Filmtechnik

  • 3D-Filme

    View Master

    View-Master hieß das 3D-Standbild-Vergnügen der 60er und 70er Jahre mit kultigen Bilderserien aus aller Welt.

    Es war schon immer der Wunsch des Menschen, Abbilder möglichst dreidimensional wirken zu lassen. Ob es geschnitzte oder gemeißelte Skulpturen waren, die realer als Gemälde wirkten, oder die kurz nach der Erfindung der Fotografie bereits in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts verbreiteten Stereoskopen, doppelte Daquerrographien, stets versuchte man, die Wirklichkeit möglichst greifbar abzubilden.

     

    Sehr früh schon wusste man um den leicht versetzten Sehwinkel von linkem und rechtem Auge, davon, dass unser Gehirn diese Informationen zur Bestimmung von Abständen benötigt. Jedes Auge betrachtet die Wirklichkeit aus einer leicht anderen Perspektive. Wer sich ein Auge zuhält, und Gegenstände vor sich im Raum greifen möchte, spürt sogleich, dass die Einschätzung von Distanzen in diesem zweidimensionalen Sehen schwieriger fällt.

     

    Farbige Filterbrillen führen den jeweils komplementären Bildauszug dem linken oder rechten Auge zu

    Die Versuche, auch das Kino dreidimensional abzubilden, gehen weit zurück. Bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es schwarzweiße 3D-Filme, die man mit Hilfe von farbigen Filtern in Brillen dreidimensional sehen konnte. Es war die Zeit, in der das Kino mehr und mehr Zuschauer an das Fernsehen verlor und man durch breitere Leinwände und eben 3D-Filme das Publikum wieder zurückerobern wollte.

    Farbige Filterbrillen führen den jeweils komplementären Bildauszug dem linken oder rechten Auge zu.

     

    Es ist kein Zufall, dass in Zeiten, wo die Kinobesucherzahlen schwinden, der Kampf gegen die DVD und BluRay wieder mit 3D-Know-how geführt werden soll. Allerdings hat sich der anfängliche Hype um das plastische Kinoerlebnis bereits wieder gelegt und man erwartet nicht mehr von jedem neuen Kinofilm, dass er aufwändig mit häufig recht sperriger Kameratechnik dreidimensional gedreht wird.

     

    Die Anfänge

    Doch zurück zu den Anfängen in den 50ern. Auf der Leinwand waren die Bilder zweier, im Augenabstand versetzt angeordneter Aufnahmen zu sehen, die jeweils Grün oder Orange gefärbt waren. Man spricht hier auch vom Anaglyph-Verfahren. Die Filterfolien, grün und rot in den Brillen ordneten die übereinandergelagerten Bilder im Film jeweils einem Auge zu und ermöglichten so räumliches Sehen. Nachteil ist, dass die Filme so nur in Schwarzweiß wiedergegeben werden können. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn Objekte sich auf den Zuschauer zu bewegen, ansonsten ist das Sehvergnügen durchaus auch anstrengend.

     

    Eine weitere Alternative stellen Polarisationsbrillen dar, die jedem Auge eine getrennte Bildinformation anbieten. Das Bild für das linke Auge wird etwa senkrecht polarisiert, das für das rechte waagerecht. Viele 3D-Filme der 50er Jahre wurden im Polarisationsverfahren gezeigt und lieferten hervorragende 3D-Qualität. Die Polarisationsfilter lassen Licht jeweils nur in einer Wellenrichtung durch. Entsprechende Spezialbrillen ordnen dann die unterschiedlichen Teilbilder den Augen zu, dieses Verfahren macht auch Farbfilmprojektion möglich. Die Filmprojektoren im Kino bleiben unverändert, lediglich ein 3D-Objektivvorsatz und eine metallisierte Leinwand (Silberleinwand) sind erforderlich. Bedauerlicherweise wurden die selben Filme dann später in den 70er und 80er Jahren nur noch im Rot/Grün-Filterverfahren gezeigt, wodurch sich der Eindruck einstellt, dass die 3D-Technik nicht allzu weit entwickelt war. Es gab ein gewisses Revival in den 80ern mit "Jaws 3D" oder "Amityville Horror 3D" oder dreidimensionalen Sexstreifen wie "Blonde Emmanuelle".

     

    Aktuelle Wiedergabe-Verfahren:

     

    Anaglyphen-Stereo-ProjektionDie farbigen Filterbrillen sind die Vorläufer heutiger Shutterbrillen, die elektronisch präzise mit dem Projektor synchronisiert sind

     

    Die farbigen Filterbrillen sind die Vorläufer heutiger Shutterbrillen, die elektronisch präzise mit dem Projektor synchronisiert sind. Dieses frühe 3D-Verfahren setzt auf unterschiedliche Farbauszüge und bietet dem Zuschauer zwei überlagerte farbige Monochrombilder an (also eigentlich Schwarzweiß, nur statt Schwarz wird Grün oder Rot verwendet), welche beim Betrachter durch eine Brille mit Farbfiltern (Grün und Rot) auf das linke und rechte Auge verteilt und in ein Schwarzweißbild umgewandelt werden (das rote Brillenglas macht das rote Bild unsichtbar und wandelt das grüne zu einem Schwarzweißbild, das grüne Brillenglas löscht das grüne Bild aus und wandelt das rote in ein Schwarzweißbild).

     

    Aktive Stereo-Projektion

     

    Dieses Verfahren benötigt aufwendige synchronisierbare Brillen, welche im Zusammenspiel mit einer hohen Bildwiederholfrequenz (>100 Hz) jeweils einzelne Zeilen sichtbar oder unsichtbar machen kann. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Shutter-Brillen. Die aktuellen Brillen arbeiten mit Shuttern, die elektronisch abwechselnd jeweils das linke oder das rechte Auge freigeben oder verschließen. Der Filmprojektor liefert die doppelte Anzahl von Filmbildern, jeweils abwechselnd mal die für das linke, mal die für das rechte Auge vorgesehenen Aufnahmen. Bei diesem Verfahren werden die Filme in keiner Weise in ihrer Farbigkeit oder Abbildung beeinflusst, deshalb wird dieses Verfahren etwa in den IMAX-3D-Vorführungen verwendet. Auf Weltausstellungen oder in Museen werden ebenfalls gerne dreidimensionale Welten installiert.

     

    Forscher des Fraunhofer-Instituts (IMK) in St. Augustin haben eine gewölbte Projektionswand - den so genannten I-Cone - entwickelt. Vier Projektoren projizieren Bilder die Betrachter realisieren diese durch spezielle Shutter-Brillen, die abwechselnd Bilder mal dem linken, mal dem rechten Auge zuführen.

     

    Passive Stereo-Projektion

     

    Dieses Verfahren ähnelt der Anaglyphen Projektion, jedoch arbeiten die Filter in der Brille nicht mit Farben, sondern mit Polfiltern, welche gegeneinander verdreht, jeweils nur Bildinformationen mit einer Ausrichtung dem jeweiligen Auge zuführen. Gleichzeitig muss nur noch das Bild abwechselnd mit um 90 Grad versetzter Polarisierung projiziert werden. Vorteil: Man kann Filme farbig projizieren. Nachteil: Helligkeitsverlust.

     

    Autostereoskopische Darstellung/Projektion

     

    Hierbei handelt es sich um Rasterverfahren, mit denen in der früheren Sowjetunion experimentiert wurde: Leinwände, auf denen jeweils leicht angewinkelte Flächen in Reihe nebeneinander angeordnet waren und die dafür sorgten, dass die verschiedenen Bildinformationen jeweils getrennt den Augen zugeführt wurden. Ähnliches gibt es heute bei Flachbildschirmen, die trennen das Bild für den Betrachter ohne Zuhilfenahme irgendeiner Brille (Spatial View).

     

    Overlays

    Die handlichen Scheiben führten im View-Master Betrachter jeweils ein Dia dem linken und eines dem rechten Auge zu, mit beeindruckendem 3-D Effekt

    Die handlichen Scheiben führten im View-Master Betrachter jeweils ein Dia dem linken und eines dem rechten Auge zu, mit beeindruckendem 3D-Effekt.

     

    Eine Variante, welche aus jedem Flachbildschirm ein 3D-Display macht, sind sogenannte 3D-Overlays. Das ist eine Kunststoffoptik, die durch ein Linsenraster die Bildinformationen des Displays auf beide Augen verteilt. Dieses Verfahren verlangt eine genaue Positionierung vor dem Bildschirm und ist daher vor allem für einen Anwender geeignet (Single User). Solche Verfahren nutzen auch manchmal zur Optimierung des Effektes Eye-Tracking Systeme (z. B. Webcam des Displays), um das Bild auf die Position des Betrachters einzustellen. Wenn man dieses System für mehrere Zuschauer auslegt, werden entsprechend mehr unterschiedliche Raster angelegt, um aus unterschiedlichen Blickwinkeln den 3D-Effekt anzubieten.

     

    Mit in diese Art der Wiedergabe gehören auch neue Head-Mounted Displays, also kleine TFTs, die in Brillen eingebaut sind und damit jedem Auge ein getrenntes Bild zuführen können (Cinemizer von Zeiss). Noch ist die Auflösung bescheiden (640x480), doch das Ergebnis bereits durchaus ansprechend.

     

    3D ohne Brille

     

    Mitte April 2005 hat Toshiba hat einen Flachbildschirm vorgestellt, der 3D-Bilder darstellt, ohne dass man eine Spezialbrille aufsetzen muss. Mit Hilfe von Mikrolinsen und Software ist es möglich, in einem breiten Sichtfeld dreidimensionale Bilder betrachten zu können. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen kann auch der Betrachtungsabstand verändert werden. Das neue System erzeugt Lichtsignale ähnlich denen eines realen Objektes. Wird gedreht, müssen die Objektive der beiden Aufnahmekameras genau in dem Abstand unserer Augen nebeneinander angeordnet werden.

     

    Wer mit Video oder Film in 3D dreht, muss die Kameras miteinander synchronisieren. Bei Video kann das z. B. über Blackburst oder LANC-Protokoll geschehen. Das Material kann im Fall von Video in eine Workstation eingelesen und digital korrigiert werden. Auf diese Weise können eventuelle Höhenunterschiede und ungewünschter Versatz korrigiert werden.

     

    Viele Standards, sichtbare Schwächen

     

    Noch gibt es diverse technische Ansätze, die häufig nicht miteinander kompatibel sind. Die Digitalisierung des Kinos kommt dem 3D-Film sehr zugute. Klassische Filmkopien, die nach und nach durch Schrammen, Staub und sonstige Abnutzung die Illusion von Dreidimensionalität reduzieren, sind da im Nachteil. Insbesondere die IMAX-Kinos (125 weltweit in 3D), die eine Vorreiterrolle im 3D-Geschäft haben, zeigen nach wie vor Filmkopien. Dafür spricht die dem digitalen Bild noch weit überlegene Bildqualität, dagegen sprechen aber eben der Verschleiß und die hohen Kosten für die Kopien. Jede IMAX-Kopie kostet etwa 30000 Euro - mit eine Erklärung, weshalb IMAX sich nur schwer hält.

     

    Die digitale Produktion, bei der auch leichter die abwechselnden Bildinformationen mit der Shutter-Brille synchronisiert werden können, bietet hier spürbare Vorteile. Die Filme werden vom Server im Kino abgespielt und werden mit 48 Bildern in der Sekunde, also doppelt soviel wie beim konventionellen Kinofilm, je 24 fürs linke und 24 fürs rechte Auge, abgespielt. Die Kopie muss gar nicht erst hergestellt werden, die Daten werden an das Kino überspielt. Die meisten Verfahren, die mit Polarisation arbeiten haben zudem den Nachteil (der aber gerne verschwiegen wird), dass sie die Helligkeit der Projektion durch die eingesetzten Polfilter mehr als halbieren, die Brillanz der Projektion leidet also spürbar.

     

    Digitales 3D-Kino

     

    Filmemacher wie George Lucas, James Cameron, Robert Zemeckis, Robert Rodriguez oder Randall Kleiser unterstützen die Entwicklung des digitalen 3D-Kinos und produzieren Filme für dieses Verfahren. Interessanterweise müssen dafür nicht zwingend Filme neu gedreht werden. Es gibt auch computergestützte Verfahren, 2D-Filme nachträglich dreidimensional werden zu lassen. Dafür rechnet der Computer zusätzlich zum normalen Filmbild, welches dem linken Auge zugeführt wird, einen Versatz aus, der dann dem rechten Auge zugeleitet wird.

     

    Fraglich ist, ob die neuen alten Verfahren dem Kino genügend Vorsprung geben werden. Wer sagt denn, dass nicht heimisches 3D-Vergnügen am Fernseher oder PC den Zuschauern genügen oder sie vom 3D-Kino auf Grund mancher Nebeneffekte (Kopfweh etc.) doch nicht so begeistert sind? Dann wird es Zeit für die Kinoindustrie, ernsthaft über Riech- und Tastkino nachzudenken...

     

  • Die Industrie schwingt sich zu höheren Auflösungen auf, doch sind das die Optimierungen, die besseres TV bräuchte?

  • Mehrspurige Datenhighways?

    Anfangs waren die Bandbreiten noch zu dünn, um Video in DVD Qualität über das Internet zu schicken, inzwischen wimmelt es nur so von IP-Netzen mit hohen Bandbreiten. Dafür kommen aktuel ADSL und VDSL Kupferkabel und manchmal auch Glasfaserkabel (Fiber) zum Einsatz.

    Die aktuelle Lösung, Video über Kupferkabel zu senden, bedeutet, dass die Inhalte  datenkomprimiert werden, eine Variante, die mit den stetig optimierten Algorithmen ebenfalls weiterentwickelt wird. Neben den klassischen Telefon,- und Kabelfernsehanbietern leiten auch die Stromversorger über ihre Stromnetze Internet-Daten weiter.

    Die dritte Alternative ist Internet per Satellit, wobei die Auswahl und Anforderung von Inhalten klassisch über ein Modem erfolgen muss.

     

    Wünsche der Zuschauer

    Diese Entwicklung kommt den geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauer entgegen. Viele möchten sich nicht mehr reglementierten Programmschemen unterwerfen, sondern selbst bestimmen, wann sie was sehen möchten.

    Das Freizeitverhalten vor allem der jüngeren und mittleren Generation hat sich durch die vielfältigen Angebote so stark verändert, dass der klassische Abend vor dem Fernseher nicht mehr die Regel ist. Das bekommen die Fernsehveranstalter in Form von sinkenden Einschaltquoten mehr und mehr zu spüren.

     

    Zeitversetztes Sehen oder auch Filme auf Abruf werden die Fernsehwirklichkeit der Zukunft immer mehr bestimmen. Mancher spricht auch schon vom nahenden Ende der klassischen Fernsehanbieter.

     

    Videothek aus dem Kabel- Kurzer Rückblick auf die Anfänge

    Für Video on Demand gibt es bereits diverse Anbieter, allen voran die großen Telefongesellschaften. Das war lange nicht selbstverständlich, hier gab es diverse Pioniere:

    FastWeb verfügte in Italien über ein Netz, welches schnelles Internet und TV über eine einzige Verbindung ermöglichte. Es bot diverse, sogenannte Mehrwertdienste, wie Fernsehen über das Breitbandnetz an. Wie in vielen anderen Netzen spielen Pay-TV-Fußballkanäle eine wichtige Rolle. Die Kunden können unter 120 Fernsehprogrammen in Rom, Neapel, Turin, Mailand und Genua wählen. FastWeb war der weltweit erste Netzbetreiber, der Fernsehen über ADSL-Leitung anbietet. Damit steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu Kabelfernsehen oder Satellitenübertragung. Das System scheint sich zu bewähren, die Kundenzahlen erhöhen sich von Jahr zu Jahr um über 200 %.

     

    Die Kingston-Company gehörte ebenfalls zu den europäischen Pionieren des IP-Fernsehens. Für  £50 Anmeldegebühr und  £6 monatlich kann der Kunde ein Grundpaket mit den ITV und BBC Kanälen beziehen. Für £15 im Monat gibt es bis zu 60 Kanäle. Nach eigenen Angaben der Firma ist die monatliche Kundennachfrage momentan höher, als die Zahl der Anschlüsse, die zur Verfügung gestellt werden können.

    Die Telekom Austria warb für ihr Breitband-Fernsehen ganz offen damit, genau die immer schwerer wiegenden Nachteile des herkömmlichen Fernsehens zu umgehen. Da ist von Multimedia Erlebnis die Rede, davon, dass man den täglichen Kampf um die TV-Fernbedienung und lähmende Werbepause vergessen könne. Die Telekom bot sogar Serverplatz zur Aufzeichnung von Inhalten an, damit die Kunden ihr Fernsehprogramm selbst gestalten können.

     

    Interaktivität

    Insbesondere Multimediaanwendungen wie Interaktives Fernsehen oder Online-Games profitieren von den erweiterten Bandbreiten und machen die Netzbetreiber indirekt zu Programmveranstaltern. Noch rätselt die Mehrzahl der Programmentwickler, wie denn die Killerapplikation im interaktiven Fernsehen aussehen könnte. Die meisten Entwicklungen gehen doch eher in Richtung Shop-Systeme.

    Internet und klassische Programmdistribution wachsen mehr und mehr zusammen, die Reaktionen auf Programminhalte via Chat oder Mail werden direkter, der Zuschauer beteiligt sich verstärkt an der Gestaltung. Die meisten Flat-Screen Fernseher haben Internetzugang und erlauben IT TV.

    In den USA sind bis zu 30 Millionen Haushalte an IP- basiertes Breitband-Fernsehen angeschlossen, das Projekt heißt „Lightspeed“ und ist mit milliardenschweren Investitionen verbunden. Über allem schweben Begriffe wie "Cross Media" oder "Transmedial", ob man die Zuschauer wirklich so aktivieren kann, wie gewünscht, wird sich zeigen, noch gibt es mehrheitlich Konsumenten, die sich passiv vor dem Bildschirm eher entspannen wollen.

    Bereits 2015 gehen etwa 25% des weltweiten Traffics im Internet auf das Konto von Netflix & Co. Tendenz steigend.

     

    Nebenwirkungen

    Moderne Internetfähige Flatscreens sind zugleich auch ohne dass der Zuschauer das weiß oder möchte, spionagefähig. Sie senden an die Server der Hersteller oder auch Programmanbieter und nicht zu vergessen an Google Informationen über die gewählten Programme oder zusätzlich angeschlossene USB Geräte. Es ist davon auszugehen, dass hier beispielsweise auf eine andere Weise als bisher, Einschaltquoten ermittelt werden. Und ganz nebenbei wird sich wahrscheinlich das gleiche Spiel wie beim Internet am Computer auch am Fernseher entwickeln,- maßgeschneiderte Werbung für den Zuseher. Oder vollständige Überwachung der Sehgewohnheiten. Wer viele Autosendungen schaut wird viel Autowerbung zu sehen bekommen. Und wer viele Soaps schaut kriegt noch mehr davon. So einfach ist das.

  • Es gibt viel zu wenig Auszeichnungen für filmtechnische Entwicklungen. Die Cinec Awards würdigen herausragende Produkte

  • Aussteller aus aller Welt versammelten sich im MOC-Veranstaltungscenter, um ihre neuesten Produkte zu präsentieren

  • Überall wird über Videoformate, Codecs und Container philosophiert, doch was steckt eigentlich dahinter?

  • Cutterin1 500Obwohl hinter diesem Job im besten Fall eine regieähnliche Tätigkeit stecken kann, wird er recht oft unterschätzt.

  • Streit um Pixel = Streit ums Überleben

    Digital

    Trotz klarer digitaler Übermacht fragt sich Mancher, ob das digitale Kino ein Segen oder ein unkalkulierbares Risiko für die Kinos bedeutet

    Die Welt der Kinobetreiber zerfällt momentan noch in zwei Blöcke. Die einen, die weiterhin mit Filmkopien arbeiten wollen, die deren Qualität schätzen und kein Investment in teure Digitaltechnik tätigen wollen und die anderen, die mit Hilfe von Fördermitteln und Zuschüssen dieses digitale Risiko eingehen wollen oder sogar müssen.

    Wenn KInos überleben wollen, werden sie fast zur Umstellung gezwungen, weil die Majors damit drohen, in den nächsten Jahren Blockbuster nur noch in digitaler Form zu verteilen.

    Für die Großverleiher ist es ohnehin ein mühsames Gewerbe, kleine Kinos zu disponieren, mit Kopien zu versorgen und abzurechnen. Sie hätten vermutlich nichts dagegen, wenn sich die Zahl der Kinos reduziert und vor allem Multiplexe quasi als Höchstform der Industrialisierung des Films die Massenware abspielen.

     

    Dabei können die Verleiher den Start, die Häufigkeit und Zeitraum der Vorführungen direkt steuern und sogar, wie von den einschlägigen Lobbyisten gefordert, direkt ins Kassensystem der Kinobetreiber Einblick nehmen und die Leihgebühren vorzugsweise gleich per Lastschrift vom Kinobetreiber einziehen. (Schnittstellen zu den gängigsten Kassensystemen wie Bildstein, Compeso, ETIX, Event Software, Evonex oder Ticket werden bereits erarbeitet.)

     

    Es gibt nicht wenige Kinobetreiber, denen diese Art von Ferngesteuertheit und Überwachung absolut gar nicht mit der unternehmerischen und künstlerischen Freiheit als Kinomacher zu vereinbaren ist. Erfahrungsgemäß sind dies besonders jene Kinobetreiber, die sich im Vergleich zu den Multiplexen, die beständigen Hunger nach Blockbustern haben und quasi am Tropf der Großverleiher hängen, eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt haben.

     

    Strategien kleiner Kinos

    Früher hat man sie abfällig "Schuhschachtel-Kinos" genannt, heute bauen immer mehr von Ihnen ihren einen Kinosaal in zwei oder mehrere kleine Säle um. Die kleinen Kinos spüren es am deutlichsten- man geht nicht mehr so oft ins Kino. Für viele Kinos ist die Reduzierung der Plätze die wirtschaftliche Lösung ihrer Probleme.

     

    Sie spielen feine, besondere oder klassische Filme, Filme die man in den großen Kinos versäumt hat. Mehrheitlich zeigen sie Arthouse, mit 25-30 % aber auch Mainstream (Nachspiel).

    Programmkinos spielen die Filme eben nicht als Erste, sie spielen nach, wenn die Hits in den großen Kinos durch sind. Oder sie spielen Filme, die sonst keiner zeigt. Es sind die Disponenten der Verleihe, die regelmäßig bei den Kinos anrufen und versuchen ihre neuesten Starts unterzubringen. Der Kinobetreiber muss dann entscheiden, welche der laufenden Filme er aus dem Programm raus nimmt, um den neuen Titel zu spielen.

     

    Nicht immer sind diese Entscheidungen ganz frei getroffen, die Verleiher haben so ihre Methoden, Einfluss auf die Programmgestaltung zu nehmen. Wer den nächsten Blockbuster möglichst früh und zu besseren Konditionen nachspielen möchte, der muss vielleicht auch einmal etwas schlechtere Titel aus dem gleichen Verleih spielen oder die Programmierung den Wünschen der Verleiher anpassen.

     

    Schwierig für kleine Kinos sind etwa die von den Verleihern verlangte Mindestgarantie, weil diese oft gar nicht durch die Zuschauerzahlen erreicht würde. Oft sind die Arthouse-Verleiher in dieser Hinsicht sogar teurer als Großverleihe, denen das Nachspiel der ohnehin noch vom zurückliegenden Start in Massen vorhandenen Kopien, ein angenehmes Zusatzgeschäft verspricht.

     

    Ungewöhnliche Aktionen und Reihen helfen den kleinen Häusern ebenfalls weiter. Begleitete, kommentierte Vorführungen besonderer Filme, Diskussionsrunden, Kinderkino oder Seniorennachmittage sind durchaus erfolgreich.

     

    Wenn die kleinen Kinos in bezahlbare digitale Projektoren investieren, die mit 1- 1,2 K Auflösung arbeiten, sind sie weiterhin ohne gigantische Investitionen konkurrenzfähig und müssen sich nicht unnötig verschulden, um die Auflagen der Industrie und der von deren Lobbyisten halbinformierten Politik, umzusetzen.

     

    Distribution

    Filmprojektor

    Klassischer Vorführraum mit zwei 35mm Projektoren, die abwechselnd je einen Akt von ca. 20 Minuten Länge spielen

    Die Filme selbst werden per Datenleitungen, Satellit etc. an die Kinos überspielt und dort in Servern vorgehalten oder aber per Festplatte, die auf dem Postweg zum Kino gelangt, versendet. Die Freigabe der jeweiligen Filmdaten erfolgt durch sogenannte elektronische Schlüssel, die direkt vom Verleiher per email an den Server des Kinos gesendet werden.

     

    Doch noch ist es nicht so weit, noch wehren sich Kinobetreiber gegen die vollständige Steuerung und Kontrolle durch die Verleihkonzerne. Im Grunde haben sie gar nichts gegen die Digitalisierung, sie fragen sich nur, wie sie diese finanzieren sollen und weshalb ausgerechnet diejenigen, die durch Digital Cinema am meisten Geld einsparen, nämlich die Verleiher (sie brauchen nicht mehr hunderte oder tausende Kopien ziehen lassen von denen jede 1-2000 Euro kostet) sich nicht an den Investitionen beteiligen wollen.

     

    Im Grunde könnte ein freies digitales Kino ohne massive Eingriffsmöglichkeiten durch die Verleiher, den kleinen Kinos durchaus Pluspunkte verschaffen. Sie könnten mehr unterschiedliche Titel anbieten, die sie zu wechselnden Zeiten vorführen. Die Programmierung wird damit flexibler und dynamischer, die Zuschauer fragen die jeweiligen Zeiten telefonisch oder über die Webseite des Kinos ab.

     

    Dabei wären sie in der Lage, sehr genau an die örtlichen Gegebenheiten, Besucherstrukturen etc. einzugehen und zusätzlich auch andere Inhalte in das Projektionssystem einzuspeisen. Das können etwa Nachwuchsfilme sein, lokale Projekte auch von Schulen oder irgendwelchen Vereinen. Natürlich sind auch Sportereignisse, Konzerte, Theaterübertragungen etc. mögliche Angebote.

     

    Ja selbst Familienevents wären denkbar und könnten so zur finanziellen Stabilisierung der fragilen Finanzierungsmodelle kleiner Kinos beitragen. Voraussetzung sind dafür Dekoder, die andere digitale Inhalte als die vom Verleih angebotenen, in das D-Cinema Format konvertieren können.

     

    Natürlich kann sich nicht jedes Kino einen Techniker leisten, der sich mit der komplizierten Digitaltechnik auskennt. Deshalb sind Server und Projektoren meistens per Internet mit den Servicefirmen verbunden, die auf diese Weise bei möglichen Problemen schnell und aus der Ferne reagieren können.

     

    Streit um das letzte Pixel

    Als ob es nicht schon schwer genug ist, bei rückläufigen Zuschauerzahlen kleine Kinos zu erhalten, streiten sich die verschiedenen Kinophilosophien auch um die notwendige Auflösung speziell für kleinere Säle. Um welche Auflösungen geht es eigentlich bei der aktuellen Diskussion?

     

    1,2 K

    Nein, kein D-Cinema Standard, aber eine hochwertige bezahlbare Projektion für kleine und mittlere Leinwände! Für kleine Kinos wäre es in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchaus sinnvoll, wenn diese mit preiswerten 1,2 oder 1,4 K Projektoren (derzeit ab 5000 Euro zu haben)  zunächst einmal mit moderaten Kosten in die digitale Projektion einsteigen könnten. Die angedachten staatlichen Förderhilfen sehen aber die Bindung an eine 2 K Auflösung vor, eine deutliche Benachteiligung kleiner Kinos, welche die auf sie entfallenden anteiligen Kosten (Eigenanteil) kaum wieder einspielen können.

     

    2 K (2048 X 1080 Pixel)

    2K Auflösungist im Grunde genommen projiziertes HD (1920 X 1080 Pixel), es hat etwa ein Viertel der Auflösung von 4K anzubieten. Während hierzulande insbesondere die Festlegung auf 2K Projektoren (statt preiswerter 1,2 K) viele kleine Kinos ins Schwierigkeiten bringen könnte, wird in den USA schon vereinzelt auf 4 K Systeme umgerüstet. Auch dies ist ganz im Sinne der Majors, die gerne weniger Kinos mit mehr Zuschauern kontrollieren möchten.

    Die digitalen Filmdaten lassen sich problemlos mit unterschiedlichen Auflösungen abspielen. Sie liegen in hoher Auflösung (meistens 2K) und geringer Kompression vor. Eine Filmdatei hat je nach Länge des Films, etwa 50 GB.

     

    4K (4096 X 2160 Pixel)

    4K ist Bestandteil der DCI Spezifikationen und nähert sich, was die Auflösung angeht, dem 35 mm Film an. Momentan, wo es dank der reservierten Haltung deutscher Fernsehanstalten, noch kaum Zuschauer gibt, die HD aus eigener Anschauung kennen, ist projiziertes HD also tatsächlich ein Aha-Erlebnis. Argumentation der Techniker ist es, auch zukünftig im Kino höhere Qualität als in den Wohnzimmern anbieten zu können. Außerdem sieht man bei 2 K zumindest nahe der Leinwand die Pixel der Projektion, bei 4 K sind diese weitgehend nicht mehr zu erkennen.

     

    Hochwertige Digital-Cinema Projektoren setzen technisch betrachtet, Panels ein, bei denen die Abstände zwischen den Pixeln möglichst gering sind. Interessanterweise gibt es beim Übertragen von Film auf digitale Träger oft das Phänomen, dass man das Filmkorn und dessen organische Bewegung in der Filmemulsion nicht mehr sehen kann. Für Freunde des klassischen Filmlooks ein spürbarer Mangel. Erhöht sich die Auflösung aber auf 4 K ist auch bei diesen digitalen Projektionen von ursprünglich auf Film gedrehten Inhalten, wieder das Filmkorn sichtbar.

     

    4 K ist inzwischen verstärkt ein Thema, je mehr bezahlbare 4K Kameras auf den Markt drängen. Ob es die Alexa von Arri oder die deutlich preiswertere Red oder die BlackMagic Cinema ist, immer häufiger werden Filme in dieser Auflösung gedreht und es macht Sinn, diese wenn möglich auch in der mühsam erzielten hohen Qualität auch zu zeigen.

  • Kino ohne Film

    Kino

    Die große Umstellung auf digitale Projektion ist fast abgeschlossen. In Europa sind die Kinos zu 98 % digitalisiert.

    Immer seltener werden große, schwere Filmkartons (30 kg und mehr) wie früher durch die halbe Welt verschickt, um Kinos und Festivals mit Filmkopien zu versorgen. Nach einigen Vorführungen stellten sich erste Schäden an den Kopien ein, bald war die Perforation beschädigt, am Anfang und Ende der Akte zeigten sich Verschrammungen, fehlten gar einzelne Bilder. Die Kopie wurde irgendwann unbrauchbar. Analoge Filmkopien werden inzwischen durch elektronische Wiedergabe per Videoprojektor ersetzt. Die Filme (digital als DCP) stammen dann von optischen oder magnetischen Speichermedien oder werden per Satellit oder Internet direkt übertragen.

     

    Einsparpotential oder Investitionsfalle

    Kopien könnten von neuen Filmen innerhalb kürzester Zeit in aller Welt sein und die Verleiher sparen Kopierwerks-, Lager- und Versandkosten ein. Der Vertrieb der digitalen Daten verschlingt auch eine Menge Geld, dennoch bringt es den Verleihern Einsparungen. Für die Kinobetreiber sieht die Bilanz allerdings etwas anders aus: Die Kosten für die Umrüstung eines Kino waren anfangs extrem hoch, denn lichtstarke Video-Projektoren sind sehr teuer. Doch das kann sich ändern. Immer wieder sahen sich Kinobetreiber außer Stande, in die neue Technik zu investieren. Viele haben noch nicht einmal die Investitionen in teure THX-Tonanlagen abbezahlt. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, aber die Digitalisierung hat viele Kinos, vor allem in kleinen Orten, sterben lassen. Europäische Fördereinrichtungen wie MEDIA (Creative Europs) haben mit ihrer Initiative Europa Cinemas die digitale Projektion europäischer Dokumentarfilme gefördert. Die Anschaffung eines DLP-Cinema-Projektors mit 2k Auflösung konnte für geeignete Kinos mit bis zu 7500 Euros gefördert werden. Richtige Kinoprojektoren für große Leinwände kosten gut und gerne 40-60.000 Euro und im Gegensatz zu Filmprojektoren, die ein halbes Jahrhundert funktionierten, muss man diese alle sechs, sieben Jahre erneuern. Das sind unglaubliche Kosten, die da von Kinobetreibern gestemmt werden müssen.

     

    Vorteile

    Sowohl die Rechteinhaber (Produzenten oder Vertriebe) als auch die Verleiher haben großes Interesse daran, präzise Kontrolle über die Anzahl und den Zeitpunkt der Vorführungen ihrer Filme zu haben. Darüber hinaus brachte es Kosteneinsparungen, wenn keine Filmkopien mehr gezogen werden mussten. Und auch manche Filmschaffende schwärmen bereits vom angeblichen Segen der elektronischen Filmkunst. Ob diese Äußerungen auch die Wiedergabequalität berücksichtigen, ist fraglich. Die Qualität der Projektion ist, selbst bei hochwertigen Geräten, in der Auflösung und der Farbtiefe noch immer etwas vom 35mm-Film entfernt. Wenn man Qualitätsmerkmale wie Farbtiefe, Kontrast und Differenzierung in Helligkeitswerten ansetzt, dann ist klassischer Film noch immer im Vorteil. Die Entwicklung klassischer Filmmaterialien verschiebt die Maßstäbe auch weiter nach oben, hält den digitalen Weg aber nicht auf. Neueste Filmmaterialien wie das Kodak-50-ASA-Negativ-Material bieten eine Auflösung von 11K. Doch auch die digitale Fraktion rüstet nach, Auflösungen von 4K oder 8K, die am heimischen Fernseher weitgehend sinnfrei sind, können im Kino in Großprojektion durchaus die Qualität sichtbar erhöhen. Und da immer mehr Kinofilme ohnehin digital gedreht werden und immer weniger analoger Film hergestellt wird, ist die digitale Projektion eine konsequente Folge.

     

    Wie so oft siegen in diesem Bereich nicht die künstlerischen, sondern die wirtschaftlichen Argumente und diese liegen auf Seiten des Electronic-Cinema. Genießen wir also noch ein wenig die Zeiten, in denen wir Filme noch in ihrer hochwertigen Qualität betrachten können! Ist das elektronische Kino erst vollständig etabliert, wird sich kaum einer mehr daran erinnern, wie wunderbar eine hochwertige Filmkopie in Projektion ausgesehen hat, aber es bleibt zu hoffen, dass auch die digitale Technik irgendwann erwachsen wird...

     

    Technische Umsetzung

    LCD-Projektoren

    stellen eines der möglichen Verfahren für das künftige elektronischen Kino dar. Ein transparentes LCD-Feld wird elektronisch angesteuert und erzeugt ein Bild aus verschiedenen Helligkeits- bzw. Transparenztönen.

     

    LCD Scheibe

    Digitale Projektion verdrängt den analogen Filmprojektor.

     

    Zur Projektion strahlt eine starke Lichtquelle durch drei LCD-Elemente nebst Farbfiltern für die drei Grundfarben (RGB, siehe Farblehre) hindurch. Mit Halbspiegeln wird aus den drei Lichtbündeln ein farbiges Bild gemacht, welches ein Projektionsobjektiv auf die Leinwand projiziert. Nachteil des LCD-Verfahrens: Die Flüssigkristalle lassen keine vollständige Schwärzung zu. Dadurch können auf der Leinwand noch keine starken Kontraste wiedergegeben werden.

     

    Kosten

    Kleinere Projektoren fürs Heimkino gibt es schon ab 500 Euro, ab 1.000 Euro genügen die Projektoren für kleine Tageslichtpräsentationen, aber richtig große Projektoren, die auch eine riesige Kinoleinwand erhellen können, sind im Moment mit ca. 20 bis 40.000 Euro noch recht teuer. Hinzu kommen spezielle Server, die die DVPs abspielen können. Die Kosten für die neue Technik pro Saal bedeuten, dass sich für den Kinobetreiber die Investition erst nach 10 bis 12  Jahren refinanzieren wird. Bei weiter rückläufigen Besucherzahlen können sich die Zeiträume sogar noch weiter verlängern.

     

    DMD – Digital Micromirror Device

    LCD Projektor

    LCD-Projektor

    Ein weiteres, momentan technisch führendes Verfahren für die Video-Großprojektion arbeitet mit unzähligen winzigen Spiegeln, die elektronisch gesteuert Licht entweder gar nicht, oder mit unterschiedlicher Intensität reflektieren. Die Lichtquelle leuchtet nicht wie bei LCD durch das Panel, sondern darauf, und das von den winzigen Spiegeln reflektierte Licht wird durch eine Optik auf die Leinwand geworfen. Auch hier kommt für jede Grundfarbe (RGB) wieder ein DMD-Panel zum Einsatz. Dieses Verfahren hat vor allem den Vorteil, vollkommene Schwärzung zu erzielen, das Verlustlicht bei voller Reflexion ist um einiges geringer als bei LCDs. Dadurch nähert sich (zumindest) der Kontrastumfang etwas näher an die Leistung einer Filmkopie an. Auch hier liegen die Gerätekosten bei einem Vielfachen klassischer Filmprojektoren. Noch nicht so etabliert, aber durchaus auch zukunftsweisend sind Laser-Projektoren. Da wird abzuwarten sein, wie sich deren Verbreitung entwickelt.

     

    Standards

    Weltweit konkurrieren wieder einmal diverse Standards, einige davon sind relativ beliebig gewählt, wie etwa der DCI Standard (Digital Cinema Initiatives) mit einer Datenrate von 250 Mbit pro Sekunde, ein Kompromiss zwischen verschiedenen Fraktionen, die entweder 200 Mbit oder 400 Mbit pro Sekunde favorisierten. Erleichterung im Normenwirrwarr bringt der Kompressionsstandard JPEG 2000, der die Daten von 4k auf 2k skalieren kann. Die Digital-Cinema-Initiative wird weitgehend von den großen Hollywood-Studios gebildet. Die Fachleute, die versuchen, vor allem durch die Marktmacht ihrer Studios einen weltweiten Standard festzulegen, kommen von Disney, FOX, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal und Warner Brothers. Auch, wenn Hollywood ganz andere Forderungen stellt: Kinobesitzer, die auf 2k Projektoren setzen, die einen guten Farbraum darstellen können und lichtstark sind, können damit problemlos einige Jahre aktuell bleiben. Unter 2k versteht man 1.920 bzw. 2.048 x 1.080 Pixel, bis zu 6-Kanalton und Bitraten von etwa 80 bis 100 MBit. Der 6-Kanalton ist notwendig um 5.1 Dolby SR technisch abbilden zu können. Die hiesigen Standards zum E-Cinema sehen im 1,3-Progressive-Bildformat projizierte 2k-Dateien mit einem Sechs-Kanal-Ton (5.1-Ton) vor, neuere Vorschläge bilden sogar Vielkanalsysteme wie Dolby Atmos ab. Die Übermittlung und Wiedergabe von 4k ist noch lange nicht Alltag, etwabliert sich aber immer mehr. Die von DCI geforderten Geräte kosten ca 20 % mehr als 2K-Systeme.

     

    Wertvolles Gut

    Ein besonders wichtiger Punkt bei der Festlegung der DCI-Standards ist dabei der Kopierschutz, das sogenannte Digital Rights Management. Nichts fürchten die Studios so sehr, als dass sich Hacker Zugang zu den Filmen in digitaler Form verschaffen könnten. Interessanterweise denken alle großen Studios gar nicht daran, ihre millionenschweren Master einfach auf Festplatten zu speichern. Letztlich sind digitale Filme in Form von Daten nicht sicher archivierbar. Hier denkt man an Film als Archivmedium und das sogar wie zu Zeiten von Technicolor in Form von drei Farbauszügen auf Schwarzweißfilm.

     

    Zukunftsmusik

    Eine dritte Variante an Projektoren arbeitet mit Laser. Wie beim Fernsehschirm der Elektronenstrahl, so rast der Laser mit hoher Geschwindigkeit über die Leinwand und baut das Bild auf. Im Unterschied zum Fernseher gibt es keine Phosphor-Lichtpunkte, die nachleuchten, ein großer Vorteil in Bezug auf die Kontrastverhältnisse.

     

  • Dolly GF b 500Dollies, die ersten Hilfsmittel für ruhige Kamerafahrten, sind heute noch genauso begehrt.

  • Digital Video

     

    Untersicht einer Mini-DV-Kassette
    Mini-DV-Kassette und normale DV-Kassette

     

    Jene unscheinbaren Kassetten, kaum größer als eine Streichholzschachtel, haben einmal, was Video angeht, den Amateur-, Semi-, ja sogar den Profibereich revolutioniert.

    DV heißt das System und war vor dem Siegeszug von HD für die ersten und auch späteren Schritte, bevor man auf Film dreht, ein ideales Medium.

     

    Auch im professionellen (TV-)Bereich wurde es mehr und mehr verwendet. Sogar auf 16 mm und 35 mm konnte man es umkopieren und ggf. ins Kino bringen (Faz) Filme wie "Das Weiße Rauschen" oder "Erleuchtung garantiert" fanden so ihren Weg in deutsche Kinosäle.

     

    So kompakte Kameras, die fast schon professionelle Qualität abliefern können, hat es zuvor noch nie gegeben. Vor allem aber bietet die digitale Aufzeichnung den Vorteil, dass im Idealfall keinerlei Qualitätsverluste durch Schnitt und Bearbeitung mehr auftreten, wie es bei den alten analogen Formaten wie Video 8, Hi 8, VHS oder S-VHS, aber auch bei den professionellen analogen Verfahren wie Beta SP oder beim M-Format der Fall ist.

     

    Geräte

    Einfache DV Kameras gab es bereits ab ca 300,- EURO. Für erste Schritte in dem Medium waren sie bereits bedingt geeignet, für individuelle Gestaltung aber haben sie zu viele Automatiken, die sich nicht abschalten lassen.

     

    Besser und Voraussetzung für eine hohe Güte ist, dass es sich um eine so genannte 3-Chip Kamera handelt, das bedeutet, dass für jeden Farbauszug (siehe Fernsehen) jeweils ein eigener CCD-Chip (das digitale „Filmmaterial“) zur Verfügung steht. Diese Kameras kosteten etwa 1000 bis 2000 Euro. Langsam wurden Sie von HDV- Kameras, also hochauflösenden, auf DV-Kassetten aufzeichnenden Kameras abgelöst. Hier beginnen die Preise bei 1200 Euro und gehen bis 10.000 Euro im Semiprofessionellen Bereich. Inzwischen arbeitet man weitgehend File-basiert, das Aufzeichnen auf Band stirbt immer mehr aus.

    Für Seminaristen: Im Online-Seminar werden Hersteller und Gerätetypen besprochen.

     

    Medien und Formate

     

    Mini-DV-Adapter
    Mini-DV-Adapter

     

    In der Regel arbeiten diese Kameras mit Mini-DV-Kassetten, die eine Aufzeichnungsdauer von 60 Minuten erlauben. Die „normalen“, größeren DV-Kassetten passen in diese Kameras nicht hinein, sie sind für Profi DVC PRO- oder DVCAM- Kameras und für einige Heimvideorekorder im DV-Format geeignet und haben eine längere Spieldauer. Weitere Video-Formate werden in der Knowledge Base (Bereich Video) behandelt.

     

    Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass es auch auf Basis des analogen Video 8 Systems mit gleicher Kassettenmechanik auch das Digital 8 Verfahren gibt. Dieses ist technisch dem DV ebenbürtig, aber nur wenig verbreitet.

     

    Semiprofessionell

    Die relativ hohe Qualität von DV und später HDV hat den Herstellern ziemliches Kopfzerbrechen bereitet: Wie sollten Sie den deutlichen preislichen Unterschied zu den teuren Profikameras in Formaten wie DIGI-BETA, BETA SP, DVC PRO, DVCAM rechtfertigen? Nun, die Rezepturen waren die gleichen wie schon zu Zeiten von Super 8. Man baue möglichst viele Automatiken in die Kamera ein und gewähre dem Anwender möglichst keine oder nur umständliche manuelle Eingriffe in Belichtung, Filterung, Tonaussteuerung etc.

     

    Darüber hinaus gehören bessere Zugriffsmöglichkeiten auf den Timecode, mehr Tonspuren und mehr Schutz vor Drop-Outs durch größeren Spurabstand zu den Features der Profikameras.

    In die gleiche Richtung geht auch das Thema Anschlüsse. Man sperre etwa die Eingänge in die Kameras (auch um 10% Zoll auf „Videorecorder“ zu sparen), oder man verwende grundsätzlich keine professionellen Steckernormen, und eine weitere wichtige Differenzierung ist geschaffen.

    Theoretisch wäre es von den Herstellungskosten kaum ein Unterschied, diese manuellen Korrekturmöglichkeiten und Anschlussmöglichkeiten einzubauen. Aber wie gesagt, man braucht Argumente, warum die Profis so deutlich viel mehr bezahlen sollen und kann für den breiten Markt trotzdem leistungsfähige Geräte bereitstellen.

     

    Doch wenn man einige Basics berücksichtigt, kann man mit den semiprofessionellen DV-Kameras trotz dieser Unterschiede hervorragende Ergebnisse erzielen. Dazu gehören Entscheidungen, ob man im progressive Mode aufzeichnet, ob man interlaced oder non-interlaced einstellt etc. Auch ist es, wenn man Szenen ausleuchtet, wichtig, den Kontrastumfang an die Kennlinie der DV-Kamera anzugleichen. In der Regel liegt dieser bei 3:1 (Verhältnis von Führungslicht zu Grundlicht).

     

    Die Anfänge

    Wer sich einen Eindruck von den Anfängen der Videotechnik verschaffen möchte, sollte unsere Video-Geschichte lesen. Sie werden überrascht sein, wie viele Konzepte aus den Kindertagen der Videoaufnahme auch heute noch Anwendung finden.

    Die Entwicklung der auch heute üblichen Schrägspurverfahren wird im Teil 2 der Videogeschichte erläutert.

     

  • Umsetzung auf DVD

     

    DVD

    Silberscheibe als Erfolgsmodel

     

    Auch wenn sie zu Beginn vornehmlich als Vertriebsmedium betrachtet wurde, ist die DVD (Digital Versatile Disc) trotz der BluRay ein wichtiger und in ihrer Verbreitung enorm gewachsener Baustein in den Medien. Nicht nur als Träger für Spielfilme, auch für Corporate-, Verkaufs-, Schulungs- oder Musikvideo wurde die DVD immer bedeutender. Welche Arbeitsschritte sind erforderlich, wenn eine Film-, oder Videoproduktion auf DVD umgesetzt werden soll?

     

    Pre-Mastering

    Kombination der verschiedenen Bausteine (Assets), aus denen eine DVD besteht. Da werden Menüs, Untertitel, verschiedene Tonfassungen (Fremdsprachen), Video (inkl. Making-of etc.) und ggf. andere multimediale Inhalte aufbereitet.

     

    Video

    Trotz der hohen Speicherkapazität können die Daten nicht unkomprimiert auf die DVD aufgezeichnet werden. Das Bildmaterial muss daher im MPEG-2-Format komprimiert werden. Video-Codierung kann softwaremäßig oder auch mit Hardwareunterstützung (Encoder-Karte) geschehen, was den Vorgang bis hin zu Echtzeit beschleunigen kann. Man sollte möglichst hochwertiges Ausgangsmaterial verwenden, z.B. Digi-Beta, aber auch für 24p gibt es inzwischen „Options“. Evtl. kann auch eine Nachbearbeitung (Filterung, Rauschminderung) des Video-Masters erforderlich sein.

    Der Video-Datenstrom einer DVD liegt in der Regel bei 3,5 bis 4,7 Mbit in der Sekunde. (Zum Vergleich: Eine Audio-CD liefert in der Sekunde ca. 1,4 Mbit.) Je nach Anforderung des Videomaterials kann die Datenrate aber auch auf bis zu 9,8 MBit/s erhöht werden.

     

    Untertitel

    Authoring Programme bieten zumeist auch einen Subtitle- Editor in welchem eine Vielzahl von Sprachfassungen erfasst werden können. Sind die Ein- und Ausblendzeiten für eine Version erst mal erfasst, ist der Aufwand weitere Sprachfassungen einzugeben nicht mehr sehr hoch.

    Audio

    Tonebene

    Das Audio-Encoding bereitet den Ausgangston, der in möglichst hochwertiger Qualität vorliegen sollte, für die DVD auf. Unterschiedliche Audioformate wie PCM, AC-3 (Dolby Digital 5.1) oder DTS stehen zur Auswahl. Je nach Audio-Decoding-Verfahren beträgt die Sample-Rate 48 oder (bei PCM) wahlweise sogar 96 kHz. Bis zu acht Audio-Streams können zu einem Video-Stream wiedergegeben werden.

     

    Varianten des Tonspuraufbaus

    Eine IT-Tonmischung (alle Töne ohne landesspezifische Elemente wie Dialoge) wird vorzugsweise im 5.1 oder 7.1 aufgezeichnet. Dazu wird jeweils eine Mono-Dialogspur, die in mehreren Sprachfassungen auf der DVD vorhanden ist, gemeinsam mit dem Center-Kanal der IT-Tonmischung abgespielt (Datenstrom des Multikanaltons: 384 KBit/s, der des Dialogs: 64 KBit/s).

     

    Eine IT-Tonfassung (5.1 oder 7.1) wird gemeinsam mit jeweils einer Stereo-Dialogspur abgespielt. Die landesspezifische Dialogspur wird dabei mit dem linken und rechten IT-Mixkanal gemeinsam abgespielt. (Im Vergleich zur oberen Mono-Dialogspur hat die Stereo-Dialogspur einen Datenstrom von 128 KBit/s.)

    Drei komplette Landes-Fassungen, bei denen Sprache und IT gemeinsam sind, werden auf der DVD als 5.1 oder 7.1 abgelegt und wahlweise abgespielt. (Alle drei Fassungen haben jeweils einen Datenstrom von 384 KBit/s.)

     

    Authoring

    Neben recht differenzierten Authoring-Programmen wie DVD-Creator, DVD Studio Pro oder Encore DVD, gibt es auch unkomplizierte Lösungen, bei denen der Funktionsumfang auf die wichtigsten Standards reduziert ist (z. B. Auto DVD und DVD Fusion).

    Während des Authoring-Vorgangs werden z.B. Menüs und Kapitel gestaltet oder Schleifen programmiert, die einzelne Clips wiederholt abspielen. Kapitelanwahl, Untermenüs, Statistiken, diverse Anzeigen von Spieldauer, Länge, unterschiedliche Versionen (Director‘s Cut/Kindersicherung/verschiedene Kameraperspektiven) können hier programmiert werden. Die ansprechende Oberflächengestaltung und einfache Bedienerführung sind wichtige Qualitätskriterien in diesem Bereich.

     

    Besonders die Einhaltung der Normen entscheidet darüber, ob das Authoring funktioniert oder die User zur Verzweiflung treibt. So müssen selbst erstellte Menüseiten genau das Pixelformat des jeweils sichtbaren TV-Bildes haben und auch die Menübuttons nach bestimmten Regeln und mit definierten Ebenen erstellt sein. Klare Beschriftungen der jeweiligen Grafiken erleichtern die Übersicht im Authoring-Programm.

     

    Authoring-Programme erlauben es, Menüs mit einzelnen Videotracks zu verknüpfen. Dabei können bis zu 100 Parameter eingestellt werden. Wegen der hohen Komplexität werden aber meistens nur 10% der Möglichkeiten, die in einer DVD stecken, tatsächlich genutzt. In diesem Arbeitsgang werden auch die ungeliebten Regionalcodes sowie Kopierschutzverfahren in die DVD integriert.

     

    Vervielfältigung

    Zum Prüfen und für Kleinauflagen ist ein DVD-R-Brenner erforderlich, für das endgültige Mastering ein DLT-Laufwerk. Die Serien-DVDs werden dann in einem Presswerk hergestellt.

     

    Haltbarkeit

    Auch wenn die Industrie das gar nicht gerne hört- die Haltbarbeit von beschreibbaren DVDs ist extrem schlecht. Unter speziellen Bedingungen, Dunkelheit und konstanter Temperatur, halten sie etwa 5 Jahre! Nach dem aktuellen Stand der Kenntnis sind DVD-RAM deutlich länger haltbar, weil sie auch Fehlertabellen besitzen und ähnlich wie Festplatten funktionieren. Wer also Daten langfristig sichern muss, sollte unbedingt auf die wiederbeschreibbaren DVDs zurückgreifen!

     

    Übersicht Formate

    DVD5: einseitig bespielt, eine Schicht 4,7 GByte

    DVD9: einseitig bespielt, zwei Schichten 8,5 GByte, auch Double-Layer DVD genannt.

    DVD10: zweiseitig bespielt, je eine Schicht 9,4 GByte

    DVD18: zweiseitig bespielt, je zwei Schichten 17 GByte

    Blue Ray DVD: Mit einem Layer 27 GByte, zwei Layern 54 GByte

    HD-DVD: 15 GByte, im Twin-Format-klassische DVD und HD auf einer Scheibe: 30 GByte- Das Format war in mancher Hinsicht besser als die BluRay hat aber im Anbieterkampf verloren und wurde eingestellt.

     

    Technische Normen

    Bildwiederholraten: 29,97 Bilder/s oder 25 Bilder/s

    Fernsehnormen: 525/60, 625/50 sowie HD Formate bei Blue Ray und HD DVD

    Höhen-/Seitenverhältnis: 4:3 und 16:9

    Bildauflösungen (bei MPEG-2): 525/60: 720 x 480, 704 x 480, 352 x 480, 352 x 240

    625/50: 720 x 576, 704 x 576, 352 x 576, 352 x 288

    Link zum Thema: www.dvddemystified.com

     

  • Welche gestalterischen Bereiche werden betrachtet und wie finden wir heraus, wo wir ansetzen, was wir berücksichtigen müssen?

  • "Captain" Jack Sparrow auf großer Leinwand in einem Konzertsaal? Das Filmerlebnis der etwas anderen Art.

  • Sind sie wirklich geeignet, die Meisterin der ruhigen und zugleich bewegten Kamera, die Steadicam abzulösen?

  • Sie sind keine Videocams, dennoch kann man mit ihnen drehen. Die zehn wichtigsten Tipps und Tricks

  • Breites Band

    Breitband_Netze

    Im Moment sieht es so aus, als wenn Lichtleiter die Zukunft des IP- gestützten Fernsehens sein werden

    Noch sind die Bandbreiten etwas zu dünn, um Video in DVD Qualität über das Internet zu schicken, doch beinahe alle   Netzbetreiber arbeit

    Eine zweite Alternative, Video über Kupferkabel zu senden, bedeutet, dass die Inhalte stark datenkomprimiert werden, eine Variante, die mit den stetig optimierten Algorithmen ebenfalls weiterentwickelt wird.

     

    Die dritte Alternative wäre Internet per Satellit, wobei die Auswahl und Anforderung von Inhalten klassisch über ein Modem erfolgen muss. 

     

    Wünsche der Zuschauer 

    Diese Entwicklung kommt den geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauer entgegen. Viele möchten sich nicht mehr reglementierten Programmschemen unterwerfen, sondern selbst bestimmen, wann sie was sehen möchten.

     

    Das Freizeitverhalten vor allem der jüngeren und mittleren Generation hat sich durch die vielfältigen Angebote so stark verändert, dass der klassische Abend vor dem Fernseher nicht mehr die Regel ist. Das bekommen die Fernsehveranstalter in Form von sinkenden Einschaltquoten mehr und mehr zu spüren.

    Zeitversetztes Sehen oder auch Filme auf Abruf werden die Fernsehwirklichkeit der nahen Zukunft bestimmen. 

     

    Videothek aus dem Kabel

    Für Video on Demand gibt es bereits diverse Testreihen, an denen mehrer 100.000 User beteiligt sind. Fastweb in Italien, die Kingston Company in England oder die Telekom Austria etwa in Kärnten bieten ihren Kunden bereits IP-Netze der nächsten Generation an. 

     

    FastWeb verfügt in Italien über ein Netz, welches schnelles Internet und TV über eine einzige Verbindung ermöglicht. Es bietet diverse, sogenannte Mehrwertdienste, wie Fernsehen über das Breitbandnetz an. Wie in vielen anderen Netzen spielen Pay-TV-Fußballkanäle eine wichtige Rolle. Die Kunden können unter 120 Fernsehprogrammen in Rom, Neapel, Turin, Mailand und Genua wählen. FastWeb ist der weltweit erste Netzbetreiber, der Fernsehen über ADSL-Leitung anbietet. Damit steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu Kabelfernsehen oder Satellitenübertragung. Das System scheint sich zu bewähren, die Kundenzahlen erhöhen sich von Jahr zu Jahr um über 200 %.

     

    Die Kingston-Company gehört ebenfalls zu den europäischen Pionieren des IP-Fernsehens. Für  £50 Anmeldegebühr und  £6 monatlich kann der Kunde ein Grundpaket mit den ITV und BBC Kanälen beziehen. Für £15 im Monat gibt es bis zu 60 Kanäle. Nach eigenen Angaben der Firma ist die monatliche Kundennachfrage momentan höher, als die Zahl der Anschlüsse, die zur Verfügung gestellt werden können.

     

    Die Telekom Austria wirbt für ihr Breitband-Fernsehen ganz offen damit, genau die immer schwerer wiegenden Nachteile des herkömmlichen Fernsehens zu umgehen. Da ist von Multimedia Erlebnis die Rede, davon, dass man den täglichen Kampf um die TV-Fernbedienung und lähmende Werbepause vergessen könne. Die Telekom bietet sogar Serverplatz zur Aufzeichnung von Inhalten an, damit die Kunden ihr Fernsehprogramm selbst gestalten können.

     

    Interaktivität

    Insbesondere Multimediaanwendungen wie Interaktives Fernsehen oder Online-Games profitieren von den erweiterten Bandbreiten und machen die Netzbetreiber indirekt zu Programmveranstaltern. Noch rätselt die Mehrzahl der Programmentwickler, wie denn die Killerapplikation im interaktiven Fernsehen aussehen könnte. Die meisten Entwicklungen gehen doch eher in Richtung Shop-Systeme. 

     

    Internet und klassische Programmdistribution wachsen mehr und mehr zusammen, die Reaktionen auf Programminhalte via Chat oder Mail werden direkter, der Zuschauer beteiligt sich verstärkt an der Gestaltung. 

     

    In den USA sollen bis 2007 bis zu 18 Millionen Haushalte an IP- basiertes Breitband-Fernsehen angeschlossen sein, das Projekt heißt „Lightspeed“ und ist mit milliardenschweren Investitionen verbunden. 

     

  • Mobilität am Set

    Vor, bei und nach Dreharbeiten werden in der Regel viele Fahrzeuge benötigt, weit mehr, als der oder die regulären Firmenwagen einer Filmproduktion. Diese müssen selbstverständlich kalkuliert und auch von den Versicherungen und vom Benzin,- oder Dieselverbrauch her möglichst genau vorab eingeschätzt werden.

     

    Diese Beispielseite des Kalkulationsprogramms Cinecalc ist eine aus der Vielzahl von Anlagen und Unterseiten zum Bereich Technik. Abgesehen von Fahrzeugen im Bild entstehen allein für Transportmittel einige Kosten:

     

     

  • Die Praxis besteht aus einer Sammlung an Details

    Kostüme

    Die Bandbreite, was ein Kostüm so kosten kann ist gigantisch

     

    Wer in einer konkreten Produktion steckt, spürt ganz unmittelbar die Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis. Wurde an alles gedacht und waren die kalkulierten Beträge realistisch? Jedes Department bekommt ein gewisses Budget zugewiesen, welches sich aus der Vorkalkulation, die die Produktion erstellt, ergibt. Dabei hilft die Erfahrung sehr, grobe Einschätzungen vorzunehmen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn ungewohnte Prozesse wie historische Kostüme, Uniformen oder auch künstlerisch bearbeitete Materialien ins Spiel kommen. In diesem Fall muss man besonders genau recherchieren.

     

     

    Ein gutes Kalkulationsprogramm ist zugleich auch eine Checkliste der wichtigsten Positionen innerhalb der Herstellungskosten. Es erlaubt zudem, den Effekt von Umschichtungen kalkulierter Beträge, unmittelbar abzulesen.

     

    Beispiel: Kostüme

    Kostümkauf

    Anlage 186 erfasst die Kosten für jene Kostüme, die gekauft werden müssen. In den blauen Eingabefeldern wird angegeben, wie viele Darsteller jeweils mit gekauften Kostümen zu welchem geschätzen Pauschalwert eingekleidet werden sollen. Die Summen finden sich in der rechten Spalte.

     

    Anlage 187 erfasst in gleicher Weise die Kosten für Kostümverleih. Hier werden entsprechend Tagesmietpreise oder Pauschalen kalkuliert.

     

    Ausstattung und Technik

    So sehen die Zusammenfassungen für ein paar Kalkulationsposten im Bereich Ausstattung und Technik aus. Insgesamt gibt es etwa 40 A4-Seiten mit Einzelpositionen, die für einen Spielfilm komplett kalkuliert werden müssen. Sie sind weitgehend standardisiert und können von Produzenten, Fördergremien oder Redakteuren gleichermaßen gelesen und verstanden werden.

     

    Auch die folgenden Seiten entstammen dem Kalkulationsprogramm CineCalc.

     

     

  • Vater der Medienkritik

    Fernbedienung

    Fernbedientes Leben

    Wer immer sich heute kritisch mit den Medien beschäftigt, kommt an den Thesen des amerikanischen Medienkritikers Neil Postman nicht vorbei. Bekannt wurde der ehemalige Volksschullehrer durch Bücher wie "Das Verschwinden der Kindheit" oder "Wir amüsieren uns zu Tode". Er war nicht der Erste, der sich mit dem Einfluss der Massenmedien auf die Gesellschaft beschäftigt hat, seine kritische Brille durch die er Medien und Menschen beobachtete war jedoch besonders Düster. Und doch ist das, was heute technisch möglich ist, um so viel perfider und gefährlicher, dass seine Kritik eigentlich nur ein vorsichtiger Anfang gewesen sein kann. Die Möglichkeiten der Manipulation sind durch die Rückkanäle internetfähiger Flatscreens so mächtig und undurchsichtig zugleich geworden, dass wir in dieser Hinsicht vermutlich noch viele Enthüllungen zu erwarten haben.

     

    Blinde Technik-Gläubigkeit

    Eine seiner zentralen Ideen, die der amerikanischen Technik-Gläubigkeit diametral entgegenstand, war, dass jede technische Erfindung stets sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringe. Auch, wenn seine Thesen durchaus die Realität schon mal etwas in seinem Sinne optimierten und wichtige Aspekte etwa zur Definition der Kindheit ausblendeten, so haben Sie in jedem Fall wichtige Diskussionen entfacht. Seine messerscharfe Kritik an den westlichen Gesellschaften stellte etwa in "Amousing Ourselves to Death" die These auf, dass die staatliche Zensur früherer Jahre, also das Vorenthalten von Informationen durch das Ertränken der Menschen in belanglosen Informationen, ersetzt wurde. Die permanente Fütterung mit neuen Bildern würde zudem in den Menschen das Geschichtsbewusstsein aufheben. "Die Amerikaner wüssten alles über die letzten 24 Stunden, aber so gut wie nichts über die vergangenen Jahrhunderte" folgerte Postman.

     

    Reizüberflutung

    Als Kulturpessimist wetterte er gegen die Allmacht der Medien, die Reizüberflutung durch die Fernsehwelt, gegen Manipulation, gegen falsche verlogene Scheinwelten, welche die Menschen kritiklos und verblendet werden lassen. Den positiven Eigenschaften des Fernsehens, etwa eine Demokratisierung des Zugangs zu Informationen, der stärkere kulturelle Austausch der Nationen untereinander oder die Meinungsvielfalt, standen für ihn viel schwerwiegendere Nachteile entgegen. Während die frühere, eher von Printmedien bestimmte Gesellschaft (textbestimmte Kulturen) sich mit Inhalten in Form von Kritik, Überlegung und Diskussion auseinandersetzte, seien die visuellen Inhalte unserer bildbestimmten Kultur erst gar nicht mehr geeignet, in Frage gestellt oder diskutiert zu werden. Dies aber sei Voraussetzung für eine eigene Urteilsbildung und damit für eine funktionierende Demokratie. Schauspielernde Politiker und zu Politikern mutierende Schauspieler á la Schwarzenegger belegen eindrucksvoll, dass Techniken, die bei der erfolgreichen Vermarktung von Waschlotion greifen, inzwischen auch Wahlentscheidungen beeinflussen. Es sind eben nicht mehr Ideen, die entscheidend sind, sondern nur noch Gesichter und deren Präsentation.

     

    Frühwarnungen

    Fernsehfenster

    Sendewelten

     

    Wer mit halbwegs klarem Verstand den Sturzflug an Qualität in den Medien der letzten Jahre verfolgt, begreift, wie berechtigt viele von Postmans Warnungen gewesen sind. Gameshows, Casting-Shows, Voyerismus-Container oder Lifestyle-Geschwafel gehen tagtäglich als unangefochtene Sieger im Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer gegenüber den eigentlich wichtigen Themen des Lebens hervor.

     

    Bereits in den achtziger Jahren warnte Postman vor einer "Infantilisierung" und Trivialisierung der Gesellschaft durch die kommerziellen Fernsehsender, deren einzige Prämisse die uneingeschränkte Unterhaltung der Zuschauer sei. Die Vermittlung von Informationen oder gar Wissen würden von diesen Sendern weitgehend zurückgedrängt zu Gunsten quotenorientierter Zerstreuung. Damit einher gehe der Verlust unserer Fähigkeit, uns auf längere sprachliche Argumentationen zu konzentrieren.

     

    "Denken kommt auf dem Bildschirm nicht gut an" war eine der provokanten Theorien des Neil Postman. Auch den hochfinanzierten neuen Techniken, etwa dem interaktiven Fernsehen, stand er äußerst kritisch gegenüber. Eine Illusion des Bedeutenden werde in Zusammenhang mit diesen Technologien geschaffen, die nicht gerechtfertigt ist. Was das Problem sei, das durch die neue Technologie gelöst werde, und wessen Problem es sei, waren seine Kernfragen in diesem Zusammenhang. Er zweifelte an, dass Menschen tatsächlich 500 bis 1000 Programme sehen wollten und sollten.

     

    Wir leben durch die Medien

    Die Medien und nicht mehr die Menschen selbst, so Postman, seien es, die durch lückenloses Werbefeuer und Entertainment das bestimmen, was wir erleben, welche Erfahrungen wir machen, was wir wissen, denken, empfinden und wie wir über unsere Nachbarn denken. Unsere alltägliche Sorge, ob wir mit unserer Kleidung, Frisur und den Turnschuhen den aktuell angesagten Klassenzimmer-, Arbeitsplatz-, oder Gesellschafts-Zwängen genügen, belegt auf recht eindrucksvolle Weise, wie richtig diese These war. Neil Postman war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die menschliche Vernunft und gegen die Bevormundung durch die Medien. Seine Warnungen wurden und werden kontrovers diskutiert. Doch wie es scheint, ist der Wunsch der Menschen nach Zerstreuung und Ablenkung stärker als die Sorge um den Verlust der Kritikfähigkeit und der geistigen Freiheit.

     

  • Film im Internet

    Videowall

    Videowall für Sportübertragung

    Sie sind auf dem Vormarsch und gestalten die Medienwelt erheblich um:

    Filme bzw. TV-Programme werden über ein weltweites Netz verbreitet, das Internet.

     

    Eines der zahlreichen Nadelöhre auf dem Weg zu Internet-TV sind die Übertragungsbandbreiten. Die Verbreitung von DSL- Zugängen hat inzwischen fast alle Internet-Haushalte erfasst. Allerdings sind die maximal möglichen Übertragungsraten sehr relativ. Oft begrenzen die Programmanbieter bereits die Geschwindigkeit, um ihre Leistungsfähigkeit möglichst viele Datenstreams bereit stellen zu können, nicht zu gefährden.

     

    Datenschmelze

    Um die zu bewältigende Datenmenge Internet-gerecht zu reduzieren, werden verschiedene Techniken angewandt:

     

    1. Reduktion der Auflösung
      Je weniger Pixel (Bildpunkte) gespeichert werden, desto unschärfer, aber auch platzsparender wird das Bild
    2. Reduktion der Bildwechselfrequenz
      Die Anzahl der Bilder pro Sekunde wird reduziert, um weiter Platz einzusparen. Besonders Webcams, die mit 5 bis 1 Bildern pro Sekunde oder noch weniger die Datenflut begrenzen, arbeiten damit. Film kann man das allerdings kaum noch nennen.
    3. Kompression der Bildinformationen Es gibt zahlreiche Algorithmen (Codecs), die mehr oder weniger erfolgreich versuchen, Bildinformationen, die das menschliche Auge nicht oder kaum wahrnimmt, wegzulassen, um so die Datenmenge weiter zu reduzieren. Wer glaubt, dass mit HD, 2K oder 4K immer mehr Daten durch die Kabel wandern, der täuscht sich, vor allem die Datenkompressionen werden effizienter. Allerdings ist das Dekodieren effizienterer Codecs meist rechenintensiver. Man braucht schnellere Prozessoren.

     

    Download-Techniken

    Daneben finden auch verschiedene Techniken Anwendung, um den Datenverbrauch des Tons so niedrig wie möglich zu halten.

    Noch nichts zu sehen? So langsam und qualitativ schlecht war Streaming Video zu Beginn

    Eine Möglichkeit ist, dass der Benutzer Videodateien downloadet, z.B. als MPEG-1, MPEG-2 oder MPEG-4 oder in den verbreiteten AVI- oder QuickTime-Formaten.
    Diese Videos können – einmal gedownloadet - mithilfe von Software-Playern von der Festplatte beliebig oft wieder abgespielt werden.

     

    Wo sich vor einigen Jahren noch durch die relativ geringe Übertragungsgeschwindigkeit winzige Datenmengen quälten und trotz starker Datenkompression nur qualitativ schlechte Bilder möglich waren, sind heute Programme in HD Sendequalität zu sehen.

     

    Kompressionsverfahren

    Es gab und gibt zahlreiche Projekte, speziell für das Web entwickelte Miniserien zu präsentieren. Und alle größeren Softwareentwickler für nichtlineare Computerschnittplätze entwickelten Softwarelösungen, um moderne, qualitativ hochwertige Kompressionsverfahren in ihre Schnittlösungen zu integrieren.

     

    Besonders viel Energie und Geld investieren Programmanbieter in Maßnahmen, die verhindern sollen, dass die Filme auf Festplatte zwischengespeichert werden können. Doch wie bei der Fabel vom Hasen und dem Igel haben Hacker es bisher immer wieder geschafft, Schutzmechanismen zu knacken. Damit wurden all die Investitionen, die letztlich die zahlenden Kunden finanzieren müssen, wieder obsolet.

     

    Besonders die Inhaber der Filmrechte möchten private Kopien verständlicherweise verhindern, Über die grundsätzliche Realisierbarkeit eines „sicheren“ Kopierschutzes bestehen zwar berechtigte Zweifel, aber die Industrie hat es bisher immer verstanden, es den Konsumenten schwer genug zu machen, damit sich die Anzahl illegaler (und auch legaler, privater) Kopien in Grenzen hält.

     

    Media-Streaming

    Die bisherige Lösung hierfür heißt Streaming Video, oder auch Media-Streaming. Das ist die gleichzeitige Übertragung von Video, Ton und Daten in einem gleichmäßigen Datenstrom, der von einem Server abgegeben und beim User abgespielt wird.

     

    Man unterscheidet hier “Progressive Streaming“ und “Realtime Streaming“. Beim Progressive Streaming werden zunächst Daten auf den Computer downgeloaded. Ab einer bestimmten Datenmenge als Puffer beginnt der Player, das Video abzuspielen. Durch die zeitliche Verzögerung kann man nur Videos auf diese Weise übertragen, Life- Übertragungen sind nicht möglich.

     

    Beim Realtime Streaming haben wir es mit einer Übertragung in Echtzeit zu tun, ohne Vorlauf und Puffer. Hier sind die Ansprüche an den Übertragungsweg höher. ADSL und TDSL sind hier angesagt. Dann sind auch Life-Events (Konzerte, Ereignisse etc.) übertragbar.

    Wichtig hierfür sind vor allem Breitband-Netze und hochwertige Kompressionsverfahren, welche die Datenmengen reduzieren, ohne die Qualität sichtbar oder hörbar leiden zu lassen.

     

    Der von der Moving Pictures Expert Group entwickelte MPEG-4-Standard ist ein  Kompressions- und Übertragungs-Verfahren, das Multimedia, besonders aber Video, durch Netze auch geringer Bandbreite schicken soll, aber gleichzeitig auch für künftige Breitband-Anwendungen geeignet ist. Erreicht wird dies, indem die Datenmenge variabel ist. Ein Film etwa kann also, abhängig vom empfangenden Netz, in unterschiedlichen Bandbreiten übertragen werden. Eine zukunftssichere Strategie, der auch andere Hersteller, wie z. B. Real Technologies, durch Eigenentwicklungen Rechnung tragen.

     

    Beispiel: Earthship.tv, Site vom Bruder (John-David) des Titanic Regisseurs James Cameron

    Der britische Sender Channel 4 sendet seit Ende Juni 2006 sein tägliches Programm auch via Internet, zunächst allerdings nur die Eigenproduktionen und nicht etwaige Serien, die angekauft wurden.

     

    Earthship.tv Site vom Bruder (John-David) des Titanic Regisseurs James Cameron
    Channel 4 Der britische Sender Channel 4 sendet seit Ende Juni 2006 sein tägliches Programm an Eigenproduktionen auch via Internet.
    MyVideo MyVideo beginnt in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 60 Filmen in voller Länge, die durch Werbung unterbrochen werden,
    MSN Video Kinofilme. Am Anfang und danach alle 10 Minuten wird Werbung geschaltet.
    Joost Zu Beginn läuft Werbung, danach ähnliche Titel wie bei MSN Video und MyVideo
    Zattoo Internet Fernsehen mit diversen freien TV-Programmen für Leute ohne Fernseher
    Videoload Videoload betreibt neben dem kostenpflichtigen Service auch ein Gratisangebot mit hauptsächlich älteren und unbekannteren Streifen. Zu Beginn des Filmes wird Werbung eingeblendet. Zu einigen Titeln gibt es auch Making-ofs zu sehen.
    MYSPASS:de Die Produktionsfirma Brainpool zeigt auf dieser Seite Folgen eigener Fernsehsendungen (z.B. Stromberg, Pastewka, TV Total...)
    archive.org Die Seite ist auf Klassiker spezialisiert. Es sind aber auch ältere Interviews und Werbespots zu sehen. Insgesamt stehen mehrere Tausende Titel zur Verfügung
    YouTube YouTube zeigt auf seinem offiziellen Filmkanal vorwiegend ältere Spielfilme. Ungewöhnlich für ein legales Streamingportal: Die Auswahl an verfügbaren FSK 18-Titeln ist relativ hoch.
    Bild.de Einige wenige unbekanntere Filme finden sich auf der Seite Bild.de. Wie im Fernsehen sind Filme mit höheren Altersfreigaben erst ab 22.00 Uhr zu sehen. Finanziert wird das Angebot durch Werbeeinblendungen zu Beginn des Filmes.
    Maxdome Das Gratisangebot von Maxdome wartet mit über 50 Filmen auf. Allerdings ist eine Registrierung beim Portal nötig, auch für das Gratisangebot.
    ARD, ZDF, RTL In ihren Mediatheken präsentieren die Sender hauseigene Produktionen gratis.
    Netflix Günstiger Pay-TV Kanal über Internet
    amazon prime Über 12000 Titel, nahezu alle US Serien usw.
    Videoload Für Kunden des Telekom-Angebots "Entertain", über 15000 Titel
    Watchever Tausende Filme, meist Archivware

     

    Player

    Nicht immer sind die von den Betriebssystem-Herstellern mitgelieferten Player, in der Lage, die Codecs abzuspielen. Als besonders vielseitig und zudem offen in der Struktur gilt der M-Player, den man kostenlos downloaden kann. Download unter: M-Player Noch leistungsfähiger und ebenfalls frei ist der VLC Media-Player.

     

    Wenn ein Film nicht abgespielt werden kann, helfen Programme, herauszufinden, welcher Codec fehlt und wo man ihn beschaffen kann. Zu empfehlen ist GSpot. Ebenfalls sehr mächtig und vielseitig: FFDShow.

    (Zu allen Links gilt wie immer: MC haftet nicht für den Inhalt externer Seiten)

     

    Erfolg kann teuer werden

    Wer über das Web Streaming-Angebote vertreibt, bekommt ziemlich rasch ein weiteres Problem des Internets zu spüren: Jeder Kunde stellt eine neue Internet-Verbindung zum Server dar, wenn also 500 Kunden einen Film anschauen, müssen 500 einzelne Verbindungen einzelner Rechner zum Server über das Internet hergestellt werden. Während dies für reine Textseiten noch handhabbar ist, entsteht bei Video und Audiodaten ein erheblicher Datenstrom. Damit das funktioniert muss kostspielige Hardware eingekauft und / oder beim Provider für den entsprechenden "Traffic" kräftig bezahlt werden.

     

    Neues Protokoll, neue Möglichkeiten

    Ein besonderes Problem für die Übertragung von Filmen via Internet stellt das bisherige Protokoll dar, nach welchem Datenpakete vom Programmanbieter zum Kunden gelangen. Das aktuelle Internet-Protokoll stammt aus dem Jahre 1973 und war nicht ausgelegt auf die Übertragung von Filmen und Tönen.

     

    Die logische, der Bilderfolge eines Filmes entsprechende Datenübertragung kommt darin gar nicht vor. Bisher werden Daten ohne vorgeschriebene Reihenfolge über das Internet transportiert, ein Verfahren, welches man beim Aufbau beliebiger Webseiten beobachten kann. Mal ist der Text schon komplett und die Werbebanner auch, aber die einzelnen Fotos brauchen noch etwas länger. Für Filme oder Audiosignale ist es natürlich verheerend, wenn die Informationen nicht in der richtigen Reihenfolge und mit unterschiedlicher Verzögerung eintreffen. Verspätete Datenpakete sorgen für Verzögerungen, für das gefürchtete Stottern oder Aussetzen des Internetradios oder Videostreams.

     

    Momentan wird an einem neuen Standard gearbeitet, der neben der Erweiterung von möglichen IP-Adressen (begrenzt u.a. die Zahl der Domains) genau diese Probleme lösen soll und den Streaming-Media endgültig zum Durchbruch verhelfen soll. Das Protokoll heißt IPv6 und wird den einzelnen Datenpaketen im so genannten Header Prioritäten zuweisen. Damit erkennen die Router welche Daten bevorzugt transportiert werden müssen.

     

    So werden Streaming-Daten gegenüber normalen Webseiten-Informationen bevorzugt transportiert und die Wartezeiten für das Internet-Kino oder Fernsehen drastisch verringert.

     

  • Projektionstechniken

    Man kennt das aus zahllosen, älteren Spielfilmen: Die Schauspieler fahren im Auto, wackeln ab und an hin und her und durch die Rückscheibe des Autos sieht man die Landschaft oder die Straßen irgendwie dahinsausen. Aber es wird einem klar: Diese Fahrt fand im Studio statt! Bevor Blue- oder Greenscreen-Verfahren auch den Film eroberten, waren Projektionstechniken für Kombinationen sehr verbreitet.

     

    Rückprojektion

    Rückprojektion war eine der Tricktechniken, mit denen bewegte Hintergründe mit Kulissen und Darstellern im Studio bei der Aufnahme kombiniert werden konnten. Das Prinzip ist einfach: Hinter den Darstellern befindet sich eine Leinwand, auf deren Rückseite bewegte Hintergründe von einem Projektor projiziert werden.

     

    Technische Voraussetzungen

    Kamera und Projektor müssen synchron laufen, sonst filmt die Kamera statt einzelner Projektionsbilder teilweise die dunklen Transportphasen des Projektors. Der Projektor muss sehr lichtstark sein, um das Bild hell genug zu machen, dass es gegenüber den durch Scheinwerfer beleuchteten Schauspielern noch ausreichend hell ist. Das Scheinwerferlicht sollte seitlich auf die Schauspieler fallen, damit es nicht auf die Leinwand im Hintergrund fällt. Das Studio muss recht groß sein, da die Entfernungen von Projektor zur Leinwand und von Leinwand zur Kamera wegen der gewünschten Schärfentiefe erheblich sind.

     

    Aufprojektion

    Fortschrittlicher ist dagegen die Aufprojektion. Hier werden Kamera und Projektor vor der Leinwand im rechten Winkel zueinander installiert. Über einen teildurchlässigen Spiegel am Schnittpunkt der optischen Achsen beider Geräte werden sowohl das Hintergrundbild auf die Leinwand geworfen, als auch die Darsteller mit dem Leinwandhintergrund zusammen von der Kamera aufgenommen. In unserer Abbildung ist dieser Spiegel als gelbes Rechteck zwischen Projektor und Kamera dargestellt. Die Leinwand muss bei diesem Verfahren aus speziellem hochreflektierendem Material mit sehr engem Abstrahlwinkel sein. Diese (Scotchlite) Leinwand wirft das Hintergrundbild am Stärksten senkrecht zurück, also dorthin, wo der Projektor und die Kamera angebracht sind. Steht man nicht genau in dieser Achse, kann man im Studio das Bild so gut wie gar nicht sehen. Und auch auf den Darstellern, die ja eigentlich von dem Projektionslicht getroffen werden, sieht man das Hintergrundbild nicht. Schließlich bestehen die Schauspieler ja nicht aus hochreflektierender Folie. Die Kamera jedoch bekommt so viel Licht von der Leinwand zurückgeworfen, dass selbst größere Leinwandflächen kein Problem darstellen.

     

    Diese axiale Anordnung hat auch den Effekt, dass man die Schatten der Darsteller (durch das Projektionslicht) auf dem Hintergrundbild (Leinwand) nicht sieht, weil sie diese selbst abdecken. Licht, welches seitlich auftrifft, wird von der Leinwand ignoriert. Dies hat den wichtigen Effekt, dass das Licht mit dem man die Schauspieler von den Seiten her ausleuchtet, das Hintergrundbild praktisch gar nicht stört. Insbesondere für preiswerte Kombinationstricks ist die Aufprojektion auch heute noch eine echte Alternative zu den aufwändigen und teuren Compositing-Verfahren.

     

  • Feuerwerk

     

     

    Explodierende Häuser und Autos, Pistolenfeuer, Einschüsse, Granateinschläge, Kaminfeuer, Funkenflug, sprühende Funken an Reifen oder Fahrzeugen u.s.w. die Palette der Anwendungen für Pyrotechnik beim Film ist groß.

     

    Was zu Silvester das alte Jahr verjagt, lässt auch beim Film so manche Funken sprühen. Feuerwerk, im freien Verkauf nur zwischen Weihnachten und Silvester erhältlich, wird über Spezialläden und Versender das ganze Jahr über angeboten.

    Besonders im Bereich der Pyrotechnik hat Sicherheit absoluten Vorrang! Eine gute Ausbildung und Erfahrung stellen sicher, dass Anwendungen beim Film kompetent und sicher erfolgen.

     

    Einschüsse

    Für Einschüsse werden präparierte Staubkugeln oder Squibs verwendet, denn gerade bei der Pyrotechnik für den Film steht die Optik im Vordergrund. So mancher ist enttäuscht, dass es am Set gar nicht richtig knallt und donnert, wenn die angeblich so grossen Explosionen ausgelöst werden.
    Viele Effekte wie etwa Einschläge im Erdreich verlaufen sehr geräuscharm, aber mit optisch starkem Eindruck. Da gibt es viel Rauch, Staub wird aufgewirbelt, und meistens werden Korkstücke durch die Luft gewirbelt, die den Eindruck einer großen Detonation vermitteln, zugleich aber völlig harmlos sind.

     

    Wenn gar durch Sprengstoff Türen oder Tore wegfliegen, werden diese so präpariert, dass nur ihre Befestigung punktgenau gelöst, und zugleich eine Menge Staub aufgewirbelt wird, je nach Wunsch verbunden mit einem kurzen Leuchteffekt. Erst in der Postproduktion wird durch die entsprechenden Sound-Effekts aus dem am Drehort relativ leisen Vorgang auch akustisch eine Explosion.

     

    Elektrozünder

     

     

    Während das klassische Feuerwerk über eine Zündschnur nach wenigen Sekunden (=ungenau) losgeht, präparieren die Pyrotechniker Ihre Leuchtkörper zumeist mit Elektrozündern, um das beim Film notwendige, präzise Timing sicherzustellen. Ein Schaltkasten, verbunden mit einer leistungsstarken Batterie ermöglicht auf diese Weise, ganze Reihen von Sprengkörpern oder funkensprühenden Leuchtfeuern ferngesteuert und punktgenau auszulösen.

     

    Besondere Aufmerksamkeit kommt auch der genauen Dosierung von explosiven, brennbaren Stoffen zu. Da wird genau gewogen und gemessen, um niemand am Set in Gefahr zu bringen.

     

    Feuereffekte

    Für Feuereffekte (Flammen, Kamin, Brände) gibt es häufig dünne Rohre mit Düsen, durch die Propan- Gas aus der Gasflasche gezielt geregelt werden kann. Ein „Flammenmeer“ läßt sich auf diese Weise per Handregler zu Beginn der Einstellung hochregeln und unmittelbar nach dem Take wieder herunterdrehen.

    Feuerwerkskörper werden in Deutschland in sechs Klassen unterteilt:

     

    Klasse I: Kleinstfeuerwerk (BAM-PI)

    Klasse II: Kleinfeuerwerk  (BAM-PII)

    Klasse III: Kleinfeuerwerk  (BAM-PIII)

    Klasse IV Grossfeuerwerk (BAM-PIV)

    Klasse T1: Feuerwerk für technische Zwecke (BAM-PT1)

    Klasse T2: Feuerwerk für technische Zwecke (BAM-PT2)

    Die Klasse T1+2 ist für Film, Theater und Show etc. gedacht und darf ganzjährig an Personen über 18 Jahren abgegeben werden. Der Nachweis zur Verwendung im gewerblichen Bereich muss erbracht werden.

     

    Das Deutsche Sprengstoffgesetz regelt die Abgabe und gestattet es nur Personen die einen entsprechenden Lehrgang abgeschlossen haben, mit diesen Sprengkörpern umzugehen. Diese Lehrgänge (ca 500,- bis 1000,- DM) werden von verschiedenen Sprengmeistern, Firmen und Organisationen angeboten. Voraussetzung ist die Vorlage einer Unbedenklichkeitsbescheinigung, die das zuständige Gewerbeaufsichtsamt erteilt.

     

    Nur wer die erforderliche Ausbildung mitbringt und weiß, was er tut, sollte sich mit Pyrotechnik beim Film beschäftigen. Die Risiken sind einfach zu groß, um sich selbst oder gar das Filmteam in Gefahr zu bringen.

     

    Da viele Pyroeffekte (Autoexplosion, Hausbrand etc.) nicht beliebig wiederholt werden können, ist Präzision gefragt. Häufig wird eine Explosion aus mehreren Richtungen und mit mehreren Kameras gleichzeitig gedreht, um auch das erforderliche Schnittmaterial zur Verfügung zu haben.

     

     

     

     

  • Remote Head 5 500Statt riesiger Kräne für die Schwenker-innen erledigen heute ferngesteuerte Schwenkköpfe den Job in schwindelnder Höhe...

  • Längst haben neue Apps auch neue Stars hervorgebracht, Mark Kaye hat auf Snapchat eine Show

  • Satellite News Gathering

    Satellitenschüssel

    Satellitenschüssel

    Seit der digitalen ISDN-Vernetzung sind live-Tonübertragungen in ordentlicher Qualität in erschwingliche Preisregionen gefallen. Auch ein Rückkanal für die Gegensprechverbindung zu Technik oder Redakteur/-in im Studio ist dabei kein Problem.

     

    Bei Fernsehsignalen ist das etwas aufwändiger. Hochwertige TV-Signale transportiert man am besten über Glasfaser oder Satellit. In Deutschland etwa existieren in allen Großstädten zahlreiche Glasfaseranschaltpunkte. Glasfaser-Übertragung hat viele Vorteile, etwa die Unanfälligkeit gegenüber Störsignalen. Doch was tun, wenn kein Anschaltpunkt in der Nähe ist?

     

    Satelliten-Übertragung

    Eine besonders aktuelle und von der Örtlichkeit ungebundene Art der Informationsgewinnung nennt sich SNG (Satellite News Gathering). Ein aktuelles Team dreht weitab von der Fernsehstation und sendet entweder live oder das rasch geschnittene Material unmittelbar vor Ort (Uplink) per Satellit an den Heimatsender (Downlink).

     

    Das Prinzip der Satelliten-Übertragung ist einfach: Ein starker Sender schickt über die angeschlossene Parabolantenne (Schüssel) die TV-Signale hoch zum Satelliten. Dieser verstärkt und demoduliert das Signal, um es auf einer anderen Frequenz in Kegelform (gerichtet) zum Empfänger zu senden. Der Bereich, in dem man das Signal dann auf der Erde empfangen kann, wird als „Footprint“, also Fußabdruck, des Satelliten bezeichnet. Geostationäre Satelliten schweben in 36.000 km Höhe. In dieser Höhe hat ein (Kommunikations-)Satellit bei korrekter Ausrichtung die selbe Winkelgeschwindigkeit wie die Erde, mit der Folge, dass er immer über der selben Stelle „schwebt“. Das erleichtert es, eine direkte Verbindung mit den Antennen auf der Erde zu halten.

     

    Analog und digital

    Wie auch in der Fernsehwelt, unterscheidet man bei der Satellitenübertragung analoge (SNG) und digitale  (dSNG) Übertragung. Die digitale Übertragung arbeitet fast immer mit datenreduzierten komprimierten Signalen. Das hat den Vorteil, dass man eine Frequenz nicht vollständig belegt, was den Preis für die Übertragung verringert. Wenn mehrere TV-Signale parallel übertragen werden sollen, kann die MCPC-Technik (Multiple Channel Per Carrier) zum Einsatz kommen, bei der bis zu 6 Fernsehsignale mit je 7,5 Megabit/Sek  gleichzeitig über einen Träger (=Trägerfrequenz) laufen.

     

    Welche Übertragungsqualität im Endeffekt erreicht wird, hängt aber nur zum Teil von der verfügbaren Bandbreite bzw. Datenrate ab. Auch die Qualität der Funkstrecke, welche durch das Wetter (z. B. durch starken Regen, Graupel oder Schnee) empfindlich gestört werden kann, und der damit verbundene Störabstand des Signals sind wichtige Faktoren. Soll zudem von beweglichen Objekten, wie Flugzeugen oder Schiffen gesendet werden, müssen eventuell spezielle Sender angeschafft werden. So gibt es omnidirektionale Sender, die weniger gerichtet und dafür mit höherer Sendeleistung arbeiten.

     

    Systeme

    Auf alle Fälle muss das Signal vor dem Versand durch einen Sendeverstärker aufbereitet werden. Bei Bedarf wird das Signal vorher komprimiert (MPEG2 bei digitaler Übertragung). Dabei wird eine Datenreduktion und -kompression angewandt und die Fehlerkorrektur erzeugt. Bei der Datenreduktion werden übrigens, ähnlich wie beim jpg-Bild- oder beim mp3-Audioformat, Signalanteile die der Mensch kaum wahrnimmt aus dem Signal herausgerechnet, für die Datenkompression werden Redundanzen (Informations-Wiederholungen) nur einfach übertragen, indem bei Fernsehsignalen zum Beispiel nur die Bildinhalte übertragen werden, die sich gegenüber dem vorhergehenden Bild ändern.

     

    Die kleinsten Einheiten, so genannte Fly-Away Anlagen, lassen sich in Flight-Cases praktisch überall hin transportieren. Die kleinsten von ihnen passen sogar ins Flugzeug-Handgepäck. Sie senden wegen der schwachen Sendeleistung ausschließlich komprimiert im so genannten Ku-Band zwischen 11 und 12 GHz. Die Parabolantennen lassen sich auf kleinen Stativen befestigen und präzise in Richtung des Übertragungssatelliten justieren. Die aktuelle Berichterstattung aus Krisengebieten arbeitet mit solchen kleinen Einheiten.

     

    Kompakte Übertragungswagen bilden die nächstgrößere Stufe. Sie haben auf dem Autodach eine Satellitenantenne mit etwa 1-2 Meter Größe montiert. Passende Sendeverstärker funken mit 300-500 Watt, erlauben beispielsweise auch die unkomprimierte Signalübertragung und die Signale sind weniger störanfällig.

    Noch größere Leistung erlauben Antennen mit fast 6 Quadratmetern Fläche, die etwa bei Großereignissen wie den Olympischen Spielen eingesetzt werden. Hier kommen häufig noch Satelliten im C-Band zum Einsatz. Diese arbeiten zwischen 3,7 und 4,2 GHz und von 5,9 bis 6,4 GHz. Das C-Band ist durch die niedrigere Trägerfrequenz unanfälliger gegen Störungen, erfordert aber große Sendeantennen. Die großen Fernsehübertragungen von Lkw aus werden meist auf diesem Band übertragen und sind damit auch bei Regenwetter störungssicher.

     

  • Freies Sprechen

    Ohne Teleprompter findet heute fast keine Moderation mehr statt

    Ohne Teleprompter findet heute fast keine Moderation mehr statt

     

    Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass unsere Bewunderung für die weitgehend fehlerfrei sprechenden Fernsehmoderatoren nicht ihrem phänomenalen Textgedächtnis gelten sollte. Auch wenn es nicht so aussieht, sie lesen fast alle ab. Nicht vom Blatt, das würden wir ja sehen, sondern von einem Gerät, welches ihnen für uns unsichtbar, die Manuskripte anzeigt.

    Wenn jemand einen längeren Text direkt in die Kamera hineinsprechen soll, gibt es nichts Besseres als einen Teleprompter. Erfunden hat ihn Irving B. Kahn im Jahre 1972, der Neffe des berühmten Komponisten Irving Berlin.

     

    Sinn des Teleprompter ist es, den Moderatoren zu erlauben, ohne ständig auf ein Blatt Papier oder den Stapel Moderationskarten zu schauen, ihre Texte abzulesen. Die persönliche Ansprache des Zuschauers mit Blick direkt in deren Augen erweckt den Eindruck freien Sprechens selbst komplizierter Moderationen.

    Zu diesem Zweck wird der Text auf einen Monitor / LCD / TFT Display dargestellt, der vorne unterhalb der Kamera angebracht ist. Mit Hilfe eines halbdurchlässigen Spiegels wird dieser Text für den Moderator sichtbar, bleibt aber für die Kamera unsichtbar. Wenn man aber ganz genau hinschaut, speziell wenn die Kamera nah auf den Moderatoren ist, sieht man wie der Pupille von links nach rechts hin- und herwandert.

     

    Technik

    Teleprompter mit Handy

    Telemprompter können heute leicht mit Tablets oder Handys zusammenarbeiten

     

    Gesteuert werden Teleprompter von ganz normalen Computern. Software gibt es ab Windows 3.X. In der Regel muss jemand den Computer steuern, damit gleichmäßig genau der Text hin gescrollt wird, der gelesen werden soll. Deshalb muss eine Hörverbindung zum Operator bestehen. Es gibt auch Varianten mit Handtaster oder Fußschalter, bei denen sich die Moderatoren selbst den Text steuern, das ist aber stressiger für die Sprecher.

    Die Kameraprompter der neuesten Generation arbeiten mit 14" TFT Displays, die entsprechen etwa einem 17" Monitor. Sie sind heller als ein Monitorbild und natürlich auch leichter. Bei Monitoren zur Abbildung werden Ausgleichsgewichte benötigt, die den Kameramann behindern und eine zusätzliche Belastung für das Stativ bedeuten. Befestigt werden Teleprompter meist an Stützstangen, die aus einer Metallplatte ragen, die zwischen Kameraboden und Schwenkkopf geschraubt wird. Im Low-Budget Bereich gibt es aber auf Apps mit denen man ein Touch-Pad oder sogar Smartphone welches direkt neben die Kamera geklemmt wird, zum Teleprompter machen kann.

     

    Software

    Die modernen Teleprompter-Programme können alle gängigen Schriften verwenden. Man kann die Schriftgröße unterschiedlich wählen, sodass Abstände von bis zu 10 Metern realisierbar sind. Grundsätzlich unterscheiden sie zumeist ein Editier-Fenster, in dem man die Texte ändern kann, ein Ablauf-Fenster (Run-Order-Window) in welchem man die Reihenfolge einzelner Blöcke (Themen) umstellen kann, ein Stichwort-Menü (Bookmarks), welches erlaubt den Text nach Stichworten zu indizieren. Falls die Moderatoren aus aktuellem Anlass, Verwirrung, was auch immer in der Reihenfolge durcheinander kommen, kann man auf diese Weise recht schnell zu dem passenden Text wieder zurückspringen.

     

    Im Vorschau-Fenster (Preview) kann man sich dann die Abfolge in Simulation anschauen. Zeit-Angaben die auch für die automatische Steuerung dienen, können für jeden Textblock vergeben werden. Man kann auch den einzelnen Textblock vom Moderator sprechen lassen und per Mausklick die benötigte Zeit abstoppen. Die wird dann automatisch für den Block übernommen. Ein Software-Scroll-Temporegler erlaubt es die Geschwindigkeit manuell zu steuern, das ist wichtig damit der Textfluss die Moderatoren nicht vor sich hertreibt.

    Im Prinzip können bei modernen Geräten alle gängigen Schriften eingestellt werden

    Im Prinzip können bei modernen Geräten alle gängigen Schriften eingestellt werden, wobei deren gute Lesbarkeit auch auf Entfernung, das wichtigste Argument ist.

    Übrigens: Der wichtigste Unterschied innerhalb der Sender-Hierarchien zwischen Sprechern und Moderatoren liegt in der Erlaubnis, einen Teleprompter zu verwenden. Die reinen Sprecher (Nachrichtensprecher) müssen vom Blatt ablesen, während den Moderatoren der direkte Blickkontakt zum Zuschauer durch die Teleprompter garantiert wird. Ablesen tun diese trotzdem. Und die Texte stammen oft gar nicht aus ihrer eigenen Feder, sondern von Redakteuren.

     

    Anliefern kann man die Texte als Textfiles oder im Word Format. Die Operateure wollen diese Dateien auf einem Speichermedium (Diskette, CD, USB-Stick) am liebsten ein paar Tage vorher bekommen, um sich alles richtig einrichten zu können.

    Bei einigen älteren Telepromptern muss der Text noch von Hand eingetippt werden, die sterben aber immer mehr aus. Bei diesen alten Geräten muss der Text dann auf speziellen Papierrollen ausgedruckt werden, wenn man etwas verändert, auch nur ein paar Worte, muss wieder alles neu ausgedruckt werden.

     

    Vorbereitung ist alles

    Wichtig: Die Moderatoren sollten die Texte immer auch als Ausdruck auf Papier bekommen, zum Üben und Einlesen ist das leichter. Übung ist ein wichtiges Stichwort. Moderatoren und Operateure sollten stets die Texte und Abläufe vor der Aufnahme üben, damit die Sprech.- und Scrollgeschwindigkeit optimal abgestimmt werden. Oft haben die Computer mehrere Videoverteiler, um den Text auf verschiedene Teleprompter geben zu können, dadurch können sich die Moderatoren im Studio frei bewegen und auch auf unterschiedliche Kameras reagieren. Es gibt auch freie Teleprompter-Operateure, die ihr eigenes Equipment mitbringen. Da muss man mit etwa 300-400 Euro am Tag rechnen.

    Man kann übrigens als Low-Budget Variante auch mit einem Laptop, den man neben die Kamera hält, einen ähnlichen Effekt erzielen, auch wenn der Blick der Moderatoren nicht genau in die Kamera geht. Oder die guten alten Schrifttafeln werden neben die Kamera gehalten, von denen die wenigen, die heute im fernsehen noch frei sprechen, zumindest ihre Stichworte beziehen.

     

    Aktuelle Lösungen

    Mit den leichteren LCD Displays kamen kleine, leichte Teleprompter auf dem Markt, die man unmittelbar neben der Kameraoptik anbringen kann. Für kleine Entfernungen zum Sprechenden reichen diese völlig aus. Es gibt sogar schon Lösungen, bei denen das iPhone oder ein Touch-Pad als Teleprompter neben der Kamera befestigt werden kann und dessen Bildschirm durch eine Vergrößerungs-Folienlinse verdoppelt wird.

  • Videogesch2b 500Kaum zu Glauben, aber die Frühzeit des Fernsehens war Live, erst in den Fünfzigerjahren wurde die Videoaufzeichnung erfunden...

  • Analoge Bildübertragung

    Graubalken

    Testbild Graubalken

    Das Video- oder Fernsehsignal transportiert die Informationen der Helligkeits- und Farbimpulse in elektronischer Form. Bei vielen Fernsehgeräten, Monitoren und den meisten Videogeräten geschieht dies in analoger Form. Dabei werden bei der analogen Bildübertragung die hellsten Bildpunkte mit der höchsten elektrischen Spannung (ca. 0,7 Volt) und die dunkelsten entsprechend mit der niedrigsten, also 0 Volt, codiert. Das bedeutet konkret, dass für die Darstellung von Schwarz über diverse Graustufen bis hin zu Weiß genau 700 mV zur Verfügung stehen.

     

    Die Definition über Spannungswerte stammt noch aus den Zeiten der analogen Videosignale und Röhrenfernseher, grundsätzlich sind aber die Prinzipien dahinter auch heute noch gültig. Auch in der digitalen Welt sind Grau- und Farbbalken verbreitet, um Geräte einzumessen, den richtigen Gamma und Kontrastwert einzustellen etc.

     

    Graubalken

    Spannungskurve

    Spannungskurve des Graubalken

    Der für Messzwecke sehr hilfreiche Graubalken, der in verschiedenen Varianten Verwendung findet, hilft uns, dieses Prinzip zu erläutern. Eine einzelne Zeile unseres Fernsehbildes sieht auf einem Oszillograf (Messgerät für schnell variierende Spannungen) dargestellt wie eine Treppe aus. Allerdings gibt es außer den reinen Bildinformationen auch noch Signale, die der Synchronisation des Bildes dienen. So ist der unterste Impuls, der auf dem Oszillograf zweimal knapp unterhalb der mittleren 0-Volt-Linie auftaucht, der so genannte Austastimpuls (H). Danach folgt ein so genannter Burst, das Farbreferenzsignal.

     

    Diese Austast- und Synchronimpulse haben einen negativen Spannungswert, der liegt also unterhalb der 0 Volt bei -300 mV im sogenannten Superschwarz. Dann saust der Elektronenstrahl nach oben (oberste orange Linie) und beginnt, unsere Treppe darzustellen: Die Breite der Stufen repräsentiert die Breite des jeweiligen Balkens, die Höhe, auf der sich die Stufe befindet, repräsentiert ihre Helligkeit. Die oberste Stufe steht für das Weiß des linken Balkens unseres Fernsehbildes, die unterste Stufe für das Schwarz. Ja, und dann ist schon eine Zeile vorüber. Es folgt wieder der Austastimpuls, dann der Burst, und die nächste Zeile wird geschrieben. Und wie wir wissen, besitzt unser PAL- Fernsehbild 625 Zeilen. So viele Zeilen müssen geschrieben werden, um ein Bild darzustellen. Und da wir pro Sekunde 25 Bilder (bzw. 50 Halbbilder) zu sehen bekommen, ist eine ganze Menge los in so einem Videosignal.

     

    Farbbalken

    Farbbalken
    Farbbalken

    Auf unserem Fernsehschirm bilden wir jetzt einen Farbbalken ab. Dieser sollte übrigens auf keinem Masterband (Video) fehlen.

     

    Wie sind nun die Farbinformationen codiert? Da zuerst das Schwarzweiß-Fernsehen entwickelt und eingeführt war, musste man, als Jahrzehnte später die Entwicklung des Farbfernsehens anstand, auf die vielen Besitzer von S/W-Geräten Rücksicht nehmen. Man musste ein Verfahren finden, welches sowohl den Besitzern von S/W-Geräten als auch den Besitzern neuer Farbgeräte gleichzeitig das Fernsehen ermöglichen sollte. Deshalb überlagerte man das bestehende schwarzweiße Fernsehsignal mit einem Farbsignal (4,43 MHz). Es wird quasi auf das Schwarzweißsignal, welches aus unterschiedlichen Spannungswerten besteht, aufaddiert. Die Farbinformation wird in Form von Schwingungen hinzugefügt, über die Treppenstufen des Schwarzweißsignals lagert man also Schwingungen, welche mit ihrer Frequenz den Farbton definieren und mit ihrer Amplitude (also dem Pegelwert in mV) die Sättigung der Farbe festlegen.

     

    In unserem PAL-Fernsehsystem darf das Farbsignal nicht höher als 133 % des Videosignals betragen, also nicht höher als 931 mV liegen (wir erinnern uns: Das Weiß hat 700 mV). Im Negativ-Bereich darf das Farbsignal maximal bei -231 mV liegen.

     

    Spannungskurve des Farbbalken

    Spannungskurve des Farbbalken

    Auf unserem Oszillograf sind die Farben als schmale Balken erkennbar. Weiß und Schwarz sind genauso codiert, wie im Schwarzbild oben abgebildet. Die Länge der Balken gibt die Sättigung der jeweiligen Farbe wieder. Das bedeutet: Wären die Farben unseres Farbbalkens auf dem Fernsehschirm weniger intensiv, weniger gesättigt, so wären die entsprechenden Balken auf dem Oszillograf kürzer. Die angegebenen Werte markieren den erlaubten Rahmen innerhalb des PAL-FBAS-Signals, auch Composite genannt, weil hier die Farb- und Helligkeitsinformationen nicht getrennt, sondern zusammen aufgezeichnet oder übertragen werden. Man sollte also bei seinem Messgerät den höchsten Ausschlag bei 931 mV und den niedrigsten bei -231 mV festlegen.

     

    PAL

    Da die Farbsignale mit hoher Frequenz transportiert werden, sind sie sehr anfällig gegen Störungen. Damit eine sichere Farbwiedergabe möglich ist, wird jede zweite Zeile phasenverkehrt übertragen. Daher rührt auch der Name PAL (Phase-Alternate-Line). Dieses System verhindert, dass Farbstiche durch Phasenfehler entstehen können. Bei Empfang über Fernsehantenne kann so etwas schon durch die nächste Hausmauer, die Antenne des Nachbarn oder einen anderen TV-Sender verursacht werden. Hätte eine Zeile einen Farbstich (z. B. Rotstich) in Folge eines Phasenfehlers, so hätte die nächste Zeile den entgegengesetzten Farbstich (Grünstich). Gemeinsam betrachtet, neutralisieren sich dann die Farbstiche.

     

    Das amerikanische Fernsehsystem NTSC verfügt übrigens nicht über ein derartiges Korrekturverfahren. Daher können die Farben dort ganz schön schwanken. Diese Eigenheit hat dem System auch die eigenwillige Übersetzung zu „Never The Same Color“ eingebracht.

     

    Digitale Werte

    Bei der Digitalisierung wird übrigens der Spannungsbereich bis 700 mV durch digitale Werte zwischen 16 und 235 repräsentiert. Die digitalen Werte von 0 bis 15 entsprechen den Negativwerten in der analogen Welt unterhalb der 0 Volt, dem Superschwarz-Bereich, auch Footroom genannt. Werte, die über der 235 liegen, sind Weißwerte, die außerhalb des Normpegels liegen, vielleicht noch nicht klippen, aber bereits keine Differenzierung mehr zulassen. Camcorder, aber auch Codecs kennen zur Vermeidung des digitalen Klippens eine sogenannte Knee-Funktion, eine Art sanften Begrenzer bei zu hellen Bildanteilen.

     

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Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

18-01--2020 12:00 pm - 19-01--2020 16:00 pm

01-02--2020 12:00 pm - 02-02--2020 16:00 pm

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