Im Tal von Elah
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Im Tal von Elah Drama, USA REGIE: Paul Haggis
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Regie: Paul Haggis
Kinostart: 6.03.2008
Man rechnet mit Kälte, wenn man in diesen Film geht.
Schließlich geht es um einen Soldaten, der aus dem Irak zurückkehrt und dann von seinen eigenen Kameraden umgebracht wird.
Es ist unmöglich zu verstehen, was in den Köpfen dieser Soldaten vorgeht und es ist unmöglich diesen Film in irgendeiner Weise zu greifen.
Trotzdem wird es, wenn man dann mal im Kino sitzt, noch unbegreiflicher als man es sich schon vorher gedacht hat. Dieser Film ist auf eine besondere Weise, extrem anders als die sonstigen Filme, die man täglich zu Gesicht bekommt. Es geht hierbei um etwas, was niemand, der nicht genau das Selbe erlebt hat wie die Männer, auch nur im Ansatz verstehen kann.
Wenn man im Kino sitzt, hat man ständig das Gefühl, aufstehen zu müssen, man möchte zur Leinwand gehen und die Menschen dort wachrütteln. Doch leider würden sie es nicht hören, selbst wenn man genau nebenan stehen könnte.
"Im Tal von Elah" erzählt die Geschichte von Hank Deerfield, der den Mord seines Sohnes aufzudecken versucht. Anfangs rennt er der Idee nach, er könnte einer Drogengang zum Opfer gefallen sein, doch mit der Zeit erfährt er mehr über die Zustände im Irak. Er erinnert sich an Anrufe seines Sohnes, er erfährt mehr und mehr welchem Anblick die Einsatztruppen jeden Tag ausgesetzt waren. "Papa, hol mich hier raus!", dieser Satz spukt Hank, der selbst in Vietnam diente, ständig im Kopf herum. Er findet das Handys seines Sohnes und lässt die dort gemachten Aufnahmen bearbeiten.
Wenn du auf der Straße fährst und es kommt dir jemand in den Weg, bleib niemals stehen, die killen dich sonst. An dem Tag als Mike mit fahren dran war, knallt etwas gegen das Auto. Mike steigt aus, obwohl er es nicht darf, er macht ein Bild. Ein Bild von einem kleinen Jungen, der tot am Straßenrand liegt.
Es ist der Schmerz der in jedem von ihnen steckt, die nicht vergessen können was sie gesehen und was sie getan haben. Es ist das monotone Gefühl gegenüber Gewalt, das sich mit der Zeit entwickelt hat und doch nur das verdrängt, was eigentlich in ihnen vorgeht.
In Amerika wird bis heute in Frage gestellt, ob wirklich ein Zusammenhang zwischen dem Golfkriegsyndrom und Morden, die nach Kriegseinsätzen von Soldaten begangen werden, besteht.
Gesehen von Christine Schäfer
Immer Drama um Tamara
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Immer Drama um Tamara 111 Min., UK 2010 REGIE: Stephen Frears DARSTELLER: Gemma Arterton, Roger Allan, Bill Camp, Dominic Cooper, Luke Evans |
Regie: Stephen Frears
Kinostart: 30. Dezember 2010
Ewedown in der englischen Grafschaft Dorset - ländlich, beschaulich und friedlich. Doch als Tamara Drewe (Gemma Arterton) aus London in ihr heimatliches Provinznest zurückkehrt, ist es damit schlagartig vorbei. Aus dem hässlichen Entlein von einst ist Jahre später eine attraktive und erfolgreiche Kolumnistin geworden. Die Bewohner von Ewedown könne ihre Augen kaum trauen, schnell verstricken sich alle in ein Katz-und-Maus-Spiel aus Verlangen, Lust und heimtückischen Intrigen...
"Immer Drama um Tarmara" ist eine nette Sittenkömodie in der Sittenlosigkeit nicht weit ist. Erfolgsregisseur Stephen Frears wirft einen sehr klischeehaften Blick hinter die Fassaden des ach so heilen Landlebens. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Tamara in hier Heimatdorf zurück, indem sogar schon ein vorbeifahrendes Taxi zur Attraktion wird. Tamara wird sogleich nicht nur von ihrem Jungendfreund Andy und dem Charmeur Nicholas umschwärmt, sondern auch von Pop-Drummer Ben, der zur Freude der Schulmädchen Jody und Casey bei Tamara einzieht. Die egoistische Jody bringt schon bald alle Beziehungen durcheinander und so passiert es, dass Tamara nicht nur mit Ben im Bett landet sondern bald darauf auch mit dem Fremdbestäuber (seiner Ehe zum Trotz) und erfolgreichen Krimiautor Nicholas. Die einzige Person des Film die durch Freundlichkeit und Uneigennützigkeit charakterisiert ist, ist Nicholas Ehefrau Beth, die einige Autoren umsorgt, sie sich zum Schreiben auf das Land zurückgezogen haben. Alle anderen Charaktere sind selbsüchtig ganz besonders Tamara selbst und die kleine Teengöre Jody. Nach den ersten Minuten weiß der Zuschauer bereits wer Tamaras Prinz am Ende des Märchens sein wird. Trotzdem wird er noch mit verschiedenen Affären hingehalten, die recht langatmig sind. Der Zuschauer kann jedoch nicht verstehen, warum der hilfsbereite Andy sich in die selbstsüchtige Tamara verliebt, die von einem Mann zum nächsten rennt um ihren Spaß zu haben und der die Ehe von Nicholas und Beth egal ist. Der Regisseur versucht ihr Handeln damit zu rechtfertigen, dass ihr Vater, als Tamara klein war, verschwunden und sie deshalb verzweifelt ist.
Alles in allem ist der Film jedoch recht witzig und verrückt und man kann das Kino vergnügt verlassen, ohne lange weiter über diesen Film nachdenken zu müssen.
Gesehen von Joey Eberth und Jana Schier
Eine unerwartete Liebe, die man selbst nicht akzeptieren will.



