Kopierwerk

  • Im Rahmen der "Tage der Regie" diskutierten Kameraleute, Regisseure/innen und Produzenten über die Magie von analogem Film und heutige Möglichkeiten, damit zu produzieren

  • Drehteam 500Wie sieht eigentlich die Übersichtsseite bei Filmkalkulationen aus?

  • Das Kalkulationsprogramm

    So manche Produktionsfirma wurde von einem einzigen Film in einen bodenlosen Abgrund hineingestürzt, ohne dass etwa ein überhöhtes Drehverhältnis, ein unfähiger Regisseur oder eine längere Drehzeit die Ursache waren.

    Ursache war vielmehr eine fehlerhafte Kalkulation. Und das kann, da der Produzent für alle Überziehungen haftet, eine ganze Firma vernichten.

    Computer sind aus Filmproduktionen heute nicht mehr wegzudenken, sodass diverse Programme, die leider oftmals nicht aus der Produktionspraxis sondern aus Programmierschmieden stammen, sich anschicken, dem Produzenten unter die Arme zu greifen.

    Aus der Produktionspraxis entstammt CineCalc, eine Mustervorlage für Microsoft Excel, die einfach zu bedienen ist und den Richtlinien des FFA-Kalkulationsschemas entspricht. Die Bedien-Grundlagen geben zugleich wichtige Informationen zur Filmkalkulation allgemein.

     

     

     

    Professionelles Kalkulieren

    Jahrelange Entwicklung und Optimierung an professionellen Produktionen haben CineCalc seine große Praxisnähe verschafft. Bis zu drei zu getrennte Ländereffekte lassen sich gleichzeitig ausweisen; für Vorbereitungs- und Drehphase lassen sich unterschiedlich hohe Gagen kalkulieren. Zudem vermittelt die professionelle Oberfläche bei Institutionen, Kunden, Förderungen und Fernsehanstalten das nötige Maß an Seriosität.

    Ganz gleich, ob bei erfolgreichen Einreichungen für Förderungen, Koproduktionen mit Fernsehanstalten oder Abschlussprüfungen durch Treuhandunternehmen, die Kalkulation hat sich stets bewährt. Neue planerische Erfordernisse aus konkreten Projekten haben direkten Eingang in das Programm gefunden.

    Durch eine möglichst vorausschauende und intuitive Abfrage der wichtigsten Kostenfaktoren eines Filmes, der Erfahrungen zahlloser Projekte zugrunde liegen, wird mit CineCalc eine realistische und damit professionelle Kostenplanung möglich.

    Aus Basisinformationen wie Programmlänge, Drehverhältnis und Format generiert das Programm automatisch die für die Kostenrechnung erforderlichen Werte.

    Der bewährte Aufbau ist zugleich wertvolle Prüfliste für die unzähligen Kostenpositionen, die bei einem Film auftreten können. Voraussetzung bleibt Ihre präzise Analyse und Einschätzung von Drehbuch, Gestaltungsabsicht und Aufwand.

     

    FFA

    Grundlage für CineCalc ist das so genannte FFA-Formular, allerdings um unzählige Differenzierungen und Anlagen erweitert, die alle nach dem Übersichtsblatt „Zusammenfassung“ folgen.

    Auf diese Weise bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie lediglich die Standard-Formularseiten an Fördergremien, Fernsehanstalten oder Auftraggeber weitergeben oder einzelne bzw. sämtliche Anlagen hinzufügen wollen.

    Einige Bereiche werden sinnvollerweise pauschaliert. Niemand erwartet von Ihnen, dass jedes Stück Obst ihrer Setdekoration oder jede Schraube in der Kalkulation einzeln aufgeführt wird. Aber man erwartet von Ihnen realistische Werte, die sowohl der Prüfung als auch der späteren Kostenwirklichkeit standhalten.

    Drop-down-Zellen bieten automatisch sinnvolle Werte zur Auswahl an, was nicht nur praktisch ist sondern auch Fehler vermeiden hilft.

    Ganz nebenbei bietet Ihnen CineCalc auch die Möglichkeit, von einem vorgegebenen Budgetrahmen aus das Geld auf die einzelnen Positionen zu verteilen, um planen zu können, wie viel Sie den einzelnen Bereichen an Etat zugestehen können.

    Es soll auch schon Produzenten gegeben haben, die über ein zu großes Budget verfügt haben, und mit dieser Methode durch gezielte Eingaben hier und da die Kosten so lange hochgerechnet haben, bis das überhöhte Budget erreicht war. Auch munkelt man, dass manche Produktionen bemüht sind, ihre Budgets geringfügig auszuweiten, um auf diese Weise die H.U.s, die prozentual vom Gesamtbudget abhängen, entsprechend stattlich zu gestalten.

    Die Förderungen haben dagegen, zumindest bei den höheren Etats, in Form von Sonderregeln gewisse Schranken gegen Missbrauch vorgesehen. Außerdem lassen sich Auftraggeber wie Fernsehsender etc. auch nicht so einfach überhöhte Budgets abknöpfen.

    Aber eigentlich soll CineCalc Ihnen helfen, realistische Kalkulationen als Grundlage für eine Produktion zu erstellen und keine Mogelpackungen...

  • Geraubte Filme ?

    Piraten von heute brauchen keine Schiffe mehr...

    Piraten von heute brauchen keine Schiffe mehr...

    Eine FFA-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass etwa fünf Millionen "Schwarzbrenner" in Deutschland pro Jahr mindestens einen Film illegal kopieren. Es ist noch nicht lange her, da lud uns die Industrie ausdrücklich dazu ein, Kopien herzustellen. Wer dieser einstmaligen Einladung heutzutage folgt, ist vor allem eines: ein Pirat.

     

     

    Historisches

    Spätestens seit Phillips in den 60er Jahren den Kassettenrekorder auf den Markt brachte und die HiFi- Branche jahrzehntelang Werbung damit machte, auf welch wunderbare Weise man sich Musik von Schallplatte für die Musikkassette selbst zusammenstellen könnte, wuchs eine Generation von Anwendern heran, die von diesen Möglichkeiten Gebrauch machte und viel Geld in eben diese Technik investierte. Je weniger "Qualitätsverlust" man bei diesem Vorgang in Kauf nehmen wollte, desto teurer war die entsprechende Hardware, waren die passenden High-Grade Leerkassetten. Die Branche verdiente prächtig daran; selbst die Musikkonzerne und die Musiker erhielten durch die Leerkassetten- und Geräteabgabe an die Gema beachtliche Summen. Die Hardwarehersteller verdingten sich häufig zugleich als Plattenkonzerne, wie etwa Sony oder Phillips und schöpften so auf allen Seiten die Gewinne ab.

     

    Tapfer machten die Konsumenten auch den Wechsel von der analogen zur digitalen Welt mit, warfen die alten Plattenspieler raus, kauften CD-Player, DAT, Minidisk oder CD-Rekorder um wie gewohnt, ihre Zusammenstellungen selbst vorzunehmen und wurden, ohne es so richtig zu bemerken, über Nacht zu Kleinkriminellen. Sie hatten nämlich übersehen, dass Kopien, die ohne Qualitätsverlust entstehen, also 1:1 und digital, Teufelszeug sein sollen. Beinahe auf gleiche Weise wurde das Kopieren von Filmen über Nacht kriminalisiert. Die gleiche Branche, die sogar Doppel-Videorekorder auf den Markt brachte, die keinem anderen Zweck als der Kopie dienen, kriminalisierte ihre Kunden mit der Einführung der (digitalen) DVD.

     

    Widersprüchliches

    An dieser Doppelstrategie hat sich mit der Digitalisierung nichts geändert. Der Unterhaltungsgigant Sony liefert sowohl Programminhalte, die unter gar keinen Umständen kopiert werden sollen, als auch Geräte, die genau dies bewerkstelligen können. AOL-Time-Warner liefert einerseits jede Menge Filme und Musik-CDs, verdient aber zugleich massiv an den Online-Kunden, die diese möglicherweise über die firmeneigenen Internet-Leitungen illegal downloaden. Besonders pikant ist der permanente Widerspruch, dass die Verwertungsgesellschaften einerseits von den CD- und DVD-Brennerherstellern Abgaben für Privatkopien kassieren wollen, diese aber andererseits ja illegal sind und durch entsprechende Schutzmaßnahmen verhindert werden. Einerseits soll der Kunde das Recht haben, sich von seiner gekauften CD eine Kopie etwa für sein Autoradio zu machen, andererseits wird dieses Recht durch den Kopierschutz verhindert.

     

    Künstler erhalten von den Verwertungsgesellschaften Geld als Ausgleich dafür, dass ihre Werke nicht nur gesehen, gehört oder gelesen, sondern auch vervielfältigt werden. Die Kunden zahlen deshalb pauschale Abgaben. Auf Brenner, auf Rohlinge und nach dem Willen der Verwertungsgesellschaften bald auch auf Computer. Doch was taugt das damit angeblich erworbene Recht zur Kopie, wenn man durch Kopierschutzmaßnahmen daran gehindert wird, Kopien anzufertigen? Ein Ausweg aus dieser unlogischen Situation wären Digital Rights-Management-Systeme, bei denen man individuell für die jeweilige Kopie bezahlt.

     

    Beschleunigung

    Wer der Werbung glaubt, kommt darin um...

    Wer der Werbung glaubt, kommt darin um...

     

    Die Verwertungswege für Kinofilme werden vielfältiger und vor allem kurzfristiger. Während man früher Filme über einen Zeitraum von mehreren Jahren in den verschiedenen Vertriebswegen (Kino, Video, Pay-TV, TV) auswerten konnte, haben sich die Zeiträume drastisch verkürzt. Neben verschiedenen anderen Faktoren spielt auch der Wettlauf mit den Filmpiraten bei der Verkürzung der Auswertungsfenster eine wichtige Rolle. Die Haupteinnahmen müssen daher bereits innerhalb der ersten zwei Monate der Verwertung gemacht werden.

     

    Verlangsamung

    Die technische Entwicklung speziell der Aufzeichnungsmedien und Geräte ist in den letzten zehn Jahren stärker als je zuvor in der Geschichte der Technik gebremst worden, durch wirtschaftliche Interessen der Content-Inhaber. Das ist bestenfalls vergleichbar mit dem Blockieren des Tonfilms durch die Filmindustrie in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Fast ein Jahrzehnt lang wurde der Tonfilm verhindert, um die erfolgreiche internationale Vermarktung der Stummfilme nicht durch unterschiedliche lokale Sprache einschränken zu müssen.

     

    Inzwischen ist es üblich, das jede neue digitale Technik, die dem Anwender höhere Qualitätsstufen eröffnen könnte, vorbeugend mit Kopierschutz-Schikanen unhandlich und kompliziert gemacht wird. Im Audio-Bereich etwa haben die Musikverlage erfolgreich die Verbreitung von R-DAT verhindert, der digitalen Audiokassette, die ohne Komprimierung in professioneller Qualität aufzeichnet. Blue-Ray-Disk und HD-DVD hingen aus ähnlichen Gründen lange in der Warteschleife. Digitale Geräte werden mit so vielen Nachteilen und Hindernissen versehen, dass von Seh- und Hörvergnügen nur begrenzt gesprochen werden kann. So werden selbst digitale TV-Empfänger mit analogen Scart-Buchsen (wer hat diesen Scart-Quatsch nur erfunden?) ausgestattet, damit man ja kein hochwertiges digitales Signal auf den Bildschirm bekommt. Selbst HDTV-Fernseher leiden unter dem Kopierschutzdiktat. Entweder sie haben gar keine digitale Schnittstelle, oder aber eine vorläufige in HDMI. Über diese Schnittstelle wurde unter Federführung der Mediengiganten jahrelang herumgestritten.

     

    Organisierte und ahnungslose Piraten

    Der Ort, wo die Vorwürfe der Filmbranche sachlich eher zutreffen, sind die gewerblichen Kopierpiraten. Jene, die Filmtechnikern oder etwa Mitgliedern der Motion Picture Association of America viel Geld zahlen, wenn diese von Vorabversionen, Oscar-Screenern etc. illegale Kopien fertigen, von denen dann in hohen Stückzahlen DVDs gepresst und verkauft werden. Die sogenannten Oscar-Screener, also DVDs für die Sichtung zur Oscar-Entscheidung, welche mit dem Hinweis "For Your Consideration" versehen sind, sind alljährlich bei etwa 40 raubkopierten Hollywood-Produktionen die Basis der illegalen Vervielfältigung. Diese werden nicht nur an die Jurymitglieder verschickt, sondern auch an Multiplikatoren, an Meinungsmacher, die den Oscar-Ausgang positiv beeinflussen sollen.

     

    Auch die weltweit an der kommerziellen legalen Verbreitung beteiligten Kopierwerke und Marketingunternehmen gehören vermutlich zu den undichten Stellen im System. Überall dort, wo Kopien der Filme legal bearbeitet und vervielfältigt werden besteht das Risiko der illegalen Kopierung. Speziell dort, wo auch die DVDs für die spätere gewerbliche Verwertung gefertigt werden, also im Presswerk, entstehen zu Beginn eine gewisse Anzahl von nicht optimalen Pressungen. Erst nach etwa 20 Pressungen beginnt die Serie. Oftmals gelangen von diesen Fehlpressungen einzelne kurzzeitig in die Hände von Filmpiraten. Es sind die 1:1 verlustfrei gefertigten, mit professionellem Aufdruck und hochwertigem Booklet kopierten DVDs, die in großem Stil kopiert und vertrieben werden, welche den Majors Einnahmeverluste zufügen. Oft genug geschieht dies, ohne dass der Kunde es überhaupt weiß. Wer seine DVD irgendwo auf asiatischen oder osteuropäischen Flohmärkten billig ersteht, der hat sicher eine gewisse Ahnung, wie es um die Legalität seines erworbenen Produktes steht.

     

    Dass heimlich im Kino von der Leinwand abgefilmte Streifen mit schlechter Bild- und Tonqualität als Kauf-DVD verbreitet und den Majors gigantische Einnahmen abschöpfen würden, gehört wohl eher ins Reich der Legenden. Es geschieht natürlich und es bewegt die Gemüter der Fangemeinde, wieder einmal irgendein Werk noch vor dem Kinostart gesehen zu haben. Es kommt auch immer wieder vor, dass Abenteurer mit ihren Videokameras im Kinosaal erwischt werden. Doch die Fans lassen sich in der Regel den späteren Besuch der hochwertigen Kinovorstellung nicht entgehen. Ob man allerdings Schüler bereits kriminalisieren sollte, die sich eine illegale Kopie von einem Film herstellen, ist fraglich. Jugendliche glauben uneingeschränkter den Verheißungen der Hard- und Software-Werbung, die gerne alle Kopiermöglichkeiten verspricht und mit Rücksicht auf die Rechtslage die Links zu den Hacks gleich mitliefert. Vielleicht würde hier schlicht mehr Information in den Schulen und die Sensibilisierung für die rechtliche Situation weiterhelfen.

     

    Kopierschutz oder Schikanen?

    Film- und Musikindustrie haben diverse Schutzmechanismen entwickelt, die das direkte Kopieren verhindern sollen. Im Normenwirrwarr der diversen CD- und DVD-Player sorgen diese Schutzmechanismen immer öfter dafür, dass die ehrlichen Käufer die erworbenen Produkte gar nicht anschauen oder -hören können. Auch Maßnahmen wie der Ländercode auf DVDs sorgen regelmäßig für Verärgerung und lassen illegale, vom Ländercode befreite DVDs als deutlich benutzerfreundlicher erscheinen. Wer mit seiner legal erworbenen DVD zum wiederholten Mal an einer Ländercode-Fehlermeldung gescheitert ist, kommt nicht umhin, diese seltsame Einrichtung in Frage zu stellen. Manch einer kauft sich erst gar keine DVD, weil es zu viele Probleme beim Abspielen gibt.

     

    HDTV-Systeme verhindern teilweise durch verschiedene Mechanismen, dass man ausgerechnet den hochwertigen Surround-Ton dann auch über die bisherige Anlage abhören kann, optische Digitalausgänge werden stumm geschaltet, Bildschirme schwarz, wenn HDTV gesendet wird, oder HDTV-Geräte, die das Bild auf PAL-Auflösung runterrechnen müssen, um es darstellen zu dürfen - die Bandbreite der Verhinderungen durch die Content-Anbieter ist geeignet, den Erfolg von HDTV ähnlich zu ersticken wie den vom digitalen Rundfunk. Eltern, die miterleben müssen, wie ihre Kinder die gekauften CDs oder Computerspiele nachlässig im Kinderzimmer herumschrammen, können zudem nicht verstehen, weshalb sie keine Sicherheitskopie anfertigen dürfen um die teure Investition vor frühzeitiger Zerstörung zu bewahren.

     

    Gegenmittel

    Piraterie oder Privatkopie?

    Piraterie oder Privatkopie?

    Im Internet finden sich diverse Anbieter von Kopiersoftware, welche den Kopierschutz überwinden können. Die meisten stammen aus Europa oder Asien, nicht aber aus den USA, wo mit dem Digital Millennium Copyright Act zu drakonische Strafen für die Programmierer drohen. "DVD Movie Jack" oder "Clone DVD" (Deutschland), "DVD Mate" (Taiwan), "Blindwrite" (Frankreich) oder der "DVD Decrypter" sind übliche Programme, deren Verkauf und Verwendung seit 2004 in Deutschland verboten ist. Gegen die Ländercode-Problematik gibt es im Internet diverse Codefree-Modifikationen, manchmal sind dies simple Tastenkombinationen auf der Player-Fernbedienung, bei Computer-Playern wird die Player-Software modifiziert.

     

    In dubio pro Kundenfreundlichkeit

    Dass die Tauschbörsen tatsächlich gigantische Mengen an Musik- und Videodaten durch die Welt verschieben, ist unbestritten, dass es sich um illegale Kopien handelt, auch, doch über die Konsequenzen für die Film- und Musikindustrie kann man geteilter Meinung sein. Was, wenn die unerlaubten Kopien die Popularität der legalen Produkte sogar befördern? Wenn in den größten Teil der Downloads hineingeschaut und -gehört wird, und diese anschließend wegen Nichtgefallens wieder gelöscht würden? Wenn Downloader die begehrten Titel eben doch in hoher Qualität besitzen oder verschenken möchten und das Produkt im Laden kaufen oder im Kino gemeinsam mit Freunden anschauen? Was, wenn wieder andere Downloader nie CDs oder DVDs kaufen, nie ins Kino gehen würden? Wenn die simple Rechnung der Medienindustrie, ein Großteil der Downloads könnten verkaufte CDs, DVDs oder Kinokarten sein, allzu blauäugig wäre? Eine Studie von Professoren der Harvard Business School der University of North Carolina aus dem Jahre 2004 behauptet, dass etwa die CD-Verkäufe und der Austausch derselben Titel im Internet praktisch ohne messbaren Zusammenhang stünden. Vielleicht sollte die Medienbranche ähnlich anderer Industriezweige statt mit immer höheren Budgets einmal mit kleineren Etats und dafür fantasievolleren Inhalten und mutigeren Kreativen operieren, statt Anwälte mit Schriftsätzen gegen Downloader zu bemühen. Lebensmittelhersteller fallen schließlich auch nicht mit Klagewellen über Supermärkte her, in denen an Probierständen kostenlos Käsehäppchen verköstigt werden, im Gegenteil, sie finanzieren sogar derartige Aktionen. Vielleicht stellt die Diskussion und die Bewegung rund um aktuelle Filmtitel im Internet ja auch eine andere Form der Public Relation dar.

     

    Der Aufwand, Kopien speziell auf die kleineren DVD- Formate zu kodieren ist relativ hoch und zeitintensiv. Sinnvollere Preisgestaltung der Kauf-DVDs und CDs könnte diesen illegalen Weg erfolgreich verhindern. Unklar bleibt, ob der angebliche Schaden, der durch den Nichtkauf der "Raubkopierer" entsteht, nicht längst durch die erweiterten Verwertungsketten durch Online-Verläufe und DVD-Vertrieb kompensiert wird. Schon heute verdienen die amerikanischen Majors mehr Geld durch die DVD-Verkäufe als an der Kinokasse. Ja, und vielleicht würde die Veröffentlichung der realen Zahlen, welch winziger Anteil von diesen Erlösen tatsächlich bei den von der Industrie immer in den Vordergrund geschobenen Urhebern ankommt, am Ende gar eine ganz neue Spezies von Piraten ins Rampenlicht rücken.

     

  • Technische Kosten

    Die technischen Kosten beim Film sind von sehr vielen Faktoren abhängig. Hier sehen Sie beispielhaft die Kalkulation eines Drehs, der noch auf analogem Film gemacht wurde.

     

    Das Drehverhältnis (wie viel mal mehr Material man verbraucht, also der Film insgesamt lang wird), worauf man dreht (Film, Video, 16, 35 mm), wie man bearbeitet, wie man schneidet, ob es ein Blow-up gibt, ein Digitales Intermediate, wie aufwändig das Grading wird,- all diese Fragen wollen beantwortet sein.

     

    Berechnen und vor allem in Form einer Checkliste durchgehen kann man all diese Punkte in der Abteilung Kopierwerk und Bearbeitung in CineCalc. Selbstverständlich gibt es in CineCalc auch eine Sektion "Digital Postproduction". Wie überall in CineCalc können Sie in den blau unterlegten Zellen Ihre Werte eingeben. Auch wenn diese Abbildung keine direkte Eingabe erlaubt, können Sie doch recht genau erkennen, was so alles in diesem Bereich berechnet werden muss.

     

    Die Arbeitsabläufe im Detail werden im

    Online-Seminar oder teilweise auch im Handbuch zu CineCalc erläutert.

     

     

     

     

  • Über viele Jahrzehnte kamen die besten Filmschneidetische der Welt für analogen Film aus Hamburg. Sie hießen Steenbeck und waren legendär

  • Der Filmstart

    Vor jedem professionellen Film, jedem Video hängt vor dem Beginn des ersten Bildes ein Start. Das was für die Musiker das Vorzählen der Takte darstellt, ist beim Film das Startband.

     

    Wofür braucht man das Startband?

    Hier ein Startband für 16 mm-Film bei 25 Bildern/Sekunde:

    Felder vor dem 1. Bild Anzahl

    Beschreibung

     
      min. 200 Blankfilm

    250 1 10er Marke
    249 1 Weiß
    248-204 45 Schwarz, evtl Sendername
    203-179 25 Schwarz mit Bildstrich
    178 1 Magnetton Einlegemarke
    177 1 Schwarz
    176 1 Lichtton Einlegemarke
    175-163 13 Schwarz mit Bildstrich
    162-151 12 Weißer Keil schließend
    150 1 Filmstartkreuz
    149-127 22 Schwarz mit weißer Linie
    126-124 3 Sek. Abstand bis Bildanfang
    123-102 22 Schwarz mit weißer Linie
    101-99 3 Sek. Abstand bis Bildanfang
    98-77 22 Schwarz mit weißer Linie
    76-74 3 Sek. Abstand bis Bildanfang
    73-52 22 Schwarz mit weißer Linie
    51 1 Sek. Abstand bis Bildanfang
    50-49 2 1 kHz für Tonpiepser
    48-26 23 Schwarz mit weißer Linie
    25 1 Marke 1 im weißen Kreis
    24-1 24 Schwarz
      1 Marke zum Anfügen d. Bildes

    Der Vorführer im Kino oder der Sendetechniker im TV-Sender benötigt den Start, um den Film genau mit dem ersten Bild beginnen zu lassen.

     

    Der Cutter benötigt ihn, um Bild und Ton synchron im Schneidetisch oder in der Workstation anlegen zu können.

     

    Bei der Abtastung oder der Videobearbeitung wird der Start benötigt, um Ton und Bild synchron zu bearbeiten.

     

    In der Mischung wird er benötigt, um alle Bänder mit Tonspuren synchron mit dem Bild zu verkoppeln.

     

    Im Kopierwerk wird er benötigt, um etwa den Lichtton an der richtigen Stelle zum Film einzustarten.

     

    In der Regel ist ein Filmstart, oder auch Mischstart genannt, Schwarzweiß.

    Er wird von den Kopierwerken, Fernsehsendern oder im Zubehörhandel angeboten und ist meistens mit einem Logo des Herstellers oder Senders versehen.

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    Wichtig beim Kauf ist, die Filmgeschwindigkeit zu beachten. Es gibt für Synchron (Sprachsynchron für die Übersetzung fremdsprachiger Filme) auch kürzere so genannte Synchronstarts.

    10-Sekunden Marke

    Ab dieser Marke sind es noch genau 10 Sekunden bis zum Bildanfang.

    Dort, wo im Bildstart die 10er Marke ist, wird auf den Vorlauf am Perfoband (Magnetfilm) ein Aufkleber mit einer 10 geklebt.

     

    Das Startkreuz

    An dieser Marke befindet sich im Bildstart das Startkreuz.Da wo das Startkreuz ist, wird ein Aufkleber mit Startkreuz auf das Perfoband geklebt.

     

    Der Piepton

    Die Aufkleber gibt es ebenfalls im Handel für Filmzubehör. Dort wo nach der 2 die beiden schraffierten Felder im Filmstart kommen, liegt im Ton ein Piepser, der genau 2 Felder lang ist.

     

    Video

    Die Starts für Video sind selbstverständlich elektronisch erzeugt und werden mit Timecode vor jedes Programm kopiert. Der Bildanfang liegt übrigens bei (Video-) Sendebändern nach dem so genannten technischen Vorlauf (Farbbalken, Messton etc.) bei 2 Minuten.

     

     

     

     

  • 35mm FilmDer analoge Film ist die Wiege des Bewegtbildes und wird 120 Jahre nach seiner Erfindung noch immer verwendet

    Filmmaterial   Filmkorn   Film Trägermaterial   Schwarzweiss  Film einlegen   Filmlagerung   Filmlängen     Filmformate

  • Fehler oder Gestaltungsmittel?

    Überbelichtung (over-exposure) ist ein technisches Phänomen, welches sich, je nachdem, worauf man Bilder aufnimmt, unterschiedlich auswirkt. Sie ist das Gegenteil von hohem Kontrastumfangoder HDR. In den meisten Fällen ist sie unerwünscht, auch, wenn sie durchaus gestalterisch eingesetzt werden kann. Man erkennt sie an einzelnen Partien oder gar ganzen Bildern, die fast weiß sind.

     

    Das analoge Phänomen

    Überbelichtete U-Bahn Station

    Die Normalität bekommt durch Überbelichtung etwas Ungewöhnliches.

    Bei der Aufnahme im photochemischen Prozess, also auf klassischem Filmmaterial, bedeutet Überbelichtung eines Negativs, dass die Lichtmenge, die während der Belichtungszeit (Kinofilm: 1/48 Sekunde) auf den Film auftrifft, den möglichen Dichteumfang übersteigt. Dann ist die maximale Schwärzung (Dichte) des Negativs erreicht, es ist einfach nur noch schwarz, schwärzer kann es nicht mehr werden. Das bedeutet, dass in diesen Teilen des Bildes keine weitere Differenzierung mehr möglich ist.

     

    Rettungsmöglichkeiten

    Wird der Film dann im Kopierwerk auf Positivfilm umkopiert, sind diese Stellen folglich weiß ohne jede Differenzierung. Erstreckt sich eine solche Überbelichtung auf den ganzen Film und nicht nur eine einzelne Einstellung (etwa weil man von der falschen Filmempfindlichkeit ausgegangen ist), kann man durch eine kürzere oder kältere Entwicklung im Kopierwerk den Schaden etwas begrenzen. Viel häufiger aber geschieht es, dass nur einzelne Bildpartien überbelichtet sind. Dies kann der Fall sein, wenn diese Partien im Motiv einfach außerhalb des Kontrastumfangs des Filmmaterials oder des CCD-Chips liegen. Bei Verwendung einer Belichtungsautomatik (mit der Profis eher selten arbeiten) kommt es auch vor, dass diese durch besonders viele dunkle Anteile im Bild zu falschen Messungen kommt und das Bild überbelichtet. In solchen Fällen muss man manuell durch die Belichtungskorrektur (z. B. zwei Blenden weniger) die Überbelichtung der hellen Bildpartien verhindern.

     

    Video-Überbelichtung

    In der Videokamera passiert bei der Überbelichtung Ähnliches, nur mit noch ungünstigeren Folgen. Bei Überbelichtung ist nicht nur die einzelne Photodiode betroffen, sondern durch Übersprechen auf nebenliegende Pixel auch der benachbarte Bereich. Wenn die Menge der auftreffenden Photonen auf eine Fotodiode im CCD-Chip zu hoch wird, droht ein Overflow, das gefürchtete Blooming. Um dies zu verhindern, werden sogenannte Drains, Ableitungen der überschüssigen Elektronen neben den Dioden eingebaut. Der Overflow-Drain sitzt entweder neben oder hinter den Photodioden und kann dafür sorgen, dass die Menge an Photonen, die auf die die Diode einwirken, stets unterhalb eines kritischen Levels bleibt.

     

    Gestalterisches Element

    2 Blenden

    Bereits zwei Blenden können weite Bereiche des Motivs in undifferenziertes Weiß verschieben.

    Doch es gibt auch Möglichkeiten, die Überbelichtung als gestalterisches Element zu verwenden. Etwa, wenn in einem Spielberg-Film die Außerirdischen hinter einer Türe lauern und bereits das Licht durch Schlüsselloch und Türspalt alles Übrige überstrahlt. Hier akzeptieren wir die Überbelichtung, das bloße Weiß, weil es sich verändert, flirrt, weil es eine Symbolwirkung hat und für Übernatürliches, in manchen Filmen gar Göttliches steht. Wird nur leicht überbelichtet, können die Aufnahmen etwas Leichtes, Duftiges bekommen, die Farben wirken leicht entsättigt, eine gewünschte Wirkung in romantischen oder historischen Sujets.

     

    Überbelichtung gibt uns auch die Möglichkeit, relativ normale Drehorte durch den Verlust an konkreten Informationen zu ungewöhnlichen Örtlichkeiten werden zu lassen. Dieser Effekt darf nicht verwechselt werden mit dem fotografischen High-Key-Stil, bei dem wir es zwar mit durchgehend hellen Bildpartien und wenig oder gar keinem Schatten zu tun haben, aber nie mit Überbelichtung. High-Key (z. B. Kubricks "2001") wird auch gerne für Klinikszenen verwendet oder aber auch in durchgestylten Werbe-, Mode- und Designwelten. High-Key will nicht Formen und Details herausmodellieren, sondern die Feinheiten wie z. B. Hautstrukturen etc. unterdrücken.

     

    Es findet eine Art Entindividualisierung statt, Menschen wirken beinahe wie Marmorstatuen. Doch während im High-Key in den hellen Bildbereichen noch minimal Zeichnung ist, haben wir es bei der Überbelichtung nur noch mit reinem Weiß zu tun. Besonders unerfreulich ist dieser Effekt, wenn er den Himmel betrifft. Ein Himmel gänzlich ohne Zeichnung erzeugt im Kino nur noch eine weiße Leinwand und im Fernseher dieses leere, technisch weiße Nichts.

     

    Planvoll erzeugen oder vermeiden

    Wer die Überbelichtung vermeiden will, sollte versuchen bei zu großem Kontrastumfang diesen zu reduzieren, also die zu hellen Stellen etwa durch ND-Folien abzusenken oder die zu dunklen Stellen durch Ausleuchten aufzuhellen. Eine sinnvolle Lichtgestaltung verhindert Überbelichtungen. Wer die Überbelichtung gestalterisch einsetzen möchte, sollte über Erfahrung verfügen oder sich diese durch entsprechende Tests verschaffen. Jedes Filmmaterial reagiert etwas anders, unterschiedliche Chip-Typen in den Videokameras können zu abweichenden Ergebnissen führen.

     

  • Auch wenn es immer seltener vorkommt,- es wird noch auf analogem Film gedreht,- doch wie sind da eigentlich die Arbeitsabläufe?