MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Boote 4000

 

Über ein Jahrzehnt lang dauerte der Rechtsstreit zwischen dem Kameramann Jost Vacano und der Bavaria / ARD über Nachvergütungen. Nun endlich wurde eine Einigung erzeilt. Der Streit betrifft nicht nur einen Einzelfall, sondern im Grunde genommen viele in der Mendienbranche. Vacano hatte die Kamera gemacht bei dem erfolgreichen Mehrteiler "Das Boot" und hatte Jahre nach der Ausstrahlung und Wiederholungen zusätzliche Vergütung eingefordert.

Das war auch durch einen 2002 vom Gesetzgeber als „Fairnessparagrafen“ eingeführten Passus abgedeckt. Dieser gesteht Urheber-Mitwirkenden an Filmwerken eine "angemessene" nachträgliche Vergütung zu, wenn die Einkünfte an diesen Filmwerken deutlich höher ausgefallen sind, als ursprünglich angenommen wurde.

Im Fall von "Das Boot“welches ein internationaler Kinoerfolg war und welches viele Fernsehaustrrahlungen, Video,- und DVD Verwertungen erlebte, an denen die Bavaria und die ARD verdienten, war genau das der Fall. Deshalb wollte Vacano nachträglich an diesen Einnahmen angemessen beteiligt werden.

Tatsächlich wurden Vacano nach jehrelangem Rechtsstreit 2018 vom Oberlandesgericht Stuttgart  315 000 Euro für die Ausstrahlung des Boots in den öffentlich-rechtlichen Sendern zugestanden und auch der Anspruch für Vergütungen bei weiteren Wiederholungen festgelegt. Doch die ARD Sender,- vertreten durch den SWR gingen in Revision wodurch der Fall vor dem Bundesgerichtshof landete. Der hob die erste Entscheidung wegen eines Berechnungsfehlers auf und verwies das Thema wieder ans Oberlandesgericht Stuttgart zurück.

Nun hat es endlich einen Vergleich gegeben. Danach erhält eine Abfindung von insgesamt 160 000 Euro. Diese ist einerseits für den inzwischen 87 jährigen Kameramann eine wichtige Genugtuung, zugleich aber auch Richtungweisend für viele andere Fälle, in denen Kameraleute eine Nachvergütung für erfolgreiche Projekte, die sie entscheidend mitgestaltet haben.

Darüber, ob und wie sich der Kameramann mit der damaligen Produktionsfirma, der Bavaria-Film geeinigt hat, ist nichts bekannt.

 

Weitere neue Artikel

Sie ist die Trophäe, die keiner haben will, der Anti-Oscar, der für die schlechtesten Filme vergeben wird: Die Goldene Himbeere.

Sie kommen daher im Deckmäntelchen des Dokumentarischen, sind aber schlichte Werbefilme für ihre Protagonisten

Früchte sind nicht nur ein beliebter Lieferant für Vitamine, sondern auch für Filmtitel. Wir haben zugebissen...

Warum die kleinen Plastiksteinchen aus Skandinavien so viele Stop-Motion Filme hervorgebracht haben...

Wie man vor CGI und Computeranimationen mit Modelltricks und Einzelbildern Fantasiewelten erschuf

Historische Verbrechen und deren Aufklärung sind zentraler Plot in einigen spannenden Kinofilmen und Serien

Weshalb Kunsträuber im KIno schon immer eine wichtige Rolle eingenommen haben

Wer im Web nach bestimmten Themen sucht, kann höchst unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Die besten  Rechercheprompts...

In den 50er und 60er Jahren stürzte sich das US-Kino geradezu auf Italien, das Sehnsuchtsland nicht nur der Amerikaner...

Eigentlich überrascht es uns kaum noch, dass auch die Flatscreen Fernseher unser Verhalten präzise überwachen...

Warum nur hat die generative KI so große Probleme bei der Darstellung von Händen und Füßen? Ein Versuch, das zu verstehen...

Wie rasant sich die Technik rund um die Unterdrückung unerwünschter Tonsignale entwickelt hat, ist kaum zu glauben...