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We feed the World

 

We feed the World

Daten

We feed the World

96 Min., Dokumentarfilm, Österreich 2005

REGIE: Erwin Wagenhofer

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Offizielle Website

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Regie: Erwin Wagenhofer


Filmstart: 27. April 2006

 

Nun haben wir ja gerade den Schock mit der Vogelgrippe überwunden, BSE liegt schon lange zurück - und was war da gleich noch mal mit dem Gammelfleisch aus Passau? Jetzt kommt auch noch ein Dokumentarfilm über die Globalisierung, der zeigt, was es bedeutet, wenn wir spanische Billigtomaten kaufen oder die EU einheitliche Fischereiverordnungen durchsetzen will. Eines ist klar: der Bequemlichkeit des Verbrauchers kommt dieser Film nicht entgegen, sondern appelliert daran, selbst zu denken. Natürlich hat man im Normalfall schon davon gehört: Marokkanische Erntehelfer, die in Spanien für Hungerlöhne in Gemüsetreibhäusern arbeiten, weil sie mit ihren heimischen Feldern dem Preiskampf nicht mehr gewachsen sind. Klar wissen wir, dass täglich Unmengen an Nahrungsmitteln weggeworfen werden, nur weil wir uns zu gut dafür sind. Doch wenn man sich im Supermarkt umsieht, was die Menschen so auf das Fließband legen, merkt man, wie viele keine Ahnung haben (wollen), was genau mit Legehennen passiert oder auf welche Weise das Tiefkühlhuhn ins Jenseits gefunden hat. Für solche Menschen ist dieser Dokumentarfilm vor allem gedacht. Das Problem ist nur: gerade diese Menschen werden sich so einen Film im Kino nicht ansehen. Für alle, die es doch tun, oder diejenigen, die sich bereits über ihre Ernährung Gedanken machen, dürfte der Film eine lohnende Erfahrung werden. Stark wird der Film nämlich immer dann, wenn Zahlen, die man bereits in zehnfacher Wiederholung in "Galileo" oder ähnlichen Wissensmagazinen vorgesetzt bekommen hat, mit Bildern verknüpft werden, die man im Normalfall nicht zu sehen bekommt. Was bedeutet es schon, wenn in Österreich jeden Tag in etwa die Menge an Brot weggeworfen wird, mit der man ganz Graz einen ganzen Tag lang versorgen könnte? Bis man die Lastwagenentladung voll Backwerk auf der Deponie zu sehen bekommt. Natürlich weiß man, dass das Hendl auf dem Oktoberfest nicht an Altersschwäche gestorben ist. Man muss es aber erstmal aushalten, der Tötungsmaschine beim arbeiten zuzusehen, wenn auf einen Schlag hunderte Hühner verzehrfertig abgepackt werden. Neben diesen Bildern, die manchmal nur schwer zu ertragen sind, hat "We feed the world" noch einige interessante Interviews aufzuweisen, so zum Beispiel mit dem Chef des Multikonzerns Nestle oder dem EU-Beauftragten...... "We feed the world", so der Regisseur, soll nicht verurteilen, sondern zeigen, wie es nun mal ist mit der Nahrungsmittelversorgung. Nachdenklich machen soll er allerdings schon. Es muss ja nicht immer die Tomate aus Spanien sein.

 

Gesehen von Johannes Prokop

 

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