Berlinale

  • Eine Südkoreanische Schauspielerin wirft der Berlinale, die ihren angeblichen Peiniger Kim Ki Duk eingeladen hat, Scheinheiligkeit vor

  • Vom 5. bis 15. Februar  trafen in der deutschen Hauptstadt zum 65. Mal Filmemacher aus aller Welt auf den "Internationalen Filmfestspielen Berlin" (Berlinale) ein und präsentieren ihre neuesten Werke. 

     

    Berlinale-Palast

    Eröffnet wurde die Berlinale vom neuen Film von Isabel Coixet "Nobody Wants the Night", mit Juliette Binoche und Gabriel Bryne. Ein Abenteuerfilm, der eine Frau auf der Suche nach ihrem Mann in Richtung Nordpol führt.

     

    Der diesjährigen Berlinale Jury steht Darren Aronofsky als Präsident vor. Die weiteren Jury-Mitglieder sind Daniel Brühl, Bong Joon-ho, Martha De Laurentiis, Claudia Llosa, Audrey Tautou und Matthew Weiner.

     

    Das Programm ist bereits komplett. In zehn Tagen laufen 400 Filme in der Hauptstadt. 19 davon im Rennen um die Bären. Darunter sind drei deutsche Regiearbeiten. Nominiert wurden Sebastian Schippers "Victoria" und Andreas Dresens "Als wir träumten", sowie der neue - in den USA produzierte - Film von Werner Herzog "Queen of the Desert" mit Nicole Kidman. Außer Konkurrenz läuft Wim Wenders' 3-D-Film "Every Thing will be Fine" mit James Franco und Charlotte Gainsbourg. Wenders wird dieses Jahr mit dem Goldenen Ehrenbär geehrt. Aus Frankreich kommt der Wettbewerbsfilm "Journal d'une femme de chambre" (Tagebuch eines Zimmermädchen), ein Historiendrama mit Léa Seydoux, von Benoit Jacquot. Der regimekritische iranische Filmemacher Jafar Panahi ("Offside") ist mit "Taxi" vertreten. 

    Eine vollständige Liste der Wettbewerbsfilme finden sie hier.

     

    Berlinale-Bär

    Neben den Wettbewerbsfilmen gibt es noch acht weitere Sektionen. In  "Berlinale Shorts" werden Kurzfilme aller Art vorgestellt. In der Sektion "Panorama" gibt es "internationales Autorenkino für leidenschaftlich- kritisches Publikum und engagierte Filmeinkäufer". Das "Internationale Forum des Jungen Films" kurz "Forum" bietet den experimentierfreudigen und risikobereiten Filmemachern Platz für ihre Werke. 

    "Generation" ist eine Sektion speziell für Kinder- und Jugendgeeignete Filme. In den zwei Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus werden Entdeckungen des internationalen Gegenwartskinos auf Augenhöhe junger Menschen präsentiert und mit den Gläsernen Bären ausgezeichnet. Schließlich gibt es noch die Sektionen "Perspektive Deutsches Kino", das "Berlinale Special" für außergewöhnliche Neuproduktionen und die "Hommage", welche sich dieses Jahr dem Werk von Wim Wenders widmet.

    Die Retrospektive feiert den 100-jährigen Geburtstag des Farbfilm-Verfahrens Technicolor. Es werden rund 30 farbig-opulente Filme aus den Anfängen bis 1953, wie zum Beispiel  "Vom Winde verweht" und "Singin`in the Rain" gezeigt.

     

    Neben den Filmvorführungen  bietet  auch das "Berlinale Talents" im Theater HAU Hebbel am Ufer ein interessantes Programm, besonders für Besucher, die das Filmhandwerk erlernen, beziehungsweise sich weiterbilden möchten. Dieses bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen über die Arbeit mit Schauspielern, Schnitt oder Dramaturgie, Sound, Verleih - und das alles für den Preis einer normalen Kinokarte. In Laufnähe zum Potsdamer Platz gelegen werden hier an drei Locations Vorträge und Workshops geboten. 

     

    Arkaden

    Im HAU 1 finden große öffentliche Veranstaltungen statt. Verschiedenste Themen der Filmwelt werden besprochen und dem Publikum näher gebracht - und das von renommierten Regisseuren, Produzenten, Komponisten, u.v.a.

    Zum Beispiel spricht Bong Joon-Ho, koreanischer Regisseur von "The Host" und "Snowpiercer" mit der asiatischen Produzentin Lorna Tee über die Kunst einen Film sowohl lokal als auch international bekannt zu machen. Matthew Weiner, Produzent und Hauptautor der Fernsehserie "Mad Men" hält einen Vortrag über dramaturgische Aspekte im Laufe einer Serie, welche auch künstlerisch immer mehr Beachtung findet.

    Im Laufe der Berlinale kann man hier im alten Theater unter anderen Darren Aronofsky, Howard Shore und Wim Wenders live erleben.

    Im HAU2 finden Workshops mittlerer Größe statt und im HAU3 spezielle Trainingsprogramme im Bereich Drehbuchentwicklung, Drehen von Dokumentar-und Kurzfilmen, Verleih, Sound und Schauspiel.

     

     

    Lesen Sie auch: 

    Berlinale Tagebuch 2015

    Kritiken Berlinale 2015

     

    Die Preisträger 2015

    Wettbewerb

    • GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM: "Taxi" von Jafar Panahi (Iran)
    • SILBERNER BÄR GROSSER PREIS DER JURY: "El Club" von Pablo Larraín (Chile)
    • SILBERNER BÄR ALFRED - BAUER - PREIS für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet: "Ixcanul" (Ixcanul Volcano) von Jayro Bustamante (Guatemala)
    • SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE: Radu Jude für  "Aferim" (Rumänien) und Malgorzata Szumowska für "Body" (Polen)
    • SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN: Charlotte Rampling in "45 Years" von Andrew Haigh (Großbritannien)
    • SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER: Tom Courtenay in "45 Years" von Andrew Haigh (Großbritannien)
    • SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH: Patricio Guzmán für "El botón de nácar" (Chile)
    • SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set - Design: Sturla Brandth Grøvlen für die Kamera in "Victoria" und Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk für die Kamera in "Pod electricheskimi oblakami" 

    Preise der internationalen Kurzfilmjury

    • GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN KURZFILM: "Hosanna" von Na Young-kil (Südkorea)
    • SILBENER BÄR PREIS DER JURY (KURZFILM): "Bad at Dancing" von Joanna Arnow (USA)
    • AUDI SHORT FILM AWARD: "PLANET" von Momoko Seto (Frankreich)

    Preise der internationales Jury im Wettbewerb "Generation K-Plus"

    • GLÄSERNER BÄR für den Besten Film: "Min Lilla Syster" (My skinny sister) von Sanna Lenken (Schweden/Deutschland)
    • GLÄSERNER BÄR für den Besten Kurzfilm: "Hadiatt Abi" (Gift of my father) von Salam Salman (Irak/GB/Neiderlande/USA)

    Preise der Jugendjury im Wettbewerb "Generation 14-Plus"

    • GLÄSERNER BÄR für den Besten Film: "Flocken" von Beata Gårdeler (Schweden)
    • GLÄSERNER BÄR für den Besten Kurzfilm: "A confession" von Petros Silvestros (GB)

    Preis Bester Erstlingsfilm

    • BESTER ERSTLINGSFILM, dotiert mit 50 .000 € , gestiftet von der GWFF: "600 Millas" von Gabriel Ripstein (Mexiko)

    Preise der Ökumenischen Jury

    • PREISTRÄGER WETTBEWERB: "El botón de nácar" von Patricio Guzmán (Chile)
    • PREISTRÄGER PANORAMA: "Ned Rifle" von Hal Hartley (USA)
    • PRESTRÄGER FORUM: "Histoire de Judas" von Rabah Ameur-Zaïmeche (Frankreich)

    Preise der FIPRESCI-Jury

    • PREISTRÄGER WETTBEWERB: "Taxi" von Jafar Panahi (Iran)
    • PREISTRÄGER PANORAMA: "Paridan az Ertefa Kam" (A minor Leap Down) von Hamed Rajabi (Iran/Frankreich)
    • PREISTRÄGER FORUM: "Il gesto delle mani" (Hand gestures) von Francesco Clerici (Italien)

    Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater

    • PREISTRÄGER 2015: "Victoria" von Sebastian Schipper (Deutschland)

    CICAE Art Cinema Award

    • PREISTRÄGER PANORAMA: "Que horas ela volta?" von Anna Muylaert (Brasilien)
    • PREISTRÄGER FORUM: "Zurich" von Sacha Polak (Niederlande/Deutschland/Belgien)

    Label Europa Cinemas

    • PREISTRÄGER 2015: "Mot Naturen" von Ole Giæver und Marte Vold

    Teddy Award

    • BESTER SPIELFILM: "Nasty Baby" von Sebastián Silva (USA)
    • BESTER DOKUMENTAR-/ESSAYFILM: "El hombre nuevo" (The new man) von Aldo Garay (Uruguay/Chile)
    • BESTER KURZFILM: "San Cristóbal" von Omar Zúñiga Hidalgo (Chile)
    • SPECIAL JURY AWARD: "Stories of our lives" von Jim Chuchu (Kenia)
    • SPECIAL TEDDY AWARD: Udo Kier

    Made in Germany - Förderpreis Perspektive

    • PREISTRÄGER 2015: Oskar Sulowski für "Rosebuds"

    DFJW - Preis Dialogue en Perspective

    • PREISTRÄGER 2015: "Ein idealer Ort" von Anatol Schuster

    Caligari-Filmpreis

    • PREISTRÄGER 2015: "Balikbayan #1 Memories of Overdevelopment Redux III"  von Kidlat Tahimik (Philippinen)

    Friedensfilmpreis

    • PREISTRÄGER 2015: "The look of silence" von Joshua Oppenheimer (Dänemark / Norwegen / Finnland / Indonesien / Großbritannien)

    Amnesty International Filmpreis

    • "Tell spring not to come this year" von Saeed Taji Parouky und Michael McEvoy (GB)

    Heiner-Carow-Preis

    • PREISTRÄGER 2015: "B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin" von Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck, Heiko Lange

    Think: Film Award

    • PREISTRÄGER 2015: "Oskar Dawicki in The Performer" von Maciej Sobieszczanski und Lukasz Ronduda (Polen) und "Untitled (Human Mask)" von Pierre Huyghe (Frankreich)

    Goldener Ehrenbär

    • An eine bedeutende Persönlichkeit des Films: Wim Wenders 

    Berlinale Kamera

    • An Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt: Marcel Ophüls, Naum Kleiman und die Food-Aktivisten Alice Waters und Carlo Petrini.
  • Manchmal hört man den Begriff,- voller Respekt,- doch was steckt dahinter und was macht A-Festivals anders als andere Filmfestivals?

  • Beim Schauspiel sind die Augen ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt wie die Stimme, denn sie verleihen allen Gesichtsausdrücken erst Lebendigkeit.
  • Wie war sie so, die Berlinale 2011, was waren die Highlights in dieser Ausgabe?

  • Bis zum 21. Februar treffen sich Filmemacher und Kinointeressierte, um das tollste Medium der Welt zu zelebrieren.

  • Bis zum 19. Februar zelebrieren Filmemacher und Kinointeressierte das tollste Medium der Welt.

  • Vom 15.-25. Februar finden die 68. internationalen Filmfestspiele in Berlin statt. Was erwartet uns?

  • Pressezentrum 1 500Same procedure as every year... nicht ganz, die letzte Ausgabe unter der Leitung von Dieter Kosslick. Überraschend oder Routine?

  • Die Gewinner der diesjährigen Berlinale stehen fest. Der goldene Bär geht an "Touch Me Not" von Adina Pintilie

  • Das größte deutsche Filmfestival ist auch ein verborgener Fachkongress all jener, die an die Kraft des Kinos glauben...

  • Diesmal also eine Berlinale, die in der zweiten Hälfte des Februar stattfindet. Viel wärmer ist es deshalb trotzdem nicht...

  • Berlinale Tickets 3 500Es heißt wieder Schlangestehen... Hier ein kleiner Überblick über die verschiedenen Sektionen und einige der Highlights der diesjährigen Berlinale

  • Die Berlinale findet wie der Name schon sagt, in Berlin statt und gehört zu den ältesten Filmfestivals. Sie wurde 1951 ins Leben gerufen

  • "Grand Budapest Hotel" by Wes Anderson

    "Grand Budapest Hotel" ist der Film, mit dem 2014 die Berlinale eröffnet wird. Wenn man mit einer verrückten Komödie mit eigenwilligen Charakteren, ein paar Slapstick-Elementen und wirklich kuriosen Vorkommnissen rechnet, dann ist es genau das, was man auch zu sehen bekommt. Die Geschichte ist gleich dreifach verschachtelt, es gibt eine "Hauptrahmenhandlung", zwei weitere "Rahmenhandlungen" und die Haupthandlung, also das, was man dann tatsächlich zu sehen bekommt. Das erste, was der Zuschauer zu sehen bekommt, ist eine junge Frau irgendwo im ehemaligen Ostblock an dem Denkmal eines Autors, an dem zahlreiche Hotelschlüssel hängen. Sie hält sein Buch in der Hand "Das Grand Budapest Hotel". Viel länger ist sie dann aber auch nicht zu sehen, schwenkt das Bild doch zu dem Autor selbst, schon betagt, aber offensichtlich noch lebendig. 

    Er erzählt ein wenig von der Arbeit eines Autors, um dann zu erzählen, wie es denn zum Grand Budapest Hotel kam - wurde doch ihm selbst die Geschichte nur erzählt. Der junge Autor (Jude Law) reist 1968 in das Grand Budapest Hotel, das aber aufgrund des Sozialismus seine besten Tage schon lange hinter sich hat. Skurrilerweise trifft er dort den Inhaber des Hotels, Zero Moustafa (F. Murray Abraham), der ihm während eines gemeinsamen Abendessens mehr oder minder seine ganze Lebensgeschichte erzählt - die Geschichte, die den Autor später berühmt machen wird. Und damit wären wir bei der Haupthandlung. Moustafa (jung: Tony Revolori), der vor dem Krieg in seinem Heimatland floh, befindet sich gerade in seiner Probezeit als Lobby-Boy im Grand Budapest Hotel, als er von dem großen und beliebten Concierge Monsieur Gustave (Ralph Fiennes) entdeckt wird. Dieser ist zunächst gar nicht begeistert, dass ein neuer Lobby-Boy ohne sein Wissen eingestellt wurde, nimmt sich aber dann dessen Ausbildung an und so entwickelt sich zwischen beiden eine enge, skurrile Freundschaft. 

    Die wäre aber nicht annähernd skurril, wenn nicht Folgendes geschähe: Madame D. (Tilda Swinton), eine vierundachtzigjährige Dame, die schon fast Dauergast im Hotel ist und auch zu Monsieur Gustaves zweifelhaften Liebschaften gehört, stirbt, und die beiden Hotelangestellten machten sich sofort auf den Weg nach Schloss Lutz, wo sie gelebt hat und gestorben ist. Sie beerbt ihn mir dem Gemälde "Jüngling mit Apfel", das von unschätzbarem Wert ist, doch bevor man das überhaupt genießen kann, tritt ihr Testament und ihre geldgierige Familie eine Lawine von Ereignissen los. Der edle Concierge landet im Gefängnis, muss mit Zero vor einem brutalen Killer fliehen, einen schändlichen Verrat erleiden und sogar bei einer seltsamen Bruderschaft auf dem Berg Zuflucht suchen. 

    Nicht zuletzt kommt es natürlich auch zu einer Liebesgeschichte zwischen Zero und der entzückenden Konditorin Agatha (Saoirse Ronan), die einen großen Teil dabei leistet, das - oder besser gesagt die - Verbrechen aufzuklären und Monsieur Gustave zu rehabilitieren. "Grand Budapest Hotel" ist ein Film, der einige Überraschungen bereithält. Man weiß nicht immer, ob man die Stirn runzeln, lachen oder weinen soll, aber alles in allem ist es ein toller, aber vor allem auch äußerst sympathischer Film. Natürlich hat Wes Anderson sein mittlerweile achtes Projekt in Spielfilmlänge grandios besetzt, aber das erklärt sich ja von selbst, wenn man die Casting-Liste ansieht. Vorherrschendes Thema sind Glanz und Reichtum der Goldenden 20er, aber vor allem auch der darauffolgende Verfall während des Krieges und des später folgenden Eisernen Vorhangs. 

    Deshalb ist die Komödie auch durchgängig behaftet von einem leichten Anklang von Traurigkeit und Melancholie, ausgedrückt durch das einst stolze Hotel, das als halbe Ruine verbleibt, und die so tiefgehende Einsamkeit des alten Moustafas. Der Film, so skurril er auch ist, ist keine seichte Komödie, sondern durchdacht und fundiert und durchaus mit Hintergrund. Angesiedelt ist die Geschichte in einem Paralleluniversum, das jedoch das Wien der alten Zeit zeigt. Dafür tragen andere Orte nur allzu skurrile Namen, an denen man meist auch ablesen kann, was sie eigentlich meinen. Das Hotel selbst ist nämlich in der Republik Zubrowka angesiedelt. Kurzum, "Grand Budapest Hotel" ist ein würdiger Eröffnungsfilm, der sicherlich einige Zuschauer überraschen wird.

     

    Gesehen von Theresa Schießl

     

     

    Kritik "Arrête ou je continue", Sophie Fillières

    Es handelt sich hier um die Geschichte von einem Paar, Pomme (Emmanuelle Devos) und Pierre (Mathieu Almaric), das vielleicht zu lange schon zusammen ist: Die Routine scheint die Liebe getötet zu haben. Sie sind gewohnt, regelmäßige Spaziergänge im Wald zu machen. Aber eines Tages weigert sich Pomme, wieder nach Hause zu kommen und entscheidet sich, im Wald allein zu bleiben. Das Thema hat Sophie Fillières nicht zum ersten Mal behandelt: das Umherreisen eines Paars, eine Frau die Schwierigkeiten hat, ihren Platz in einer sehr normativen Gesellschaft zu finden.

    Die erste Teil des Films ist hervorragend: Urkomische Dialoge und tolle Schauspieler (der sechste Film in dem Devos und Almaric ein Paar interpretieren), die Regisseurin hat es geschafft, die beiden Figuren in einen Mikrokosmos zu setzen (oder vielleicht zwei Mikrokosmen: Jeder in einem eigenen). Der Zuschauer findet sich zwischen Pomme und Pierre in eine Falle gelockt.

    Leider geht der Film zu weit: Pomme entscheidet sich im Wald zu bleiben, und so verzichtet Sophie Fillières auf ihre Stärke: die Dialoge. Von hier verliert der Film seinen Atem, seinen Rhythmus: Pomme wandert auf und ab, auf eine sehr unglaubwürdige Weise, und auch leider ohne Interesse. Man versteht nicht, warum der Waldteil so lang ist, das narrative Gleichgewicht ist gebrochen.

    Der Film ist aber dennoch ein Erfolg, auch dank der letzten Szenen, die wieder spontan und leicht sind, trotz der Schwierigkeit des Themas.

     

    Gesehen von Juliette Reichenbach

     

     

    Kraftidioten

    Der norwegische Regisseur Hans Petter Moland war mit seinem neuen Film „Kraftidioten“ (OT: "In Order of Diasappearence") auf der Berlinale 2014. Sein Film überraschte das Publikum sehr und entpuppte sich zu einem wahren Filmhighlight auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2014.

    Nils, von Stellan Skarsgård gespielt, ist ein Schneepflugfahrer, welcher dafür sorgt, die Wege und Bergpässe seiner Gemeinde von Schnee zu befreien. Nachdem er für seine Arbeit sogar zum Bürger des Jahres gekürt wurde, erreicht ihn eine schreckliche Nachricht. Sein Sohn sei an einer Überdosis Heroin gestorben, doch Nils ist sicher, dass sein Sohn kein Junkie war und er ermordet wurde. Er beginnt Nachforschungen zu machen und trifft dabei auf die wahren Mörder seines Sohnes. Ein erbitterter Rachefeldzug beginnt, Nils tötet ein Kartellmitglied nach dem anderen, um so an den „Grafen“ zu kommen, der Person, die für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist. Nils löst unbewusst einen Konflikt zwischen zwei Fronten aus (die serbische Mafia gegen die norwegische), und schließlich führt Nils dabei immer noch seinen eigenen Rachefeldzug gegen alle, bis zum bitteren Ende...

    Hans Petter Moland bietet uns eine bitter-schwarze Komödie, welche von unglaublich schönen Aufnahmen der norwegischen Landschaft ausgefüllt wird. Der nicht enden wollende schwarze Humor lässt einem keine Lacher aus, der Film ist niemals langweilig. Es ist höchstamüsant, mit welchem schwarzen Humor Moland das Gangstermilieu darstellt sowie den endlosen Rachefeldzug von Nils. Auch Stellan Skarsgård spielt wieder einmal einfach nur fantastisch. „Kraftidioten“, die wohl größte Überraschung auf der Berlinale in seinem Genre.

     

    Gesehen von Robert Stemper

     

     

    A Long Way Down 

    Der aus Frankreich stammende Regisseur Pascal Chaumeil („Johanna von Orléans“), war mit seinem neuen Film „A Long Way Down“ auf der Berlinale 2014, der die Bestsellerverfilmung nach Nick Hornby ist, welche sich mit britischem Humor und Starbesetzung sehen lassen kann.

    Martin, gespielt von Pierce Brosnan, ist ein TV-Star und glücklich verheiratet, bis er Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen hat und deswegen alles verliert. Aufgrund seines in die Brüche gegangenes Lebens, beschließt er, am Silvesterabend von einem Hochhaus zu springen, doch bevor er dies in die Tat umsetzen kann, tauchen drei weitere Personen, J. J. (Aaron Paul), Maureen (Toni Collette) und Jess (Imogen Poots), auf, die ebenfalls sich umbringen wollen. Doch durch das Aufeinandertreffen kommt es zu keinem Suizid, und die vier verbringen eine sehr skurrile Nacht miteinander, bei der sie jeweils ihre Lebensgeschichten erzählen. Bei Sonnenaufgang schließen sie einen Pakt: Niemand bringt sich bis zum Valentinstag um, und wenn sie bis dahin immer noch glauben, dass das Leben keinen Sinn hat, wird niemand jemanden daran hindern, vom Dach zu springen. Bis dahin wollen die vier gegenseitig auf sich aufpassen und verbringen eine wunderbare Zeit miteinander und lernen sich immer besser kennen. Sechs Wochen später am Valentinstag ist J. J. verschwunden...

    In der Bestsellerverfilmung von Nick Hornby fängt Regisseur Pascal Chaumeil die Einsamkeit, Verzweiflung und den Kummer der suizidgefährdeten Personen sehr gut ein und entwickelt somit Charaktere, mit denen man sich leicht identifizieren kann. Die Thematik der wichtigen Notgemeinschaft der Vier, um weiterzuleben, kommt sehr gut rüber. Der Humor und die gleichzeitige Tragik wechseln sich in einem angenehmen Wechselspiel der Emotionen ab und bieten schließlich Antworten auf die kleinen und großen Fragen des Lebens. Des Weiteren spielen die Schauspieler einfach grandios ihre Rollen, was wohl auch „A Long Way Down“ zu einem Großteil ausmacht. Im Großen und Ganzen eine sehr nette britische Komödie, welche richtig Spaß macht.

     

    Gesehen von Robert Stemper

     

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    Jedes Produkt hat seine Messe

    Jeder Industriezweig veranstaltet Messen, auf denen seine Innovationen vorgestellt, die Marken gepflegt, die  Newcomer vorgestellt werden. Ob es Traktoren, Bücher, Bädereinrichtungen oder Zuchttiere sind, ohne Ausstellung fehlt der Vergleich mit der Konkurrenz. In der Filmbranche sind es die Filmfestivals, die je nach Ausrichtung, eher dem kommerziellen oder dem unabhängigen Film, oder auch beiden zugetan sind. Jedes Land der Welt hat seine eigenen Festivals, doch nur wenige Länder besitzen so genannte A-Festivals.

     

     

    Der Festival-Basar

    Für viele Filme sind Filmfestivals die Startpositionen, von denen aus die Kinoauswertung erst möglich ist, für andere sind sie lediglich willkommene Werbeplattformen für den kurz darauf feststehenden Kinostart und für wieder Andere sind es vielleicht die einzigen öffentlichen Vorführungen in Kinosälen, die einzige Chance für ihre Macher, direkt mit dem Publikum in Kontakt zu treten.

     

    Die großen Festivals konkurrieren hinter den Kulissen oft miteinander, umwerben Produktionsfirmen, Verleiher, Regisseure sie mögen das aktuelle Werk doch bei ihnen uraufführen. Marketingaspekte, Zeitpunkt der Fertigstellung, aber auch die Treue zu Festival-Veranstaltern, die vielleicht schon die Erstlinge der Regisseure aufgeführt haben stehen meist im Mittelpunkt der endgültigen Entscheidungen. Oft werden Zusagen gemacht zu Filmen, die sich noch in der Postproduktion befinden, manche werden wider erwarten nicht fertig, dann werden Titel wieder zurückgezogen. Immer wieder drückt auch die Filmindustrie Titel in so manches Festival hinein, dann kann auch schon mal ein drittklassiger Musketier-Streifen das A-Festival eröffnen.

     

    Hofer Filmtage

     

    Kleine Festivals sind auch spannend

    Die großen Glamour-Festivals sind für die Profis wichtig und unverzichtbar, doch daneben gibt es viele kleinere Festivals, mit einem gänzlich anderen Focus, die oftmals viel interessanter, innovativer und was die Gespräche und Kontakte angeht, ergiebiger sind. Denn selbstverständlich sind die Festivals nicht nur Leistungsshows des aktuellen Filmschaffens, sondern immer auch Treffpunkte, Kollegen und potentielle Geschäftspartner zu treffen, sich auszutauschen und neue Vorhaben zu schmieden. Und für Newcomer ohne eigenen Film, die ihren Weg noch finden müssen, eröffnen Filmfestivals erste Kontakte zur Filmbranche.

     

    Festival Valencia

     

    Informationen, Tipps, Berichte, Kommentare...

     

    Für alle, die einen Film fertiggestellt haben und diesen öffentlich aufführen wollen, ganz gleich ob Erstlinge oder erfahrene Filmemacher bieten wir an dieser Stelle nationale und internationale Adressen, Links und Informationen zu Anmeldefristen. Tipps für Anmeldung, Konfektionierung und Versand erleichtern darüber hinaus den Einstieg in ihren persönlichen Festival-Kreislauf.

     

    Das Movie-College ist darüber hinaus auf  vielen Festivals präsent. Wir legen unser Augenmerk auf einige wichtige, regelmäßige Events im Verlauf eines Jahres. Berichte von den Festivals, Filmbesprechungen, Rahmenveranstaltungen und die Preisträger von Wettbewerben stehen im Vordergrund.

     

     

    Die nächsten Festivaltermine

    Wer selbst Festivals besuchen oder eigene Filme einreichen möchte, dem sei der folgende Terminkalender wichtiger Filmfestivals empfohlen. Unter den Links gibt es weitere Informationen zu den Festivals.

     

     

    Hier finden Sie weitere Informationen zu Festivals:

    Einreichfristen zu Wettbewerben und Filmfestivals

     

     

     

  • TitelbildFigliaMiaFiglia Mia ist das neue Melodram vom Laura Bispuri, in dem ein junges Mädchen damit konfrontiert wird, das die Frau, die sie aufzog, nicht ihre leibliche Mutter ist.

  • Anke Engelke ist nicht nur Schauspielerin und Komikerin, sie singt auch und hat eine eigene Produktionsfirma. Was ihr an ihren vielen Berufen so Spaß macht verrät sie im Interview mit dem Movie-College.

  • So wie es aussieht, soll der Festivalchef von Locarno die Nachfolge von Dieter Kosslick bei der Berlinale antreten

  • Berlinale 2015: Filmkritiken

     

    "Every Thing will be Fine" von Wim Wenders

     

    Es war die Berlinale des Wim Wenders. Neben der Verleihung des Ehren-Bären für sein Lebenswerk stellte Wenders seinen neuen Film mit James Franco und Charlotte Gainsbourg in den Hauptrollen vor. Der Film handelt von Tomas (James Franco), der sich als Autor von Romanen in einer Schreibblockade befindet und nicht recht weiß, wie er sich davon befreien soll. Er wird unverschuldet in einen Autounfall verwickelt und hat daran schwer zu schaffen. Die Beziehung zu seiner Freundin (Rachel McAdams) ist bereits lange eingeschlafen und eine Belastung für beide. Der Unfall kommt auch in dieser Hinsicht wie eine Zäsur und wirbelt Tomas Leben heftig durcheinander. Wenders drehte den Film in 3D. Nach seinem Film "Pina" ist es sein zweites 3D-Projekt und geschmackvoll in Szene gesetzt. Das visuelle Können von Wim Wenders kommt auch in diesem Film wieder voll zur Geltung und verpackt die Handlung in beeindruckende Bilder. "Everything will be fine" lief in der Berlinale außer Konkurrenz und begeisterte das ausverkaufte Haus. Es ist ein Film über die Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart. Neben der Musik sind es vor allem die Figuren, die diesen Film vorantreiben und besonders sehenswert machen. Charlotte Gainsbourg lieferte eine beachtliche Schauspielerleistung ab und gibt dem Film dadurch Tiefe. Alles in allem wird der Titel zur Parole "Everything will be fine". 

    Regie: Wim Wenders 

    Germany, Canada, France, Sweden, Norway 

    118 Minuten 

    James Franco, Charlotte Gainsbourg, Rachel McAdams Marie-Josée Croze, Robert Naylor

     

    "Knight of Cups" von Terrence Malick

     

     

    ©Waypoint Entertainment

    Nach der Tarot-Karte wurde auch der neue Film von Terrence Malick benannt. Christian Bale spielt den Hauptcharakter, der, wie es die Tarot-Karte vorgibt, schnell gelangweilt ist und permanent Reize aus seiner Umwelt braucht, um sich lebendig zu fühlen. Die Handlung des Films ist im Hollywood der Gegenwart angesiedelt und eher essayistisch zu verstehen. Eine klare Handlungslinie, wie man sie aus konventionelleren Filmen kennt, gibt es nicht. So passt sich die Handlung der Gefühlswelt des Hauptcharakters an, der in den Tag hineinlebt und sich durch das Leben treiben lässt. Reichtum, Partys und eine schier endlose Reihe an hübschen Frauen bilden seine Umgebung. Die visuelle Umsetzung ist mit Sicherheit der größte Verdienst des Films. Hier ist die vorbildliche Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki zu erwähnen, der diesen Film mit poetischen Bildern ausstattete und so der Vision Malicks ein Gesicht gibt. In den Bildern liegt Philosophie und die endlose Suche nach Antworten, die außerhalb des Wahrnehmbaren liegen. Neben Bales herausragender Leistung sind es vor allem die vielen Gastauftritte vieler bekannter Schauspieler, die den Film am Leben halten. So haben unter anderem Cate Blanchett und Natalie Portmann kurze Auftritte. Malick führt mit diesem Film zu Ende, was er in Filmen wie "The thin red line" begonnen hatte. Ein hauptsächlich durch Visualität und Emotion gestützter Regieansatz, der durch einen träumerischen Hauptcharakter vervollständigt wird. Der Zuschauer fühlt sich sofort in das reiche Hollywood der Stars versetzt und verweilt dort gerne. 

    Regie: Terrence Malick 

    118 Minuten 

    United States of America 

    Christian Bale, Natalie Portmann, Cate Blanchett

     

     

    "Freie Zeiten" von Janina Herhoffer

     

     

    Klangreise als Freizeitaktivität

    Die Sektion "Forum" zeigte den ersten Langfilm der Dokumentarfilmerin Janine Herhoffer. In "Freie Zeiten" beschäftigt sie sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten. Man sieht einer Mädchenband bei ihren Proben zu, Frauen, die in einem Diätkurs über kontrolliertes Abnehmen sprechen, sowie verschiedenste Methoden, sich selbst ein wenig zu verbessern, wie Yoga, Lachtherapie, Rollenspiele zu Konflikten am Arbeitsplatz. Fast skurril erscheinen einem manche Aktionen. Kreativ ist der Mensch in seinen Selbstfindungsversuchen. Teilweise fragt man sich, ob es so etwas wie freie Zeit überhaupt gibt, beziehungsweise wenn ja, ob ein Mensch diese dann ertragen könnte. Die Kamera gibt sich hierbei als unauffälliger Beobachter und zeigt in langen, starren Einstellungen durch eine oft auffällige Kadrierung, wie ein einzelner seine Umwelt reflektiert. Was es in ihm auslöst, wenn er auf sie eingeht. Dies geschieht kommentarlos. Erstaunlich ist, wie leichtgängig "Freie Zeiten" dabei durchwegs bleibt. Ein Film, der so menschlich ist, dass schon eine kleine Regung der Augenbraue im halb-scharfen Hintergrund den Kinosaal mit Gelächter füllt.

    Regie: Janina Herhoffer

    71 Minuten

    Deutschland 

    Dokumentarfilm

     

     

    "Mr. Holmes" von Bill Condon

     

     

    ©Agatha A. Nitecka

    England 1947. Mr. Holmes, um genau zu sein, Meisterdetektiv Sherlock Holmes, lebt, 93 Jahre alt, in seinem Haus am Land, abgesehen von seiner Haushälterin und ihrem Sohn alleine. Der Heldenfigur, wie man sie aus Watsons Büchern oder diversen Kinofilmen kennt, gleicht er nicht. Eine Schirmkappe habe er noch nie getragen und er bevorzuge Zigarren statt der Pfeife. Die Existenz dieser Artefakte seien ganz und gar der Kreativität Dr. Watsons und der Illustratoren zu verdanken, beteuert Mr. Holmes im Film. Vorwiegend beschäftigt er sich mit seiner Bienenzucht, doch will er auch ein Buch schreiben und endlich berichten, wie sein letzter Fall in Wirklichkeit ablief. Nur leider macht ihm sein Gedächtnis Schwierigkeiten. Roger, der Sohn der Haushälterin ist ihm dabei eine Hilfe und so kommt er der Wahrheit nach und nach näher und erkennt dabei mehr über sich, über das Alter, verpasste Chancen und dass man das Verhalten von Menschen nicht immer rein mit Logik erfassen kann. Ian McKellen wirkt perfekt für die Rolle, als hätte er wirklich in der Zeit ein Jahrhundert früher gelebt. Er stellt den mit seinem eigenen Gedächtnis kämpfenden Holmes rührend dar, sodass ein ehrliches, gefühlvolles Stück Film entsteht.

    Regie: Bill Condon

    103 Minuten

    Großbritannien

    Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker, Hiroyuki Sanada, Hattie Morahan

     

     

    "Dari Marusan" von Izumi Takahashi

     

     

    ©Gunjo-iro

    "Dari Marusan" handelt im Kern von drei Personen. Dari, einer taubstummen, jungen Frau, die als "Pet Detective" verloren gegangene Katzen, Hunde und andere Haustiere wiederfindet, ihr Freund, der mit aller Kraft versucht, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, um eine Hochzeit mit Dari finanzieren zu können, und Yoshikawa, ein von seiner Vergangenheit geplagter Mann. Daris und Yoshikawas Wege kreuzen sich und er gibt ihr den Auftrag, einen Papagei wiederzufinden, welchen er zwei Jahre zuvor freigelassen habe. Die beiden Charaktere unterscheiden sich sehr. Dari ist ruhig und hört auf ihre inneren Sinne, während Yoshikawa durch Verluste in seiner Vergangenheit schroff und unzugänglich geworden ist. Dari erkennt, dass es nicht nur ein Papagei war, der verloren ging. Ihre Begegnung reißt bei beiden alte Wunden auf. Takahashis Film ist bevölkert von angeschlagenen Menschen, die in ihrer Welt nicht ganz zurechtkommen. Alle drei Hauptpersonen versuchen irgendwie weiterzukommen, gleichzeitig zu verarbeiten und zu verdrängen. Doch nur durch Kommunikation zwischeneinander gelingt es ihnen ein wenig, die Schalen aufzubrechen und ihre Probleme klarer zu sehen. Jeder braucht einen Gegenpart, sonst tritt er auf der Stelle. Teilweise trostlos, aber wunderschön. Izumi Takahashi, ein Name, den man sich merken sollte.

    Regie: Izumi Takahashi

    103 Minuten

    Japan

    Hiromasa Hirouse, Miho Ohshita, Takashi Matsumoto, Midori Shin-e, Yasuhiro Isobe, u.a.

     

     

    "H." von Rania Attieh und Daniel García

     

     

    ©Helen Horseman LLC

    In der Kategorie "Forum" wurde auf dem Festival dieser anspruchsvolle und bildreiche Film präsentiert. "H." handelt von zwei Frauen, die, ohne sich jemals zu treffen, mehr als nur den Vornamen gemeinsam haben. Die Rentnerin Helen lebt mit ihrem Mann in einem großen Haus und versucht mit einem "Reborn" Baby und ihrer Gruppe von Frauen, die die lebensechten Puppen wie eigene Kinder behandeln, aus ihrer Einsamkeit zu entfliehen. In derselben Stadt namens Troy im Bundesstaat New York lebt parallel die junge Helen, die mit ihrem Freund ein Künstlerduo bildet und hochschwanger ist. Als eines Abends ein geheimnisvolles Ereignis stattfindet, welches sich später als ein Meteoriteneinschlag in Troy entpuppt, gehen plötzlich unerklärliche Phänomene vor sich: Massenmedien sind außer Betrieb, Menschen benehmen sich seltsam, ein schwarzes Pferd taucht auf. Beide Frauen werden stark, jedoch auf unterschiedlicher Weise, von den Ereignissen betroffen und werden mit ihren tiefsten Ängsten konfrontiert. 

    "H." ist ein Film, der keinem bestimmten Genre zugeordnet werden kann, wie die Regisseuren selbst auf der Berlinale aussagten. Er hat Horror-, Katastrophenfilm-, Drama- und viele Mythologieelemente in sich, die jedoch nicht beliebig und unabhängig voneinander auftreten, sondern dem Ablauf der Geschichte dienen und die fast malerischen Bilder unterstützen. Und genau wegen der Unbestimmtheit des Genres gewinnt der Film an Spannung. Dadurch, dass der Zuschauer bis zum Ende nicht genau weiß, womit er es zu tun hat, wirkt die Geschichte erschreckend echt, trotz Fantasy-Elemente, und man verlässt das Kino nachdenklich und gleichzeitig mit einem unheimlichen Gefühl.

     

    Regie: Rania Attieh und Daniel García

    97 Minuten

    Argentinien/USA

    Robin Bartlett, Rebecca Dayan, Will Janowitz, Julian Gamble, Roger Robinson.

     

  • In dem Film von Cédric Kahn zieht ein junger Mann in eine abgelegene religiöse Gemeinschaft, um sich von seiner Drogensucht zu befreien.

  • Die Red Carpets sind Pflicht bei Premieren, Festivals etc. Sie dienen der Beweissicherung, dass die Promis auch wirklich dort waren...

  • Unser Berlinale Tagebuch von 2012 mit allen Ups and Downs des größten deutschen Filmfestivals

  • Potsdamerstraße

    Regenwetter soll ja gut für Kinobesuche sein...

    Ehe man sich versieht, ist der Februar schon da und die Berlinale markiert das erste wichtige A-Festival des Jahres. Einmal mehr landet man auf einem der Flughäfen, die es längst nicht mehr geben sollte, liest überall, dass diese Stadt die Olympiade will - warum eigentlich? Und in welchen unvollendbaren Stadion-Bauten soll die dann stattfinden?

    Dabei hat die Stadt mit der Berlinale doch zumindest im Kulturbereich ein Leuchtturm-Event, um das die Stadt beneidet wird. Nachdem Dieter Kosslick das Festival noch weitere Jahre leiten wird, wird sich an der generellen Ausrichtung wohl auch nicht viel ändern. In diesem Jahr hat man erstmals auch die Fernsehserie als neue Reihe hinzugenommen, eine Erweiterung, die das Münchner Filmfest bereits seit ein paar Jahren mit Erfolg zelebriert.

    Ob die Berlinale als A-Festival mit unzähligen Reihen und Nebenreihen nun noch eine weitere benötigt hätte sei dahingestellt.

    Mehr zur Berlinale finden Sie auch hier...

     

    Schneefrei

    Die Sorge war unberechtigt, dass wieder ungeräumte vereiste und verschneite Gehwege und Straßen den Potsdamer Platz zu einer Eisbahn machen werden. Vor ein paar Jahren sind nicht wenige Festivalbesucher mit Brüchen und Stauchungen vom Event zurückgekehrt. Nein, kein besseres Schneemanagement, sondern schlichtweg Glück, es liegt kein Schnee in Berlin.

     

    Absage wegen Dreharbeiten

    Jurymitglied Lea Seydoux hat ihre Teilnahme abgesagt. Die Dreharbeiten für den neuen Bond-Film haben das aktuelle "Bond-Girl" ans Set geordert. Sie blieb auch der Premiere des französischen Wettbewerbsbeitrags "Journal d'une femme de chambre (Diary of a Chambermaid)", in dem sie die Hauptrolle spielte, fern.

     

    Neue Mitarbeiter

    Same Banner like every year? Yes James...

    Same Banner like every year? Yes, James...

    Die Berlinale ist, wie so viele Unternehmen, Opfer des Mindestlohns. Im Gegensatz zu früheren Ausgaben, wo man Jahr für Jahr die gleichen "Volunteers" verpflichten konnte, war man dieses Jahr gezwungen, ausschließlich "Pflichtpraktikanten" einzustellen, um den gesetzlichen Mindestlohn nicht zahlen zu müssen. Dabei ist sicherlich viel angehäuftes Knowhow verloren gegangen, sind viele tolle Teammitglieder mit jahrelanger Erfahrung einfach ausgeschlossen worden.

     

    Sehnsucht nach Neuem

    Dass ein Publikumsfestival den Zuschauern das liefert, was sie sich ersehnen - Stars auf dem roten Teppich, ein paar Tage lang das Gefühl, Berlin sei in Kalifornien, wenn auch unter deutlich kühleren Temperaturen - , ist selbstverständlich und Dieter Kosslick bedient diese Sehnsucht nach Kräften. Das Fachpublikum ersehnt sich eher Ungewöhnliches, Entdeckungen, mutige Werke, die den Glauben an den Zauber und die Kraft des Kinos aufrecht erhalten. Dass das ein Spagat ist, der mal mehr mal weniger gelingt, ist evident. Wir sind sehr gespannt.

     

    Für Partygänger

    SDer HFF Empfang

    Der HFF-Empfang

    Ein jedes Jahr lohnendes Event ist die „Revolver-Party“, in den Vorjahren war die Atmosphäre anscheinend recht nett.

    9. Februar 22:00, Ort: Ritter Butzke, Ritterstraße 24-26, U-Bahn 8, Moritzplatz.

    Mehr Infos hier: http://revolver-film.blogspot.de/2015/01/revolver-berlinale-party-2015.html

     

    Montags manchmal...

    Der HFF-Empfang in der Home Base war wieder ein gelungenes Event um Ehemalige, derzeitige Studenten und Professoren zu treffen. 

    Bei Kaffee und Kuchen begegnen sich jene, die auf die baldige Karriere hoffen und jene, die schon ihre Erfahrungen in einer nicht nur kreativen Branche gemacht haben. Es ist sicher nicht einfacher geworden in einer Fernsehlandschaft, wo selbst etablierten Produzenten von TV-Redaktionen bereits zugesagte Projekte wieder weggenommen werden. In einer Kinolandschaft, wo nur noch Mainstream, der werbegewaltig angekündigt wird, Einnahmen an der Kinokasse erzielt.

    Der arte Empfang

    Der Arte-Empfang

    Der Arte-Empfang in der Akademie der Künste war einmal mehr bestens besucht. Es sind nicht wenige, die große Hoffnungen an ihre Anwesenheit beim Empfang knüpfen. Schaffen sie es die gewünschten Redakteure kurz zu sprechen? Wird es möglich sein, sich als Schauspieler bei den richtigen Regisseuren in Erinnerung zu rufen?

     

    Verkehrigkeiten

    Dass mehrere S-Bahn-Linien ausgerechnet am Potsdamer Platz nicht fahren und wegen Tunnelarbeiten auch bis Mai geschlossen bleiben, gehört zu den allgegenwärtigen Verwerfungen dieser Metropole. Freundliche Busfahrer (ja, die scheint es auch zu geben) kompensieren die entstandenen Unannehmlichkeiten.

    Doch kaum hat man den Glauben an das Gute innerlich gestärkt, belehrt einen die Wirklichkeit eines Besseren. Liebe BVG, wenn man am Brandenburger Tor an einem Werktag um 19:30 bei laut Aushangplan in Zehnminutentakt fahrenden Buslinien, ohne jede Ansage, Anzeige etc. vierzig Minuten an der windigen Haltestelle steht, ohne dass ein einziger Bus vorbeikommt, dann weiß man einfach, dass eure 7-Tage-Karten, die fast so viel kosten wie in anderen Städten der ganze Monat, wirklich jeden einzelnen Cent wert sind. Wirklich.

     

    Jute statt Kreativität

    Jutesäcke am Gästecounter

    Jutesäcke am Gästecounter
     
    Früher, also vor ein paar Jahren noch, galten die Berlinale-Taschen bei nicht wenigen als Sammlerobjekt, selbst Jahre später sah man, räumlich und zeitlich weitab des Festivals, filmbegeisterte Menschen mit den Berlinale-Taschen im Alltag umherlaufen. Die Taschen waren nicht nur praktisch, sie waren sogar so kreativ, dass man sie getrost als Hingucker bezeichnen konnte.

    Das hat sich bereits 2013 drastisch geändert. Ein schlichtes Stoffsäckchen ersetzte die Taschen, doch es war immerhin noch ein feines Gewebe. 2015 ist man gröber gestrickt unterwegs, ein Jutesack der jedem Kaffebohnenexport zur Ehre gereichen würde, soll die Erinnerung an die diesjährige Festivität wach halten. Wir werden das im Auge behalten, ob sich irgendwer außerhalb dieses Festivals mit dem Sack auf die Straße trauen wird...

     

    Kartendesaster

    Für akkreditierte Besucher wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, den angeblichen Vorteil der kostenfreien Karten bei Vorlage der teuren Akkreditierung tatsächlich zu Kinotickets werden zu lassen. Die Bögen, auf denen alle täglich gezeigten Filme verzeichnet sind, kann man zum Ankreuzen und Auswählen nutzen, bevor man sich an einen der zahlreichen Counter begibt. So die Idee. In der Realität sind allerdings bereits morgens um 10 Uhr bereits fast alle Tickets für akkreditierte Fachbesucher weg. 

    Auch in diesem Jahr wieder bestens besucht,- der internationale Filmmarkt

    Auch in diesem Jahr wieder bestens besucht: der internationale Filmmarkt

    Eine freundliche Dame am Counter tat das Unfassbare, sie scannte tatsächlich sämtliche Barcodes aller Filme einen nach dem anderen ein, um festzustellen, dass tatsächlich nur ganze zwei Filme von geschätzten fünfzig überhaupt verfügbar waren. Diese Frusterfahrung teilen natürlich unzählige andere Akkreditierte, die nach fünf bis sechs gezielten Versuchen, Karten für Wunschfilme zu erhalten, resignierend wieder gehen.

    Nein, eine digitale Anzeige könne man nicht einrichten, an der jeder sofort visualisiert bekäme, welcher Mangel da eigentlich verwaltet wird, weil es nun mal unterschiedliche Kontingente gäbe, also Gäste bekommen bessere Auswahl an Karten, die Industrie eher schlechte und auch die Presse ist eher bevorzugt. Ja, und verschiedene Displays nebeneinander anzuordnen, auf denen die Mitglieder der unterschiedlichen Berlinale-Kasten die verbleibenden Filme ihres Kontingents visualisiert bekämen, würde natürlich sichtbar werden lassen, wie ungerecht es in der Welt so zugeht. Also werden weiterhin Heerscharen von Menschen an den Countern beschäftigt, die per Trial and Error herausfinden müssen, dass es keine Tickets mehr gibt.

     

    Nicht Wenige verzichten inzwischen auf die Akkreditierung und halten ihre Besprechungen statt im Gropius-Bau in den umliegenden Cafés ab

    Nicht Wenige verzichten inzwischen auf die Akkreditierung und halten ihre Besprechungen statt im Gropius-Bau in den umliegenden Cafés ab.

    Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Profis aus der Filmbranche, die sich das Geld für die Akkreditierung, mit der man ohnehin nicht die gewünschten Tickets bekommen kann, sparen und ihre ganzen Besprechungen in den Cafes rund um den Berlinale-Palast statt im Filmmarkt abhalten.

     

    Der Markt

    Es gibt Leute, die kommen zur Berlinale und verbringen jeden Tag im Martin-Gropius-Bau, wo der internationale Filmmarkt beheimatet ist. Hier werden Filme angeboten, gekauft, vertrieben, sind Standesorganisationen, Förderungen und Ländervertretungen anzutreffen. 

    Obwohl es erst Dienstag ist, sind bereits einige Stände verwaist, hier hat man sein Geschäft bereits an den ersten Berlinale-Tagen gemacht. Im Markt selbst sind kaum noch die großen Stände der Amerikaner anzutreffen, die sind anscheinend alle auf die Hotels ausgewichen, wo sie in großen Suiten ihre Filme verkaufen.

     

    Das Frühstück der Filmanwälte

    Warteschlange

    Wo morgens nach stundenlangem Schlangestehen noch manches Ticket für den nächsten Tag zu bekommen war, herrscht ab mittags nur noch Mangelverwaltung... Es gibt zu wenig Tickets.

    Der traditionelle Empfang der Filmanwälte bei Schwarz & Co bot einmal mehr Gelegenheit zum Gedankenaustausch über eher produktionsrelevante Themen. Rechtsanwalt Matthias Schwarz erwähnte in seiner kurzen Begrüßung, welche Gesetzesänderungen in diesem Jahr anstehen, die, wie im Fall der europäischen Gesetzgebung durchaus bedrohliche Ausmaße für Rechteverwerter annehmen können.

    Spannend sind gewiss auch die kleinen und größeren Geschichten aus der wunderbaren Welt des Kinos, etwa, wenn man erfährt, mit welchen unfassbar dreisten Methoden anscheinend ein großer Verleiher seine Verleihvorkosten in solche Höhen manipuliert, dass trotz millionenfacher Besucherzahl kein einziger Cent bei der Produktionsfirma landete.

    Überall hört man mehr oder weniger aberwitzige Geschichten über die Spezies der Fernsehredakteure, leider gibt es mehr schwarze und graue als weiße Schafe, weshalb nicht wenige in der Branche hoffen, dass deren Macht mit dem absehbaren Abdriften des linearen Fernsehens in die Bedeutungslosigkeit ebenfalls schwinden wird. Neue Finanzierungs- und Distributionswege speziell für Independent-Filme entwickeln sich langsam, die hoffentlich neue, wagenmutige und fantasievolle Projekte ermöglichen werden.

     

  • Movie-College unterwegs...

    Gespräche, Eindrücke und Interviews unserer Filmteams, gedreht auf Filmfestivals, Kongressen und sonstigen Veranstaltungen, die sich rund um Film und Medien drehen.

     

     

     

    VR Pop up Kino anlässlich des DOK.fests 2017

    Eindrücke von der Präsentation von sieben dokumentarischen VR Erfahrungen im Mai 2017 in München

     

     

    Filmfest-Gala "Berlin Falling"

    Impressionen und kurze Statements von der Aufführung von Ken Dukens erster Langfilm-Regiearbeit

     

     

    Eröffnungs-Empfang im Hotel Bayerischer Hof

    Eindrücke vom Eröffnungsempfang

     

     

    Filmfest München 2017- Die Eröffnung

    Das Who is Who der Film,- und Medienszene kam zusammen bei der feierlichen Eröffnung des Münchner Filmfests im Mathäser Kino

     

     

    Medientage 2016 in VR

    Wir nehmen Euch mit auf einen kurzen Ausflug zu den Medientagen in VR. Ganz gleich, ob mit oder ohne VR Brille, schaut Euch um auf einem der wichtigsten Medien-Events des Jahres

     

     

    Filmfest München

    Das Münchner Filmfest ist vor allem ein Publikumsfestival und die Münchner beweisen ihre Liebe zum Kino durch eifrige Kinobesuche. Über 200 Filme sind am Start und das Movie-College berichtet vom Festival. Hier ein kurzer Eindruck von der Eröffnung des Festivals im Mathäser Filmpalast.

     

     

    Viele weitere Videointerviewsund auch VR-Filme vom Filmfest sind im Movie-College im Aktuellen Bereich zu finden.

     

     

    Berlinale

    Die Berlinale ist das größte deutsche Filmfestival und entsprechend dicht gedrängt das Programm. Für Schlaf bleibt da wenig Zeit. Anna Cvetkov und Theresa Koehnsen waren für das Movie-College dabei und haben ihre Eindrücke in einem kurzen Video eingefangen.

     

     

     

    Medientage

    Virtual Reality, neue Produktionstechnik und personalisiertes Fernsehen. Auf den Medientagen 2015 werfen Anna Cvetkov und Ida Marie Sassenberg einen Blick in die Zukunft

     

     

     

Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

26-10--2019 12:00 pm - 27-10--2019 16:00 pm

09-11--2019 12:00 pm - 10-11--2019 16:00 pm

30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm