MC18 NOV17x2

Open menu

Social Media Icons Shop 55

TOUCH Foto Lilja Jonsdottir FOCUS FEATURES LLC 4000

Pálmi Kormákur als junger Kristofer und Kōki als junge Miko. (Foto: Lilja Jonsdottir / © 2024 FOCUS FEATURES LLC /FILMFEST MÜNCHEN)

 

Deutschlandpremiere am 6. Juli 2024 um 19:30 Uhr in der ASTOR Film Lounge im ARRI auf dem Münchner Filmfest

Kinostart: 11. Juli 2024

Cast: Egill Ólafsson, Kōki, Pálmi Kormákur, Masahiro Motoki, Yoko Narahashi, Meg Kubota, Tatsuya Tagawa, Charles Nishikawa, Sigurður Ingvarsson, Benedikt Erlingsson, Kieran Buckeridge, Ruth Sheen, María Ellingsen und Masatoshi Nakamura

Drehbuch: Ólafur Jóhann Ólafsson, Baltasar Kormákur
(basierend auf dem Bestseller „Snerting“ von Ólafur Jóhann Ólafsson)
Regie: Baltasar Kormákur

 

Baltasar Kormákur ist einer der bekanntesten isländischen Filmemacher, mit "Touch" hat er eine berührende Liebesgeschichte vorgestellt. Sie wird als Abschlussfilm des Münchner Filmfests 2024 ihre deutsche Premiere feiern. Eine weite verschneite Ladnschaft am Meer, ein Auto fährt in der Ferne die Uferstraße entlang. Wir begleiten einen älteren Mann in sein Haus, spüren die Leere, die ihn umgibt. Er legt sich auf das Bett, und das Erinnerungsbild zweier Hände, die sich berühren, zieht uns hinein in die Geschichte. Im Mittelpunkt steht der isländische Witwer Kristófer, der nachdem bei ihm eine beginnende Demenz diagnostiziert wurde, und er sein Restaurant wegen der Corona Pandemie schließen muss, darüber nachdenkt, wie sein Leben vielleicht anders hätte verlaufen können. Die unauslöschliche Erinnerung an seine erste große Liebe, die Japanerin Miko, die er als junger Student in London kennenlernte, lässt ihn all seinen Mut zusammennehmen und eine Suche nach ihr beginnen, die in London beginnt und ihn um die halbe Erde nach Japan reisen lässt.

 

Touch 4166 D034 00003 R 4000

Egill Ólafsson als Kristófer in Baltasar Kormákur’s TOUCH, a Focus Features release... Credit: Baltasar Breki Samper / © 2024 FOCUS FEATURES LLC

 

Der Regisseur hat ursprünglich eine Schauspielausbildung gemacht und lange am Theater auch als Regisseur gearbeitet, bevor er begann, Filme zu drehen. Mit Filmen wie Jar City (2006), Contraband (2012), 2 Guns (2013), Everest (2015), The Oath (2016), Adrift (2018) und zuletzt Beast (2022) hat er sich international einen Namen gemacht.

Mit "Touch" verfilmte der Regisseur den isländischen Bestseller „Snerting“ von Ólafur Jóhann Ólafsson, der auch am Drehbuch beteiligt war. Kormákur hatte schon länger vergeblich nach einem Stoff für eine Liebesgeschichte gesucht, bis er „Snerting“ gelesen hatte, was ihn nicht mehr loslies. Die junge Miko wird gespielt von Mitsuki Kimura, besser bekannt als Kōki, ein japanisches Model und Songwriter, die ältere Miko wird von Yoko Narahashi gespielt. Den älteren Kristófer spielt Egill Ólafsson, den jüngeren Kormákurs Sohn Pálmi. Seine Suche nach Miko, seiner großen Jugendliebe gerät, auch dank eines eigenwilligen, kantigen und zurückhaltend spielenden Hauptdarstellers nie zur sentimentalen Heldenreise. Die Figuren sind sensibel geführt und man schaut ihnen sehr gerne zu.

Der Film erzählt sehr stark in Bildern, es sind Blicke, Gesten, ein Lächeln, all dies sind starke erzählerische Momente in einer Geschichte, deren Zentrum ein kleines japanische Restaurant im London der 60er Jahre ist. Die wenigen Außenshots im London der späten 60er Jahre, das liebevoll gestaltete Set-Design und die Kostüme vermitteln glaubhaft und detailgetreu die gemeinsame Vergangenheit von Miko und Kristófer. Hinzu kommen einige handverlesene Songnummern aus der Zeit und ein überwiegend zurückhaltender Filmmusik-Score.

 

Touch 4166 D017 00126 RC 4000

Kōki als junge Miko und Pálmi Kormákur als junger Kristofer in Baltasar Kormákur’s TOUCH, a Focus Features release... Credit: Lilja Jonsdottir / © 2024 FOCUS FEATURES LLC..

 

Der junge Kristófer beginnt in einem japanischen Restaurant als Tellerwäscher, vor allem um die junge Miko kennenzulernen. Doch er lernt auch die japanische Kultur, die Sprache und die Sorgfalt bei der Zubereitung von Speisen kennen. In der Erinnerungsebene wird zunächst zaghaft, später unausweichlicher das traumatische Schicksal vieler Japaner, die den Atombombenabwurf auf Nagasaki und Hiroshima überlebt haben, und der sie noch über Generationen hinweg betrifft, miterzählt. Das lädt die Liebesgeschichte mit einer zusätzlichen Dimension auf und verweist weit über das indivuelle Schicksal der Protagonisten hinaus.

Dass seine Suche nach der einstigen Liebe, die 50 Jahre zuvor plötzlich aus seinem Leben verschwand, einfach verlaufen würde, war nicht zu erwarten. Es macht einfach Spaß dem alternden Kristófer bei der Reise, aber auch seiner jungen Figur und Miko in den Rückblicken bei deren schüchtern zärtlicher Liebesgeschichte zuzusehen. Der Film erzählt in schönen, sorgfältig durchkomponierten Bildern davon, was Menschen bewegt, von einer stillen Liebe, davon, dass es stets die Seele eines Menschen ist, in die man sich verliebt und die sich, ganz gleich was in der Zwischenzeit geschehen ist, auch nach einem halben Jahrhundert, nicht verändert. Ein Film, der sich lohnt.

 

Gesehen von Mathias Allary

 

Wir hatten Gelegenheit, mit Baltasar Kormákur anlässlich der Deutschen Premiere des Films über seine Arbeit zu sprechen:

 

 

Neu im Shop

Banner Regie GK 4000

Weitere neue Artikel

Sie fallen auf, im wirklichen Leben und erst recht bei Film und Fernsehen. Was erzählen rote Haare über die Filmfiguren?

Was steckt hinter den Begriffen,- was macht die Sensor-Bauweise so besonders und wann lohnen sich die Mehrkosten?

Drohnenpiloten müssen sich während der Fussball Europameisterschaft an noch striktere Beschränkungen halten, als sonst. Was muss man beachten?

Eis zu essen ist nicht nur ein kulinarisches und sinnliches Vergnügen, es hat auch jede Menge Kinofilme inhaltlich und emotional bereichert...

Die Blackmagic URSA Cine Immersive soll stereoskopische Aufnahmen für Apples Vision Pro liefern. Ein neuer Anlauf in Sachen 3D...

Wer sein Team mit einem besonderen Dessert überraschen möchte, kann mit einem Walnusskuchen bei Schauspieler*Innen und Team punkten.

Es sind sehr besondere Filme, Reihen und Serien, in denen die Schwerkraft überwunden wird. Und obwohl VFX vieles kann, wird häufig noch real gebaut...

Kaum sind LED Scheinwerfer an den Filmsets dieser Welt etabliert, da irritieren Warnmeldungen über mögliche Gefahren

Promis wie Kevin Costner und Francis F. Coppola haben ihre Ersparnisse in Filme gesteckt. Ist sowas sinnvoll, um seine ersten Filme realisieren zu können?

Es fühlt sich seltsam an, wenn die führenden Verantwortlichen für Sicherheit bei OpenAI, dem Unternehmen von Chat GPT alle kündigen...

Es geht um mehrere hundert Millionen Euro, um welche allerlei Film-Verbände ringen, fast wie in einem Bandenkrieg

Nicht das marktschreierisch Spektakuläre, sondern das Leise, in den Menschen liegende, steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit