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Kill Bill Vol. 2 136 min., Action, USA 2004 REGIE: Quentin Tarantino DARSTELLER: Uma Thurman, David Carradine, Michael Madsen, Daryl Hannah |
Regie: Quentin Tarantino
Kinostart: 22. April 2004
Der vierte Film des Kultregisseurs Quentin Tarantino geht in die zweite Runde. Der Blutdurst der Braut (Uma Thurman) ist noch nicht gestillt und die verratene Frau setzt ihren noch nie da gewesenen Rachefeldzug fort. Vier Jahre zuvor hatten ihr ehemaliger Auftraggeber und Geliebter Bill und dessen Deadly Viper Assassination Squad (DiVAS) am Tag ihrer Hochzeitsprobe ihren Verlobten und alle anderen Anwesenden getötet und die schwangere Braut sterbend zurückgelassen. Die Braut, nach der tödlichsten Schlange, der Black-Mamba, getauft, und selbst die Talentierteste der Fünf im Squad, sinnt nach vier Jahren im Koma nach Rache und beginnt, nacheinander alle ihre Widersacher umzubringen. In Vol. 1 mussten bereits O-Ren Ishii (Lucy Liu) und Vernita Green (Vivica A. Fox), beide Mitglieder von DiVAS, und alle anderen, die sich in ihren Weg stellten, daran glauben. Für Vol. 2 stehen noch Budd (Michael Madsen), Bills heruntergekommener Bruder, ihre ewige Rivalin Elle Driver (Daryl Hannah) und Bill (David Carradine) höchstpersönlich auf ihrer Todesliste.
Der zweite Teil ist ein Mix aus Rückblenden, Vervollständigungen und der Fortsetzung der Handlung aus dem ersten Teil, mal Schwarz-Weiß, mal farbig, ein totaler Stilmix, aufgeteilt in Kapitel 5 bis 10. Vol. 2 beginnt als Rückblende in schwarz-weiß in einer kleine Kapelle in Two Pines, als die überglückliche Braut mit ihrem Verlobten Tommy für ihre Hochzeitsprobe vorm Altar steht. Doch dann dringen vertraute Töne einer asiatischen Holzflöte an ihr Ohr und sie verlässt die Kapelle und findet ihre Befürchtung bestätigt: Bill hat sie aufgespürt, nachdem sie vor mehreren Monaten nach einem positiven Schwangerschaftstest, durch den sie beschloss, niemals wieder zu töten, den Squad verlassen hatte. Es kommt zu einer emotionalen Wiedersehensszene, die gleichzeitig auch der Abschied werden soll. Nach Carradine ist es die beste Szene in seiner ganzen Karriere. Obwohl Bill verspricht, zu versuchen nett zu sein, ‚reagiert er doch am Ende über' und die vier anderen Mitglieder von DiVAS tauchen auf und bringen die Hochzeitsgesellschaft um.
In Kapitel 7, wieder in der Gegenwart, steht als erstes Budd auf der Liste der Braut. Er lebt seit der fatalen Vorfälle bei der Hochzeit zurückgezogen in einem Wohnwagen in der Wüste und arbeitet als Rausschmeißer in einem Stripclub, wo es nie Kundschaft gibt. Nach einem kurzen Arbeitstag (Budd wurde gefeuert), will die Braut ihre Rache, doch Budd wartet schon mit einer Schrotflinte auf sie. Die Braut wird von ihren Beinen gerissen und betäubt mit einem Serum. Budd ruft darauf Elle Driver an, der er das Hattori-Hanzo-Schwert der Braut für eine Millionen Dollar verkaufen will. Etwas gekränkt, da sie es nicht sein durfte, die die Braut erledigt, fordert sie einen qualvollen Tod für ihre Widersacherin. Kurz darauf wacht die Braut neben dem ausgehobenen Grab einer Paula Schultz wieder auf. Budd befördert sie mit einer Taschenlampe in den Sarg, nagelt ihn zu und die Braut liegt bald voller Panik 2 Meter unter der Erde.
Langsam beruhigt sie sich und erinnert sich, was sie einst bei ihrem Meister Pei Mai, in dessen Obhut sie Bill einst gab, in China lernte (Kapitel 8). Sie beginnt, das Holz durchzuschlagen und gräbt sich zwei Meter durch die Erde wieder an die Luft. Am nächsten Tag ist Elle inzwischen bei Budd angekommen, doch in dem Koffer mit der Millionen wartet nicht nur das Geld, sondern auch die Namensgeberin der Braut, eine echte schwarze Mamba, auf ihn, die ihn spontan ins Gesicht beißt. Und während Budd langsam und qualvoll dahinscheidet, liest ihm Elle Fakten über die Tödlichkeit der Schlange vor. Während sie gerade wieder ihr Geld aufsammelt und mit dem Schwert verschwinden will, taucht die frisch ausgegrabene Braut auf und es kommt zum ultimativsten Frauenkampf, wobei das Publikum herausfindet, wo das erste Auge Elles geblieben ist und wie sie das zweite verliert.
Schließlich endet alles bei Bill und ihrer totgeglaubten Tochter B. B. Die entfremdeten Eltern treffen in der Gegenwart ihres Kindes wieder aufeinander. Und nach einem kurzen Beisamensein von Mutter und Tochter und einer 'Aussprache' der beiden, kommt es zu einem schnellen, wenig überraschenden, aber trotzdem keinesfalls langweiligen Ende.
Alles, wie man es gewohnt ist: einzigartig schräge Figuren, auf keinen Fall gute Jungs, verrückte Überraschungen, sinnlos-coole Sprüche, ein Blick in die Seele von gewaltätigen Menschen. Aber auf der anderen Seite auch wieder ganz neu: eine "Kung-Fu-Samurai-Spaghetti-Western-Beziehungsgeschichte" von einer Frau, die versucht ihr ehemaliges Leben hinter sich zu lassen, um ihrer ungeborenen Tochter ein normaleres zu bieten, daran aber scheidert, da Bill keinesfalls bereit ist, sich mit der Situation zufrieden zu geben. Begleitet werden die Bilder des Oscar-prämierten Kameramanns Robert Richardson, der sogar Brot schmieren stilvoll in Szene setzen kann, von Musik und Soundeffekten, die das Publikum in die richtige Stimmung versetzen. Es wird der typische Handlungsstrang von Martial-Arts-Filmen, das Trainieren für Rache, bei dem die Schülerin Fähigkeiten erlernt, die sich in späteren Kämpfen entscheidend auszahlen, mit Westernelementen gekreuzt. Dabei sind die gar nicht so oft vorkommenden Kampfszenen blendend ausgeführt. Vor allem Uma Thurman überzeugt vollkommen mit ihrer Kampfkunst, obwohl sie, wie sie zugibt, keinerlei Vorkenntnisse hatte.
Wahrlich: A film by Quentin Tarantino
Gesehen von Katrin Metzner
King Arthur
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King Arthur 120 min., Historienfilm, USA/Irland 2004 REGIE: Antoine Fuqua DARSTELLER: Clive Owen, Keira Knightley, Ioan Fruffudd
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Regie: Antoine Fuqua
Kinostart: 19. August 2004
Die Geschichte spielt entlang vom Hadrianswall, der den Süden Englands von der Rest-Insel abtrennte. Entlang dieser Grenze verrichten Arthur (Clive Owen) und seine Sarmaten-Ritter ihren Dienst für das römische Reich und kämpfen ab und zu gegen die rebellischen Pikten und deren Anführer Merlin (Stephen Dillane). Die Sarmaten sind übrigens ein legendäres Reitervolk aus dem heutigen Georgien, das sich nach einer verlorenen Schlacht gegen die Römer verpflichten musste 15 Jahre in deren Legionen zu kämpfen. Als schließlich eines Tages die barbarischen Sachsen in kriegerischer Absicht in England einfallen, werden die Tafelrunden-Ritter auf eine letzte Mission hinter denn Wall geschickt, um eine römische Familie zu retten. Auf dieser Reise befreit Arthur die rebellische Pikten-Kämpferin Guinevere (Keira Knightley). Als der kriegerische Haufen Sachsen schließlich den Krieg anzettelt, scheint Arthur der einzige zu sein, der das Land vereinen und retten kann. Also verbündet man sich mit den lang bekämpften Pikten und versucht die Sachsen wieder von der Insel zu jagen.
Action-Garant-Produzent Jerry Bruckheimer hatte es sich gemeinsam mit Drehbuchautor David Franzoni (Gladiator) und Regisseur Antoine Fuqua (Training Day) eigentlich in den Kopf gesetzt seinem Publikum die wahre Geschichte von Arthur und seinen Tafelrunden-Rittern zu erzählen, aber leider wurde diese vor allem für das jüngere Publikum etwas zurecht gebogen und mangelt an Tiefgang, besonders in Bezug auf die Charaktere.
Im Grunde genommen wird die bekannte Story, die jeder im Kopf hat, wenn er König Arthur hört, total über den Haufen geschmissen. O.K., es gibt Excalibur und die runde Tafel, aber das eher nur beiläufig. Auch Merlin fehlt der spitze Hut, das lange Gewand und der weiße Vollbart. Einfach mal was anderes, aber der Realität unbedingt näher?
Keine großen Hollywood-Stars werden aufgeboten, um die Geschichte im Vordergrund zu halten, was man nach Troja als recht positiv bewerten kann. Die Sarmatenkrieger, inklusive Lancelot (Ioan Fruffudd) bestechen durch Unbekanntheit, markantes Äußeres und tolle schauspielerische Leistung.
Die Sachsen kann man eigentlich pauschal alle in einen Sack werfen. Das einzige was die dürfen ist mürrisch böse aus ihren Fellen gucken, in tiefen Don-like Stimmen vor sich hin murmeln und sich in der großen End-Schlacht tot-metzeln lassen. Nur Til Schweiger in der Rolle des Sachsen-Königssohns sorgt für Abwechslung durch unfreiwillige Lacher, jedes Mal wenn er auf der Bildfläche erscheint. Im Grunde eine totale Fehlbesetzung.
Keira Knightly sorgt in ihren Lederstriemchen-Outfits für Hingucker... für Männer. Eigentlich ist sie nur im Film um die Frauenquote zu erfüllen, und um den männlichen Charakteren ab und zu einen lechzenden Blick abzuringen.
Clive Owen glänzt als humanistischer, aufgeklärter Krieger, der Menschen am liebsten rettet, und nur die abschlachtet, die ihn angreifen. Logisch eigentlich? Aber man fragt sich, warum der erst Ritter geworden ist mit der Einstellung.
Einzig die Optik scheint gelungen. Die echt-gekämpften Kämpfe finden in einer düsteren, farblosen Atmosphäre statt. Allerdings wurde wohl in Hinsicht auf die Altersfreigaben darauf verzichtet Blut durch die Gegend spritzen zu lassen und Glieder in irgend einer Weise abzutrennen.
Die Ausstattung ist im Grunde realistisch und authentisch, nur wirkt alles etwas zu sauber, als sei gerade der Frühjahrsputz erledigt wurden. Besonders der Wall, der eigentlich schon seit Jahrhunderten steht, sieht etwas zu neu aus.
Auch ist bekannt, dass das Wetter in England seine eigenen Regeln hat, aber der Wechsel zwischen schneebedeckten Bergen, tiefgefrorenen Seen, deren Eisfläche dennoch bricht und englischem Grün-Regen-Sommer ist selbst auf der Insel unrealistisch.
Mit dem Film ist kein Blumentopf zu gewinnen, was sicherlich auch nicht das Ziel der Sache war. Man will unterhalten, und das er das tut, muss man dem Film zugestehen. Neben verwandten Filmen wie "Gladiator" oder "Braveheart" wird "King Arthur" aber völlig untergehen.
Gesehen von Kathrin Metzner




