

     

    Aufwendiger ist die Kombination von Trick- und Realaufnahmen. Hier werden Aufnahmen der Schauspieler und realer Sets innerhalb der gleichen Einstellung kombiniert mit gemalten oder generierten Trickmodellen. Dies kann bereits bei der Aufnahme als Kameratrick geschehen.

    Kamera mit Maskenkasch

     

    Als Kasch im Kompendium (Abdecken eines Bildteils) und Mehrfachbelichtung

     

    Per Rück-, oder Aufprojektion

     

    Als Spiegeltrick oder Glastrick (aus Glas gemalte Zusätze zum realen Motiv oder durch Teilspiegel zum realen Motiv hinzugespiegelte Modelle.

     

    Als Doppelbelichtung

     

    Dies wurde früher auch im Kopierwerk an der optischen Bank (Oxberry) gemacht oder heute am Computer (Compositing). Was die Kosten angeht, so ist der Trick bei der Aufnahme (Kameratrick) am günstigsten, im Kopierwerk war er bereits teurer und am Computer wiederum recht erschwinglich, vor allem wenn man es selbst bewerkstelligen kann und kein Personal benötigt. Im Videobereich können Bilder oder Modellelemente elektronisch per Green- oder Blue-Key mit realen Bildern verbunden werden.

     

    Endlose Möglichkeiten

    Die Ausstatter eines „Sandalen“-Films müssen für die Totale des Streitwagen-Rennens nur den unteren Bereich einer römischen Arena real bauen, und der gesamte obere Bildteil (Ränge, Mauern, Säulen) nur als Modell in das Bild hineinkopiert wird, bedeutet dies eine enorme Einsparung (Beispiel: "Ben Hur"). In einem Kriegsfilm müssen keine realen Straßen bombardiert werden, in einem Katastrophenfilm keine realen Hochhäuser einstürzen, das bedeutet einen deutlich kleineren Aufwand (Beispiel: "Earthquake").

     

    Schauspieler sollen über einen Felsspalt springen. Damit das gefahrlos bleibt, springen sie in Wirklichkeit nur zwischen zwei Garagendächern. Die Felsspalte wird über einen Teilspiegel als Modell eingespiegelt (Beispiel: "Ronja Räubertochter"). Für einen historischen Film wäre es ein riesiger Aufwand, moderne Leuchtreklame, Fenster, Antennen etc. auszublenden. So wird nur der untere Teil der Häuser historisch kaschiert und der obere Teil als Matte-Painting (auf Glasplatte gemalt) oder bearbeitetet (Antennen etc. wegretuschiert) Fotografie-Maske ins Bild eingebaut (Beispiel: "Im Namen der Rose"). An einer Häuserwand soll eine riesige Werbetafel hängen. Statt diese real zu befestigen, spiegelt man sie einfach als Matte-Painting oder Foto auf Glas ein.

     

    Weitere Kapitel zum Thema Filmtrick

     

    Hier finden Sie unter Filmgestaltung, Kamera, Licht, Regie, Schauspiel,Ton und Postproduktionwichtige Basics.

     

     

  • Eisige Temperaturen bringen Mensch und Gerät schnell an die Grenzen. Tipps für den Kälte-Dreh!

  • Schnee macht was er will

    Kunstschnee, der selbst Detailaufnahmen standhält.

    Kunstschnee, der selbst Detailaufnahmen standhält.

    Wenn man nicht bei winterlichen Temperaturen gerade irgendwo in den Bergen dreht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass für die geplanten Schneeaufnahmen das ersehnte Weiß ausbleibt.

     

    Oder aber der Schnee hält sich in keiner Weise an die Anschlüsse laut Drehbuch. Mal liegt er hoch, mal ist er fast weggeschmolzen, mal fallen keine oder zu kleine Schneeflocken. Selbst der kälteste Winter ist keine Garantie für sorglose Dreharbeiten. Dieses Schicksal haben nicht nur Filmschaffende zu tragen.

     

    Auch die Werbeindustrie, die für ihre Winterkampagnen das Foto-Shooting vorzugsweise bereits im August oder September ansetzt, ist auf entsprechende Hilfe angewiesen.

     

    Auf Nummer Sicher

    Der Schnee, der auf den Treppenstufen „taut“, hält jede Sonne aus.

    Der Schnee, der auf den Treppenstufen „taut“, hält jede Sonne aus.

    Für die perfekte Illusion und die Planungssicherheit bei Dreharbeiten muss ganz genau geplant werden, welche Einstellungen denn mit Eis und Schnee versehen werden sollen, wie gross der Bildausschnitt wird, und vor allem wie genau denn der Zuschauer den Schnee sehen wird. Je größer die Flächen, desto höher der Aufwand.

     

    Eiszapfen aus Plexiglas lassen sich sogar als Detail aufnehmen, so naturgetreu sind sie. Die guten Stücke sind aber nicht ganz billig, 100,- bis 150,- DM muss man als Stückpreis schon anlegen.
    Eis kann man aus Wachs und Paraffin herstellen.

     

     

    Schnee ist nicht gleich Schnee

    Beim Schnee wird es, je nach Bildausschnitt auch recht kostspielig.

     

    Es gibt chemischen (Schaum-)Schnee, Schnee aus feinem Papierschnitt (sehr fein gemahlene Zellulose), Schnee aus Styropor, Schnee aus Stärke, aus Kartoffelmehl, Schnee aus Silikon, Schnee als Schaumstoffmatten, Schnee aus Sprühdosen für Eisblumen an den Fensterscheiben, aber auch Schneemaschinen, die – sofern die Kälte ausreicht – aus Unmengen von Wasser veritablen Schnee erzeugen.

     

    Der Kunstschnee knirscht unter den Füßen und hinterlässt sogar richtige Schuhabdrücke. Im Bedarfsfall können sogar Schneebälle aus dem Material geformt werden.

     

    Realitätsnah

    Nur wer etwas näher an die weiße Pracht herankommt, entdeckt den Schwindel.

    Nur wer etwas näher an die weiße Pracht herankommt, entdeckt den Schwindel.

    Da die Kosten mit dem Realitätseindruck des Schnees steigen, kann man bei größeren Sets für den Hintergrund durchaus die billigste Variante wählen, und nur im Vordergrund und für den evtl. rieselnden Schnee die Luxus-Ausführung wählen.

     

    Denn im Vordergrund würde es auffallen, wenn die Schneeflocken statt vom Mantel des Hauptdarstellers abzufallen, wie magnetisch am Textil (statisch aufgeladen) haften bleiben. Deshalb nimmt man statt Kunststoff am Besten Schnee aus Seifenlauge, der mit speziellen Schneeerzeugern den Schnee zielgerichtet über dem Bildausschnitt positionieren. Je nach Situation kann zusätzlich auch eine Windmaschine helfen, die Illusion perfekt zu machen.

     

    Einzig die fehlenden Atemfahnen könnten da noch Hinweise auf die Schwindelei geben, doch das Kompensieren die Schauspieler durch ihr Spiel, die roten Wangen und das entsprechende Winter-Outfit. Zu kalt darf es für die Seifen-Schneeflocken auch nicht sein, sonst friert die Seifenlauge ein. Betrachten Sie doch einmal einen der zahllosen amerikanischen Weihnachtsfilme genauer und versuchen Sie, statt auf die Darsteller, auf die Flocken zu achten. Sie werden sehen: Es ist nicht alles Schnee, was fällt.

     

    Es ist übrigens auch schon vorgekommen, dass die Produktion, den Wetterprognosen folgend, viel investiert hat, um für den Winterdrehtag auch sicheren Schnee im Bild zu haben, und das künstliche Weiß wurde nach und nach von echten Schneeflocken zugedeckt...

     

  • Verschneite StraßeMit diesen Tipps für die richtige Belichtung und Filterung gelingt auch der Dreh im Schnee

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30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm