Kamera

  • Da besteht ein ziemliches Durcheinander bei den Formaten, wie und worauf man Kinofilme drehen sollte. Wir schaffen den Überblick

  • Während die Filmhochschulen stärker auch das Kino und die kreativen Arthousefilme im Visier haben, bildet die BAF mit stärkerem Fokus auf das Fernsehen aus

  • In China Film studieren? Die BFA ist die größte Filmakademie Asiens, wir haben sie uns angeschaut.

  • Blackmagic PocketSie ist klein, leicht und wenn man keine großen Verbindungen zu anderem Equipment braucht, eine geniale komakte HD Kamera

  • Blackmagic UrsaMit der Ursa brachte BlackMagic eine Produktionskamera heraus, der man anmerkt, dass der Hersteller keine lange Tradition im Kamerabau hat

  • Das ist schon Jedem mal passiert - man fährt zum Drehort und stellt dort fest, dass wichtiges Zubehör fehlt. Checklisten können Drehs retten!

  • CinecVom 22. bis 24.9. bringt die Cinec Anbieter und Anwender von professionellem Kamera, Licht, Ton und Gripequipment zusammen

  • CinecAlle zwei Jahre bringt die Cinec professionelle Film,- und Medientechnik aus der ganzen Welt nach München

  • Aussteller aus aller Welt versammelten sich im MOC-Veranstaltungscenter, um ihre neuesten Produkte zu präsentieren

  • An Spielfilm-Filmsets geht kaum etwas ohne Dispo. Was gehört da zwingend hinein und welche Infos erleichtern den Drehalltag?

  • Sommerzeit, Drehzeit. Die längsten Tage, das meiste Licht. Essentielle Tipps, wenn man am Meer drehen möchte...

  • Will man die Qualität einer Kamera beurteilen, sind das Rauschverhalten, die Sensorgröße und auch die Auflösung nicht die einzig wichtigen Parameter. Oft wird der Dynamik,- bzw. Blendenumfang in seiner Bedeutung unterschätzt.

  • Dreharbeiten FilmclubIn Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es jede Menge Filmclubs. Zeit, sie endlich vorzustellen...

  • In der Filmschule des Movie-College findet man Fachwissen rund um Film und Medien in mehreren tausend Kapiteln

  • Bereits im vergangenen Jahrhundert haben Grafiker und Künstler sich Gedanken darüber gemacht, wie wir Menschen Bilder dechiffrieren

  • Die gemeinsame Entwicklung einer VR Kamera von IMAX und Google wird scheinbar eingestellt

  • Knapp einen Monat nach der Profi VR Kamera Insta 360 Pro2 präsentiert der Chinesische Hersteller nun eine starke neue Consumer VR Kamera

  • Einführung

    Arri Amira Digitale Filmkamera

    Arri Amira, digitale Kamera aus dem Profilager

    Wenn Menschen das Kino verlassen, werden es Gefühle, vor allem aber Bilder sein, die sie mit nach Hause nehmen und vielleicht für lange Zeit im Herzen tragen werden.

    Das visuelle Zeitalter basiert im Wesentlichen auf Erfindungen des 19ten und 20ten Jahrhunderts. Was lange Jahre mühsam an verschiedenen Punkten der Welt entwickelt werden musste, steht uns heute wie selbstverständlich zur Verfügung. Visuelle Sprache in den Medien ist universell geworden und bestimmt unseren Alltag mehr und mehr.

     

    Technik und Gestaltung

    In diesem Bereich geht es vor allen Dingen um die technischen Seiten der Bildgestaltung, aber wer etwas über Bildgestaltung erfahren möchte, sollte sich nicht scheuen, einen Blick auf die Meister der Malerei zu werfen. Durch ein grundlegendes Wissen um die Farben, Lichttheorien und Kompositionen, kann man das erforderliche filmtechnische Basiswissen viel besser zuordnen.

     

    Darüber hinaus lassen sich technische Gegebenheiten besser in gestalterische Regeln übertragen und die verschiedenen Formate und Verfahren unterscheiden. Nur wer die Möglichkeiten, Stärken und Schwächen der Film-, Ton-, und Videotechnik kennt, hat die Möglichkeit seine Vorstellungen auch optimal umzusetzen.

     

    Super 16 Filmkamera von Arri

    Fluch und Segen heutiger Mikroprozessoren, welche auf Wunsch dem  Anwender zahlreiche Einflussmöglichkeitenauf die Bildgestaltung abnehmen, wollen sorgfältig abgewogen werden. Nicht immer ist die manuelle Einstellung von Belichtung, Schärfe oder Tonpegel der beste Weg.

     

    Die Hintergründe von Film und Video zeichnen zugleich die Chancen und Grenzen auf, welche Variationen der gestalterischen Umsetzung im jeweiligen Medium möglich sind. Die konstante technische Entwicklung erweitert unsere Freiräume, doch nicht immer sind scheinbare Innovationen wirkliche Fortschritte in Hinblick auf die Qualität.

     

    Erreichbare Produktionstechnik

    Kleinere und größere technische Veränderungen führten auch zu einer Demokratisierung der Produktionsmittel.

    Filme können seit einigen Jahren auch ohne millionenschwere Gerätetechnik in professioneller Weise produziert werden. Es begann mit dem HDV-Format welches Mini DV ablöste und für Low-Budget Produktionen auf Video, neue Dimensionen der Bildqualität eröffnete.

     

    Kameras mit höherwertigerer Aufzeichnung etwa im P2 Format zeigten den Weg hin zu bezahlbaren Aufnahmen in professioneller Qualität. Wünsche nach mehr "Filmlook" ließen Einchip-Kameras mit größerem Sensor entstehen. Über den Umweg adaptierter DSLR Fotoaaparate kamen dann auch Videokameras mit größeren Chips auf den Markt. Unkomprimierte HD, UHD, 4K bis hin zu 8K Signale wandern auf die immer größer werdenden Speicherkarten, die Entwicklung schreitet in großen Schritten voran.

     

    Nach einem Hype um 3 D ist es wieder etwas realistischer geworden in der Welt der Kamerazukunft. Neue VR Kameras kämpfen um Marktanteile. Es bleibt spannend, wir zeigen Ihnen, weshalb.

     

    Kapitel im Bereich Kamera

     

    Zu diesem Thema finden Sie natürlich wichtige Kapitel auch in den Bereichen Licht, Filmgestaltungund Berufsbilder.

     

    Kamera studieren kann man an zahlreichen Filmhochschulen.

    Professionelle Arbeitsweisen erlernen Sie in unseren "hands on" Workshops Licht und Kamera.

     

     

  • Der Assistent

    Kamera Assistent

    Kamera-Assistent bei der Arbeit

    Der Film-Kameramann (die Kamerafrau) hätte ein schweres Leben ohne Assistenten. Und auch der Video-Kameramann, bei dem man den Assistenten immer gerne einsparen möchte, benötigt eigentlich zwingend einen. Eine Reihe von wichtigen Tätigkeiten rund um die Kameraarbeit gehören zum Aufgabenbereich des Assistenten. Diese beginnen bereits ein paar Tage vor Beginn der Dreharbeiten.

     

    Aufgaben

     

    - Er/Sie stellt die Ausrüstung (in der Regel beim Kameraverleih) zusammen. Das bezieht sich nicht nur auf Kamera, Kompendium, Schärfezieheinrichtung und Optiken, sondern etwa auch auf Stativ und Schwenkkopf.

     

    - Er/Sie prüft den einwandfreien Zustand der Geräte. Dazu gehört zumindest, wenn man noch auf analogem Material dreht, auch das Drehen von Kameratests (Bildstand, Schärfe testen) und das Prüfen der Optiken (Auflagemaß).

     

    - Während der Dreharbeit verwaltet der Assi bei analogem Film den Rohfilm, legt das Material in die Kassetten ein und aus, beschriftet diese, beschriftet die Filmdosen mit dem belichteten Material, führt den Negativbericht (wichtig für Kopierwerk und Produktion). Bei digitalen Drehs gehört unter Umständen auch das Material-Handling dazu, das Überspielen von Speicherkarten auf Festplatte etc.

     

    - Er/Sie kümmert sich um Auf-, Um- und Abbau der Kamera am Set, wechselt Optiken, Filter und die Kamerakassetten aus. Er/Sie prüft die Sauberkeit der Optiken und des Bildfensters (Fusselcheck)bzw. Kamerasensors.

     

    - Er/Sie misst und zieht die Schärfe an der Kamera, stellt die Blendenwerte an der Optik ein. Oft muss er sich auch um Videoausspiegelung und Funkübertragung des Signals oder auch die richtige Anbringung und Verkabelung des Videomonitors kümmern.

     

    - Er/Sie lädt die Kameraakkus, fährt meist auch das Kameraauto. Häufig bringt der Kamerassi nach Drehschluss das belichtete Material zum Kopierwerkoder überspielt es auf die jeweiligen Datenträger. Fast alle Kopierwerke haben einen Nachtpförtner, bei dem auch zu später Stunde das Material angeliefert werden kann. Das ist wichtig, damit bereits am nächsten Morgen das Material im Kopierwerk entwickelt und bearbeitet werden kann. Dann kann man nämlich schon am nächsten Tag die Muster (Daylies, Rushes) ansehen. Oft geschieht das im Kopierwerk, wo es einen Vorführraum für diese Zwecke gibt. Werden Muster digital geschaut, kümmert er/sie sich darum, dass die richtigen LUTs verwendet werden.

     

    Die Aufgaben des Kameraassistenten sind also extrem verantwortungsvoll. Fehler in einem einzigen Teilbereich (Fussel, Unschärfen, Lichteinfall etc.) können die Arbeit des ganzen Teams zunichte machen.

     

    Zubehör für den Assi: Kleine helle Taschenlampe, Bandmaß, Universaltool (Taschenmesser mit Werkzeugen), Q-Tips, Kamelhaarpinsel, Baumwolltuch, Reinigungsleder.

     

  • In Köln wurden die deutschen Kamerapreise vergeben, jene Auszeichnung, die speziell den Schöpfer-inne-n der Filmbilder gewidmet ist.

  • Standards

    35mm Film

    35mm Filmstreifen,- ein Standard, der über ein Jahrhundert überdauerte

    Im ersten Jahrhundert des Films und seiner Technik sah es auf Grund glücklicher Fügung und so mancher Monopole so aus, als wenn dem Kino etwas in der Industrie recht seltenes, nämlich ein weltweiter Standard gelungen wäre.

     

    Sieht man einmal von den ersten paar Jahren ab, in denen es unterschiedlichste Filmbreiten, Bildfrequenzen und sowohl runde als auch eckige Perforationen gab, so hat sich recht schnell jener Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger, den Edison George Eastman, dem Erfinder des Zelloloidfilms als Breite vorgab, etabliert, nämlich genau 35mm. Sogar die Fotografie und nicht zuletzt die legendäre Leica Kleinbild-Sucherkamera übernahm dieses Format um damit kompakte Fotoapparate produzieren zu können.

     

    Filme die in diesem Format (damals noch mit breiterem Bild weil "old silent frame" ohne Lichttonspur), irgendwo auf der Welt gedreht wurden, konnte man in allen Kinos weltweit auch wieder abspielen, ein großer Vorteil wenn nicht gar die Voraussetzung für die Verbreitung dieses Mediums. Und selbst heute noch werden teure Kinoproduktionen zu Archivzwecken auf 35 mm Film kopiert, auch wenn die Filme in den Kinos längst digital gebeamt werden.

     

    Neue Zeiten

    Kamerasensor

    Bauteil: Kamerasensor

    Mit der Digitalisierung und dem langsamen Aussterben des Analogen Films ist dieser Hauptvorteil des Films verloren gegangen, die digitale Distribution kennt viele Unterformate und Kodierungen, kennt unterschiedlichste Kopierschutzmechanismen und Auflösungen. Die verschiedenen Hersteller wollen ihre Produkte möglichst durch eigene Codecs unterscheidbar und untereinander inkompatibel machen.

     

    DCP (Digital Cinema Package) ist nicht gleich DCP, das wissen erfahrene Filmvorführer schon lange. 2K, 4K oder gar 8K, zweidimensional oder in 3D, mit unterschiedlichsten Schlüsseln zum Abspielen auf einem Kinobeamer.

     

    Noch komplizierter als die Wiedergabe ist jedoch die Aufnahmeseite, hier gibt es eine Vielzahl von Auflösungen, Chipgrößen, Codecs, Farbtiefen und Bildseitenformaten. Um sich in diesem Dschungel zurecht zu finden, ist schon eine ganze Menge Grundlagenwissen notwendig, welches wir auf den Seiten zur Kameratechnik vermitteln.

     

    Da kann man fast von goldenen Zeiten sprechen, als man noch analog gedreht hat, und die Filmrolle 16 oder 36 mm in nahezu jede Kamera einlegen konnte. Lediglich die Kameras in den kommunistischen Ländern arbeiteten mit einer anderen Perforation, ein Versuch zu verhindern, dass kapitalistisch produziertes Rohfilmmaterial durch sozialistische Kameras laufen könnte...

     

     

    Kapitel im Bereich Kameratechnik

     

    Zu diesem Thema finden Sie natürlich wichtige Kapitel auch in den Bereichen Licht, Filmgestaltungund Berufsbilder.

     

    Kamera studieren kann man an zahlreichen Filmhochschulen.

     

    Weitere Artikel zu aktuellen Geräten finden Sie unter Tech-News und unter "Neue Gadgets"

     

  • Eine der ersten Entscheidungen am Filmset ist die Frage, in welchem Winkel zur Kamera sollen die Schauspieler stehen? Die Grundlagen...

  • Zur 2016 angekündigten Neuauflage von Super 8 gibt es neue Details und sogar technische Veränderungen des analogen Formates

  • Nicht Jeder kann zeichnen, doch dank cleverer Tools ist es trotzdem möglich, Storyboards für seine Filme herzustellen. Tipps wie Ihr die nächsten Projekte visualisiert...

  • Wenn man das Licht an einem Innen-Filmset kontrollieren will, darf man sich nicht auf die Natur verlassen.

  • Foxconn, der Hersteller vieler iPhones möchte mit RED zusammenarbeiten, um preiswerte RED 8K Kameras herzustellen

  • Wenn es mal besonders nass, der Wind peitschend und der Regen kräftig sein soll, braucht es technische Hilfe, die Tropfen von der Linse fern zu halten

  • Berufe

    Immo Rentz und Mathias Allary

    Kameramann (Jörg Widmer) und Regisseur (Mathias Allary) bei Dreharbeiten zu “Liebe Leben Tod"

    Die schlechte Nachricht zuerst: Regie ist kein geschützter Beruf. Jeder kann sich Filmregisseur nennen, wenn man ihn Filme machen lässt. Beim Berufsbild Kameramann/-frau ist das zwar ähnlich, aber im Spielfilmbereich kann niemand seine Unfähigkeiten an der Kamera so leicht kaschieren, Fehler werden hier sofort sichtbar. Regieschwächen aber werden oft genug durch Eigenregie der Schauspieler und hochbegabte Regiekameraleute ausgeglichen. Es hat schon viele Filme gegeben, bei denen von der Regie außer: „Kamera ab, Ton ab und Bitte“ kaum weitere Äußerungen zum Gelingen des Filmes beigetragen haben.

     

    Die gute Nachricht: Die Mehrzahl der Regisseure verfügt über ordentliches bis hervorragendes Wissen um Kameratechnik und Bildgestaltung. Während die vorgenannten „ahnungslosen“ Regisseure ihre Kameraleute “einfach machen lassen”, wollen die gut ausgebildeten natürlich auch beim Bild mitgestalten. Wie also kann so eine produktive Zusammenarbeit zwischen Regie und Kamera aussehen?

     

    Begriffsbestimmung

    Der/die Kameramann/-frau ist u. a. zuständig für das Licht, den kreativen Einsatz des Aufnahmemediums (Filmmaterial/Video), die richtige Belichtung, die Bildkomposition, für die Kadrage der Bilder und die Bewegungen der Kamera. Der/die Regisseur/in ist zuständig für die Schauspielführung und die künstlerische Kontrolle aller gestalterischen Elemente. Die Regie ist also verantwortlich für den Film in seiner Gesamtheit. Dazu gehören auch die Bilder. Es handelt sich also um eine gemeinsame Anstrengung von Kamera und Regie. Kurzum: Zwei handwerklich-künstlerische Persönlichkeiten, die gemeinsam sich überschneidende Arbeitsbereiche haben, arbeiten beim Film zusammen.

     

    Die Arbeit mit Kameraleuten

    Zunächst einmal hängt der Beitrag der Regie zum Bild von deren Fähigkeiten in diesem Bereich ab. Es gibt Regisseure, die ihre Vorstellungen gar nicht mitteilen können oder wollen, die den Kameraleuten sagen: Nun mach mal! Vielen fehlt schlicht und einfach das Fachwissen oder die Erfahrung, um in diesem Bereich mitreden zu können. Das Wissen um die Bildaufnahme, wie man damit umgeht und wie man sich darüber abspricht, gehört zu den Basis-Werkzeugen der Regisseure. Andere wollen stets nur ihre eigene Vorstellung umgesetzt wissen und lassen Ideen und Konzepte des Kameramanns gar nicht erst zu. Manche würden am liebsten selbst die Kamera in die Hand nehmen und alles alleine machen. Damit verschenken Sie die Chance, etwas von den Fähigkeiten eines anderen zu lernen. Leider gibt es auch Regisseure, die über Bildgestaltung reden, ohne irgendeine Ahnung davon zu haben. So eine Arbeit ist dann besonders hart für die Kameraleute. Manchmal haben die Regisseure selbst von der Schauspielführung keine Ahnung und die Kameraleute geben diese, getarnt als Positionsanweisungen gleich mit. Auch wenn man auf Pressefotos merkwürdigerweise die Regisseure häufig an der Kamera sieht, haben sie da eigentlich gar nicht viel zu suchen. Wenn der Kameramann ausnahmsweise mal sagt "Schau mal durch, wie findest du das?", dann ist das in Ordnung. Wenn aber der Regisseur ständig auf dem Dolly mitfährt, dann stimmt irgend etwas nicht. Viele lösen den daraus resultierenden Konflikt mit einer Videoausspiegelung. Dann kleben dieselben Regisseure vor dem Monitor und haben noch immer keinen Schimmer von der Wirklichkeit vor der Kamera.

     

    Wie sag ich's?

    Die ideale Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Darauf basieren alle hervorragenden Filme und das erklärt auch, warum Regisseure oft mit den selben Kameraleuten zusammenarbeiten. So hat etwa Bernardo Bertolucci meistens mit dem Kameramann Vittorio Storaro, Ingmar Bermann mit dem Kameramann Sven Nykvist oder Tom Tykwer mit Kameramann Frank Griebe gedreht. Regisseure, die nicht begreifen, dass ein Film als Teamwork einiger Kreativer entsteht, haben Wesentliches nicht begriffen. Kompetente, erfahrene Regisseure aber besprechen alle gestalterischen Mittel, von der Wahl der Brennweite über Bildkomposition, Kamerabewegungen und Licht. Der Schlüssel zur vertrauensvollen Zusammenarbeit liegt im Gespräch. Leider gibt es auch Regisseure, die sich nicht vermitteln (können oder wollen). Sie erwarten quasi von der Kamera seherische Fähigkeiten. Dabei kann man im Dialog vielfältige Mittel verwenden. Ob mal mit Fotos, Beispielen aus der Malerei, Grafik oder einfach anderen Filmen arbeitet, selbst wenn einem das Fachvokabular gänzlich fehlt, kann man sich trotzdem verständigen. Man sollte stets die Auffassungen des anderen respektieren und prüfen, die eigenen Ideen durch Überzeugungsarbeit zu vermitteln versuchen. Dass es dabei auch zu unterschiedlichen Haltungen kommt, ist selbstverständlich, der Dialog dient dann dazu, sich abzustimmen. Wenn gleichwertige Kreative zusammentreffen, helfen die Argumente, die man aufwendet, um den anderen zu überzeugen, ganz nebenbei, seine Vision von dem Film zu vervollkommnen.

     

    Zusammenhänge

    Dreharbeiten zu "Franta"

    Innerhalb eines Teams gibt es mehrere Gruppen, die enger zusammen arbeiten. Der Kameramann etwa ist auf engsten Dialog mit Licht, Kamerabühne und Kameraassistenz angewiesen. Auch zwischen Kamera und Regie sollte ein enger Zusammenhalt bestehen, damit eine gemeinsame optische Vision im Film ihren Niederschlag findet. Allerdings sollten die wichtigsten Gespräche vorab stattgefunden haben, vor Drehbeginn. Kamera und Regie sollten engste Vertraute während der Dreharbeiten sein, ihre Arbeitsbereiche sind unmittelbar miteinander verzahnt. Eine besonders schwierige Situation entsteht, wenn der Regisseur falsche oder schlechte Bildideen erzwingt und der Kameramann um den Irrweg weiß. Doch auch der umgekehrte Fall, eine technisch vielleicht einwandfreie, für den Stoff aber falsche Bildgestaltung, kann Regisseure (vorausgesetzt sie wissen, was sie tun) in große Konflikte bringen. Doch kaum etwas ist schlimmer für laufende Dreharbeiten, als wenn Kamera und Regie vor versammeltem Team über die Bildgestaltung streiten. In diesen Fällen ist es hilfreich, wenn es ebenso kreative Redakteure oder Produzenten gibt, die mit starkem Engagement erspüren, was für das Projekt richtig ist. Gemeinsam mit ihnen lassen sich viele, selbst scheinbar unversöhnliche Gegensätze wieder aufheben.

     

    Fazit

    Ein erfahrener Regisseur weiß, welchen Effekt welche Optik hat und spürt ob das Licht die gewünschte Stimmung transportiert. Es ist eine Gratwanderung, seine Visionen zu vermitteln, die Ideen anderer zuzulassen. Wichtig bleibt vor allem die künstlerische Kontrolle und die produktive Art, seine Vorstellungen mit denen der anderen Kreativen im Team sichtbar zu machen. Denn was immer auch die Gründe sein werden, warum ein Film misslang (das schlechte Drehbuch, die unprofessionelle Produktion, die schlechten Schauspieler), letztlich wird jeder sagen, es lag an der Regie.

     

  • Der holländische Kameramann ist 78 jährig nach längerer schwerer Krankheit gestorben

  • Rolling ShutterDon´t Panik,- so schlimm ist er doch gar nicht, wenn man weiß, worauf man achten muss

  • HD KameraProfessionelles Equipment ist nicht gerade billig, da ist die Versuchung groß, alternative Einkaufswege zu beschreiten. Doch wie riskant ist sowas?

  • CMOS ChipNeuigkeiten aus der Welt der Medientechnik, bei denen die Hintergründe und Erklärungen gleich mitgeliefert werden...

  • Meistens für Live, manchmal auch für Szenische Produktionen, sind Ü-Wägen im TV heute kaum wegzudenken.

  • Midsommar StoriesAllen handwerklichen Konventionen trotzen und die Kamera einfach verkanten? Wer macht so etwas und wofür taugt es erzählsprachlich überhaupt?

  • Zwei-Kamera-Technik

    Bei aufwendigen Actionszenen ist es bereits gang und gebe mit mehreren Kameras zu arbeiten, aber auch im normalen szenischen Bereich setzt man diese Technik immer öfter ein.

    Jeder der selber schon einmal eine Dialog-Szene zwischen zwei Personen aus mehreren Blickwinkeln gedreht hat, weiß, wie schwer es ist, Kontinuität beim Hin- und Herschneiden zu bewahren. Da steht der eine Schauspieler mal etwas weiter rechts oder links, die Hand ist auf dem Tisch statt auf dem Stuhl, das Licht bzw. der Sonnenstand haben sich geändert usw. Auch bedeutet es einen höheren Zeitaufwand, ein und dieselbe Szene mehrmals aus verschiedenen Positionen zu drehen. Deshalb wird des öfteren auch beim Film (vor allem natürlich in Hollywood) mit zwei oder mehr Kameras gearbeitet, die die ganze Szene gleichzeitig aus mehreren Blickwinkeln und/oder Einstellungsgrößen aufnehmen. Damit dies nicht wie die schnell abgedrehten Daily-Soaps aussieht (wo man auf aufwendiges Licht und Kameraführung aufgrund von Produktionskosten verzichtet), braucht es einen Regisseur und einen Kameramann mit viel Erfahrung und eine gute Abstimmung der einzelnen Abteilungen Regie, Kamera, Ton, Licht und Bühne.

     

    Methoden der Zwei-Kamera-Technik:

    Verschiedene Blickwinkel:

    Anwendung: z. B. Dialogszenen zwischen zwei Menschen
    Die Kameras werden für eine Schuss- und eine Gegenschussaufnahme gleichzeitig aufgebaut. Dies erfordert natürlich einen Kompromiss für das Licht, da ja relativ viel vom Set insgesamt zu sehen ist, und beide Schauspieler gleichzeitig in eine passende Lichtsituation gestellt werden müssen. Der Ton hat nun eine Kamera mehr zu beachten, in der er nicht zu sehen sein darf. Die Schauspieler bekommen den Vorteil, eine Szene nicht so oft spielen zu müssen und können aufgrund der perfekten Kontinuität ineinander sprechen, was das Spiel noch einmal flüssiger macht. Bei nur einer Kamera müssten sie für den Schnitt Sprechpausen lassen.

     

    Verschiedene Einstellungsgrößen:

    Anwendung: z. B. Szene, bei der wir die Reaktion des Schauspielers genau sehen wollen, z. B. durch Sprung von einer Halbtotalen auf eine Nahaufnahme. Die Kameras werden an gleicher Position und Blickrichtung, aber mit unterschiedlichen Objektiven, aufgestellt. Der Kompromiss für das Licht ist nicht so groß wie bei verschiedenen Bildwinkeln, und man kann ohne einen sprunghaft wirkenden Schnitt näher an den Schauspieler heran (oder natürlich auch umgekehrt von ihm weg...). Manche Schauspieler bevorzugen allerdings hier die Aufnahme mit jeweils nur einer Kamera, da sie natürlich für eine Nahaufnahme anders spielen, als für eine Halbtotale. Der Ton hat zusätzlich das Problem, für die Nahaufnahme nicht so nah angeln zu können, wie sonst üblich (man würde ihn ja in der Halbtotalen sehen). Aber auch hier kann man eventuell über Ansteckmikrofone bzw. angepassten Bildausschnitt (Headroom) eine akzeptable Lösung finden.

     

    Mischung der zwei Techniken, z.B. bei langen Szenen:

    Der Angeklagte und seine Anwälte lauschen gebannt den Worten des Staatsanwalts. Dieser verlässt seinen Platz und läuft durch den Gerichtssaal bis er vor der Anklagebank zum Stehen kommt. Es kommt zu einem Wortwechsel und entsprechenden Reaktionen der Beteiligten.

    So oder ähnlich könnte eine Szenerie aufgebaut sein, in der man mit einer Mischung aus den zwei vorher genannten Methoden arbeiten könnte. Die Kamera 1 beginnt mit einer engen Dreier und fährt in eine offenere Dreier zurück. Die Kamera 2 führt im Gegenschuss den Staatsanwalt von seinem Platz in eine Over-The-Shoulder-Dreier.

    Um diese Vielzahl an einzelnen Einstellungen bewältigen zu können, wird dann auch des öfteren ein sogenannter Arbeitszoom (oder Off-Zoom) eingesetzt, um die passenden Bildausschnitte zu bekommen. Dieser Arbeitszoom wird so getimt, dass er immer in Zeiträumen liegt, in denen das Bild der anderen Kamera wichtiger ist bzw. bereits klar ist, dass in der Postproduktion zu diesem Zeitpunkt das Bild der anderen Kamera zu sehen ist.

     

    Allgemeine Vor- und Nachteile auf einen Blick:

    Vorteile:

    • perfekte Kontinuität , dadurch auch mehr Möglichkeiten im Schnitt
    • angenehmer für die Schauspieler, eine Szene muss nicht so oft gedreht werden, keine Sprechpausen nötig
    • eventuelle Kostenersparnis, falls sich durch kürzere Drehzeit die zweite Kamera + Team rechnet

     

    Nachteile:

    • Kompromisse beim Licht
    • Längere Aufbauzeiten vor dem Dreh, wegen Licht, Ton und Kameraführung
    • eventuelle Mehrkosten, falls sich die 2. Kamera + Team nicht durch kürzere Drehzeit ausbezahlt

    Wenn man mal genau darauf achtet, entdeckt man vielleicht hier und da einmal den Einsatz von mehr als einer Kamera. Zum Beispiel in der deutschen Fernsehserie "Edel & Starck" auf Sat.1 wird des öfteren erfolgreich mit der Zweikameratechnik gearbeitet. Vielen Dank an dieser Stelle an den Kameramann Michael Boxrucker, bvk, der bei zahlreichen Folgen dieser Serie für Licht und Bildgestaltung verantwortlich war. Die vorgenannten Varianten erläuterte er dem Movie-College in einem Interview.