Medien

  • Wie kommt man eigentlich in Medienberufe, was muss man beachten, wo lauern Stolpersteine?

  • HDTV

    24p wurde ursprünglich als das Kürzel für ein in diversen Irrungen und Wirrungen als HDTV gehandeltes Format. Die Absicht, in den USA das frühere NTSC-Fernsehsystem flächendeckend durch ein digitales System zu ersetzen hatte seinerzeit (wen wundert’s?) die Geräteindustrie auf den Plan gerufen, Kameras zu erdenken, mit denen man für diese künftigen Standards produzieren kann.

     

    Heute meint 24p nur noch, dass 24 Vollbilder aufgezeichnet werden, ursprünglich meinte die Industrie ein eigenes Format. Damals neues Merkmal dieser Kameras war die Aufzeichnung von 24 Vollbildern (progressive) gegenüber den bei Video sonst üblichen 2x25 Halbbildern (interlaced) für Kinozwecke. Also im Grunde genommen ein Vorläufer von HD, 2K und 4K. Auch die erhöhte Zeilenzahn 1080 gegenüber etwa den 625 Zeilen des SD-PAL-Systems oder in Pixeln ausgedrückt 1920x1080 erhöhte spürbar die Bildqualität. Daraus aber eine Ablösung des Films als Aufnahmemedium ableiten zu wollen, gehörten damals eher in die Abteilung „Werbesprüche“. Zu viele Qualitätsfaktoren waren noch sehr weit vom Film entfernt.

     

    Qualitätsmerkmale

    Die rein rechnerische Auflösung war gerade halb so hoch wie bei 35 mm. Der Kontrastumfang war verglichen mit modernen Negativmaterialien bescheiden. Vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit frühen Umkehrmaterialien. Fehlbelichtungen führten zu unverzeihlichen Ausbrennern. Auch die Schärfentiefe (abhängig von der Größe der Aufnahmechips in der Kamera) war mit 35 mm nicht vergleichbar. Die Bilder neigten zu Flächigkeit, räumliche Tiefe wurde schlechter wiedergegeben als bei Film. Mit 8 Bit war die Farbtiefe weit von Film entfernt. Zudem wurde auch diese Informationsdichte nur komprimiert auf Band aufgezeichnet. Die Auflösung von schnellen Bewegungen war bei 24p noch unbefriedigend.

     

    Auch von der Konstruktion der Kamera selbst her war der Abstand zu einer professionellen analogen Filmkamera gewaltig. Statt eines hellen optischen Sucherbildes gab es nur den elektronischen Schwarzweiß-Sucher. Die Toleranzen beim Auflagemaß der Objektivfassung waren höher als bei Filmkameras, das konnte zu Schärfeproblemen führen. Die Störsicherheit insbesondere bei Feuchtigkeit oder Kälte war bei einer Filmkamera ungleich höher.

     

    Finanzielle Argumente

    Gerne wurde auch das Argument der Kostenreduktion in die Waagschale geworfen. Für TV mochte 24p gegenüber der Produktion auf Film vielleicht eine Perspektive sein. Abgesehen davon wurden natürlich die tatsächlichen Kosten durch Demo-Projekte, gesponsert von der Industrie, etwas verfälscht. Aber wie sah es denn konkret aus, wenn man Ende der Neunziger Jahre mit den Vorläufern der HD Kameras mit 24p für die Leinwand produzierte?

     

    Eine Kassette mit 50 Minuten Aufzeichnungslänge für 100 Euro, das klang wirklich günstig, verglichen mit Rohfilm und Kopierwerkskosten. Rechnete man aber die damaligen Mietpreise für Kamera und Schnittplätze mit ein, und zudem die damals in Vor-DCP-Zeiten notwendige Ausbelichtung auf Film (Film Recording) 2 bis 3 Euro pro Einzelbild, dann war 35 mm bei einem üblichen Drehverhältnis von ca 1:10, ja selbst 1:15 noch deutlich günstiger und Super 16 geradezu billig. Deshalb war 24p eher der Beginn einer Entwicklung in Bezug auf Kino und natürlich ein neues HDTV-Fernsehmedium. 24p war auf jeden Fall ein Fortschritt für die Videotechnik.

     

    Die postulierte Ablösung des Films als Aufnahmeformat für das Kino sollte noch fast ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Pilotprojekte vom „Werk“, Wim Wenders u. a. uns die wachsenden Möglichkeiten mit 24p auf die Leinwand zu gehen, aufgezeigt und der Industrie die Schwachstellen aufgezeigt. Ohne diese erste Generation der höher auflösenden Videokameras mit hohem Anspruch wären die heutigen HD Kameras undenkbar gewesen.

     

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  • Zwischen den Laken

    Pärchen im ersten Autokino

    Pärchen im ersten Autokino

    Am 6. Juni 1933 wurde das erste Autokino weltweit eröffnet. Das Camden-Drive-In im Staat New Jersey. Sein Erfinder, Richard Holingshead erwarb ein Patent auf seine Idee. Holingshead hatte lange experimentiert, mit einem Kodak-Projektor auf dem Dach seines Autos und Bettlaken zwischen den Bäumen im heimischen Garten. Dabei ist er auf diverse Probleme gestoßen: Wie verhindert man, dass die vorderen Autos den hinteren die Sicht versperren? Er testete die richtigen Abstände der Fahrzeuge voneinander, entwickelte kleine Rampen für die Vorderräder um eine leichte Neigung jedes Fahrzeugs zu erzielen.

     

    Während die Kinos jener Zeit noch aufwändige, Theatern ähnelnde teure Paläste waren, die eher in Stadtzentren eingerichtet wurden, ließen sich Autokinos auch in ländlichen Gegenden relativ preiswert verwirklichen. Die ersten Jahre hörte man den Ton von Außenlautsprechern. 1941 entwickelt RCA Lautsprecher, die man ins Auto einhängt, ein Verfahren, welches sich ab 1946 in allen Autokinos durchgesetzt hat.

     

    Die goldenen Zeiten

    Die 50ties waren die große Zeit der Autokinos. Man entwickelte bewegliche Standheizungen damit die Open-Air Kinos das ganze Jahr über spielen konnten. 1953 werden in zwei Kinos 3-D Filme angeboten. Bis 1958 wächst in den USA die Zahl von 1000 auf 4000 Open-Air Kinos. Zur gleichen Zeit schließen 5000 konventionelle Kinos in den USA. Man fuhr in Papas Chevy oder Cadillac ins Kino, vorzugsweise mit offenem Verdeck (with the top down) und fühlte sich auf wundersame Weise fast wie eine Figur aus einem James Dean-Film.

     

    Autokino Leinwand

    Leinwand des Autokinos Aschheim, bei München. Hohe Bäume verdecken die Sicht auf die Leinwand für Zaungäste

    Was machte den Erfolg der Open-Airs aus? Ganz bestimmt spielte der Autokult jener Jahre eine gewisse Rolle. In jenen Jahren träumte man davon, vom Arzt über die Bank und die Behörden irgendwann alles am Autoschalter erledigen zu können. Das preiswerte Vergnügen für die ganze Familie, Haustiere eingeschlossen, die Freiheit beim Kinoschauen zu essen, oder zu rauchen kamen hinzu. Vor allem aber verdankten die "Ozoner", wie man die Open Airs liebevoll nennt, ihren Erfolg der Prüderie Amerikas. In einem Land, wo man auch heute nicht in der Öffentlichkeit küsst, (wo die Polizeistreife, wenn ein Pärchen etwas länger im Auto sitzt, hält und fragt, ob alles in Ordnung sei), bot die Privatsphäre des eigenen Autos im Open-Air Kino mehr Möglichkeiten der Annäherung. Besonders beliebt waren die trashigen Horrorfilme dieser Zeit. Double Feature Horror Shows garantierten zahllose Momente in denen die Freundin bei ihrem starken Begleiter Schutz suchen musste.

     

     

     

    Themenpark Ozoner

    Autokino Leinwand

    Blick auf die Leinwand

    Neben den PKW- Positionen gibt es auch spezielle Parkplätze für die Pickups, die Mini-Vans, die sonst den anderen die Sicht auf die Leinwand versperren würden. Je nach US-Bundesland geht die Saison heute etwa von April bis Oktober. 500 bis 1000 Autos finden auf so einem Gelände Platz, das größte im Bundesstaat New York kann 1200 Autos aufnehmen. Die Preisgestaltung variiert. Manche berechnen pauschal das Fahrzeug (carload admission-price) und dann können so viele Personen wie hineinpassen zuschauen, bei anderen kostet jeder Zuschauer 1 bis 5 Dollar, Kinder haben meistens geringen oder freien Eintritt. Die geburtenstarken Jahrgänge in den USA brachten auch die Familien in die Autokinos. Spielplätze und Miniatureisenbahnen werden für die Kinder eingerichtet. Kinder konnten im Schlafanzug schauen und Sommerabende waren an der Luft viel angenehmer als im stickigen Kino.

     

    Viele "Ozoner" bieten ein ausgiebiges Rahmenprogramm, von Restaurants, Talent-Shows über Pony-Karussels bis zu Minigolf reichte die Bandbreite der Attraktionen. Werbedias, die so genannten "Intermission Stills" sind auch heute noch häufig Grafiken im Stil der 50er, 60er Jahre, forderten in der obligaten Pause in der Mitte des Filmes zum Kauf von Erfrischungen auf. Popcorn, Schokosterne und Colabecher waren Pflicht. Pommes Frites, Fried Chicken, Barbecue Sandwichs, Hamburger, Pizza oder Ice-Cream konnten bei einigen Kinos sogar vom Wagen aus bestellt und an eingehängten Tischen verzehrt werden.

     

    Kultig

    Die Ausstattung dieser Kinos ist eine Frage des Stils. Selbst wenn man modernisiert, so bleibt der Look so weit wie möglich erhalten. Beliebt waren die Lautsprecher an Säulen, die jeweils zwei Fahrzeuge beschallen konnten. Nach der Vorstellung wurde stets der freundliche Hinweis projiziert, doch vor dem Wegfahren die Mono- Lautsprecher wieder an die Säulen zu hängen. Auch heute noch werden Autokino-Lautsprecher vorzugsweise im Chrom oder Alu-Look der 60ties verkauft. Heute kommt der Ton oft kabellos über FM über das Autoradio, oft auch wahlweise synchronisiert oder in der Originalfassung. Doch zu Zeiten der eingehängten Lautsprecher hieß es nach dem Film grundsätzlich: "Please remember to replace the speaker on the post before you leave the theatre"

     

    Die Filme der 60er 70er zielten vor allem auf ein Teenager-Publikum. Beach- oder Highschool-Filme bestimmten das Programm der Leinwände, die kontinuierlich zurück gingen. Vor allem der Umstand dass irgendwann jeder einen Fernseher Zuhause stehen hatte, und die klassischen Kinos mit Klimaanlagen ausgestattet wurden, ließ die Zahl der Autokinos mehr und mehr sinken. Einige Kinofilme, wie "The last Picture Show" haben dem Autokino sogar ein Denkmal gesetzt.

     

    Heimspiele

    Das erste Autokino Europas steht in Deutschland und ist noch immer in Betrieb. Es wurde 1960 in Grafenbruch bei Frankfurt eröffnet. Vielleicht war es kein Zufall, dass dies ausgerechnet in der Nähe amerikanischer Kasernen geschah. Die Autokinos in Köln Porz und Essen wurden 1968 und 69 eröffnet und bieten 1100 Fahrzeugen Platz. Filmvorführer Heinz Schmidt, der in Köln Porz für die Technik verantwortlich ist, war von Anfang an dabei. Er begann als Servicefahrer mit rollenden Würstchen-Bonbon und Eiswagen. An den Ständern für die Lautsprecher gab es Kippschalter für den Platzservice. Wenn Zuschauer die betätigten, leuchtete ein grünes Lämpchen auf und die fahrbaren Snacks wurden direkt ans Auto geliefert.

     

    In der Anfangszeit wussten viele Eltern nicht, was Autokinos sind, wenn Sie ihren Kindern das Auto geliehen haben. Es war die Zeit in der manche Eltern von Nachbarn wegen Kuppelei angezeigt wurden, wenn diese ihre Sprösslinge allein ins Jugendzimmer ließen. Heinz Schmidt kann sich an manche Szenen erinnern, wo besorgte Eltern vorbeikamen und nachschauten, was denn ein Autokino eigentlich sei. Erschreckt darüber, dass die jungen Leute da ja ganz allein zusammen im Auto saßen, forderten sie den Vorführer auf, doch sofort die Tochter über Lautsprecher ausrufen zu lassen. Doch der verwies souverän auf die Pause in der das Licht angeht und da, so Schmidt, waren die Mädels so schlau und haben sich im Imbiss- Bereich versteckt. Szenen wie diese ließen damals den Ausdruck Knutschkino entstehen.

     

    Bevor die amerikanischen Fast-Food-Ketten hierzulande eröffneten, waren die Autokinos die einzigen Bezugsquellen für Hamburger, ohne Zweifel ein weiterer Grund ihrer ursprünglichen Beliebtheit. Österreichs erstes Autokino eröffnete 1966.

     

    Autokino Einfahrt

    Einfahrt des Autokinos Aschheim, bei München

    Heute gibt es bedauerlicherweise immer weniger Autokinos. Frankfurt, Essen, Köln, Brandenburg, Dresden, München Aschheim sind einige der verbliebenen Outdoor-Spielstellen. Die Besucherzahlen sanken und die Erträge waren, trotz Nutzung der Flächen auch als Floh- oder Gebrauchtwagenmärkte kaum geeignet steigende Grundstücksmieten zu kompensieren. Das Autokino Nürnberg schloss 2002 weil der Pachtvertrag für das Gelände auslief, das in Hamburg schließt am 19. Juni 2003 für immer die Tore.

     

    Während die Leinwände in den Multiplexen schrumpfen, standen die Autokinos stets für große Projektionsflächen, bis zu 600qm haben die größeren Plätze. Und auch die Lichtleistung der Projektoren, die bis zu 7000 Watt aufweisen, kann selbst schlechte Wetterbedingungen vergessen lassen. Regen stört die Projektion überhaupt nicht, das Licht geht einfach durch die Tropfen durch. Etwas anders verhält es sich mit den Autoscheiben. Schon so mancher ließ einen Film lang die Scheibenwischer laufen und stand danach mit leerer Autobatterie da. Dabei hat Vorführer Schmidt einen genialen Tipp für Autoscheiben bei Regen: Einfach einen Apfel oder eine Kartoffel durchschneiden und damit die Scheibe einreiben. Das verändert die Oberflächenspannung und es bilden sich keine Tropfen auf dem Glas. Überhaupt wird in den meisten Autokinos praktisch das ganze Jahr hindurch gespielt, lediglich Heilig Abend, Silvester, Rosenmontag und Karfreitag bleibt die Projektionskabine geschlossen.

     

    Einen Film Open Air anzuschauen ist einfach eine größere Erfahrung als im klassischen Kino. Der romantische, der nostalgische Aspekt unterm Sternenhimmel Filme zu erleben ist nach wie vor unvergleichbar.

  • Die Industrie schwingt sich zu höheren Auflösungen auf, doch sind das die Optimierungen, die besseres TV bräuchte?

  • Lange vor #metoo wurden Vorwürfe laut, dass der beliebte Serienstar Bill Cosby Kolleginnen sexuell genötigt habe. Nun wurde er rechtskräftig verurteilt.

  • Überall wird über Videoformate, Codecs und Container philosophiert, doch was steckt eigentlich dahinter?

  • Es kann ganz schön hart sein, einen langen Film nur per Mausklick zu graden. Control Panels bringen hier entscheidende Vorteile.

  • Das optimale Format ist essentiel, wenn eine fertige Produktion den Kunden ausgeliefert wird. Ob hochwertig gedreht und geschnitten, die richtige Formatierung ist ein wichtiger Bestandteil.

  • Streit um Pixel = Streit ums Überleben

    Digital

    Trotz klarer digitaler Übermacht fragt sich Mancher, ob das digitale Kino ein Segen oder ein unkalkulierbares Risiko für die Kinos bedeutet

    Die Welt der Kinobetreiber zerfällt momentan noch in zwei Blöcke. Die einen, die weiterhin mit Filmkopien arbeiten wollen, die deren Qualität schätzen und kein Investment in teure Digitaltechnik tätigen wollen und die anderen, die mit Hilfe von Fördermitteln und Zuschüssen dieses digitale Risiko eingehen wollen oder sogar müssen.

    Wenn KInos überleben wollen, werden sie fast zur Umstellung gezwungen, weil die Majors damit drohen, in den nächsten Jahren Blockbuster nur noch in digitaler Form zu verteilen.

    Für die Großverleiher ist es ohnehin ein mühsames Gewerbe, kleine Kinos zu disponieren, mit Kopien zu versorgen und abzurechnen. Sie hätten vermutlich nichts dagegen, wenn sich die Zahl der Kinos reduziert und vor allem Multiplexe quasi als Höchstform der Industrialisierung des Films die Massenware abspielen.

     

    Dabei können die Verleiher den Start, die Häufigkeit und Zeitraum der Vorführungen direkt steuern und sogar, wie von den einschlägigen Lobbyisten gefordert, direkt ins Kassensystem der Kinobetreiber Einblick nehmen und die Leihgebühren vorzugsweise gleich per Lastschrift vom Kinobetreiber einziehen. (Schnittstellen zu den gängigsten Kassensystemen wie Bildstein, Compeso, ETIX, Event Software, Evonex oder Ticket werden bereits erarbeitet.)

     

    Es gibt nicht wenige Kinobetreiber, denen diese Art von Ferngesteuertheit und Überwachung absolut gar nicht mit der unternehmerischen und künstlerischen Freiheit als Kinomacher zu vereinbaren ist. Erfahrungsgemäß sind dies besonders jene Kinobetreiber, die sich im Vergleich zu den Multiplexen, die beständigen Hunger nach Blockbustern haben und quasi am Tropf der Großverleiher hängen, eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt haben.

     

    Strategien kleiner Kinos

    Früher hat man sie abfällig "Schuhschachtel-Kinos" genannt, heute bauen immer mehr von Ihnen ihren einen Kinosaal in zwei oder mehrere kleine Säle um. Die kleinen Kinos spüren es am deutlichsten- man geht nicht mehr so oft ins Kino. Für viele Kinos ist die Reduzierung der Plätze die wirtschaftliche Lösung ihrer Probleme.

     

    Sie spielen feine, besondere oder klassische Filme, Filme die man in den großen Kinos versäumt hat. Mehrheitlich zeigen sie Arthouse, mit 25-30 % aber auch Mainstream (Nachspiel).

    Programmkinos spielen die Filme eben nicht als Erste, sie spielen nach, wenn die Hits in den großen Kinos durch sind. Oder sie spielen Filme, die sonst keiner zeigt. Es sind die Disponenten der Verleihe, die regelmäßig bei den Kinos anrufen und versuchen ihre neuesten Starts unterzubringen. Der Kinobetreiber muss dann entscheiden, welche der laufenden Filme er aus dem Programm raus nimmt, um den neuen Titel zu spielen.

     

    Nicht immer sind diese Entscheidungen ganz frei getroffen, die Verleiher haben so ihre Methoden, Einfluss auf die Programmgestaltung zu nehmen. Wer den nächsten Blockbuster möglichst früh und zu besseren Konditionen nachspielen möchte, der muss vielleicht auch einmal etwas schlechtere Titel aus dem gleichen Verleih spielen oder die Programmierung den Wünschen der Verleiher anpassen.

     

    Schwierig für kleine Kinos sind etwa die von den Verleihern verlangte Mindestgarantie, weil diese oft gar nicht durch die Zuschauerzahlen erreicht würde. Oft sind die Arthouse-Verleiher in dieser Hinsicht sogar teurer als Großverleihe, denen das Nachspiel der ohnehin noch vom zurückliegenden Start in Massen vorhandenen Kopien, ein angenehmes Zusatzgeschäft verspricht.

     

    Ungewöhnliche Aktionen und Reihen helfen den kleinen Häusern ebenfalls weiter. Begleitete, kommentierte Vorführungen besonderer Filme, Diskussionsrunden, Kinderkino oder Seniorennachmittage sind durchaus erfolgreich.

     

    Wenn die kleinen Kinos in bezahlbare digitale Projektoren investieren, die mit 1- 1,2 K Auflösung arbeiten, sind sie weiterhin ohne gigantische Investitionen konkurrenzfähig und müssen sich nicht unnötig verschulden, um die Auflagen der Industrie und der von deren Lobbyisten halbinformierten Politik, umzusetzen.

     

    Distribution

    Filmprojektor

    Klassischer Vorführraum mit zwei 35mm Projektoren, die abwechselnd je einen Akt von ca. 20 Minuten Länge spielen

    Die Filme selbst werden per Datenleitungen, Satellit etc. an die Kinos überspielt und dort in Servern vorgehalten oder aber per Festplatte, die auf dem Postweg zum Kino gelangt, versendet. Die Freigabe der jeweiligen Filmdaten erfolgt durch sogenannte elektronische Schlüssel, die direkt vom Verleiher per email an den Server des Kinos gesendet werden.

     

    Doch noch ist es nicht so weit, noch wehren sich Kinobetreiber gegen die vollständige Steuerung und Kontrolle durch die Verleihkonzerne. Im Grunde haben sie gar nichts gegen die Digitalisierung, sie fragen sich nur, wie sie diese finanzieren sollen und weshalb ausgerechnet diejenigen, die durch Digital Cinema am meisten Geld einsparen, nämlich die Verleiher (sie brauchen nicht mehr hunderte oder tausende Kopien ziehen lassen von denen jede 1-2000 Euro kostet) sich nicht an den Investitionen beteiligen wollen.

     

    Im Grunde könnte ein freies digitales Kino ohne massive Eingriffsmöglichkeiten durch die Verleiher, den kleinen Kinos durchaus Pluspunkte verschaffen. Sie könnten mehr unterschiedliche Titel anbieten, die sie zu wechselnden Zeiten vorführen. Die Programmierung wird damit flexibler und dynamischer, die Zuschauer fragen die jeweiligen Zeiten telefonisch oder über die Webseite des Kinos ab.

     

    Dabei wären sie in der Lage, sehr genau an die örtlichen Gegebenheiten, Besucherstrukturen etc. einzugehen und zusätzlich auch andere Inhalte in das Projektionssystem einzuspeisen. Das können etwa Nachwuchsfilme sein, lokale Projekte auch von Schulen oder irgendwelchen Vereinen. Natürlich sind auch Sportereignisse, Konzerte, Theaterübertragungen etc. mögliche Angebote.

     

    Ja selbst Familienevents wären denkbar und könnten so zur finanziellen Stabilisierung der fragilen Finanzierungsmodelle kleiner Kinos beitragen. Voraussetzung sind dafür Dekoder, die andere digitale Inhalte als die vom Verleih angebotenen, in das D-Cinema Format konvertieren können.

     

    Natürlich kann sich nicht jedes Kino einen Techniker leisten, der sich mit der komplizierten Digitaltechnik auskennt. Deshalb sind Server und Projektoren meistens per Internet mit den Servicefirmen verbunden, die auf diese Weise bei möglichen Problemen schnell und aus der Ferne reagieren können.

     

    Streit um das letzte Pixel

    Als ob es nicht schon schwer genug ist, bei rückläufigen Zuschauerzahlen kleine Kinos zu erhalten, streiten sich die verschiedenen Kinophilosophien auch um die notwendige Auflösung speziell für kleinere Säle. Um welche Auflösungen geht es eigentlich bei der aktuellen Diskussion?

     

    1,2 K

    Nein, kein D-Cinema Standard, aber eine hochwertige bezahlbare Projektion für kleine und mittlere Leinwände! Für kleine Kinos wäre es in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchaus sinnvoll, wenn diese mit preiswerten 1,2 oder 1,4 K Projektoren (derzeit ab 5000 Euro zu haben)  zunächst einmal mit moderaten Kosten in die digitale Projektion einsteigen könnten. Die angedachten staatlichen Förderhilfen sehen aber die Bindung an eine 2 K Auflösung vor, eine deutliche Benachteiligung kleiner Kinos, welche die auf sie entfallenden anteiligen Kosten (Eigenanteil) kaum wieder einspielen können.

     

    2 K (2048 X 1080 Pixel)

    2K Auflösungist im Grunde genommen projiziertes HD (1920 X 1080 Pixel), es hat etwa ein Viertel der Auflösung von 4K anzubieten. Während hierzulande insbesondere die Festlegung auf 2K Projektoren (statt preiswerter 1,2 K) viele kleine Kinos ins Schwierigkeiten bringen könnte, wird in den USA schon vereinzelt auf 4 K Systeme umgerüstet. Auch dies ist ganz im Sinne der Majors, die gerne weniger Kinos mit mehr Zuschauern kontrollieren möchten.

    Die digitalen Filmdaten lassen sich problemlos mit unterschiedlichen Auflösungen abspielen. Sie liegen in hoher Auflösung (meistens 2K) und geringer Kompression vor. Eine Filmdatei hat je nach Länge des Films, etwa 50 GB.

     

    4K (4096 X 2160 Pixel)

    4K ist Bestandteil der DCI Spezifikationen und nähert sich, was die Auflösung angeht, dem 35 mm Film an. Momentan, wo es dank der reservierten Haltung deutscher Fernsehanstalten, noch kaum Zuschauer gibt, die HD aus eigener Anschauung kennen, ist projiziertes HD also tatsächlich ein Aha-Erlebnis. Argumentation der Techniker ist es, auch zukünftig im Kino höhere Qualität als in den Wohnzimmern anbieten zu können. Außerdem sieht man bei 2 K zumindest nahe der Leinwand die Pixel der Projektion, bei 4 K sind diese weitgehend nicht mehr zu erkennen.

     

    Hochwertige Digital-Cinema Projektoren setzen technisch betrachtet, Panels ein, bei denen die Abstände zwischen den Pixeln möglichst gering sind. Interessanterweise gibt es beim Übertragen von Film auf digitale Träger oft das Phänomen, dass man das Filmkorn und dessen organische Bewegung in der Filmemulsion nicht mehr sehen kann. Für Freunde des klassischen Filmlooks ein spürbarer Mangel. Erhöht sich die Auflösung aber auf 4 K ist auch bei diesen digitalen Projektionen von ursprünglich auf Film gedrehten Inhalten, wieder das Filmkorn sichtbar.

     

    4 K ist inzwischen verstärkt ein Thema, je mehr bezahlbare 4K Kameras auf den Markt drängen. Ob es die Alexa von Arri oder die deutlich preiswertere Red oder die BlackMagic Cinema ist, immer häufiger werden Filme in dieser Auflösung gedreht und es macht Sinn, diese wenn möglich auch in der mühsam erzielten hohen Qualität auch zu zeigen.

  • Kino ohne Film

    Kino

    Die große Umstellung auf digitale Projektion ist fast abgeschlossen. In Europa sind die Kinos zu 98 % digitalisiert.

    Immer seltener werden große, schwere Filmkartons (30 kg und mehr) wie früher durch die halbe Welt verschickt, um Kinos und Festivals mit Filmkopien zu versorgen. Nach einigen Vorführungen stellten sich erste Schäden an den Kopien ein, bald war die Perforation beschädigt, am Anfang und Ende der Akte zeigten sich Verschrammungen, fehlten gar einzelne Bilder. Die Kopie wurde irgendwann unbrauchbar. Analoge Filmkopien werden inzwischen durch elektronische Wiedergabe per Videoprojektor ersetzt. Die Filme (digital als DCP) stammen dann von optischen oder magnetischen Speichermedien oder werden per Satellit oder Internet direkt übertragen.

     

    Einsparpotential oder Investitionsfalle

    Kopien könnten von neuen Filmen innerhalb kürzester Zeit in aller Welt sein und die Verleiher sparen Kopierwerks-, Lager- und Versandkosten ein. Der Vertrieb der digitalen Daten verschlingt auch eine Menge Geld, dennoch bringt es den Verleihern Einsparungen. Für die Kinobetreiber sieht die Bilanz allerdings etwas anders aus: Die Kosten für die Umrüstung eines Kino waren anfangs extrem hoch, denn lichtstarke Video-Projektoren sind sehr teuer. Doch das kann sich ändern. Immer wieder sahen sich Kinobetreiber außer Stande, in die neue Technik zu investieren. Viele haben noch nicht einmal die Investitionen in teure THX-Tonanlagen abbezahlt. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, aber die Digitalisierung hat viele Kinos, vor allem in kleinen Orten, sterben lassen. Europäische Fördereinrichtungen wie MEDIA (Creative Europs) haben mit ihrer Initiative Europa Cinemas die digitale Projektion europäischer Dokumentarfilme gefördert. Die Anschaffung eines DLP-Cinema-Projektors mit 2k Auflösung konnte für geeignete Kinos mit bis zu 7500 Euros gefördert werden. Richtige Kinoprojektoren für große Leinwände kosten gut und gerne 40-60.000 Euro und im Gegensatz zu Filmprojektoren, die ein halbes Jahrhundert funktionierten, muss man diese alle sechs, sieben Jahre erneuern. Das sind unglaubliche Kosten, die da von Kinobetreibern gestemmt werden müssen.

     

    Vorteile

    Sowohl die Rechteinhaber (Produzenten oder Vertriebe) als auch die Verleiher haben großes Interesse daran, präzise Kontrolle über die Anzahl und den Zeitpunkt der Vorführungen ihrer Filme zu haben. Darüber hinaus brachte es Kosteneinsparungen, wenn keine Filmkopien mehr gezogen werden mussten. Und auch manche Filmschaffende schwärmen bereits vom angeblichen Segen der elektronischen Filmkunst. Ob diese Äußerungen auch die Wiedergabequalität berücksichtigen, ist fraglich. Die Qualität der Projektion ist, selbst bei hochwertigen Geräten, in der Auflösung und der Farbtiefe noch immer etwas vom 35mm-Film entfernt. Wenn man Qualitätsmerkmale wie Farbtiefe, Kontrast und Differenzierung in Helligkeitswerten ansetzt, dann ist klassischer Film noch immer im Vorteil. Die Entwicklung klassischer Filmmaterialien verschiebt die Maßstäbe auch weiter nach oben, hält den digitalen Weg aber nicht auf. Neueste Filmmaterialien wie das Kodak-50-ASA-Negativ-Material bieten eine Auflösung von 11K. Doch auch die digitale Fraktion rüstet nach, Auflösungen von 4K oder 8K, die am heimischen Fernseher weitgehend sinnfrei sind, können im Kino in Großprojektion durchaus die Qualität sichtbar erhöhen. Und da immer mehr Kinofilme ohnehin digital gedreht werden und immer weniger analoger Film hergestellt wird, ist die digitale Projektion eine konsequente Folge.

     

    Wie so oft siegen in diesem Bereich nicht die künstlerischen, sondern die wirtschaftlichen Argumente und diese liegen auf Seiten des Electronic-Cinema. Genießen wir also noch ein wenig die Zeiten, in denen wir Filme noch in ihrer hochwertigen Qualität betrachten können! Ist das elektronische Kino erst vollständig etabliert, wird sich kaum einer mehr daran erinnern, wie wunderbar eine hochwertige Filmkopie in Projektion ausgesehen hat, aber es bleibt zu hoffen, dass auch die digitale Technik irgendwann erwachsen wird...

     

    Technische Umsetzung

    LCD-Projektoren

    stellen eines der möglichen Verfahren für das künftige elektronischen Kino dar. Ein transparentes LCD-Feld wird elektronisch angesteuert und erzeugt ein Bild aus verschiedenen Helligkeits- bzw. Transparenztönen.

     

    LCD Scheibe

    Digitale Projektion verdrängt den analogen Filmprojektor.

     

    Zur Projektion strahlt eine starke Lichtquelle durch drei LCD-Elemente nebst Farbfiltern für die drei Grundfarben (RGB, siehe Farblehre) hindurch. Mit Halbspiegeln wird aus den drei Lichtbündeln ein farbiges Bild gemacht, welches ein Projektionsobjektiv auf die Leinwand projiziert. Nachteil des LCD-Verfahrens: Die Flüssigkristalle lassen keine vollständige Schwärzung zu. Dadurch können auf der Leinwand noch keine starken Kontraste wiedergegeben werden.

     

    Kosten

    Kleinere Projektoren fürs Heimkino gibt es schon ab 500 Euro, ab 1.000 Euro genügen die Projektoren für kleine Tageslichtpräsentationen, aber richtig große Projektoren, die auch eine riesige Kinoleinwand erhellen können, sind im Moment mit ca. 20 bis 40.000 Euro noch recht teuer. Hinzu kommen spezielle Server, die die DVPs abspielen können. Die Kosten für die neue Technik pro Saal bedeuten, dass sich für den Kinobetreiber die Investition erst nach 10 bis 12  Jahren refinanzieren wird. Bei weiter rückläufigen Besucherzahlen können sich die Zeiträume sogar noch weiter verlängern.

     

    DMD – Digital Micromirror Device

    LCD Projektor

    LCD-Projektor

    Ein weiteres, momentan technisch führendes Verfahren für die Video-Großprojektion arbeitet mit unzähligen winzigen Spiegeln, die elektronisch gesteuert Licht entweder gar nicht, oder mit unterschiedlicher Intensität reflektieren. Die Lichtquelle leuchtet nicht wie bei LCD durch das Panel, sondern darauf, und das von den winzigen Spiegeln reflektierte Licht wird durch eine Optik auf die Leinwand geworfen. Auch hier kommt für jede Grundfarbe (RGB) wieder ein DMD-Panel zum Einsatz. Dieses Verfahren hat vor allem den Vorteil, vollkommene Schwärzung zu erzielen, das Verlustlicht bei voller Reflexion ist um einiges geringer als bei LCDs. Dadurch nähert sich (zumindest) der Kontrastumfang etwas näher an die Leistung einer Filmkopie an. Auch hier liegen die Gerätekosten bei einem Vielfachen klassischer Filmprojektoren. Noch nicht so etabliert, aber durchaus auch zukunftsweisend sind Laser-Projektoren. Da wird abzuwarten sein, wie sich deren Verbreitung entwickelt.

     

    Standards

    Weltweit konkurrieren wieder einmal diverse Standards, einige davon sind relativ beliebig gewählt, wie etwa der DCI Standard (Digital Cinema Initiatives) mit einer Datenrate von 250 Mbit pro Sekunde, ein Kompromiss zwischen verschiedenen Fraktionen, die entweder 200 Mbit oder 400 Mbit pro Sekunde favorisierten. Erleichterung im Normenwirrwarr bringt der Kompressionsstandard JPEG 2000, der die Daten von 4k auf 2k skalieren kann. Die Digital-Cinema-Initiative wird weitgehend von den großen Hollywood-Studios gebildet. Die Fachleute, die versuchen, vor allem durch die Marktmacht ihrer Studios einen weltweiten Standard festzulegen, kommen von Disney, FOX, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal und Warner Brothers. Auch, wenn Hollywood ganz andere Forderungen stellt: Kinobesitzer, die auf 2k Projektoren setzen, die einen guten Farbraum darstellen können und lichtstark sind, können damit problemlos einige Jahre aktuell bleiben. Unter 2k versteht man 1.920 bzw. 2.048 x 1.080 Pixel, bis zu 6-Kanalton und Bitraten von etwa 80 bis 100 MBit. Der 6-Kanalton ist notwendig um 5.1 Dolby SR technisch abbilden zu können. Die hiesigen Standards zum E-Cinema sehen im 1,3-Progressive-Bildformat projizierte 2k-Dateien mit einem Sechs-Kanal-Ton (5.1-Ton) vor, neuere Vorschläge bilden sogar Vielkanalsysteme wie Dolby Atmos ab. Die Übermittlung und Wiedergabe von 4k ist noch lange nicht Alltag, etwabliert sich aber immer mehr. Die von DCI geforderten Geräte kosten ca 20 % mehr als 2K-Systeme.

     

    Wertvolles Gut

    Ein besonders wichtiger Punkt bei der Festlegung der DCI-Standards ist dabei der Kopierschutz, das sogenannte Digital Rights Management. Nichts fürchten die Studios so sehr, als dass sich Hacker Zugang zu den Filmen in digitaler Form verschaffen könnten. Interessanterweise denken alle großen Studios gar nicht daran, ihre millionenschweren Master einfach auf Festplatten zu speichern. Letztlich sind digitale Filme in Form von Daten nicht sicher archivierbar. Hier denkt man an Film als Archivmedium und das sogar wie zu Zeiten von Technicolor in Form von drei Farbauszügen auf Schwarzweißfilm.

     

    Zukunftsmusik

    Eine dritte Variante an Projektoren arbeitet mit Laser. Wie beim Fernsehschirm der Elektronenstrahl, so rast der Laser mit hoher Geschwindigkeit über die Leinwand und baut das Bild auf. Im Unterschied zum Fernseher gibt es keine Phosphor-Lichtpunkte, die nachleuchten, ein großer Vorteil in Bezug auf die Kontrastverhältnisse.

     

  • Digital Video

     

    Untersicht einer Mini-DV-Kassette
    Mini-DV-Kassette und normale DV-Kassette

     

    Jene unscheinbaren Kassetten, kaum größer als eine Streichholzschachtel, haben einmal, was Video angeht, den Amateur-, Semi-, ja sogar den Profibereich revolutioniert.

    DV heißt das System und war vor dem Siegeszug von HD für die ersten und auch späteren Schritte, bevor man auf Film dreht, ein ideales Medium.

     

    Auch im professionellen (TV-)Bereich wurde es mehr und mehr verwendet. Sogar auf 16 mm und 35 mm konnte man es umkopieren und ggf. ins Kino bringen (Faz) Filme wie "Das Weiße Rauschen" oder "Erleuchtung garantiert" fanden so ihren Weg in deutsche Kinosäle.

     

    So kompakte Kameras, die fast schon professionelle Qualität abliefern können, hat es zuvor noch nie gegeben. Vor allem aber bietet die digitale Aufzeichnung den Vorteil, dass im Idealfall keinerlei Qualitätsverluste durch Schnitt und Bearbeitung mehr auftreten, wie es bei den alten analogen Formaten wie Video 8, Hi 8, VHS oder S-VHS, aber auch bei den professionellen analogen Verfahren wie Beta SP oder beim M-Format der Fall ist.

     

    Geräte

    Einfache DV Kameras gab es bereits ab ca 300,- EURO. Für erste Schritte in dem Medium waren sie bereits bedingt geeignet, für individuelle Gestaltung aber haben sie zu viele Automatiken, die sich nicht abschalten lassen.

     

    Besser und Voraussetzung für eine hohe Güte ist, dass es sich um eine so genannte 3-Chip Kamera handelt, das bedeutet, dass für jeden Farbauszug (siehe Fernsehen) jeweils ein eigener CCD-Chip (das digitale „Filmmaterial“) zur Verfügung steht. Diese Kameras kosteten etwa 1000 bis 2000 Euro. Langsam wurden Sie von HDV- Kameras, also hochauflösenden, auf DV-Kassetten aufzeichnenden Kameras abgelöst. Hier beginnen die Preise bei 1200 Euro und gehen bis 10.000 Euro im Semiprofessionellen Bereich. Inzwischen arbeitet man weitgehend File-basiert, das Aufzeichnen auf Band stirbt immer mehr aus.

    Für Seminaristen: Im Online-Seminar werden Hersteller und Gerätetypen besprochen.

     

    Medien und Formate

     

    Mini-DV-Adapter
    Mini-DV-Adapter

     

    In der Regel arbeiten diese Kameras mit Mini-DV-Kassetten, die eine Aufzeichnungsdauer von 60 Minuten erlauben. Die „normalen“, größeren DV-Kassetten passen in diese Kameras nicht hinein, sie sind für Profi DVC PRO- oder DVCAM- Kameras und für einige Heimvideorekorder im DV-Format geeignet und haben eine längere Spieldauer. Weitere Video-Formate werden in der Knowledge Base (Bereich Video) behandelt.

     

    Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass es auch auf Basis des analogen Video 8 Systems mit gleicher Kassettenmechanik auch das Digital 8 Verfahren gibt. Dieses ist technisch dem DV ebenbürtig, aber nur wenig verbreitet.

     

    Semiprofessionell

    Die relativ hohe Qualität von DV und später HDV hat den Herstellern ziemliches Kopfzerbrechen bereitet: Wie sollten Sie den deutlichen preislichen Unterschied zu den teuren Profikameras in Formaten wie DIGI-BETA, BETA SP, DVC PRO, DVCAM rechtfertigen? Nun, die Rezepturen waren die gleichen wie schon zu Zeiten von Super 8. Man baue möglichst viele Automatiken in die Kamera ein und gewähre dem Anwender möglichst keine oder nur umständliche manuelle Eingriffe in Belichtung, Filterung, Tonaussteuerung etc.

     

    Darüber hinaus gehören bessere Zugriffsmöglichkeiten auf den Timecode, mehr Tonspuren und mehr Schutz vor Drop-Outs durch größeren Spurabstand zu den Features der Profikameras.

    In die gleiche Richtung geht auch das Thema Anschlüsse. Man sperre etwa die Eingänge in die Kameras (auch um 10% Zoll auf „Videorecorder“ zu sparen), oder man verwende grundsätzlich keine professionellen Steckernormen, und eine weitere wichtige Differenzierung ist geschaffen.

    Theoretisch wäre es von den Herstellungskosten kaum ein Unterschied, diese manuellen Korrekturmöglichkeiten und Anschlussmöglichkeiten einzubauen. Aber wie gesagt, man braucht Argumente, warum die Profis so deutlich viel mehr bezahlen sollen und kann für den breiten Markt trotzdem leistungsfähige Geräte bereitstellen.

     

    Doch wenn man einige Basics berücksichtigt, kann man mit den semiprofessionellen DV-Kameras trotz dieser Unterschiede hervorragende Ergebnisse erzielen. Dazu gehören Entscheidungen, ob man im progressive Mode aufzeichnet, ob man interlaced oder non-interlaced einstellt etc. Auch ist es, wenn man Szenen ausleuchtet, wichtig, den Kontrastumfang an die Kennlinie der DV-Kamera anzugleichen. In der Regel liegt dieser bei 3:1 (Verhältnis von Führungslicht zu Grundlicht).

     

    Die Anfänge

    Wer sich einen Eindruck von den Anfängen der Videotechnik verschaffen möchte, sollte unsere Video-Geschichte lesen. Sie werden überrascht sein, wie viele Konzepte aus den Kindertagen der Videoaufnahme auch heute noch Anwendung finden.

    Die Entwicklung der auch heute üblichen Schrägspurverfahren wird im Teil 2 der Videogeschichte erläutert.

     

  • Zweifelhafter Fortschritt

    Fernsehantennen

    Sie waren auf breiter Flur im Rückzug, durch DVBT erlebten sie einen zweiten Frühling,- die Fernsehantennen

    Totgesagte leben länger- Das vor allem durch die Kabelnetzbetreiber ins Abseits beförderte Antennenfernsehen machte eine Metamorphose durch in Form einer Umstellung auf digitale Signale. Dabei wurden die Zuschauer natürlich nicht gefragt, sondern mit sanfter Gewalt in die neuen Empfangsangebote hineinbewegt.

     

    DVB-T lautete das Zauberwort, die Abkürzung für "Digital Video Broadcasting Terrestrial". Neue Sendefrequenzen waren allerdings nicht hinzugekommen, vielmehr musste man die alten abschalten um die Frequenzen digital nutzen zu können.

     

    Zwangsabschaltung

    Hätte man den Menschen vor 20 Jahren mitgeteilt, dass ihr gewohntes Antennenfernsehen von einem auf den anderen Tag abgeschaltet würde und sie nur durch den Kauf von Zusatzgeräten in der Lage wären, weiterhin Fernsehen anschauen zu können, wäre vermutlich großer Unmut entstanden.

    Heute, wo Antennenempfang nicht mehr die wichtigste Empfangsart für TV ist (nur noch etwa 8%) und Kabel sowie Satelit entsprechende Verbreitung haben, berührte eine solche Umschaltung nicht mehr so viele Menschen gleichzeitig. Die Strategie, diese Umstellung nur punktuell und in Ballungsräumen vorzunehmen, trug ein Übriges dazu bei, die Stimmung beim Fernsehvolk nicht unnötig zum Schäumen zu bringen.

    In den USA, wo ähnliche Umstellungen nötig waren, wagte man so radikale Schritte nicht, hier war der Zeitraum gleichzeitiger analoger und digitaler Übertragung (Simulcast) deutlich länger.

     

    Neue Geräte

    Neue Empfänger

    Ganz gleich ob Set-Top Box oder Zusatzkarte für das Notebook, für digitales Antennenfernsehen waren neue Empfänger notwendig

    Die Investition von mindestens 50-60 Euro für eine Set-Top Box wurde den Zwangskunden dieser Geräte versüßt durch eine Vermehrung des Programmangebots (ca. 20). Dass sämtliche angeschlossenen Geräte, wie etwa der Videorekorder eine eigene Set-Top Box benötigen und dass die timergesteuerte Rekorderaufnahme deutlich umständlicher wird, merkten sie erst beim praktischen Einsatz. Und was ist schon eine Fernbedienung mehr,- man legt sie einfach zu den anderen.

     

    Der Fernseher empfängt das Programm nicht mehr über den eingebauten Empfänger, sondern über den AV-Eingang und ein Scart Kabel aus der Set-Top Box. Vorsicht, es muss schon eine DVB-T- Set-Top Box sein, die anderen für digitales Kabel- oder Satellitenfernsehen (DVB-C, DVB-S), darunter auch die dBox (Premiere) tun es nicht. Einige neue Fernsehgeräte haben DVB-T Empfänger auch bereits eingebaut. Alternativ gibt es für 100 bis 140 Euro auch PCMCIA Empfängerkarten, die Laptops für den Unterwegs-Empfang tauglich machen.

     

    Einige Bundesländer hatten finanziell schwach gestellten Familien Zuschüsse für den Erwerb von Set-Top Boxen gewährt. Zudem gab es Übergangszeiten, in denen zumindest noch die öffentlich-rechtlichen Sender (Grundversorgung) noch analog gesendet wurden, bevor auch diese abgeschaltet wurden. In München etwa wurde diese Übergangsfrist auf drei Monate begrenzt, in anderen Regionen waren es immerhin 10 Monate.

     

    Die gute alte Dachantenne ist auch nicht mehr zwingend notwendig, Zimmerantennen sind durchaus in der Lage, das digitale Fernsehen zu empfangen.

     

    Umstellung

    Begonnen hatte diese Empfangsänderung 2002/3 in Berlin, gefolgt von Köln/ Bonn, Hannover/ Braunschweig und Bremen / Unterweser Mitte 2004 und dann Hamburg/Lübeck, Kiel und Düsseldorf/Ruhrgebiet, Frankfurt/Mainz/Wiesbaden gegen Ende 2004. Am 30. Mai 2005 stellten der Großraum München, Nürnberg und Südbayern um, im November 2005 folgten dann Halle/Leipzig sowie Erfurt/Weimar auf.

     

    In Österreich hatte es bereits einen eng begrenzten Testbetrieb gegeben. Die großräumige Umstellung war 2007/2008 vollzogen. In der Schweiz wurde die Umstellung ebenfalls schrittweise vollzogen, erste Kantone waren Engadin und Tessin.

     

    Bessere Bilder?

    Bildstörungen bei DVBT

    Der digitalisierte Betrachter wird bei DVB-T mit einer ganz eigenen Variante an Bildstörungen konfrontiert

    Grundsätzlich bedeutet das digitale Antennenfernsehen, dass man auf der Bandbreite eines einzigen analogen Fernsehkanals (5 MHz) gleich vier digitale Fernsehsender unterbringen kann. Nein, nicht dass wir uns nicht missverstehen, Digitalisierung von analogem Fernsehen verringert nicht die Datenmenge, sondern, sie vergrößert sie. Würde man alle Informationen eines analogen Fernsehbildes in digitale Informationen umsetzen, bräuchte man sogar etwa 8 Mal soviel Bandbreite.

     

    Es ist also einmal mehr die Komprimierung von Daten, die dazu führt, dass man die notwendigen Bandbreiten reduzieren kann. Die üblichen Verdächtigen wie MPEG und Co arbeiten auch beim digitalen Antennenfernsehen eifrig mit. Übertragen wird nur das Nötigste. Wenn etwa eine Moderatorin vor einem Standbild oder der Wetterkarte ihre Informationen verliest, so überträgt der Sender nur das, was sich im Bild verändert, also die Sprecherin, während der Bildhintergrund bis zur Änderung des Hintergrundes weitgehend als Standbild übertragen wird. Bei MPEG-2 wird die Datenrate für ein einzelnes Programm zwischen 2 MBit/s und 15 MBit/s variiert, je nachdem, welche Qualität benötigt wird.

     

    Natürlich gibt es nicht auf jedem Sender so praktische, platzsparende Inhalte, bewegte Bilder, Sport etc. benötigen schon mal etwas mehr Bandbreite. Deshalb sind die Datenraten variabel, braucht der eine Sender weniger Bandbreite, kann ein anderer dafür mehr verbrauchen. Grundsätzlich sollte man die Qualität des neuen digitalen Antennenfernsehens besser nicht direkt mit dem alten analogen Antennenfernsehen vergleichen. Sonst würde man die reduzierte Bildinformation nämlich tatsächlich bemerken.

     

    Auch wenn die Industrie das nicht gerne hört und erst recht nicht zugibt: Vom Qualitätsstandpunkt betrachtet ist das volle analoge Antennensignal besser, als das komprimierte, um viele Bildinformationen beraubte digitale Fernsehbild.

     

    So ganz störungsfrei kommen die Bilder nicht immer an. Da bleibt schon mal das Bild einfach stehen während der Ton weiterläuft, überlagern Blöcke mit Hintergrundinformation den Vordergrund, gerne auch das Gesicht des Moderators oder machen sich rechteckige Störstreifen im ganzen Bild breit. Wo in der analogen Welt verstärktes Rauschen oder ein verzerrtes Bild Gewitter oder Reflektionen anzeigten, ist das digitale Bild im Fall von Empfangsstörungen zwar rauschfrei, dafür aber voller seltsamer Artefakte.

     

    Auf der anderen Seite kann durch DVB-T in vielen Fällen auf Kabelempfang verzichtet werden, fraglich ist jedoch, ob die Kabelbetreiber oder die Hausbesitzer ihre Kunden aus den Verträgen so einfach herauslassen.

     

    Zeitfaktor

    Ein weiterer Unterschied zum analogen Fernsehen liegt im Faktor Zeit. Auf Senderseite müssen die analogen Signale erst einmal digitalisiert und komprimiert (MPEG2), auf Empfängerseite wieder in ein analoges Signal umgewandelt (dekodiert und analog gewandelt) und zugleich noch von einer Fehlerkorrektur optimiert werden. Alles in Allem kann dadurch das Signal etwa 4 bis 7 Sekunden verzögert werden.

     

    Insbesondere bei TV-Silvesterparties oder deutlicher noch bei Sportübertragungen, bei denen die Jubelschreie schon mal aus den Fenstern dringen, zeigt sich, dass manche Zuschauer erst deutlich später jubeln als andere. Kleiner Trost- wer per Handy fernsieht, jubelt noch deutlich später, hier ist die Verzögerung noch wesentlich länger.

     

    Vorteil: Geringere Sendeleistung

    Da die benötigte Sendeleistung bei digitalem Empfang wegen der geringeren Störanfälligkeit (Reflektionen durch Hügel oder Gebäude erzeugen keine Doppelbilder oder Schatten mehr) niedriger ist, wird auch die elektromagnetische Strahlenbelastung geringer.

    Zudem sollte auch der mobile Empfang, also im Auto oder der Eisenbahn möglich sein, über erfolgreiche Versuche berichtete in all den Jahren allerdings Niemand, hier gingen die Fantasien der Anbieter weit über die Realitäten hinaus.

     

    DVB-T2

    2016 steigen möglicherweise bereits erste Privatsender aus der Übertragung ihrer Programme in DVBT aus. Gleichzeitig planen die öffentlich-rechtlichen Sender eine Umstellung auf einen HD-fähigen STandard, DVB-T2. Eine effektivere Komprimierung soll im neuen HEVC Verfahren mehr Daten als das bisher verwendete MPEG 2 transportieren. Von Juni 2016 bis 2019 sollen beide Standards also DVB-T und DVB-T2 über Antenne empfangbar sein. 2019 wird DVB-T dann abgeschaltet.

     

    Technisch gesehen wird DVB-T2 besser sein und vor allem, viele Sender der ARD und das ZDF werden die HD-Programme in 1080p senden ( das ist Full-HD =1920x1080 Bildpunkte bei 50 Bildern pro Sekunde). Die Privatsender planen, diese Qualität nur gegen zusätzliche Gebühren anzubieten.

     

    In Österreich funktioniert der Standard bereits, und wie so oft bei digitalen Neuerungen nutzt man ihn gleich um zusätzlich Geld in die Kassen der Programmanbieter zu spülen. Nur die ORF Programme sind kostenlos empfangbar, die Privaten sind verschlüsselt. Wenn DVB-T2 auch in Deutschland kommt, werden die Zuschauer zudem ein weiteres Mal ihre Geräte verschrotten und neue Empfänger kaufen müssen und vermutlich dann auch für diverse Sender zusätzlich zahlen.

  • Umsetzung auf DVD

     

    DVD

    Silberscheibe als Erfolgsmodel

     

    Auch wenn sie zu Beginn vornehmlich als Vertriebsmedium betrachtet wurde, ist die DVD (Digital Versatile Disc) trotz der BluRay ein wichtiger und in ihrer Verbreitung enorm gewachsener Baustein in den Medien. Nicht nur als Träger für Spielfilme, auch für Corporate-, Verkaufs-, Schulungs- oder Musikvideo wurde die DVD immer bedeutender. Welche Arbeitsschritte sind erforderlich, wenn eine Film-, oder Videoproduktion auf DVD umgesetzt werden soll?

     

    Pre-Mastering

    Kombination der verschiedenen Bausteine (Assets), aus denen eine DVD besteht. Da werden Menüs, Untertitel, verschiedene Tonfassungen (Fremdsprachen), Video (inkl. Making-of etc.) und ggf. andere multimediale Inhalte aufbereitet.

     

    Video

    Trotz der hohen Speicherkapazität können die Daten nicht unkomprimiert auf die DVD aufgezeichnet werden. Das Bildmaterial muss daher im MPEG-2-Format komprimiert werden. Video-Codierung kann softwaremäßig oder auch mit Hardwareunterstützung (Encoder-Karte) geschehen, was den Vorgang bis hin zu Echtzeit beschleunigen kann. Man sollte möglichst hochwertiges Ausgangsmaterial verwenden, z.B. Digi-Beta, aber auch für 24p gibt es inzwischen „Options“. Evtl. kann auch eine Nachbearbeitung (Filterung, Rauschminderung) des Video-Masters erforderlich sein.

    Der Video-Datenstrom einer DVD liegt in der Regel bei 3,5 bis 4,7 Mbit in der Sekunde. (Zum Vergleich: Eine Audio-CD liefert in der Sekunde ca. 1,4 Mbit.) Je nach Anforderung des Videomaterials kann die Datenrate aber auch auf bis zu 9,8 MBit/s erhöht werden.

     

    Untertitel

    Authoring Programme bieten zumeist auch einen Subtitle- Editor in welchem eine Vielzahl von Sprachfassungen erfasst werden können. Sind die Ein- und Ausblendzeiten für eine Version erst mal erfasst, ist der Aufwand weitere Sprachfassungen einzugeben nicht mehr sehr hoch.

    Audio

    Tonebene

    Das Audio-Encoding bereitet den Ausgangston, der in möglichst hochwertiger Qualität vorliegen sollte, für die DVD auf. Unterschiedliche Audioformate wie PCM, AC-3 (Dolby Digital 5.1) oder DTS stehen zur Auswahl. Je nach Audio-Decoding-Verfahren beträgt die Sample-Rate 48 oder (bei PCM) wahlweise sogar 96 kHz. Bis zu acht Audio-Streams können zu einem Video-Stream wiedergegeben werden.

     

    Varianten des Tonspuraufbaus

    Eine IT-Tonmischung (alle Töne ohne landesspezifische Elemente wie Dialoge) wird vorzugsweise im 5.1 oder 7.1 aufgezeichnet. Dazu wird jeweils eine Mono-Dialogspur, die in mehreren Sprachfassungen auf der DVD vorhanden ist, gemeinsam mit dem Center-Kanal der IT-Tonmischung abgespielt (Datenstrom des Multikanaltons: 384 KBit/s, der des Dialogs: 64 KBit/s).

     

    Eine IT-Tonfassung (5.1 oder 7.1) wird gemeinsam mit jeweils einer Stereo-Dialogspur abgespielt. Die landesspezifische Dialogspur wird dabei mit dem linken und rechten IT-Mixkanal gemeinsam abgespielt. (Im Vergleich zur oberen Mono-Dialogspur hat die Stereo-Dialogspur einen Datenstrom von 128 KBit/s.)

    Drei komplette Landes-Fassungen, bei denen Sprache und IT gemeinsam sind, werden auf der DVD als 5.1 oder 7.1 abgelegt und wahlweise abgespielt. (Alle drei Fassungen haben jeweils einen Datenstrom von 384 KBit/s.)

     

    Authoring

    Neben recht differenzierten Authoring-Programmen wie DVD-Creator, DVD Studio Pro oder Encore DVD, gibt es auch unkomplizierte Lösungen, bei denen der Funktionsumfang auf die wichtigsten Standards reduziert ist (z. B. Auto DVD und DVD Fusion).

    Während des Authoring-Vorgangs werden z.B. Menüs und Kapitel gestaltet oder Schleifen programmiert, die einzelne Clips wiederholt abspielen. Kapitelanwahl, Untermenüs, Statistiken, diverse Anzeigen von Spieldauer, Länge, unterschiedliche Versionen (Director‘s Cut/Kindersicherung/verschiedene Kameraperspektiven) können hier programmiert werden. Die ansprechende Oberflächengestaltung und einfache Bedienerführung sind wichtige Qualitätskriterien in diesem Bereich.

     

    Besonders die Einhaltung der Normen entscheidet darüber, ob das Authoring funktioniert oder die User zur Verzweiflung treibt. So müssen selbst erstellte Menüseiten genau das Pixelformat des jeweils sichtbaren TV-Bildes haben und auch die Menübuttons nach bestimmten Regeln und mit definierten Ebenen erstellt sein. Klare Beschriftungen der jeweiligen Grafiken erleichtern die Übersicht im Authoring-Programm.

     

    Authoring-Programme erlauben es, Menüs mit einzelnen Videotracks zu verknüpfen. Dabei können bis zu 100 Parameter eingestellt werden. Wegen der hohen Komplexität werden aber meistens nur 10% der Möglichkeiten, die in einer DVD stecken, tatsächlich genutzt. In diesem Arbeitsgang werden auch die ungeliebten Regionalcodes sowie Kopierschutzverfahren in die DVD integriert.

     

    Vervielfältigung

    Zum Prüfen und für Kleinauflagen ist ein DVD-R-Brenner erforderlich, für das endgültige Mastering ein DLT-Laufwerk. Die Serien-DVDs werden dann in einem Presswerk hergestellt.

     

    Haltbarkeit

    Auch wenn die Industrie das gar nicht gerne hört- die Haltbarbeit von beschreibbaren DVDs ist extrem schlecht. Unter speziellen Bedingungen, Dunkelheit und konstanter Temperatur, halten sie etwa 5 Jahre! Nach dem aktuellen Stand der Kenntnis sind DVD-RAM deutlich länger haltbar, weil sie auch Fehlertabellen besitzen und ähnlich wie Festplatten funktionieren. Wer also Daten langfristig sichern muss, sollte unbedingt auf die wiederbeschreibbaren DVDs zurückgreifen!

     

    Übersicht Formate

    DVD5: einseitig bespielt, eine Schicht 4,7 GByte

    DVD9: einseitig bespielt, zwei Schichten 8,5 GByte, auch Double-Layer DVD genannt.

    DVD10: zweiseitig bespielt, je eine Schicht 9,4 GByte

    DVD18: zweiseitig bespielt, je zwei Schichten 17 GByte

    Blue Ray DVD: Mit einem Layer 27 GByte, zwei Layern 54 GByte

    HD-DVD: 15 GByte, im Twin-Format-klassische DVD und HD auf einer Scheibe: 30 GByte- Das Format war in mancher Hinsicht besser als die BluRay hat aber im Anbieterkampf verloren und wurde eingestellt.

     

    Technische Normen

    Bildwiederholraten: 29,97 Bilder/s oder 25 Bilder/s

    Fernsehnormen: 525/60, 625/50 sowie HD Formate bei Blue Ray und HD DVD

    Höhen-/Seitenverhältnis: 4:3 und 16:9

    Bildauflösungen (bei MPEG-2): 525/60: 720 x 480, 704 x 480, 352 x 480, 352 x 240

    625/50: 720 x 576, 704 x 576, 352 x 576, 352 x 288

    Link zum Thema: www.dvddemystified.com

     

  • Frau mit VR BrilleVR und Mixed Reality sind neue Medien, für es offensichtlich kaum Regelwerke gibt. Wo liegen die Risiken, worauf muss man achten?

  • Farbverfahren

    Farbfernsehen

    Farbige analoge Fernsehbilder sind eigentlich farbig überlagerte Schwarzweißbilder

    Auch wenn Fernsehen eine europäische Erfindung ist, die verschiedenen Farbfernsehsysteme Europas (PAL und SECAM) basieren weitgehend auf dem amerikanischen NTSC-Format, welches weltweit 1953 die ersten farbigen Fernsehsendungen ermöglichte. Auch wenn wir inzwischen weitgehend digital und in diversen Codecs Fernsehen anschauen, sind die Ursprünge des Fernsehens noch immer präsent.

     

    Eigentlich wäre es naheliegend gewesen, einfach die Informationen für ROT, GRÜN und BLAU abgekürzt RGB (die Bestandteile der additiven Farbmischung) zu übertragen. Doch die Signale sollten die Kompatibilität mit den älteren Schwarzweißgeräten sicherstellen, deshalb setzt sich das Farbbild aus folgenden Bestandteilen zusammen:

    • Das Helligkeitssignal (Luminanz), also das Schwarzweißbild.
    • Ein Farbdifferenzsignal (Chrominanzsignal) die Differenz von Rot minus Helligkeitssignal.
    • Ein zweites Farbifferenzsignal (Chrominanzsignal) die Differenz Blau minus Helligkeitssignal.

     

    Rechenkünste und Bandbreite

    So wird das Schwarzweiß-Bild von Farbinformationen überlagert, gewissermaßen coloriert. Dieses Verfahren nennt man auch YUV, damit ist gemeint, dass die Helligkeit aus der Summe von Rot, Grün und Blau besteht. Wenn wir also zusätzlich zur Helligkeitsinformation (Y), also dem Schwarzweißbild (Luminanz) noch die Farbinformationen übermitteln wollen, brauchen wir nicht wieder zusätzlich Rot, Grün und Blau zu übertragen. Es genügt, wenn wir zusätzlich die Differenz aus Helligkeit und Rot sowie die Differenz auf Helligkeit und Blau übertragen, daraus kann man den Wert für Grün errechnen. Auf diese Weise spart man Bandbreite beim Fernsehsignal.

     

    Was die Auflösung und Schärfe angeht, so wird diese weitgehend durch das Schwarzweißbild bestimmt, während die Farbinformation mit weit geringerer Auflösung übertragen wird. Das hängt einerseits damit zusammen, dass unser Auge für Farben weniger Empfindlich ist als für Helligkeitsunterschiede, andererseits mit dem Umstand, dass die Signalbandbreite nicht zu groß werden durfte.

     

    Wer früher VHS Kopien von VHS Kopien gezogen hat, konnte die Konsequenzen dieser schmalen Farbinformationen im Ergebnis betrachten - oft hing das Farbbild verschoben neben dem Schwarzweißbild, ein unschöner Bildfehler.

     

    NTSC

    Die Abkürzung NTSC bedeutet "National Television Standards Committee", wegen der entscheidenden Schwachstelle des Systems wird es aber auch gerne ironisch mit "Never The Same Colour" beschrieben. Kommt es nämlich auf dem Übertragunsweg zu Phasenverschiebungen im Signal (Das kann bei Antennenempfang durch zu dicht nebeneinander stehende Antennen, durch Häuserfassaden etc. vorkommen), kommt es zu Farbstichen. Wenn das Fernsehbild zu grün, rosa oder blau ist, kann man an den amerikanischen Fernsehern mit einem eigenen Regler (Hue) diesen Farbstich korrigieren.

    Im übrigen arbeitet das System mit 525 Zeilen, von denen 480 das sichtbare Bild ausmachen und 60 Halbbildern (exakt sind es 59,94 Halbbilder) in der Sekunde. Bei 3,58 MHz wird auf das Luminanzsignal die Farbinformation aufmoduliert. Es ist vor allem in USA, Canada, Taiwan und Japan verbreitet.

     

    PAL

    Testbild

    Testbild

    In Europa begann die Farbfernseh-Ära deutlich später Mitte der 60 er Jahre des letzten Jahrhunderts, dadurch konnten die Entwickler auch daran arbeiten, das Problem mit den Farbverschiebungen bei NTSC zu lösen. Walter Bruch, der Erfinder des PAL Verfahrens (Phase Alternating Line) kam auf die Idee, ähnlich wie es bei der symmetrischen Leitungsführung im Audiobereich geschieht, die Phasendrehung als Mittel der Auslöschung von Störungen zu nutzen.

    Die Farbinformation wird von Zeile zu Zeile jeweils um 180 Grad gedreht. Dieser Phasensprung führt dazu, dass jeweils der Mittelwert zweier Zeilen die Farbinformation bestimmt. Pal arbeitet mit 625 Zeilen und 50 Halbbildern, sichtbar sind davon 576 Zeilen. Bei 4,43 MHz wird auf das Luminanzsignal die Chrominanzinformation aufmoduliert.

     

    Wer nachrechnet, wird sich natürlich fragen, wie man aus 625 Zeilen jeweils halb so viele gerade wie ungerade Zeilen machen kann. Da haben die Techniker etwas getrickst,- die erste und die 625 te Zeile sind nur halb, stört aber nicht, sie sind ohnehin nicht zu sehen. Moderne PAL Fernseher können maximal 500 Zeilen darstellen, nur Studio-Fernsehmonitore haben einen Underscan-Modus, der mehr Zeilen darstellen kann.

     

    Neben dem in Europa überwiegend verbreiteten Standard PAL gibt es auch noch zwei Varianten, PAL N mit einer geringeren Bandbreite, sowie PAL M für 60 Hz Länder mit 60 Halbbildern in der Sekunde (Brasilien) bei 525 Zeilen.

     

    SECAM

    Dieses in Frankreich entwickelte Farbverfahren löste das Problem der Farbverschiebungen bei NTSC auf andere Weise als PAL. Hier werden zwei Trägerfrequenzen verwendet und die Farbinformation wird jeweils einzeln abwechselnd übertragen. Die zu übertragende Informationsmenge ist größer als bei PAL und wenn keine Farbe im Bild vorkommt, kann es, weil trotzdem die volle Farbamplitude übertragen wird, manchmal zu störenden Bildmustern kommen. Es gibt zwei inkompatible Varianten, das normale SECAM (Frankreich) sowie das Ost-SECAM (Osteuropa) auch MESECAM genannt.

     

  • Welche Form, welche Länge, Genre etc. muss ein Programminhalt eigentlich haben, um gesendet zu werden?

  • Piraten1 500

  • In der Filmschule des Movie-College findet man Fachwissen rund um Film und Medien in mehreren tausend Kapiteln

  • Gefesselter MannDie Darstellung von Gewalt ist nahezu Alltag in unseren Medien,- was macht das eigentlich mit den Menschen?

  • Kosten

    Bürogebäude

    Wo landen eigentlich die Gelder, welche die GEZ oder wie sie sich neuerdings nennt, der Gebührenservice, einsammelt?

    Wer schon einmal die Funkhäuser der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten besichtigt und die zahllosen Büros und noch zahlloseren Mitarbeiter in Augenschein genommen hat, dem wird schnell klar, dass derartige Apparate, die weltweit ohne Beispiel sind, enorme Kosten verursachen.

    Interessanterweise gehört der weitaus größte Teil der Mitarbeiter zur Verwaltung, nur etwa 10-15 % der Mitarbeiter sind direkt mit der Herstellung von Programminhalten beschäftigt.

     

    Hasen und Igel

    Bereits mit der Einführung der Privatsender in Deutschland, die zunächst nur über Satellit zu empfangen waren, begann ein seltsames Wettrennen um die Legitimation von gesetzlich verbrieften Fernsehgebühren.

    Damals argumentierten diverse Privatsender, dass Fernsehzuschauer, die keinen Antennenanschluss hätten, und über Satellit ja nur gebührenfreie Privatsender empfingen, eigentlich keine Gebühren für öffentlich-rechtliche Sender zahlen müssten, die sie ja gar nicht empfangen könnten.

    Binnen kürzester Frist mieteten die öffentlich rechtlichen Sender Kanäle auf Astra und anderen Satelliten und entzogen den Privatsendern damit die Argumente.

     

    Qualitätsfernsehen

    An dem sicheren Ast, auf dem sich die Argumentationskette für gesicherte Fernsehgebühren befindet, der Informations- und Qualitäts- Grundversorgung durch die öffentlich-rechtlichen Sender sägen diese selbst am stärksten.

    Durch Reduzierung kritischer Magazine und Dokumentationen sowie geschmacklicher Orientierung der fiktiven Programme am niedrigen Niveau der Privatsender berauben sie sich selbst der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale.

     

    Igel und Computer

    Einen scheinbar genialen Coup landeten die Rundfunkanstalten mit der Durchsetzung der Gebührenpflicht für Handys, Navigationsgeräte und vor allem Computer am Januar 2007. Plötzlich wurde jeder Computer mit Internetzugang automatisch zum Fernsehgerät erklärt, auch wenn damit gar kein Fernsehen geschaut wird. Vor allem für Firmen, die heutzutage kaum ohne Computer arbeiten können, entstanden damit Gebührenzwänge, die durch nichts nachvollziehbar sind. So müssen nach der seltsamen Definition selbst für Kassen mit Update-Internetanschluss oder etwa Geldautomaten in Banken Rundfunkgebühren entrichtet werden.

     

    Der finale Coup

    Ab 2013, so will es das Gesetz, ist schließlich jeder Bundesbürger, ganz gleich ob er Fernsehen schaut, schauen kann oder will, verpflichtet, Fernsehgebühren zu bezahlen. Damit haben die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten endgültig den Status einer Steuer erreicht. Wer aber nun glaubt, dass die GEZ damit wenigstens abgeschafft werden kann, und das eingesparte Geld könne in Programminhalte investiert werden, der irrt. Man will sogar Personal aufstocken und natürlich muss auch der Name geändert werden. Aus der Einzugszentrale wird eine Service-Firma. So sind nun einmal Behörden,- sie rationalisieren alles Mögliche, aber nie sich selbst.

     

    Durch unglückliche Umstände (um das Wort Unverschämtheit nicht zu verwenden) schafft es der Gebührenservice seitdem immer wieder, unschöne Emotionen auf sich zu ziehen. Sei es, wenn Flüchtlinge aus Syrien mit Gebührenaufforderungen überzogen werden, oder blinde und taube Rentnerinnen trotz ärtztlicher Befreiung von der Gebührenpflicht Mahnbescheide erhalten. 2016 markiert ein besonderes Jahr, ging doch die erste Zahlungsverweigerin für mehrere Monate ins Gefängnis.

     

    Wie lange die ganze Gebühren-Konstruktion, die nicht Wenige als Steuer bezeichnen, noch von der Verfassung abgedeckt sein wird, ist fraglich, es gibt Verfassungsrechtler, die da ihre Zweifel haben.

  • Cooler Codec, uncoole Rechtslage

    Codec

    Die Kamerahersteller haben die Lizenzproblematik ganz einfach ins Kleingedruckte der Handbücher verschoben und lassen die professionellen Anwender im Regen stehen.

    Noch wird nur an wenigen Stellen darüber nachgedacht, ein Skandal von noch nicht absehbaren Ausmaßen droht die Verwendung des allseits beliebten Codecs zu werden. Wer mit HD arbeitet, kommt kaum um diesen Codec herum, H.264 heißt er, oder auch gerne MPEG-4 AVC oder Quicktime (ab Version 7) genannt. Er kann die umfangreichen Datenmengen, die bei digitaler Aufzeichnung in HD anfallen, sehr effizient zusammenschrumpfen, ohne dass einem die herben Verluste allzu sehr auffallen. Ganz gleich, ob man mit hochwertigen Videokameras in HD dreht oder mit den beliebten SLR-Fotoapparaten mit Videofunktion: Die meisten benutzen H.264 zum Aufzeichnen der Videodateien. Und alle User, ganz gleich, ob Amateure, Semiprofis oder professionell, arbeiten reichlich mit dem Codec, schließlich sind nicht HD-Produktionen bei den Fernsehsendern inzwischen so gut wie unverkäuflich geworden.

     

    Was uns aber die Hersteller von Soft- und Hardware verschwiegen oder zumindest in den Bereich des Kleingedruckten verschoben haben, ist der Umstand, dass man für die Nutzung dieses Codecs Nutzungsrechte besitzen muss, welche die Hersteller oft gar nicht eingeholt haben.

     

    Spielregeln einseitig verändert

    Canon D7

    Videofähiger Fotoapparat (Canon D7) mit Codec von ungeklärter Rechtssituation

    Ende 2010 endet die sogenannte Einführungsphase von H.264. Nur in diesem "first term of the License" ist die Verwendung des Codecs für alle Anwender kostenlos. Das ändert sich ab Januar 2011. Im Fall von Blue-Ray-Playern ist die Lage relativ einfach, da entrichten die Gerätehersteller für jeden Player 20 US Cent pro Gerät und die Sache ist erledigt. Videoportale, welche Videos mit dem Codec anbieten und mehr als 100.000 User haben, zahlen pauschal 10.000 USD.

     

    Deutlich komplizierter gestaltet es sich aber bei der Aufnahmeseite, wo diverse Kamerahersteller einen rechtsunsicheren Raum geschaffen haben, indem sie die kommerzielle Nutzung des Codecs mal eben ausschließen. So wird in den AGB zu Sonys NEX-3, NEX-5, HXR-NX5E oder auch zu FinalCut Pro lediglich eine private Nutzung dieses Codecs gestattet. Doch auch bei den anderen Kameraherstellern wie Panasonic finden sich ähnliche Passagen, in denen ausschließlich private Nutzung lizensiert wird. Theoretisch ist damit für jede kommerzielle Nutzung von AVC, sei es zum Aufzeichnen oder zum Bearbeiten, Schneiden etc. der lizenzrechtlichen Genehmigung durch den Lizenzgeber, im Fall von H264, die MPEG LA, erforderlich. Auch wenn diese derzeit unter bestimmten Umständen (z. B. kostenfreier Zugang für Zuschauer) vielleicht noch gebührenfrei erteilt wird, so kann sich die Situation jederzeit ändern.

     

    Monopoli

    Besonders fragwürdig an dieser ganzen Rechtslage ist, dass diverse Kameras ja gar keinen alternativen Codec anbieten und man gezwungen ist, bei kommerzieller Verwendung die Lizenz zu erwerben. Da haben sich die Hersteller der Geräte das Leben sehr einfach gemacht. Einerseits bewerben und verkaufen sie die Kameras mit bzw. wegen der professionellen Arbeitsmöglichkeiten, andererseits tun sie so, als würden die Anwender locker viele Tausender für solche Kameras hinlegen, um lediglich private Homevideos zu drehen! Man darf gespannt sein, wann erste Prozesse auf Produktionsfirmen und Freelancer zukommen.

     

    Bezogen auf die Filmgeschichte müsste man sich mal vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn man jahrelang Filme auf chemisch analogem Filmmaterial gedreht hätte und plötzlich kämen Firmen wie Agfa (die den einstreifigen Farbfilm erfunden haben) oder Kodak (die ihn verbessert und massentauglich gemacht haben) und würden Lizenzzahlungen von den Filmherstellern einfordern, die damit Filmwerke produziert haben. Oder die Hersteller von Objektiven verlangten im Nachhinein Gebühren für die Durchleitung von Licht durch ihre Linsen für professionelle Zwecke. Ein Unding! Bis zu einer Klärung dieser ungelösten Fragen sollten professionelle Anwender mindestens in den Produkten, die sie ausliefern, den Codec vermeiden (z. B. Quicktime oder MPEG 4). Inwieweit man rekonstruieren kann, mit welchem Codec die Aufnahmen entstanden, steht auf einem anderen Blatt.

     

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  • HD Kamera

    HD-Kamera

     

    Auch, wenn die Abkürzung TV es erwarten lässt: Zumindest hierzulande wird High-Definition, das Synonym für hochauflösendes, besseres Fernsehen, zumindest in der nächsten Zeit gerade im Fernsehen noch in der Minderheit zu sehen sein.

     

    HD. Was man genau darunter versteht, darüber diskutierten diverse Kommissionen fieberhaft. Fest steht, dass es mit 1080 Zeilen, also etwa doppelt so vielen wie das bisherige PAL oder SECAM, arbeitet. Auch das Höhen-Seitenverhältnis des HD-Bildes ist gegenüber SD, Standard-Definition (=bisheriges Fernsehformat 4:3), verändert, es beträgt 16:9.

     

    Die erste echte HDTV-Empfangsmöglichkeit in Europa bot der belgische Sender Euro 1080 über Satellit (Astra) und sendete in 1080i, also mit Halbbildern. Seit Mai 2006 sendete auch von Deutschland aus ein reiner HD-Fernsehsender über Satellit: ANIXE HD, ein privater Free-TV-Anbieter, der über Astra zu empfangen ist und vornehmlich Spielfilme in HD ausstrahlte. Ab Ende des Jahrzehnts haben dann immer mehr TV Sender in Deutschland begonnen, parallel zu SD auch HD in Kabelnetze oder auf Transpondern anzubieten.

     

    Länder wie Japan, die USA, Südkorea, Brasilien, Mexico, Australien oder China hatten, was die Verbreitung von HDTV angeht, die Nase vorn. Dort gibt es zahlreiche Programme, die in HD gesendet werden. In Japan gibt es schon viele Jahre HDTV-Sendungen, vor allem im Auftrag der NHK, und immerhin über acht Millionen HDTV-Geräte. In den USA ist das Standard-Fernsehen NTSC sichtbar schlechter als unser hiesiges PAL, also das Zuschauerinteresse an besseren Bildern viel höher. Bereits jetzt gibt es in den USA 40 HDTV-Kanäle.

     

    Normen

     

    PAL

    720p

    1080i

    Art des Bildaufbaus: interlaced progressive interlaced
    Anzahl Bildpunkte: 414720 Pixel 921000 Pixel 2073600 Pixel
    Horizontale Auflösung: 576 Zeilen 720 Zeilen 1080 Zeilen
    Vertikale Auflösung: 720 Linien 1280 Linien 1920 Linien

    Um zu erläutern, worin die qualitativen Unterschiede der neuen TV-Systeme bestehen, betrachten wir zunächst unser bisheriges Fernsehen. Wir haben es bei PAL mit 576 sichtbaren Zeilen (Bildhöhe) und ca. 720 sichtbaren Linien (Bildbreite) zu tun. Ob es sich wieder wie bisher um ein Halbzeilen-Verfahren handeln soll, das wäre dann in HD 1080 Zeilen interlaced (1080/50i), oder aber um Vollbilder, das wäre dann 720 Zeilen progressiv (720/50p), ist noch nicht entschieden. Die Sender und Empfänger sind so ausgelegt, dass man beide Formate wahlweise ausstrahlen bzw. empfangen kann.

     

    Eigentlich wäre ein Vollbild-Verfahren, also 720p, für das menschliche Auge besser, andererseits bietet 1080i deutlich höhere Auflösung. Durch den Trick, jeweils nur ein halbes Bild zu übertragen, spart man bei 1080i Bandbreite. Tests haben aber ergeben, dass 720p subjektiv als genauso detailgenau empfunden wird wie 1080i, bei dem man letztlich ja immer nur 540 Zeilen (pro Halbbild) gleichzeitig sieht. Um die Normendiskussion noch komplizierter zu machen, arbeiten zum Beispiel die meisten Flachbildschirme nach dem Computer-Standard (XGA) und 768 Zeilen. Projektoren wiederum arbeiten in der neuesten Generation wahlweise in 720x1280 oder in 1080x1920, das werden auch die Werte der HDTV-Fernsehgeräte sein.

     

    Produktion

    Auch, wenn die Produkte noch nicht in HD beim Zuschauer ankommen, so haben fast alle TV-Sender hierzulande bereits Produktionen in HD zur Pflicht gemacht. Gemeint sind damit nicht auf Film gedrehte, denn der bot diese Auflösung ab Super 16 aufwärts schon immer, sondern mit digitalen Videokameras aufgezeichnete Projekte. Hier sind DVCPRO HD und HDCAM zu nennen.

     

    Wer jedoch meinen sollte, dass zu Beginn besonders aufwändige, hochwertige Themen in HD gedreht wurden, der täuscht sich: Es waren vermehrt Sitcoms oder Reality-Formate, die mit der neuen Technik aufgenommen werden. Die olympischen Spiele in Athen boten teilweise Bilder in HD an, um den Weltmarkt bedienen zu können. Die Fußball WM 2006 wurde komplett in HDTV produziert. Ob aber die Zuschauer hierzulande diese Qualität auch im Wohnzimmer betrachten konnten, ist fraglich. Dafür hätten Millionen Zuschauer ihre noch funktionierenden Fernseher wegschmeißen und sich teure neue Geräte kaufen müssen, von denen niemand wußte, ob sie einer damals noch festzulegenden Norm entsprechen würden.

     

    Aus der Sicht von Produzenten, die ihre Produkte auch international anbieten wollen, führt nichts an HDTV vorbei. Sie mussten auf HD produzieren, um international auch in Zukunft ihre Produkte verkaufen zu können. Keine Fernsehanstalt kauft mehr neue Produktionen, die in Standard Definition hergestellt wurden. Hier wieder scheinen 24 Bilder/Sek (also 24p)oder innerhalb Europas 25 Bilder/Sek für den internationalen Programmaustausch am geeignetsten zu sein. Von 24 Bildern kann man relativ problemlos auf den US-Standard von 30 TV-Bildern in der Sekunde konvertieren.

     

    Distribution

    Lange Zeit war es ein Spiel zwischen Fernsheveranstaltern und Industrie. Solange es nur wenige Fernsehgeräte am Markt gab, die HDTV abbilden konnten, weigern sich die TV-Sender weitgehend, darüber nachzudenken, HD an die Zuschauer weiterzuleiten. Zudem hatte sich die Industrie lange Zeit nicht geeinigt, in welcher Weise denn die Signale an die Zuschauer weitergeleitet werden sollen. Die Verbreitung von Fernsehgeräten für HD war auch abhängig davon, für welche Norm sich nun die europäischen Länder entscheiden werden. Ungeklärt war auch, ob es, wie in den USA, ein radikaler Wandel zu HDTV würde oder ob, wie es sich viele TV-Veranstalter wünschten, ein Übergang mit Zwischenschritt wird, über ein nochmals verbessertes PAL.

     

    In Zusammenhang mit einem solch gravierenden Schritt an Umstellung gab es besonders in Europa einige Empfindlichkeiten. Schon einmal, Ende der 80er Jahre, hatte Europa versucht, mit D2Mac hochauflösendes Fernsehen in die Wohnzimmer zu bringen und ist grandios gescheitert. Milliarden wurden investiert, bis man erkannte, dass dieses Verfahren nicht am Markt durchsetzbar war. Das lag vor allem an der analogen Technik, die enorme Bandbreite für die Übertragung brauchte, und den fehlenden Flachbildschirmen. Entsprechende Fernseher wären schwer, mit relativ kleiner Diagonale und extrem teuer gewesen.

     

    Senderperspektive

    HD Kamera

    HD-Kamera

    Für die Programmveranstalter ist HD inzwischen etabliert. Sie mussten in neue, teurere Geräte investieren, ohne, dass sie dafür vom Zuschauer mehr Geld erhalten würden. Deshalb haben sie anfangs eher zögerlich in HD investiert. Viele Sender haben einfach die normalen Erneuerungszyklen ihres Equipments abgewartet, um dann beim Neukauf von Kameras, Bildmischern etc. in eine HD-Generation zu investieren.

     

    Aufnahmemöglichkeit

    Für den Heimgebrauch existiert neben dem Computer momentan nur ein einziger Standard, um HDTV aufzuzeichnen: der Harddisk-Rekorder. Hier wurde durch erneute Programmrestriktionen auf Seiten der privaten Anbieter ein Verfahren durchgesetzt, welches es verhindert, Werbeblöcke zu überspulen oder zu schneiden. Hier setzen deshalb viele Anwender weiterhin auf Standard Definition, weil sie so wenigstens in der Lage sind, die Filme von lästiger Werbung zu befreien und Filme archivieren zu können..

     

    Alternative Computer

    Auch, wenn es die Fernsehindustrie gar nicht so gerne hört: Praktisch jeder aktuelle Computerbildschirm kann längst HD darstellen und das in einer Brillanz, die manchen Fernseher alt aussehen lässt. So könnte es über digitale Satelliten-Empfänger-Karten oder auch über HD-DVDs noch vor den Fernsehsendern zu einer weiten Verbreitung von HD-Inhalten auch bei uns kommen. Bereits das Bild von einer Standard-DVD ist besser als das normale Fernsehbild. Eine BluRay vergrößert den Qualitätsabstand noch weiter. So existiert bereits der MS-Media-Player Standard WMV-HD (Windows Media High Definition Video), mit dem eine Auflösung von 720p oder 1080p auf dem Computer (so der Prozessor leistungsfähig und der Arbeitspeicher groß genug ist) abspielbar ist. Quicktime von Apple ist ebenfalls in der Lage, mit HD umzugehen. Ein dritter Codec stammt vom Joint Video Team (JVT), basiert auf MPEG4 und nennt sich H264. Stand-Alone-DVD-Player beherrschen diesen Standard nicht zwingend, erste Geräte kamen Ende 2004 auf den Markt.

     

    Woher auch die HD-Signale stammen, in der näheren Zukunft wird sich das Fernsehprogramm in Richtung HD verschieben.

     

  • Der kompakte digitale Magnetband-Standard

    HDV

    HDV sollte nur noch im 16:9-Format angeboten werden.

    Die Industrie war lange Zeit vorsichtig ernüchtert, wie zufrieden die Fernsehzuschauer mit ihren 4:3-Geräten waren, die zu allem Überfluss auch noch erstaunlich lange hielten. Auch genügte den meisten Zuschauern mit Breitbild-Wünschen das analoge 16:9-PAL-Plus-Format. Der Plan, möglichst rasch neue Gerätegenerationen der digitalen Art mit anderem Bildseitenverhältnis (16:9) und höherer Auflösung (HDTV) unter die Leute zu bringen, setzte sich langsamer durch, als erhofft. Daran änderten selbst gesetzliche Vorschriften (USA: landesweites digitales Fernsehen ab 2006) nichts. 2012 schaute die Mehrheit der Zuschauer in Europa SD (Standard Definition).

     

    Für alle aber, die sich kreativ und gestaltend mit Video auseinandersetzen und vielleicht sogar darüber nachdenken, ihre Werke auf Film aus zu belichten, waren die Entwicklungen im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends absolut spannend. Da wurden semiprofessionelle Camcorder zu günstigen Preisen auf den Markt gebracht, die sich den sündhaft teuren Cine-Alta (24p)-Systemen zumindest in manchen Parametern spürbar annäherten. Wer hochwertige Videofilme mit überschaubaren Kosten herstellen will, der kann das seit dem Erscheinen der HDV-Geräte auch tun. Eine kleine Revolution stellte die Trennung zwischen Profi- und Amateur-Equipment in Frage. Besonders interessant: jene Geräte im DVCPRO-HD-Standard, die eine Farbtiefe von 4:2:2 in bis zu 10 Bit bieten können.

    Sonys HVR-FX1, hier im Bild mit mit Chrosziel Mattebox 4X4

    Sonys HVR-FX1, hier im Bild mit mit Chrosziel Mattebox 4x4

     

    HDV hieß der erste semiprofessionelle High-Definition-Video-Standard, auf den sich die Big-Player im DV-Markt wie Canon, Sony, Sharp und JVC geeinigt hatten. Vorreiter dieser Entwicklung war die JVC, die mit ihrem JY-HD10 (bisher nur NTSC) den ersten HDTV-Camcorder auf DV-Basis herausgebracht hatten. Er bot Vollbildaufzeichnung (non interlaced) in 720p (das sind 1280 X 720 Bildpunkte). Die Industrieunternehmen erlaubten bei den Vorgaben zu ihrem Consumer HDTV Standard sogar höhere Zeilenzahlen, das Maximum sollte bei 1440 X 1080 Pixeln liegen, dann aber nicht als Vollbild, sondern im Halbbild-Modus (interlaced).

     

    Als Aufzeichnungsformat dienen die DV- und Mini-DV-Kassetten, die Farbauflösung beträgt 4:2:0. Damit liegt das Format unterhalb des höchsten HDTV-Fernsehstandards (1920 X 1080 Pixel), doch die Bildqualität ist beachtlich. Das Format wird ausschließlich für 16:9 ausgelegt sein, 4:3 wird nicht angeboten, die verschiedenen Standards 30 Bilder/60Hz (NTSC) und 25 Bilder/50Hz (PAL/SECAM) sind wählbar. Komprimiert werden die Bildinformationen mit MPEG-2, der Ton mit MPEG-1-Layer II.

     

    Peripherie

    Maßstab Auflösung

    Maßstab Auflösung

    Dieses Format zog natürlich eine Reihe weiterer Konsequenzen mit sich, denn für die Bearbeitung und Speicherung der HDV-Filme waren weitere Geräte erforderlich, die es so bisher nur im astronomisch teuren Profi-Bereich gab. Doch auch hier tat sich Einiges. So kam von „Blackmagic Design“ eine Schnittkarte für den Mac (Final Cut Pro 4, After Effects etc.) heraus, die für kleines Geld HDTV in 10Bit unkomprimiert verarbeiten konnte.

     

    Will man das Ergebnis, den geschnittenen Film, nicht auf HDV rausspielen (zum Beispiel, weil die Spieldauer der Mini-DV-Kassetten zu kurz ist), so bieten sich etwa HDTV-Videorekorder auf BluRay Basis an, die mit blauem Laserlicht auf die passenden Rohlinge (BD) über 23 Gbyte Fernsehsignal in HDTV (1920 X 1080 Bildpunkte) aufzeichnen können.

     

    Zur Orientierung

    Unser noch aktuelles Fernsehsystem PAL bildet 576 sichtbare (das Signal hat insgesamt 625) horizontale Zeilen ab. Die Breite des Fernsehbildes beträgt entsprechend 768 Pixel. Das VHS-Video-System zeichnet von diesen 576 Zeilen lediglich 240 auf, die Bildbreite entspricht 320 Pixel.

     

    HDTV-Festlegungen:

    720p entspricht 1280x720 Pixeln (Bildpunkten) im Vollbildmodus (p= progressiv= non-interlaced).

     

    1080i entspricht 1920x1080 (HDTV) oder 1440x1080 (HDV) Pixeln (Bildpunkten) im Halbbildmodus (i=interlaced).

     

    Diese Auflösungen werden für 25 und 30 Bilder/Sekunde, je nach Fernsehnorm, angeboten.

     

    Formatfrage

    Noch weniger als das professionelle Pendant, 24P/25P AVC Intra oder HD-Cam etc., kann HDV dem Film an Kontrastumfang und Farbwiedergabe das Wasser reichen. Es wird den Film nicht ersetzen können, aber es ist ein hochauslösendes Videoformat und bietet damit andere, ureigene Möglichkeiten, die hauptsächlich im Fernsehen und in begründeten Ausnahmefällen aber auch auf der Kinoleinwand für höhere Qualität sorgen können. Letztlich werden es die Inhalte sein, die wahrhaft überzeugen müssen. Starke Geschichten und überzeugende Filmfiguren lassen sich im 16:9-Bildformat jedenfalls deutlich besser kadrieren und entsprechen viel mehr dem natürlichen Gesichtsfeld des Menschen.

     

  • Breites Band

    Breitband_Netze

    Im Moment sieht es so aus, als wenn Lichtleiter die Zukunft des IP- gestützten Fernsehens sein werden

    Noch sind die Bandbreiten etwas zu dünn, um Video in DVD Qualität über das Internet zu schicken, doch beinahe alle   Netzbetreiber arbeit

    Eine zweite Alternative, Video über Kupferkabel zu senden, bedeutet, dass die Inhalte stark datenkomprimiert werden, eine Variante, die mit den stetig optimierten Algorithmen ebenfalls weiterentwickelt wird.

     

    Die dritte Alternative wäre Internet per Satellit, wobei die Auswahl und Anforderung von Inhalten klassisch über ein Modem erfolgen muss. 

     

    Wünsche der Zuschauer 

    Diese Entwicklung kommt den geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauer entgegen. Viele möchten sich nicht mehr reglementierten Programmschemen unterwerfen, sondern selbst bestimmen, wann sie was sehen möchten.

     

    Das Freizeitverhalten vor allem der jüngeren und mittleren Generation hat sich durch die vielfältigen Angebote so stark verändert, dass der klassische Abend vor dem Fernseher nicht mehr die Regel ist. Das bekommen die Fernsehveranstalter in Form von sinkenden Einschaltquoten mehr und mehr zu spüren.

    Zeitversetztes Sehen oder auch Filme auf Abruf werden die Fernsehwirklichkeit der nahen Zukunft bestimmen. 

     

    Videothek aus dem Kabel

    Für Video on Demand gibt es bereits diverse Testreihen, an denen mehrer 100.000 User beteiligt sind. Fastweb in Italien, die Kingston Company in England oder die Telekom Austria etwa in Kärnten bieten ihren Kunden bereits IP-Netze der nächsten Generation an. 

     

    FastWeb verfügt in Italien über ein Netz, welches schnelles Internet und TV über eine einzige Verbindung ermöglicht. Es bietet diverse, sogenannte Mehrwertdienste, wie Fernsehen über das Breitbandnetz an. Wie in vielen anderen Netzen spielen Pay-TV-Fußballkanäle eine wichtige Rolle. Die Kunden können unter 120 Fernsehprogrammen in Rom, Neapel, Turin, Mailand und Genua wählen. FastWeb ist der weltweit erste Netzbetreiber, der Fernsehen über ADSL-Leitung anbietet. Damit steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu Kabelfernsehen oder Satellitenübertragung. Das System scheint sich zu bewähren, die Kundenzahlen erhöhen sich von Jahr zu Jahr um über 200 %.

     

    Die Kingston-Company gehört ebenfalls zu den europäischen Pionieren des IP-Fernsehens. Für  £50 Anmeldegebühr und  £6 monatlich kann der Kunde ein Grundpaket mit den ITV und BBC Kanälen beziehen. Für £15 im Monat gibt es bis zu 60 Kanäle. Nach eigenen Angaben der Firma ist die monatliche Kundennachfrage momentan höher, als die Zahl der Anschlüsse, die zur Verfügung gestellt werden können.

     

    Die Telekom Austria wirbt für ihr Breitband-Fernsehen ganz offen damit, genau die immer schwerer wiegenden Nachteile des herkömmlichen Fernsehens zu umgehen. Da ist von Multimedia Erlebnis die Rede, davon, dass man den täglichen Kampf um die TV-Fernbedienung und lähmende Werbepause vergessen könne. Die Telekom bietet sogar Serverplatz zur Aufzeichnung von Inhalten an, damit die Kunden ihr Fernsehprogramm selbst gestalten können.

     

    Interaktivität

    Insbesondere Multimediaanwendungen wie Interaktives Fernsehen oder Online-Games profitieren von den erweiterten Bandbreiten und machen die Netzbetreiber indirekt zu Programmveranstaltern. Noch rätselt die Mehrzahl der Programmentwickler, wie denn die Killerapplikation im interaktiven Fernsehen aussehen könnte. Die meisten Entwicklungen gehen doch eher in Richtung Shop-Systeme. 

     

    Internet und klassische Programmdistribution wachsen mehr und mehr zusammen, die Reaktionen auf Programminhalte via Chat oder Mail werden direkter, der Zuschauer beteiligt sich verstärkt an der Gestaltung. 

     

    In den USA sollen bis 2007 bis zu 18 Millionen Haushalte an IP- basiertes Breitband-Fernsehen angeschlossen sein, das Projekt heißt „Lightspeed“ und ist mit milliardenschweren Investitionen verbunden. 

     

  • Die wenigsten Besucher der Gamescom in Köln wissen,wie sehr Games mit dem Kino verbandelt sind.

  • Kleine Kinogeschichte

    Es war eine seltsame Vermischung von Unterhaltung und Ingenieursgeist, welche dazu führte, dass Techniker, die bewegte Bilder aufnehmen und wiedergeben wollten und schlaue Entertainment-Veranstalter sich zusammentaten und unmittelbar zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Kinosäle errichteten.

     

    Chinese Theatre

    Chinese Theatre (Foto: Lucy Allary)

     

    Damit wurden die frühen Filmvorführungen recht schnell aus den improvisierten Zelten, Varietes und Theatern sehr schnell in eigens dafür konzipierte Häuser verlagert, die Leute, die das vorantrieben, waren Geschäftsleute, keine Künstler.

     

    Eines der ersten Kinos baute Adolph Zukor in New York (1904), eines der ersten deutschen Kinos baute in München 1907 Carl Gabriel, dessen Theater noch heute in der Dachauerstraße als „Neues Gabriel“ in Betrieb ist. Im gleichen Jahr baute Alfred Topp in Berlin das Kinematographen Theater Topp.

     

    Der überwiegende Teil der Filme war dokumentarisch, die Menschen gingen in die Kinos um sich anzuschauen, wie es in anderen Ländern aussah und was in der Welt so alles geschah.

    Schon bald wurden die Kinos größer und luxuriöser, sie orientierten sich an Opernhäusern, hatten Platz für über 1000 Zuschauer. Frühe Kinopaläste waren etwa das Filmtheater am Sendlinger Tor in München, das Ufa Filmtheater in Berlin, die Lichtburg in Essen und in Berlin oder der Ufa-Palast in Hamburg.

     

    Fernsehen bedroht die Kinos

    Kleines Kleinstadtkino in Malaysia

    Kleinstadtkino in Malaysia (Foto: Lucy Allary)

     

    Über viele Jahrzehnte waren die Kinos fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms, bis langsam durch die Verbreitung des Fernsehens, die Zuschauerzahlen abnahmen. Trotz großer technischer Anstrengungen durch Breitwand, Surround-Ton und frühe 3D Vorführungen, gingen die Zuschauerzahlen kontinuierlich zurück.

     

    Innovativ

    In den 70er Jahren entstanden in Deutschland erste Kinos, die nicht mehr dem Diktat der Verleiher folgten und Wochen,- und Monatelang die gleichen Filme abspielten, sondern gezielt und jenseits des Neuheiten-Kalküls eigene ungewöhnliche Programmierungen verfolgten,- die Programmkinos. Nicht selten gingen sie aus Uni-Kinoclubs hervor.

     

    Eine weitere Novität, die ebenfalls in den 70er Jahren in Deutschland entstand, waren kommunale Kinos, die unabhängig von der Kosten/Nutzenrechnung Film als kulturelles Gut betrachteten und mit lokaler Finanzierung durch die Kommunen Programm machten. Einige dieser Kinos, wie etwa das Filmmuseum München, die Black Box in Düsseldorf, das Kommunale Kino Frankfurt existieren noch heute.

     

    Nachdem nicht nur die Programmkinos in kleinen Sälen spielten, (gefürchtet die Enge etwa im Türkendolch oder im Studio Isabella in München), sondern auch die normalen kommerziellen Kinos immer kleiner wurden, im Gegenzug dazu aber das Fernsehen qualitativ immer besser wurde, fehlten die schlagenden Argumente, weshalb man Geld und Zeit investieren sollte um in garagengroßen Räumchen Filme anzusehen.

     

    Multiplexe

    Multiplex-Kino in Asien

    Multiplex-Kino in Asien (Foto: Lucy Allary)

     

    Mit den Multiplex-Kinos, die in den 90ern ihren Siegeszug antraten, wurde wieder auf große Kinosäle und Leinwände gesetzt, die kombiniert mit kleineren Sälen das geschickte Jonglieren mit den Filmkopien nach Zuschauerbedarf erlaubten. Der hemmungslos überteuerte Popcorn,- und Getränkeverkauf wurden in diesen Kinos, die sich den „Event“- Charakter auf die Fahnen geschrieben hatten, wichtige Einnahmequelle. Sitzt man dann drin in den riesigen Sälen, umgeben von Natchos knackenden Teenager-Monstern, sehnt man sich zurück nach den Zeiten, in denen die einzigen Töne von der Leinwand herüberklangen.

     

    Diesem Bedürfnis nach einem anderen Kino kommen aktuell Luxus-Kino nach, in denen die Zuschauer in breiten, gemütlichen Kinositzen mit Service am Platz wieder das Erlebnis Kino im Vordergrund sehen. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl der Kinos in Deutschland immer mehr abnimmt. Besonders die kleinen Kinos oder jene in kleinen Ortschaften kämpfen ums Überleben. Das haben die Investitionen in HD Beamer, 3 D Technik (vor gar nicht langer Zeit irrtümlich als Heilsbringer des Kinos gefeiert) oder neueste Tonverfahren wie Dolby Atmos, nicht einfacher gemacht.

     

  • Propaganda oder neusprachlich "Fake News" ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, sie hat eine lange Geschichte...

  • Medien und Wahrheit

    In Kriegszeiten war es noch nie gut bestellt um die Wahrheit. Das ist durch die vielfältigen modernen Medien, die dem Zuschauer vorgaukeln, live als Augen- und Ohrenzeuge direkt vom Wohnzimmer aus dabei zu sein, nicht anders geworden. Kein Wunder, gilt doch die Steuerung von Öffentlichkeitsmeinung mit den Mitteln der Desinformation als eine der wichtigsten Waffen moderner Kriege. Können wir den Nachrichten noch trauen, dürfen wir es überhaupt?

     

    Ab 3:30 Uhr wird zurückgelogen!

    Dass die Medien eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung der Bevölkerung spielen, zeigte sich bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei den Hörfunkübertragungen (Volksempfänger) und bei der Wochenschau. Diese auf Film gedrehten Nachrichten, die in den Kinos vor den Hauptfilmen gezeigt wurden, waren ab 1933 wichtiger Teil der nationalsozialistischen Propaganda. Während der Kriegsvorbereitung und des zweiten Weltkrieges wurde die Bevölkerung auf die angebliche Richtigkeit und den Verteidigungscharakter des Krieges eingestimmt. Interessanterweise gab es eine eigene Behörde für diese Aufgaben, das Reichspropagandaministerium.

     

    Propagandaminister Goebbels nahm jede „Wochenschau" persönlich ab und bestimmte auch gestalterische Elemente wie Sprecherauswahl, Schnitt und Musik. Selbst die Kameraführung folgte festgelegten Mustern. Die Angriffe der deutschen Soldaten fanden stets von links nach rechts (bezogen auf das Filmbild) statt. Gegnerische Soldaten auf der Flucht gingen konsequenterweise immer von rechts nach links. Krieg

    Kriegsbilder

    Panzer und Kriegsschiffe wurden aus leichter Untersicht gefilmt, um diese noch größer und mächtiger aussehen zu lassen.

    Feindliche Waffen und Flugzeuge durften nur in brennendem, zerstörten Zustand gezeigt werden. Teilweise wurden sogar kleinere Panzerschlachten für die Kamera nachgestellt um eindrucksvollere Bilder zu erzielen.

    Kriegskameraleute reisten mit den Soldaten mit um den Zuschauern eine möglichst unmittelbare Teilnahme am Geschehen zu ermöglichen.

    An Maschinengewehre montierte Kameras , lieferten Aufnahmen aus der Waffenperspektive.

    • Gerüchte von angeblichen Wunderwaffen wurden gestreut um die Gegner einzuschüchtern und gleichzeitig dem verzweifelten eigenen Volk Hoffnung zu geben.

     

    Getötete deutsche Soldaten durften nicht gezeigt werden. Und auch Aufnahmen von Opfern unter den so genannten „Feinden" wurden vermieden. Goebbels fürchtete, dass der Mitleidsfaktor die Stimmung im Volk umschlagen lassen könnte.

    Besonders wichtiger Bestandteil der Wochenschau waren Aufnahmen von der Freizeit der Soldaten. Fußballspielende, lesende, sich waschende, schwimmende und lachende Soldaten sollten belegen, dass der Krieg nur halb so schlimm sei.

     

    Selbstverständlich arbeiteten auch die Alliierten, allen voran die Briten und Amerikaner auf dem Klavier der gefälschten Berichterstattung. Aber auch zahlreiche Spielfilme entstanden mit dem Zweck, das Gesicht des Gegners möglichst hässlich aussehen zu lassen. Zahlreiche dieser Streifen laufen selbst heute noch ab und an im britischen Fernsehen mit dem Ergebnis, dass sich die Deutschkenntnisse vieler Engländer auf Ausdrücke wie „Autobahn, Hitler, Herr Feldmarschall etc." beschränken.

    Obgleich die tatsächlich verübten Verbrechen im Nazideutschland unvorstellbar waren, bedienten sich die Engländer bei ihrer Weltkrieg II-Propaganda eines Gerüchts, welches beim ersten Golf-Krieg eine Neuauflage erfuhr: Man behauptete, deutsche Soldaten würden Babys ermorden.

     

    Vietnam-Krieg

    Auch wenn die technischen Möglichkeiten der Berichterstattung über den Vietnam-Krieg recht eingeschränkt waren, so sind es dennoch Reportagen und Fotos von Journalisten gewesen, die den Druck der Öffentlichkeit auf die US-Regierung so groß werden ließen, dass diese sich schließlich entschloss, den Krieg zu beenden. Zu schmerzhaft waren die Bilder vom Schicksal der zivilen Opfer und die Berichte traumatisierter Kriegsheimkehrer, als dass eine Fortsetzung der ungleichen Auseinandersetzung politisch durchsetzbar gewesen wäre.

    Für die künftige Informationspolitik der Militärs bestand die wichtigste Lehre aus Vietnam darin, dass sie nie wieder zulassen würde, die Veröffentlichung von Aufnahmen der Opfer auch unter eigenen Soldaten zu ermöglichen.

     

    Erster Golf-Krieg

    Bereits während des ersten Kuwait-Krieges (Gulf-War) spielte Manipulation zur Einstimmung der Weltbevölkerung auf einen Krieg eine entscheidende Rolle. Wer kann die Wahrnehmung von Menschen besser beeinflussen als Werbe- und PR-Agenturen? Folgerichtig wurde die weltgrößte PR-Agentur Hill & Knowlton mit einem Budget von fast 11 Millionen USD beauftragt, die amerikanische Bevölkerung für einen Irak-Krieg zu motivieren. Das Geld stammte von der kuwaitischen Regierung sowie diversen Industrieunternehmen und wurde durch eine Organisation namens „Citizens for free Kuwait" vergeben. Dass hier kein Drittland an der amerikanischen Regierung vorbei Meinungsbildung betrieb, ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass der Chef von Hill & Knowlton, Freund und Berater vom damaligen Präsidenten Bush Senior war.

    Schlachtfeld

    Schlachtfelder dieser Welt

    Neben der inzwischen legendären Brutkasten-Lüge im Oktober 1990, produzierte die Agentur zahlreiche Nachrichten-Videos, die von Fernsehstationen rund um den Globus als journalistische Berichterstattung gesendet wurden. Der Augenzeugenbericht eines 15 jährigen Mädchens namens Nayirah von angeblich durch irakische Soldaten getöteten Säuglingen in einer Kuwaitischen Klinik war ein PR-Geniestreich um den UN-Sicherheitsrat auf Kriegskurs zu bringen. Dass die PR-Agentur bei dieser Lüge die Tochter des Kuwaitischen Botschafters zur „Hilfskrankenschwester" und Augenzeugin umfunktioniert hatte, kam erst Jahre später ans Tageslicht. Der stellvertretende Agenturchef, Lauri Fitz-Pegado persönlich hatte Nayirah für ihre "Zeugenaussage" trainiert.

    Die Kriegsberichterstattung bestand vornehmlich aus SNG-Aufnahmen von Reportern, die von Hoteldächern in Bagdad, Kuweit oder Tel Aviv berichteten, als auch aus offiziellen Cruise-Missile-Videos, welche die amerikanischen Militärs freigegeben hatten, die weltweite Fernsehgemeinde von absoluten Präzisionstreffern zu überzeugen. Darüber hinaus gab es das bereits erwähnte Material der PR-Agentur Hill & Knowlton zu sehen.

    Heute sind sich die meisten Journalisten darüber einig, dass sie zu unkritisch die faszinierenden Aufnahmen, die ihnen die Amerikaner zur Verfügung gestellt hatten, übernommen haben.

     

    Jugoslawien- Krieg

    Eine der wichtigsten Aufgaben der Informationsbüros aller beteiligten Nationen war es, das Stichwort "Krieg" gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ersatzformen wie „Militäraktion" oder „humanitäre Intervention" sollten den Eindruck zerstreuen, dass das Eingreifen der Nato-Truppen trotz des humanitären Hintergrunds, eine kriegerische Aktion darstellte.

    Die Bilder, die auf den Fernsehschirmen aller Programme und Länder identisch waren, wurden von den Militärs freigegeben und dienten der permanenten Rechtfertigung scheinbar sauberer, nur Häuser und Waffen vernichtender Angriffe. Bis auf einen kleinen Schnitzer, das Bekanntwerden eines irrtümlichen Angriffs auf einen Flüchtlingstreck, gelang die Vermittlung des guten, sauberen Eingreifens perfekt.

    Auf Pressekonferenzen durften die anwesenden Journalisten keine Rückfragen stellen, angeblich strategische Gesichtspunkte verbaten es, etwaige Zweifel an den offiziellen Darstellungen zu formulieren. Viele der in den Medien verbreiteten Massaker haben nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse gar nicht stattgefunden.

    Auch im Jugoslawien-Krieg spielte eine PR-Agentur gezielt mit falschen Informationen. Laut Squat.Net arbeitete Ruder Finn Global Public Affairs daran, die Bewertung von Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der kosovarischen Opposition positiv zu gestalten und die Serben möglichst negativ darzustellen.

    Ihre Aufgabe bestand unter anderem darin, vorgefertigte, werbewirksame und stimmig erscheinende Formulierungen zu erschaffen, die für die Berichterstattung besonders geeignet waren, und diese unter Journalisten, Meinungsträgern, Universitäten und Organisationen zu verbreiten.

    Besonders intensiv arbeitete die Agentur mit Hinweisen auf serbische Vernichtungslager, und brachte vorbelastete Begriffe wie „ethnische Säuberung", „Konzentrationslager" usw. ins Spiel. Unter anderem arbeitete die Agentur Leitartikel für renommierte Zeitungen wie die „New York Times", „Washington Post", und das „Wall Street Journal" aus.

     

    Irak-Krieg 2003

    Bereits im Vorfeld des von Präsident Bush und seiner Regierung gewollten Krieges gegen den Irak mussten starke Metaphern herhalten, um einen Krieg als gerecht erscheinen zu lassen. Von einer Achse des Bösen war die Rede, welche die Staaten Irak, Iran und Nord-Korea mit den Urhebern der Anschläge vom 11. September verbinde. Hinterfragt man das starke Bild, wird augenfällig, dass Irak und Iran miteinander verfeindet, und höchstwahrscheinlich keinerlei Verbindung zu Nord-Korea haben. Einen Beleg für irgendeine Verbindung der drei Staaten mit Al Qaeda blieb die US-Regierung bis heute schuldig. Dennoch wurde das starke Bild der bösen Achse durch beständige Wiederholung im Bewusstsein vieler US-Amerikaner zu einer realen Bedrohung.

    Für die Verbreitung der „richtigen" PR- Informationen wurde in den USA eigens ein Ministerium gegründet, das „Office of Global Communications". Hierfür wurde bereits 2001 die Werbespezialistin Charlotte Beers gewonnen, ihr Auftrag ist die „strategische Kommunikation". Zeitgleich mit dem Beginn des Irak-Krieges ist Beers aus "Gesundheitlichen Gründen" von ihrem Job zurückgetreten. Neben der üblichen Nachrichtensperre werden hier gezielt Nachrichten geschmiedet, die dem Kriegsziel hilfreich sein könnten. Selbstverständlich werden die diversen Präsidenten-Ansprachen auch in irakischer Sprache im irakischen Rundfunk übertragen.

    Zusätzlich wurde einmal mehr eine freie PR-Agentur, die Werbeagentur Rendon Group engagiert, das Image des Pentagons auf Hochglanz zu polieren.

    Kriegführung wie im Computerspiel

    Kriegführung wie im Computerspiel

    Gezielte Gerüchte der unterschiedlichen Kriegsparteien jagen einander. Tarik Asis, der Vize von Sadam Hussein soll geflüchtet sein. Hussein soll zahlreiche Doppelgänger haben und dank eines gigantischen Bunker- und Tunnelsystems praktisch unauffindbar sein. Die Amerikaner haben zahlreiche Wunderwaffen, die den Krieg innerhalb weniger Tage entscheiden werden usw.

    Amerika wäre nicht Amerika, wenn es nicht für die Pressestatements ihres Oberkommandierenden Generals eigens einen Media-Center eingerichtet hätte. Ausgestattet hat die dazu in die Wüste nahe Katar gebaute Halle für 200.000 Dollar der Filmausstatter George Allison, der auch schon für Disney und Metro-Goldwyn-Meyer gearbeitet hat. Ein wenig erinnert das Set an die Schaltzentralen der James-Bond Filme: Kinofiktion und Kriegswirklichkeit wachsen noch enger zusammen.

    Doch auch der Irak arbeitet gezielt mit Desinformation. Die PR-Behörde des Landes ist das Informationsministerium, welches dafür sorgt, dass ausschließlich kampfeswillige, dem Staatschef ergebene Gefolgsleute in der ausländischen Berichterstattung auftauchen dürfen.

    Zwischen all diesen Desinformationspolen befinden sich zahlreiche Korrespondenten, die meisten von ihnen in Kuwait, Amman, Jordanien, und im Iran, Orte von denen aus bestenfalls die von den US-PR-Soldaten organisierten Pressetermine in den Militärlagern gedreht werden können. Denn durch die offizielle Drohung des Pentagons an alle Korrespondenten, Hotels wie das „Raschid" und Satellitenanlagen zu bombardieren, soll die unabhängige Berichterstattung aus Bagdad unmöglich gemacht werden.

     

    Um zudem Journalisten mental mit ihrer Truppe zu verbinden, haben die USA sogenannte „embedded correspondents" zugelassen, die („Erbsensuppe verbindet") in militärischen Einrichtungen wie auf den Flugzeugträgern mit den Mannschaften zusammen leben. Journalisten werden von den Militärs durch die Wüste zu interessanten „Locations" gefahren, einige fahren sogar in den angreifenden Panzerkolonnen mit, es soll ihnen an Bildern nicht mangeln.

    So werden sich wieder Kamerabilder aus Raketenperspektive abwechseln mit Freizeitbildern von Soldaten im Fitnessraum, beim Lesen oder am Laptop. Es wird keine Bilder von toten US-Soldaten geben, keine Zivilopfer und gegnerische Waffen dürfen nur zerstört gezeigt werden, die „Wochenschau" lässt grüßen. Auffällig ist, wie oft die Korrespondenten 2003 im Konjunktiv sprechen. „Es könnte sein, möglicherweise, es sieht so aus als ob...“ Es scheint, als wären viele Journalisten dieses Mal nicht mehr bereit, sich zu Sprachrohren der Kriegspropaganda machen zu lassen.

    Merkwürdigerweise wurde in all diesen Kriegen so oft von Wahrheit, Gerechtigkeit, vom Guten gegen das Böse, ja von Gott gesprochen, dass man sich wirklich fragt, warum immer wieder vor allem die Menschlichkeit auf der Strecke geblieben ist. Im Bürgerkrieg in Syrien (2013) findet man neue Spielarten der Propaganda für die auch Laien mit Videokameras Aufnahmen herstellen, die von den großen Nachrichtenagenturen gekauft werden.

  • Die Experten-Runde der Medientage bot gleich fünf A.I. Experten aus der Medienlandschaft auf

  • Am Sonntag jährte sich 9/11 zum fünfzehnten Male. Unser damaliger Artikel hat von seiner Aktualität nichts verloren...

  • Wieviel Bildschirmzeit ist kindgerecht und wann können Medien wirklich Schaden anrichten?

  • Medientage 2017„Media, Trust, Machines – Vertrauen in der neuen Mediengesellschaft.“ Unter diesem Motto stehen die diesjährigen 31. Medientage, die vom 24. bis 26. Oktober 2017 in München stattfinden.

  • Medientage2019 500Zum 33. Mal finden in München unter dem Motto „NEXT DIGITAL LEVEL –  Let´s build the Media we want!” die Medientage im ICM statt.

  • Das Medium bestimmt seinen Inhalt

    Diese Aussage ist sehr umstritten und doch steckt bei näherem Hinsehen viel Wahrheit darin: Neben sozialen Faktoren hat kaum etwas die Entwicklung des Mediums Film mehr bestimmt als die Technik, welche der Aufnahme, Verarbeitung und vor allem der Wiedergabe der Inhalte zugrunde liegt. Während die erstgenannten Faktoren in anderen Bereichen der Filmschule (Kamera, Licht, Ton, Gestaltung, Postproduktion) behandelt werden, geht es hier um Übertragung und Wiedergabe des wertvollen Materials und die Konvertierung zwischen verschiedenen Medien.

     

    Fragen jenseits der Gestaltung

    Wie kommt eine Kinokopie in den Fernseher, wie wird aus einem digitalen Datenstrom eine Kinoprojektion? Auf welche Weise gelangen Filmaufnahmen in höchster Auflösung auf Festplatten und die digitalen Compositing-Tricks auf 35mm-Filmnegativ? Wie entsteht aus den Funk- oder Kabelsignalen ein Fernsehbild, wie funktionieren Satellitenübertragungen und wie arbeiten Filmprojektoren? Wie arbeiten BluRay, DVD oder Video-CD, wie gelangen Filme auf unseren Computerbildschirm?

     

    Bild- und Toninformationen werden auf vielfältigste Weise transportiert, bearbeitet, archiviert und wiedergegeben. Kreative und Programmgestalter können und sollten sich längst nicht mehr nur in einem Wiedergabemedium bewegen. Vielfältige Vertriebswege eröffnen ihren Filmen eine größere Verbreitung und die Begegnung mit einem größeren Publikum. Zugleich berauben aber die immer weiter zunehmenden Vertriebswege die klassischen TV-Anbieter auch ihrer Zuschauer, welche ihre freie Zeit auf immer mehr Informations- und Zerstreuungswege aufteilen.

     

    Neue Formate

    Gegenwart die mal Science Fiction war

    Gegenwart, die mal Science Fiction war

    Ein Thema, welches längst Produktionsalltag geworden ist, ist 24pbzw. 25p. Der Umstieg von chemischem Filmmaterial auf digitale Kameras hat durchaus Einfluss auf die visuelle Umsetzung neuer Filme und auch einschneidende Veränderungen beim Vertrieb haben mit der Umstellung digitaler Kinos um sich gegriffen und durchaus auch unsere Sehgewohnheiten berührt.

     

    Nicht zuletzt ist auch die Wirkung der Filme auf die Zuschauer abhängig von ihrer Wahrnehmung. Es bleibt eben doch ein gewaltiger Unterschied, ob man ein Filmwerk als hochwertige Filmprojektion in einem dunkeln Kinosaal (vielleicht sogar mit Rundum-Filmton wie z. B. mit Dolby Atmos) gemeinsam mit anderen Zuschauern oder allein als komprimierten Datenstrom am heimischen Flatscreen betrachtet.

     

    Mobile Media

    Wenn es einen Bereich gibt, von dem sich die Industrie größere Zuwachsraten als sonst erwartet, so ist es jener, der verspricht über High-Tech-Handys und Note-Pads, mobile TV- und Videoangebote zu verbreiten. Dabei ist es derzeit mehr als ungewiss, ob die Anwender die dafür angedachten hohen Gebühren überhaupt tragen werden, ob die Bandbreiten, welche die Handynetze bereitstellen, überhaupt für eine größere Anzahl mobiler Zuschauer ausreichen werden und ob es dem Zuschauer ausreichen wird, auf kleinen Displays Filme mit Zusatzkosten anzuschauen.

     

    Aktuell werden die Programminhalte noch von den Telefongesellschaften günstig angeboten um die neuen Vertriebswege für bewegte Inhalte zu etablieren. Noch ist die Akzeptanz überschaubar und die vorhandenen Bandbreiten der W-CDMA Netze ausreichend. Wer eine Stunde Fernsehen mit 384kbit/s auf seinem Handy betrachtet, lässt so ganz nebenbei etwa 150 Mbyte an Daten über das Telefonnetz laufen. Diese gewaltigen Datenmengen lassen sich kaum rentabel über die Telefonnetze schicken. Aus diesem Grunde sind alle Mobile Media Anbieter besonders an kurzen Videoclips interessiert und haben bereits diverse Wettbewerbe ausgeschrieben um an entsprechenden Inhalt zu kommen. Außerdem versprechen neue Video Codecs höhere Kompressionsraten und damit geringere Datenmengen.

     

    Parallel dazu sorgen Erweiterungen der 3G Netze (Mobilfunknetze der dritten Generation) wie HSDPA (Highspeed-Downlink-Packed-Access) dafür, die Übertragungskosten für die Netzbetreiber zu reduzieren. Der automatische Wechsel aktueller Handys zu verfügbaren WLANs hilft sehr, hier Engpässe zu vermeiden.

     

  • Medienmogul Rupert Murdoch fordert von Facebook & Co Gebühren für die Nutzung seriöser Nachrichten seiner Publikationen

  • Nachrichten und Newsclips

    Interview

    Interview mit Handycam

    Die Nachrichtenredaktionen der diversen TV-Sender brauchen ständig neue Nachrichtenware, um ihre Sendungen aktuell und interessant zu gestalten. Dabei sind die Maßstäbe, was eine Nachricht wert sei, längst nicht mehr so streng wie in den ersten vier Jahrzehnten des Fernsehens. Oft genug werden auch bedeutungslose oder der PR nahestehende Informationen zu News gemacht. Heute zählt auch und manchmal vor allem der Unterhaltungswert von Nachrichtenclips. Optisch interessante Beiträge werden gegenüber eher theoretischen, schwer vermittelbaren, bevorzugt. Ist ein Thema zu trocken, wird es im Notfall eben nur verlesen. Die Nachrichtenredakteure fühlen sich, je nach Sender, mehr oder weniger den Einschaltquoten verpflichtet.

     

     

    Ganz gleich, ob Miniteams wie früher für die aktuelle Berichterstattung mit Filmkameras (gefüllt mit schnell zu entwickelndem Umkehrfilm) oder wie heute mit Camcordern unterwegs sind, eines steht vor allen ästhetischen und qualitativen Aspekten im Vordergrund: Die Nachricht, die Geschichte. Während sich in der Filmära noch Journalist, Tonmann, Kameramann und Kameraassi auf die Suche nach den aktuellen Bildern und Tönen machten, sind die heutigen so genannten ENG-Teams (Electronic Newsgathering) viel kleiner. Drei, ja, manchmal sogar nur zwei Personen sind es, die Situation, Licht, Videokamera, Tonaussteuerung, Mikrofonhandling sowie ggf. Interview alleine bewältigen müssen. Häufig genug sind im aktuellen Bereich die Aufnahmebedingungen alles andere als ideal. Die Miniteams müssen bei Unfällen, Demonstrationen, in überfüllten Pressekonferenzen, bei Naturkatastrophen in schwierigsten Situationen durch schnelle Entscheidungen sicherstellen, dass sie die Geschichte bekommen.

     

    Technik

    Die Aufnahmegeräte kommen den Miniteams in gewissen Grenzen entgegen: Heutige Videokameras sind so lichtempfindlich, dass man in vielen Situationen mit wenig oder gar ganz ohne Zusatzlicht auskommt. Kleine Lichteinheiten, durch Akku überall sofort einsatzbereit, erlauben es auch nachts zu drehen. Professionelle Kameras (die gleichen, mit denen man auch aufwändige, qualitativ hochwertige Dokus drehen kann) bieten diverse Automatiken an (Weißabgleich, Blende, Tonaussteuerung) sowie einen kleinen Mithörlautsprecher, durch den Kameramann/-frau den aufgenommenen Ton zur Kontrolle hört, wenn er/sie durch den Kamerasucher schaut. Unter Akzeptierens einiger qualitativer Kompromisse kann ein einzelner so mehrere Jobs gleichzeitig überwachen. Wie gesagt, Qualität ist nicht das wichtigste Stichwort bei ENG. Satelliten, Standleitungen und digitale Übertragungsverfahren erlauben es, Bild und Ton in kürzester Zeit in die Sendezentralen zu übermitteln.

     

    Position

    Jubiläen, Besuche beim Kaninchenzüchterverein oder Brieftaubenwettflüge gehören eher zu den angenehmen Ausnahmen. Ganz gleich, welches Thema gedreht wird, in der Regel ist die persönliche Haltung des Aufnahmeteams dazu nicht gefragt. Das gilt auch für Situationen (Demonstration, Streik etc.), bei denen sich eine starke Polarisierung zeigt. Wer seine persönliche Sicht der Dinge vermitteln will, kann hier schnell an Grenzen stoßen. Wichtig ist es in solchen Fällen, möglichst objektiv (so weit es das überhaupt gibt), vorhandene Positionen und unterschiedliche Darstellungen der Beteiligten einzufangen. Überhaupt ist der Status solcher EB-Teams (Elektronische Berichterstattung) nicht wirklich lustig. Zahllose Kameraleute, die sich irgendwann einmal eine EB Kamera gekauft oder geleast haben, sind Kleinunternehmer geworden, die ihr Gerät samt Zwei-Mann-Team zu Dumpingpreisen anbieten. Bei der großen Konkurrenz kann man, was die Aufträge angeht, kaum wählerisch sein.

     

    Auftraggeber und Lieferanten

    Längst nicht alle Nachrichtenbeiträge werden im Auftrag der Nachrichtenredaktionen gedreht. Oft entstehen Aufnahmen auch aus Eigeninitiative von Freelancern oder Privatleuten. Ihre potenziellen Käufer, die Magazine der Privatsender setzen voll auf effektvolle, vorzugsweise spektakuläre Bilder, Interviews sollen möglichst unter 20 Sekunden Länge bleiben.

     

    Die Promoreporter

    Die Sparmaßnahmen der Sender, aber auch intensive, erfolgreiche Tätigkeit diverser PR-Agenturen machen auch Clips, die mit einem klaren, werblichen Charakter im Auftrag von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Agenturen hergestellt werden, zur beliebten Bereicherung der Nachrichtensendungen. So finden inzwischen auch Schönheitswettbewerbe, Kinostarts oder Modenschauen ihren Weg in die Nachrichtensendungen und Magazine. Selbst die skandalösesten Enthüllungen über Stars und Sternchen werden nicht immer von TV-Redaktionen in Auftrag gegeben. Auch die Plattenverlage oder Agenturen der scheinbar Ertappten, lassen ENG-Teams für sich arbeiten.

     

    Die Filterer

    Die Fälle, in denen Reporter direkt aus Kriegsgebieten unter Einsatz ihres Lebens (z. B.Vietnamkrieg) berichten, sind rar geworden. In jüngeren Kriegszeiten liefern die Medienabteilungen der Armeen die Erfolg vermittelnden Videoaufnahmen gleich selbst mit. Aufnahmeteams der Armeen, geschult auch in psychologischer Kriegsführung, sind jedoch keine Garanten objektiver Berichterstattung. Aber auch diverse Regierungen liefern offizielle Erklärungen ihrer Staatsoberhäupter vorzugsweise selber an.

     

    Die Fledderer

    Einige Teams haben sich darauf spezialisiert, Unfälle aller Art zu dokumentieren. Der gute alte Polizeifunk, aber auch gefällige Informanten sind die Quellen, aus denen diese brandaktuell die Orte von Bränden, Unfällen und Tragödien erfahren. Da treffen dann z. B. kurz nach den Rettungskräften etwa zwei junge Damen in orangen Overalls und mit der Betacam auf der Schulter ein und drehen Unfallopfer ohne jede Schamgrenze von allen Seiten. Dass die beiden weisungsgebundene Praktikanten sind, entschuldigt das Fehlen jeder Sensibilität kaum. Aber auch als One-Man-Show-Variante gibt es diverse Schauerfilmer im ganzen Land, welche ihre aktuelle Ware bereits auf dem Weg zum Unfallort telefonisch den Newsredaktionen anbieten.

     

    Die Kamerazeugen

    Die weite Verbreitung handlicher Videokameras für Amateure sorgt dafür, dass bei zahllosen Ereignissen mit Nachrichtencharakter nicht nur Augenzeugen anwesend sind, sondern auch durchaus sendefähige Videoaufnahmen entstehen. Die meisten Aufnahmen vom 9/11-Terroranschlag auf New York, die wir vermutlich niemals vergessen werden, stammen aus winzigen DV-Kameras. Inzwischen stehen mit filebasierten HD-Kameras noch kompaktere und hochauflösendere Kameras zur Verfügung.

     

    Immer häufiger arbeiten Amateure in Krisen- oder Kriegsgebieten für Nachrichtenagenturen. Über die Verantwortung welche diese Agenturen tragen, wenn sie sogar Jugendliche dafür bezahlen, riskante Videoaufnahmen und Fotos in Kriegsgebieten zu erstellen, sollte dringend diskutiert werden. Gar nicht selten lassen diese privaten Berichterstatter bei den gefährlichen Drehs ihr Leben, nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon.

     

  • Vater der Medienkritik

    Fernbedienung

    Fernbedientes Leben

    Wer immer sich heute kritisch mit den Medien beschäftigt, kommt an den Thesen des amerikanischen Medienkritikers Neil Postman nicht vorbei. Bekannt wurde der ehemalige Volksschullehrer durch Bücher wie "Das Verschwinden der Kindheit" oder "Wir amüsieren uns zu Tode". Er war nicht der Erste, der sich mit dem Einfluss der Massenmedien auf die Gesellschaft beschäftigt hat, seine kritische Brille durch die er Medien und Menschen beobachtete war jedoch besonders Düster. Und doch ist das, was heute technisch möglich ist, um so viel perfider und gefährlicher, dass seine Kritik eigentlich nur ein vorsichtiger Anfang gewesen sein kann. Die Möglichkeiten der Manipulation sind durch die Rückkanäle internetfähiger Flatscreens so mächtig und undurchsichtig zugleich geworden, dass wir in dieser Hinsicht vermutlich noch viele Enthüllungen zu erwarten haben.

     

    Blinde Technik-Gläubigkeit

    Eine seiner zentralen Ideen, die der amerikanischen Technik-Gläubigkeit diametral entgegenstand, war, dass jede technische Erfindung stets sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringe. Auch, wenn seine Thesen durchaus die Realität schon mal etwas in seinem Sinne optimierten und wichtige Aspekte etwa zur Definition der Kindheit ausblendeten, so haben Sie in jedem Fall wichtige Diskussionen entfacht. Seine messerscharfe Kritik an den westlichen Gesellschaften stellte etwa in "Amousing Ourselves to Death" die These auf, dass die staatliche Zensur früherer Jahre, also das Vorenthalten von Informationen durch das Ertränken der Menschen in belanglosen Informationen, ersetzt wurde. Die permanente Fütterung mit neuen Bildern würde zudem in den Menschen das Geschichtsbewusstsein aufheben. "Die Amerikaner wüssten alles über die letzten 24 Stunden, aber so gut wie nichts über die vergangenen Jahrhunderte" folgerte Postman.

     

    Reizüberflutung

    Als Kulturpessimist wetterte er gegen die Allmacht der Medien, die Reizüberflutung durch die Fernsehwelt, gegen Manipulation, gegen falsche verlogene Scheinwelten, welche die Menschen kritiklos und verblendet werden lassen. Den positiven Eigenschaften des Fernsehens, etwa eine Demokratisierung des Zugangs zu Informationen, der stärkere kulturelle Austausch der Nationen untereinander oder die Meinungsvielfalt, standen für ihn viel schwerwiegendere Nachteile entgegen. Während die frühere, eher von Printmedien bestimmte Gesellschaft (textbestimmte Kulturen) sich mit Inhalten in Form von Kritik, Überlegung und Diskussion auseinandersetzte, seien die visuellen Inhalte unserer bildbestimmten Kultur erst gar nicht mehr geeignet, in Frage gestellt oder diskutiert zu werden. Dies aber sei Voraussetzung für eine eigene Urteilsbildung und damit für eine funktionierende Demokratie. Schauspielernde Politiker und zu Politikern mutierende Schauspieler á la Schwarzenegger belegen eindrucksvoll, dass Techniken, die bei der erfolgreichen Vermarktung von Waschlotion greifen, inzwischen auch Wahlentscheidungen beeinflussen. Es sind eben nicht mehr Ideen, die entscheidend sind, sondern nur noch Gesichter und deren Präsentation.

     

    Frühwarnungen

    Fernsehfenster

    Sendewelten

     

    Wer mit halbwegs klarem Verstand den Sturzflug an Qualität in den Medien der letzten Jahre verfolgt, begreift, wie berechtigt viele von Postmans Warnungen gewesen sind. Gameshows, Casting-Shows, Voyerismus-Container oder Lifestyle-Geschwafel gehen tagtäglich als unangefochtene Sieger im Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer gegenüber den eigentlich wichtigen Themen des Lebens hervor.

     

    Bereits in den achtziger Jahren warnte Postman vor einer "Infantilisierung" und Trivialisierung der Gesellschaft durch die kommerziellen Fernsehsender, deren einzige Prämisse die uneingeschränkte Unterhaltung der Zuschauer sei. Die Vermittlung von Informationen oder gar Wissen würden von diesen Sendern weitgehend zurückgedrängt zu Gunsten quotenorientierter Zerstreuung. Damit einher gehe der Verlust unserer Fähigkeit, uns auf längere sprachliche Argumentationen zu konzentrieren.

     

    "Denken kommt auf dem Bildschirm nicht gut an" war eine der provokanten Theorien des Neil Postman. Auch den hochfinanzierten neuen Techniken, etwa dem interaktiven Fernsehen, stand er äußerst kritisch gegenüber. Eine Illusion des Bedeutenden werde in Zusammenhang mit diesen Technologien geschaffen, die nicht gerechtfertigt ist. Was das Problem sei, das durch die neue Technologie gelöst werde, und wessen Problem es sei, waren seine Kernfragen in diesem Zusammenhang. Er zweifelte an, dass Menschen tatsächlich 500 bis 1000 Programme sehen wollten und sollten.

     

    Wir leben durch die Medien

    Die Medien und nicht mehr die Menschen selbst, so Postman, seien es, die durch lückenloses Werbefeuer und Entertainment das bestimmen, was wir erleben, welche Erfahrungen wir machen, was wir wissen, denken, empfinden und wie wir über unsere Nachbarn denken. Unsere alltägliche Sorge, ob wir mit unserer Kleidung, Frisur und den Turnschuhen den aktuell angesagten Klassenzimmer-, Arbeitsplatz-, oder Gesellschafts-Zwängen genügen, belegt auf recht eindrucksvolle Weise, wie richtig diese These war. Neil Postman war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die menschliche Vernunft und gegen die Bevormundung durch die Medien. Seine Warnungen wurden und werden kontrovers diskutiert. Doch wie es scheint, ist der Wunsch der Menschen nach Zerstreuung und Ablenkung stärker als die Sorge um den Verlust der Kritikfähigkeit und der geistigen Freiheit.

     

  • Was in den Staaten schon seit Jahren ein kommerzieller Erfolg ist, lehrt vom 16. September 2014 an auch in Deutschland vor allem die Privatsender das Fürchten. Streaming-Dienste gibt es ja schon etliche Jahre in Deutschland, was macht den neuen Anbieter so anders?

     

    Selbstbestimmtes Fernsehen

    Dass die jungen Zuschauer kaum mehr öffentlich-rechtliches Fernsehen schauen, ist keine neue Erkenntnis. Dies beschäftigt die gebührenfinanzierten Sendeanstalten intensiv und aktuell sehen sie ihre Rettung in fragwürdigen cross-medialen Weiterführungen ihres konventionellen Programms im Internet auf unterschiedlichsten Wegen. Der Begriff des Second Screen, auf dem die jungen Zuschauer Zusatzinformationen zum Programm abrufen können, sowie die Mediatheken von ARD, ZDF, 3Sat und Arte sollen die verloren geglaubten Zuschauer wieder einfangen, bevor die klassischen Sender gänzlich der Bedeutungslosigkeit anheim fallen. Natürlich berührt die neue Konkurrenz auch die Bezahldienste wie Sky, Telekom Entertain, Kabel Deutschland, Maxdome etc. Denn die Bezahlangebote bei Netflix wildern natürlich genau in deren Kundenkreis: Zuschauer, die bereit sind für attraktive Angebote auch zu bezahlen.

     

    Was macht Netflix anders, dass diese öffentlich-rechtlichen Bemühungen eher hilflos als erfolgversprechend wirken? Nun erst einmal ist Netflix ein "Video on demand"-Anbieter, bei dem sich die Zuschauer nicht mehr vorschreiben lassen, wann sie was und wie anschauen. Sie entscheiden selbst, woran sie interessiert sind und auf welchem Bildschirm sie es anschauen.

     

    Andere Kunden interessierten sich auch für...

    Was aber Netflix so besonders macht, ist, dass hier das Zuschauerinteresse massiv analysiert (manch einer sagt auch ausspioniert) wird. Das, was also Google, Amazon & Co seit vielen Jahren tun, um die Kaufabsichten und Interessen ihrer User möglichst gewinnbringend zu lenken, nutzt Netflix, um maßgeschneidert Programme anzubieten und sogar in Auftrag zu geben, die von möglichst vielen Zuschauern gemocht werden und von ihrer Story und dramaturgischen Entwicklung her den Wünschen der Zuschauer möglichst nahe kommen. Nutzerprofile, bei denen man dem individuellen Zuschauer Angebote macht "was ihn auch interessieren könnte", werden mit speziellen Algorithmen ständig optimiert. Die Erfolgsserie "House of Cards" etwa wurde von Netflix hergestellt und erfreute sich großer Beliebtheit. Und Netflix Germany will auch in Deutschland produzieren lassen.

     

    Ein Privatsender darf das, darf sich dem Geschmack einer Mehrheit anpassen, darf den gemeinsamen Nenner suchen. Öffentlich-rechtlichen Sendern aber würde es gut anstehen, diesem Ansatz gerade nicht zu folgen. Denn der Geschmack einer Mehrheit ist nicht zwingend auch gut und nicht zwingend das, was die Gesellschaft braucht, fördert und weiterentwickelt. Übertragen auf die Ernährungsindustrie würde die Mehrheit auch eher für zuckertriefende Limonaden voten als für gesunde, frische Säfte oder gar pures Wasser. Das Auftauchen von Netflix und anderen VOD-Diensten sollte also auch Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Sender haben, ihre eigentlichen Verpflichtungen genauer zu überprüfen. Nur so und nicht durch noch mehr Annäherung an das Niveau der Privatsender lässt sich auf längere Sicht der Einzug von Fernsehgebühren rechtfertigen. Man darf also gespannt sein.

     

  • Film im Internet

    Videowall

    Videowall für Sportübertragung

    Sie sind auf dem Vormarsch und gestalten die Medienwelt erheblich um:

    Filme bzw. TV-Programme werden über ein weltweites Netz verbreitet, das Internet.

     

    Eines der zahlreichen Nadelöhre auf dem Weg zu Internet-TV sind die Übertragungsbandbreiten. Die Verbreitung von DSL- Zugängen hat inzwischen fast alle Internet-Haushalte erfasst. Allerdings sind die maximal möglichen Übertragungsraten sehr relativ. Oft begrenzen die Programmanbieter bereits die Geschwindigkeit, um ihre Leistungsfähigkeit möglichst viele Datenstreams bereit stellen zu können, nicht zu gefährden.

     

    Datenschmelze

    Um die zu bewältigende Datenmenge Internet-gerecht zu reduzieren, werden verschiedene Techniken angewandt:

     

    1. Reduktion der Auflösung
      Je weniger Pixel (Bildpunkte) gespeichert werden, desto unschärfer, aber auch platzsparender wird das Bild
    2. Reduktion der Bildwechselfrequenz
      Die Anzahl der Bilder pro Sekunde wird reduziert, um weiter Platz einzusparen. Besonders Webcams, die mit 5 bis 1 Bildern pro Sekunde oder noch weniger die Datenflut begrenzen, arbeiten damit. Film kann man das allerdings kaum noch nennen.
    3. Kompression der Bildinformationen Es gibt zahlreiche Algorithmen (Codecs), die mehr oder weniger erfolgreich versuchen, Bildinformationen, die das menschliche Auge nicht oder kaum wahrnimmt, wegzulassen, um so die Datenmenge weiter zu reduzieren. Wer glaubt, dass mit HD, 2K oder 4K immer mehr Daten durch die Kabel wandern, der täuscht sich, vor allem die Datenkompressionen werden effizienter. Allerdings ist das Dekodieren effizienterer Codecs meist rechenintensiver. Man braucht schnellere Prozessoren.

     

    Download-Techniken

    Daneben finden auch verschiedene Techniken Anwendung, um den Datenverbrauch des Tons so niedrig wie möglich zu halten.

    Noch nichts zu sehen? So langsam und qualitativ schlecht war Streaming Video zu Beginn

    Eine Möglichkeit ist, dass der Benutzer Videodateien downloadet, z.B. als MPEG-1, MPEG-2 oder MPEG-4 oder in den verbreiteten AVI- oder QuickTime-Formaten.
    Diese Videos können – einmal gedownloadet - mithilfe von Software-Playern von der Festplatte beliebig oft wieder abgespielt werden.

     

    Wo sich vor einigen Jahren noch durch die relativ geringe Übertragungsgeschwindigkeit winzige Datenmengen quälten und trotz starker Datenkompression nur qualitativ schlechte Bilder möglich waren, sind heute Programme in HD Sendequalität zu sehen.

     

    Kompressionsverfahren

    Es gab und gibt zahlreiche Projekte, speziell für das Web entwickelte Miniserien zu präsentieren. Und alle größeren Softwareentwickler für nichtlineare Computerschnittplätze entwickelten Softwarelösungen, um moderne, qualitativ hochwertige Kompressionsverfahren in ihre Schnittlösungen zu integrieren.

     

    Besonders viel Energie und Geld investieren Programmanbieter in Maßnahmen, die verhindern sollen, dass die Filme auf Festplatte zwischengespeichert werden können. Doch wie bei der Fabel vom Hasen und dem Igel haben Hacker es bisher immer wieder geschafft, Schutzmechanismen zu knacken. Damit wurden all die Investitionen, die letztlich die zahlenden Kunden finanzieren müssen, wieder obsolet.

     

    Besonders die Inhaber der Filmrechte möchten private Kopien verständlicherweise verhindern, Über die grundsätzliche Realisierbarkeit eines „sicheren“ Kopierschutzes bestehen zwar berechtigte Zweifel, aber die Industrie hat es bisher immer verstanden, es den Konsumenten schwer genug zu machen, damit sich die Anzahl illegaler (und auch legaler, privater) Kopien in Grenzen hält.

     

    Media-Streaming

    Die bisherige Lösung hierfür heißt Streaming Video, oder auch Media-Streaming. Das ist die gleichzeitige Übertragung von Video, Ton und Daten in einem gleichmäßigen Datenstrom, der von einem Server abgegeben und beim User abgespielt wird.

     

    Man unterscheidet hier “Progressive Streaming“ und “Realtime Streaming“. Beim Progressive Streaming werden zunächst Daten auf den Computer downgeloaded. Ab einer bestimmten Datenmenge als Puffer beginnt der Player, das Video abzuspielen. Durch die zeitliche Verzögerung kann man nur Videos auf diese Weise übertragen, Life- Übertragungen sind nicht möglich.

     

    Beim Realtime Streaming haben wir es mit einer Übertragung in Echtzeit zu tun, ohne Vorlauf und Puffer. Hier sind die Ansprüche an den Übertragungsweg höher. ADSL und TDSL sind hier angesagt. Dann sind auch Life-Events (Konzerte, Ereignisse etc.) übertragbar.

    Wichtig hierfür sind vor allem Breitband-Netze und hochwertige Kompressionsverfahren, welche die Datenmengen reduzieren, ohne die Qualität sichtbar oder hörbar leiden zu lassen.

     

    Der von der Moving Pictures Expert Group entwickelte MPEG-4-Standard ist ein  Kompressions- und Übertragungs-Verfahren, das Multimedia, besonders aber Video, durch Netze auch geringer Bandbreite schicken soll, aber gleichzeitig auch für künftige Breitband-Anwendungen geeignet ist. Erreicht wird dies, indem die Datenmenge variabel ist. Ein Film etwa kann also, abhängig vom empfangenden Netz, in unterschiedlichen Bandbreiten übertragen werden. Eine zukunftssichere Strategie, der auch andere Hersteller, wie z. B. Real Technologies, durch Eigenentwicklungen Rechnung tragen.

     

    Beispiel: Earthship.tv, Site vom Bruder (John-David) des Titanic Regisseurs James Cameron

    Der britische Sender Channel 4 sendet seit Ende Juni 2006 sein tägliches Programm auch via Internet, zunächst allerdings nur die Eigenproduktionen und nicht etwaige Serien, die angekauft wurden.

     

    Earthship.tv Site vom Bruder (John-David) des Titanic Regisseurs James Cameron
    Channel 4 Der britische Sender Channel 4 sendet seit Ende Juni 2006 sein tägliches Programm an Eigenproduktionen auch via Internet.
    MyVideo MyVideo beginnt in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 60 Filmen in voller Länge, die durch Werbung unterbrochen werden,
    MSN Video Kinofilme. Am Anfang und danach alle 10 Minuten wird Werbung geschaltet.
    Joost Zu Beginn läuft Werbung, danach ähnliche Titel wie bei MSN Video und MyVideo
    Zattoo Internet Fernsehen mit diversen freien TV-Programmen für Leute ohne Fernseher
    Videoload Videoload betreibt neben dem kostenpflichtigen Service auch ein Gratisangebot mit hauptsächlich älteren und unbekannteren Streifen. Zu Beginn des Filmes wird Werbung eingeblendet. Zu einigen Titeln gibt es auch Making-ofs zu sehen.
    MYSPASS:de Die Produktionsfirma Brainpool zeigt auf dieser Seite Folgen eigener Fernsehsendungen (z.B. Stromberg, Pastewka, TV Total...)
    archive.org Die Seite ist auf Klassiker spezialisiert. Es sind aber auch ältere Interviews und Werbespots zu sehen. Insgesamt stehen mehrere Tausende Titel zur Verfügung
    YouTube YouTube zeigt auf seinem offiziellen Filmkanal vorwiegend ältere Spielfilme. Ungewöhnlich für ein legales Streamingportal: Die Auswahl an verfügbaren FSK 18-Titeln ist relativ hoch.
    Bild.de Einige wenige unbekanntere Filme finden sich auf der Seite Bild.de. Wie im Fernsehen sind Filme mit höheren Altersfreigaben erst ab 22.00 Uhr zu sehen. Finanziert wird das Angebot durch Werbeeinblendungen zu Beginn des Filmes.
    Maxdome Das Gratisangebot von Maxdome wartet mit über 50 Filmen auf. Allerdings ist eine Registrierung beim Portal nötig, auch für das Gratisangebot.
    ARD, ZDF, RTL In ihren Mediatheken präsentieren die Sender hauseigene Produktionen gratis.
    Netflix Günstiger Pay-TV Kanal über Internet
    amazon prime Über 12000 Titel, nahezu alle US Serien usw.
    Videoload Für Kunden des Telekom-Angebots "Entertain", über 15000 Titel
    Watchever Tausende Filme, meist Archivware

     

    Player

    Nicht immer sind die von den Betriebssystem-Herstellern mitgelieferten Player, in der Lage, die Codecs abzuspielen. Als besonders vielseitig und zudem offen in der Struktur gilt der M-Player, den man kostenlos downloaden kann. Download unter: M-Player Noch leistungsfähiger und ebenfalls frei ist der VLC Media-Player.

     

    Wenn ein Film nicht abgespielt werden kann, helfen Programme, herauszufinden, welcher Codec fehlt und wo man ihn beschaffen kann. Zu empfehlen ist GSpot. Ebenfalls sehr mächtig und vielseitig: FFDShow.

    (Zu allen Links gilt wie immer: MC haftet nicht für den Inhalt externer Seiten)

     

    Erfolg kann teuer werden

    Wer über das Web Streaming-Angebote vertreibt, bekommt ziemlich rasch ein weiteres Problem des Internets zu spüren: Jeder Kunde stellt eine neue Internet-Verbindung zum Server dar, wenn also 500 Kunden einen Film anschauen, müssen 500 einzelne Verbindungen einzelner Rechner zum Server über das Internet hergestellt werden. Während dies für reine Textseiten noch handhabbar ist, entsteht bei Video und Audiodaten ein erheblicher Datenstrom. Damit das funktioniert muss kostspielige Hardware eingekauft und / oder beim Provider für den entsprechenden "Traffic" kräftig bezahlt werden.

     

    Neues Protokoll, neue Möglichkeiten

    Ein besonderes Problem für die Übertragung von Filmen via Internet stellt das bisherige Protokoll dar, nach welchem Datenpakete vom Programmanbieter zum Kunden gelangen. Das aktuelle Internet-Protokoll stammt aus dem Jahre 1973 und war nicht ausgelegt auf die Übertragung von Filmen und Tönen.

     

    Die logische, der Bilderfolge eines Filmes entsprechende Datenübertragung kommt darin gar nicht vor. Bisher werden Daten ohne vorgeschriebene Reihenfolge über das Internet transportiert, ein Verfahren, welches man beim Aufbau beliebiger Webseiten beobachten kann. Mal ist der Text schon komplett und die Werbebanner auch, aber die einzelnen Fotos brauchen noch etwas länger. Für Filme oder Audiosignale ist es natürlich verheerend, wenn die Informationen nicht in der richtigen Reihenfolge und mit unterschiedlicher Verzögerung eintreffen. Verspätete Datenpakete sorgen für Verzögerungen, für das gefürchtete Stottern oder Aussetzen des Internetradios oder Videostreams.

     

    Momentan wird an einem neuen Standard gearbeitet, der neben der Erweiterung von möglichen IP-Adressen (begrenzt u.a. die Zahl der Domains) genau diese Probleme lösen soll und den Streaming-Media endgültig zum Durchbruch verhelfen soll. Das Protokoll heißt IPv6 und wird den einzelnen Datenpaketen im so genannten Header Prioritäten zuweisen. Damit erkennen die Router welche Daten bevorzugt transportiert werden müssen.

     

    So werden Streaming-Daten gegenüber normalen Webseiten-Informationen bevorzugt transportiert und die Wartezeiten für das Internet-Kino oder Fernsehen drastisch verringert.

     

  • Nachrichtenflut

    Es ist schon beeindruckend, wie die Nachrichten-Frontmen und -Frontwomen sich durch die täglichen Nachrichtenfluten manövrieren. Nachrichtenstudios funktionieren inzwischen fast vollständig computergestützt und zwar auf allen Ebenen. Zentrale Server und Workstations sind über Netzwerke miteinander verbunden. Verschiedene ineinander greifende Softwaremodule erlauben die Abwicklung aller notwendigen Arbeitsschritte.

     

    Die Nachrichteninformationen werden zusammen mit Grafiken und Filmbeiträgen digital gespeichert und in so genannten Newsroom-Datenbanken verwaltet. Nachrichtenredakteure können mit Steuer-Programmen schnell durch die einzelnen Themen navigieren und diese bei Bedarf beliebig umstellen oder aktualisieren. Der zeitliche Ablauf und die inhaltliche Anordnung von Videoteilen, Grafiken, Kommentaren etc. des Beitrags werden miteinander über eine Identifikations-Nummer (ID) mit dem Inhalt verknüpft. Dieser Arbeitsbereich nennt sich “Sendeablaufsteuerung“.

     

    Signalquellen

    In professionelle Systeme sind alle denkbaren Formate und Signalquellen integrierbar, ganz gleich ob Text, Bild oder Ton – von Beta, CD, DVD, Festplatte, Telefon oder per Live-Signal vom Satelliten. Über Machine Control können digitale und analoge Geräte wie Cart Machine, Titelgenerator oder Standbildspeicher gesteuert werden. Aktualisierungen und Umstellungen sind in kürzester Zeit per Mausklick realisierbar. Die Zeiten, in denen das ganze Studio ins Schwitzen geriet, weil der vorbereitete Ablauf umgeworfen wurde, sind vorbei. Journalisten können an einem einzigen Arbeitsplatz die Beiträge schreiben, redigieren, umarbeiten und passendes Videomaterial auswählen und in den Ablauf integrieren.

     

    Die Zeiten, in denen es fester Bestandteil der Sprecherausbildung war, möglichst geschickt vom Blatt abzulesen und den Blick aufs Manuskript möglichst geschickt auf die Texte zu verteilen, sind lange vorbei. Selbst besonders aktuelle “Breaking News“ werden nicht mehr in der laufenden Sendung als Zettel reingereicht oder vom Assistenten neben der Kamera auf großen Schrifttafeln hochgehalten. Die Nachrichtentexte können menü- und zeitgesteuert auf den Teleprompter (Gerät zur Projektion von Texten auf eine Glasplatte vor der Kameraoptik, von der man mit Blick in die Kamera ablesen kann; die Moderatoren schauen nur zur Illusion des Lesens vom Manuskript ab und an auf ihr Blatt auf dem Pult) gegeben werden, wo sie sekundengenau für die Moderatoren im Studio zur Verfügung stehen.

     

    Die im Hintergrund eingestanzten Bildmotive (Grafiken oder aus dem Standbildspeicher) werden natürlich ebenfalls aus der Datenbank gesteuert auf den Bildmischer (Gerät zum Kombinieren oder Blenden von Videosignalen) gegeben, ebenso zusätzliche Meldungen, Infos oder Börsenkurse als Laufbandschrift. Auch auf Archivmaterial kann per Stichwortsuche in kürzester Zeit zugegriffen werden. Nachrichtencutter (oft die Journalisten selbst) können rasch festlegen, welcher Teil des Filmmaterials verwendet werden soll und diesen in das aktuelle Projekt einbinden. Ein integriertes Schnittsystem ermöglicht die freie Gestaltung und Kombination des aktuellen und archivierten Materials.

     

    Automation

    Auf diese Weise wird der komplette Ablauf der Nachrichtensendung festgelegt und kann in der Simulation offline betrachtet werden. Durch weitgehende Automatisierung vieler anfallender Aufgaben können relativ wenige Personen eine komplette Nachrichtensendung fahren. Wird für eine bestimmte voreingestellte Zeit kein Bildsignal geliefert, kann automatisch auf ein Notprogramm geschaltet werden. Wie blind sich die Moderatoren und die Regie auf diese Systeme verlassen, zeigt sich immer dann, wenn irgend ein Beitrag überraschend nicht abgespielt wird oder Manuskript und Bildhintergrund nicht übereinstimmen. Dies sind die seltenen Momente, in denen wieder hinter der perfekten Nachrichten-Maschinerie ein wenig die Menschen durchschimmern.

     

  • Mit einem Abschlussfeuerwerk ging die Olympiade zu Ende und mit ihr ihre frühere mediale Allmacht

  • Der Journalist Deniz Yücel wurde am 14.2 2017 in der Türkei festgenommen und befindet sich ohne Anklage in Untersuchungshaft. Am 16.2 wurde seine Entlassung bekannt gegeben.

  • Warum Fernsehen so ist, wie es ist

     

    Erklärungsversuche

    Privatfernsehen

    Nachmittags-Highlights des Privatfernsehens

     

    Jahrelang haben sie tatenlos zugeschaut, wie die Qualität eines der einstmals besten Fernsehprogramme der Welt immer mehr abstürzte, man konnte es förmlich spüren, weil man immer öfter wegsehen, abschalten musste, um nicht daran zu verzweifeln. Immer weniger Menschen wollen den "Mist", "Schrott", "Trash" oder wie sonst das so genannte Programm betitelt wird, noch gerne sehen, viele schauen nur noch aus Gewohnheit Fernsehen an.

     

    Vielfach läuft der Apparat auch nur zur akustischen Untermalung, als Placebo gegen die Einsamkeit der vielen Singles oder jener, die sich nichts mehr zu sagen haben. Längst hat zudem eine Bewegung das Land erfasst, derer, die selbst bestimmen, wann und was sie anschauen. Eine Generation, die sich weder von der so genannten Grundversorgung, noch den angeblich so jungen, frischen Privatsendern berücksichtigt fühlt.

     

    Free TV als Verkaufsargument

    Das Schwächeln der TV-Sender macht den Siegeszug von DVD, Internet und von Pay-TV-Angeboten überhaupt erst möglich. Lange Jahre wurde dem Pay-TV in einem Land mit so vielen frei zugänglichen, qualitativ hochwertigen Sendern keine profitable Zukunft vorausgesagt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Längst sind auch die Öffentlich-Rechtlichen im Strudel belangloser Formate angekommen und machen damit Pay-TV attraktiv. Zudem wechseln die Privatsender ihre Programmverantwortlichen beinahe genau so oft wie ihre missglückten Programmformate. Eine Linie oder gar ein Konzept jenseits dem der Gewinnmaximierung kann so gar nicht erst entstehen.

     

    Information, Emotion, Sensation

    Statt erzählter, durchdachter und dramaturgisch optimierter Geschichten werden uns Programme in Gestalt von "Reality"-Formaten vorgesetzt, deren einzige Dramaturgie aus Wettkampfvariationen, Ekelfaktor oder Denunziation besteht. Ganz gleich ob "Hire or Fire", "Kämpf um Deine Frau" oder "Juda's Game", das Kindergeburtstags-Topfschlagen ist längst in der Primetime angekommen. Ewig jung gebliebene, permanent gebräunte TV-Manager durchwandern einen Schleudersitz-Posten nach dem anderen, wechseln beliebig die Produzenten- oder Programmeinkäufer Seite und produzieren an all ihren Wirkungsstätten ein inhaltliches Vakuum. Ab und an lächeln sie einem aus Fachzeitschriften entgegen, wenn wieder ein angeblich völlig neues innovatives Format aus den Bereichen "Doku-Soap", "Reality Magazine" oder "People Watching" gelauncht wird, und erklären wenig später nach dem grandiosen Scheitern, dass der enorme Kostendruck zu mangelnder Qualität geführt habe.

     

    Gleichzeitig findet ein völlige Vermischung von Authentischem und Fiktivem statt, werden Nachrichten und Magazine gefällig aufgepeppt, und inszenierte Inhalte pseudodokumentarisch präsentiert. Die Glaubwürdigkeit wird dem kurzzeitigen Aufmerksamkeitskitzel geopfert.

     

    Inszenierte Banalität zur Prime Time

    Nein, es gibt keine höhere Gerechtigkeit, keinen Oberaufseher der Fernsehkultur, der sagt, diese oder jene Produktion war von hoher Qualität. Es gibt nur die hilflos Balken und Diagramme produzierenden Auswertungen von Vergleichsgruppen, sowie die faktisch ungehörte Film- und Fernsehkritik. Doch es gibt handfeste Gründe für den Niedergang der heimischen Fernsehkultur, bekannte, aber auch überraschende. Eine Trendwende kann von passiven, alles ertragenden Zuschauern jedenfalls nicht eingeleitet werden. Anders als bei Kino, Konzert oder Theater, gibt es beim Fernsehen keinen direkten Zusammenhang zwischen der Bezahlung der Programminhalte und der Zufriedenheit der Zuschauer. Die Fernsehgebühren werden immer eingezogen, ganz gleich, ob Zuschauer fernsieht oder nicht, und die Werbeindustrie investiert für den gesehenen Spot, nicht dafür, dass die Qualität des Rahmenprogramms gut war oder nicht. Entscheidend ist lediglich, wie viele Zuschauer den Kanal eingeschaltet haben, ganz gleich, ob sie die Qualität oder nacktes Entsetzen, was alles über den Sender geht, dazu bewegen.

     

    Mechanismen

    Viele Fernseher

    Programmvielfalt?

    Bei den Privatsendern, die Fernsehen nicht etwa zur Erbauung der Zuschauer ausstrahlen, sondern einzig und allein zur Generierung von Werbeeinnahmen, ist der Zusammenhang zwischen Ursache und der bekannten dramatisch reduzierten Programmgüte am einfachsten zu erklären. Aufsichtsräte geben den Druck, dass der Sender die geplante Rendite abwirft, an ihre Abteilungsleiter und diese an ihre Redakteure weiter. Gesunkene Werbebudgets ziehen sinkende Werbepreise nach sich, wodurch letztlich die nach Tausender-Kontakt berechneten Werbepreise die Aufmerksamkeit der Zuseher generieren, ist von absolut untergeordneter Bedeutung. Hauptsache, die Quote stimmt und die Herstellungskosten des Programms sind niedrig.

     

    Niedrige Herstellungskosten sind heutzutage nur ein anderes Wort für Reality-TV, für Sendungen, die im Zweifelsfall mit Mini-DV gedreht und auf einem Heimcomputer geschnitten werden können. Verkürzte Optimierung und Preproduktion sind weitere elementare Sparmaßnahmen am falschen Punkt. Ein zweifelhafter Weg für Produzenten, auf den Kostendruck zu reagieren. Wo keine Zeit und keine Schonfrist für neue Sendungen existiert, wird gerne auf Sicheres zurückgegriffen. Was liegt da näher, als erfolgreiche Produkte der Konkurrenz zu kopieren? Dass damit aber zugleich eine Übersättigung der Zuschauer an immergleichen Sujets einher geht, will keiner der Plagiateure wahrhaben. Da gibt es dann eben viele Superstar-Sucher, außerhalb der Zivilisation-Überleber oder Rollentauscher.

     

    Quotensklaverei

    Auch die öffentlich-rechtlichen Sender fügen sich ohne Not (schließlich werden sie weitgehend durch Fernsehgebühren finanziert) dem Diktat der Einschaltquoten. Selbst Redakteure relativ anspruchsvoller Programminhalte, wie etwa des Kleinen Fernsehspiels im ZDF, werfen selbstverständlich morgens, wenn sie ihren Bürocomputer einschalten, erst einmal einen Blick auf die Einschaltquoten. Die Erkenntnis, dass man Zuschauer auch an schlechte Programmqualität gewöhnen könnte, oder dass Film- und TV-Kultur genau wie eine Lesekultur entwickelt und vermittelt werden muss, wird beinahe gänzlich den Balkendiagrammen der einschlägigen Monitoring-Verfahren geopfert. Ob es Anpassung, Feigheit, Beziehungsgeflechte mit Produktionsfirmen, mangelndes Qualitätsbewusstsein oder simpler Druck der Vorgesetzten sind, die viele Redakteure allzu anspruchslos haben werden lassen, kann dem Zuschauer einerlei sein.

     

    Einzig Arte oder 3Sat erlauben sich und vor allem den Zuschauern noch ab und an den Luxus, die angebliche Unabhängigkeit und den Kulturauftrag eines öffentlich-rechtlichen Programms auch in Form von qualitativ hochwertiger Programmgestaltung erleben zu können. Bei ARD und ZDF nimmt die Zahl hochwertiger Eigen- und Koproduktionen stetig ab, Lichtblicke sind bestenfalls einige starke Kinofilme, von denen die Besten vorzugsweise nach Mitternacht gesendet werden.

     

    Senderfamilien, Produzentenfamilien

    Die Familie ist ein dehnbarer Begriff, wie einem aus den Filmen über das organisierte Verbrechen bekannt ist. Nun als Familie verstehen sich auch die vielen Tochter-, Schwester- und Enkelfirmen der Fernsehsender, die welch zufälliges Zusammentreffen, mit höchster Kontinuität Produktionsaufträge von ihren Mutter-Fernsehsendern erhalten. Diese freundliche Auftragssicherheit, die in anderen Branchen längst das Kartellamt auf den Plan gerufen hätte, führt dazu, dass die Produktionsfirmen in einem konkurrenzfreien Raum ihre TV-Movies abspulen können. Sie müssen keine hohe Qualität oder Kreativität beweisen - der nächste Auftrag kommt, selbst wenn man Mittelmaß oder Schlimmeres abliefert, mit Sicherheit. Wem fällt noch auf, wenn manche Redakteure aus Produktionsfirmen kommen und nach ihrer oft kurzen Umlaufbahn in den Sendern wieder in die Produktionsfirmen zurückwechseln? Nicht die besten Filme, sondern die besten Beziehungen bestimmen einen großen Teil der vergebenen Aufträge. Die neuen Technologien, die DVD und das Internet, werden den Zuschauern Instrumente an die Hand geben, zumindest, wenn sie es wollen, der Programmeinfalt zu entfliehen und sich selbst zum Programmveranstalter zu machen.

     

  • Vorstandschef Thomas Ebeling verlässt Ende Februar 2018 die Sendergruppe, wie man in solchen Fällen gerne formuliert, "einvernehmlich". Krise oder Neubeginn für die Sender?

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Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm