Ton

  • Hören...

    Lautsprecher

    Lautsprecherbox

    Mit den neuen digitalen Workstations und der Verbesserung der Abhörlautsprecher haben so genannte Nahfeld-Monitore ihren Einzug in die Tonstudios gehalten.

    Jahrelang ging alles gut, bis eines Tages...

     

     

    ... und Abhören

    Unter dem Begriff Abhören verbirgt sich die akustische Kontrolle während der Filmmischung, wie sich denn die Kombination der verschiedenen akustischen Elemente, O-Ton, Nur-Ton, Geräusche, Atmos und Musik anhört.

     

    Früher gab es in den Mischstudios grundsätzlich große Studioboxen, so genannte Din-Abhören. Diese gaben die Tonergebnisse möglichst linear also unverfälscht wieder und bildeten alles, was sich im Ton befand (bzw. alle enthaltenen Frequenzen) gleichmäßig ab. Also jede Frequenz im Tonsignal wurde gleich laut wiedergegeben. Das klang nicht immer wirklich toll, aber zumindest hat man alle wichtigen Toninformationen auch gehört.

     

     

    In den letzten Jahren hat es sich in den kleineren Studios eingebürgert, mit relativ kleinen Lautsprechern, so genannten Nahfeld-Monitoren die Filmmischungen fürs Fernsehen zu machen. Diese haben den Vorteil, wenig Platz im Studio zu verbrauchen und außerdem lassen sie besser erahnen, wie das Ergebnis später auf dem heimischen Fernseher klingen wird. Ansonsten hört man auf den großen, hochwertigen Boxen den wunderbarsten Tonmix und staunt später am Fernseher, wie schäbig es ausgefallen ist.

     

    So weit, so gut

    Die Welt verändert sich. Mehr und mehr Menschen lassen sich dazu verleiten, Surround-Systeme fürs Wohnzimmer zu kaufen. Und plötzlich kommt es immer häufiger vor, dass man bei gewöhnlichen TV-Filmen ungewünschte Störungen hat, besonders im Bassbereich rumpelt und blubbert es nur so.

     

    Was ist geschehen? Nun, solange alle nur auf dem heimischen Fernsehlautsprecher den Filmton hörten, entsprach es mehr oder weniger dem, was man auch auf den Nahfeldboxen hörte. Ein Fernseher bildet Frequenzen unter 80 Hz kaum mehr ab und die meisten Nahfeldboxen gehen bis etwa 70 Hz, von wenigen teuren Ausnahmen mal abgesehen. Die TV-Sender senden effektiv jedoch Tonfrequenzen zwischen 30Hz und 15kHz. Folglich steckt im Signal mehr, als das, was aus dem eingebauten Fernsehlautsprecher kommt.

    Fernsehboxen

    Und nun kommen plötzlich diese Subwoofer, diese für die Tiefen spezialisierten Lautsprecher in die Wohnzimmer und bilden tiefe Töne lautstark ab, von denen Regisseur und Tonmeister in der Mischung vor ihren Nahfeld-Lautsprechern gar keine Ahnung hatten.

     

    Zu brummige Lkw die vorbeifahren, Windgeräusche, Körperschall von der Tonangel u. v. a... Da hilft nur noch ein entsprechender Filmvorspann:

     

    „Warning: This film contains explicit deep frequencies! Please switch off your subwoofers!“

     

    Achten Sie also bei der Mischung besser darauf, dass Sie mit richtigen Boxen abhören, die auch Töne bei 30 Hz noch darstellen kann. So wie es früher in jedem Mischatelier Pflicht und üblich war. Dann erleben Sie auch bei „aufgerüstetem“ Fernsehton und DVD oder BluRay keine unangenehmen Überraschungen. Oder aber Sie filtern per Hochpassfilter alle Frequenzen unterhalb eines bestimmten Grenzwertes, z.B. 100 Hz einfach weg, was schade wäre weil damit auch wertvolle Toninformationen verloren gehen würden.

     

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    Akustische Wellen

    Ton von unten geangelt

    Manchmal, wenn das Bild es nicht anders zulässt, muss man von unten angeln. Unschöne Reflektionen von der Raumdecke sind bei Innendrehs die Folge

    Wie das Licht wird auch der Ton von Wänden und Objekten reflektiert. Da sich der Schall aber nur relativ langsam ausbreitet, entstehen durch Reflexionen Verzögerungen, Hall und Echo (siehe auch Tonphysik), die nicht immer erwünscht sind.

     

    Direkter Ton und Reflexion

    Der Direktton entstammt der Tonquelle, die wir im Bild auch sehen, z. B. einer Autotür oder dem Mund des Schauspielers. Reflexionen entstehen, weil der Schall sich in alle Richtungen ausbreitet und feste Flächen Schalldruckwellen zurückwerfen. Wir alle machen tagtäglich diese Erfahrungen, wie unsere eigene Stimme sich im gekachelten Bad, im Treppenhaus, im Aufzug, in der Eingangshalle der Bank, bei der Besichtigung einer leeren Wohnung etc. verändert. Glatte Flächen, Stein, Glas, Metall reflektieren aktiv.

     

    Stoff, Polstermöbel oder etwa Kork schlucken den Schall und sind eher passiv. Wenn erst einmal viele Reflektionen (Hall, Echo) in der Aufnahme sind, lassen sich diese nachträglich praktisch nicht mehr entfernen. Genau deshalb ist es wichtig, die Stimmen der Schauspieler oder sonstige wichtige Tonsignale möglichst direkt aufzunehmen.

     

    Schallreflexionen

    Schallreflexionen

     

    Der Tonassistent (Angler/Boommann) versucht deshalb, so nahe wie möglich an den Mund des Schauspielers zu gelangen, ohne, dass das Mikro im Bild zu sehen ist (Angeln). So bekommt er den Ton möglichst direkt (roter Pfeil); die Reflektionen haben einen geringen Anteil am Signal.

     

    Wünscht man sich bewusst Hall, kann man das in der Mischung jederzeit nachträglich hinzufügen. Aufnahmen mit hohem Hallanteil (hallig) kann man technisch dagegen nicht trocken (ohne Hall) rechnen.

     

    In diesem Kontext sollte auch das immer wieder auftauchende Wort des Hallradius kurz erwähnt werden: Diese Angabe bezeichnet, in welchen Abstand zur Tonquelle (in einem spezifischen Raum) die Anteil der Direkttons genauso hoch (laut) ist, wie der Anteil des indirekten/reflektierten Tons. Keine Frage, dass man dort mit dem Mikrofon bereits viel zu weit weg ist, denn Sprache versteht man hier nur noch schlecht. Kann man trotzdem auch mit Tricks (Mike versteckt „im Bild“) nicht näher an die Tonquelle, so helfen Richtmikros (siehe auch: Richtcharakteristik).

     

    Frequenzanteile

    Wenn wir den Schauspieler dicht vor uns haben, so hören wir von seiner Stimme in der Regel tiefe Frequenzanteile relativ laut, denn sein Brustkorb, der Resonanzboden des Menschen quasi, befindet sich unmittelbar vor uns. Wenn der selbe Schauspieler sich weiter von uns entfernt befindet, so hören wir die unteren Frequenzen kaum mehr, die Stimme wirkt schwächer.

     

  • An Spielfilm-Filmsets geht kaum etwas ohne Dispo. Was gehört da zwingend hinein und welche Infos erleichtern den Drehalltag?

  •  Ursprünglich kam der Ton zum Tonfilm von einem Mono-Lautsprecher hinter der Leinwand. Erst später, mit Aufkommen des Breitwand-Films in den 50er Jahren, dachte man plötzlich auch über Stereo mit besserer Links-Rechts-Mitte-Ortung oder dann später über 5.1 oder 7.1 Surround nach.

  • Spiegelung Mikrofon 500Was den sphärischen Klängen der Gesangssternchen hilft, wird auch beim Film immer wieder gern gehört.

  • Lichtton und Magnetton

    Wenn der Filmton endlich gemischt ist, befindet er sich in der Regel auf einem anderen Träger als der Film selbst. Etwa auf Perfoband, DAT-Band, Festplatte, Flash-Speicher, Daten DVD, MOD etc. Um eine analoge Filmkopie mit Ton vorführen zu können, ist es also erforderlich, den Ton in irgendeiner Form auf die Kopie aufzubringen.

    35mm Ton

    35 mm Ton

    Für die analoge Wiedergabe des Tons mit einem Projektor gibt es ganz unterschiedliche Verfahren und Normen. Sie sind abhängig von dem Format und dem grundsätzlichen physikalischen Aufzeichnungsverfahren: Entweder wird der Ton als Lichtton (optical sound) mit auf den Filmträger kopiert, oder aber ein dünnes Tonband (Magnetton) wird auf den Rand der Kopie aufgeklebt und der Ton darauf aufgezeichnet (Magnetrandspur/magnetic).

     

    Letztes Magnetrandspur-Verfahren gibt es nur bei Super 8 mm und 16 mm, (früher auch bei 70mm) da beide Formate faktisch nicht mehr professionell genutzt werden, gibt es auch kaum mehr Anbieter. Doch Tausende Kopien sind auf diese Weise mit Ton versehen worden, deshalb schauen wir uns das Verfahren an dieser Stelle an.

     

    Bild-/Tonversatz

    Ganz gleich, welches Verfahren verwendet wird, der Ton auf einer Filmkopie befindet sich nie an der gleichen Stelle, wo sich das dazugehörige Bild befindet. Warum ist das so?

    Nun, im Bildfenster wird der Filmstreifen sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Projektion nicht kontinuierlich (wie etwa ein Tonband) transportiert, sondern ruckweise. Es wird jeweils ein neues Bild vor das Bild bzw. Projektionsfenster gezogen, belichtet (projiziert) und dann das nächste Bild vor das Bildfenster gezogen. Dies nennt man einen intermetierenden Transport.

     

    Am Magnettonkopf oder Lichttonlesekopf jedoch muss der Ton ganz gleichmäßig vorbeigeführt werden. Es muss also der am Bildfenster noch ruckelnde Transport in einen kontinuierlichen verwandelt werden. Hiefür ist eine gewisse Zeit/Distanz erforderlich. Bei 35 mmetwa sind dies genau 20 Filmbilder. Der Ton zu einem bestimmten Bild befindet sich also 20 Felder davor (Bild-/Tonversatz).

    Lichtton

    35 mm etwa sind dies genau 20 Filmbilder. Der Ton zu einem bestimmten Bild befindet sich also 20 Felder davor (Bild-/Tonversatz).

     

    Digitaler Lichtton

    Inzwischen sind 35 mm Filmkopien entweder nur oder auch parallel mit analogem und digitalem Lichtton versehen. Dolby hat hierfür ein Verfahren entwickelt, bei dem die analoge Lichttonspur erhalten bleibt und in den Zwischenräumen zwischen den Perforationslöchern der digitale Lichtton untergebracht ist. Andere konkurrierende digitale Verfahren benötigen die normale Lichttonspur um dort den digitalen Ton unterzubringen. Die aktuellen DCP Verfahren kennen nur noch den digitalen Ton und können deutlich mehr Spuren verwalten als es der Lichtton oder die Magnetrandspur je konnten

  •   Es gibt verschiedene Mikrofone, und für eine Aufnahme sollte man sich vorher Gedanken machen, welcher Mikrofontyp mit welcher Richtcharakteristik für die entsprechende Situation die beste Lösung ist! Dabei bringt jedes Mikro natürlich seine eigenen Vor- und Nachteile mit.

  •   Kinofilme werden tendenziell in größeren Studios gemischt, deren Grundriss, Reflektionsverhalten und Abhörlautsprecher denen eines Kinos gleichen; dagegen können Fernsehproduktionen auch in kleineren Studios mit Nahfeldmonitoren gemischt werden.

  • Wer weiß schon, welches Tonaufnahmegerät vor mehr als 50 Jahren das Konzept heutiger Location-Rekorder vorweggenommen hat?

  •   Stuehle 500Es gibt einen Zusammenhang zwischen psychologischer Wahrnehmung und akustisch-technischen Gegebenheiten, weswegen der Ton beim Film so wichtig ist!

  •  Neben den bekannten Nagras gab es in den Neunzigern auch noch eine Reihe kleinerer Tonbandgeräte mit hoher Aufnahmequalität: Die Stellavox.

  • Akustischer Raumeindruck

    Jeder kennt es aus dem Kino oder dem 5.1 Heimkino vorm Fernseher – ein weit über Stereo hinausgehendes akustisches Raumempfinden. Die ersten Mehrkanalverfahren wurden bereits vor 50 Jahren im Kino eingesetzt.

    Rundum-Beschallung

    Rundum-Beschallung

    Es ist schon merkwürdig, obwohl wir ja nur zwei Ohren haben, um einen vollständigen akustischen Raumeindruck zu hören, sind bei Wiedergabe ohne Kopfhörer mindestens 5 Lautsprecher erforderlich, diesen zu simulieren.

    ( 5.1 bedeutet, dass Vorne hinter der Leinwand oder in TV-Bildschirmnähe ein Lautsprecher in der Mitte und je einer links und rechts aufgestellt sind, sowie zwei jeweils links und rechts hinter dem Zuschauer. Die 1 steht für eine zusätzliche Toninformation im Bereich der Tiefen, welche durch so genannte Subwoofer ohne definierte Richtung abgestrahlt wird.)

     

    Raum und Dramaturgie

    Psychologisch und dramaturgisch erweitert der Surround-Ton richtig eingesetzt die gestalterischen Möglichkeiten erheblich. So können akustisch Ereignisse (Erdbeben, Wasserflut, Feuer), Personen (Schritte, Stimmen, Atem) oder Objekte (Autos, Flugzeuge etc.) angekündigt werden. (Sound Effects) Es können aber auch Handlungen aus einer Szene, oder Dialoge außerhalb des Bildraums weitergeführt werden. Damit wird die Fantasie und der Realismuseindruck der Zuschauer angeregt.

     

    Für den Zuschauer kann speziell durch ein Geschehen, dass er/sie nicht sieht, und vielleicht nur in seinem Rücken hört, sehr eindringlich Bedrohung hergestellt werden. So wie die Schritte, die wir hinter uns in einer einsamen Unterführung hören, unwillkürlich Instinkte wecken, reagieren wir auch im Kinosaal auf entsprechende Akustische Angstfaktoren.

     

    Alles Pseudo oder was?

    Auch wenn uns der Eindruck vermittelt wird, wir säßen akustisch mitten im Geschehen, in fast allen Fällen handelt es sich um nur eine erweiterte Stereo-Mischung mit zusätzlichen richtungsbezogenen Effekten von Hinten. Beim Film werden die Dialoge nach wie vor in Mono,-oder Stereoverfahren mit der Option einer Mitteauskoppelung aufgenommen und erst in der Mischung meist irgendwo vorne (also im Bildbereich/Leinwand des Filmes) platziert.

     

    Atmos  werden am Set in Stereo aufgezeichnet und in der Mischung ggf. auch auf die Rückkanäle verteilt. Zusätzliche Geräusche und Effekte sind ebenfalls eigentlich Monosignale werden per Joystick irgendwo im Raum positioniert. Man nennt das auch "panning". So ein Joystick verteilt die Lautstärke eines Signals auf mehrere Kanäle in der Weise, dass dort, wo das Signal herkommen soll, das Signal am lautesten ist und zu den benachbarten Kanälen weiter abnimmt.

     

    Doch zum menschlichen Raumempfinden gehört mehr als nur die Richtung und Lautstärke des Tonsignals. (Direktschall). Auch die so genannte frühe Reflexion sowie die späte Reflexion (Hallfahne) prägen das Raumempfinden, wobei die späte Reflexion für die Richtungsbestimmung nicht so wichtig ist.

    Um diese Illusion realistischer klingen zu lassen, wird zusätzlich eine frühe Reflexion des Signals im Hallgerät erzeugt und gepannt (Joystick) hinzugemischt. Diese Vorgehensweise erzeugt die Illusion von Surround, ist es aber lange noch nicht. Außerdem schwächt sich der Raumeffekt mit steigender Anzahl hinzugemischter Mono-Signale immer mehr ab. Für das künstlich erzeugte Surround gibt es inzwischen auch mehrere Systeme, (z. B. VSP von Studer) welche den Ton und seine Reflexionen gemeinsam und präzise im Raum berechnen, und vor allem die frühen Reflexionen abhängig von der Positionierung des direkten Monosignals im Raum, mit verändern.

     

    Echte Surround Aufnahmen

    Surround-Mikrofonierung

    Surround-Mikrofonierung

    Soweit die bisherige Praxis. Sie resultierte einerseits aus technischen Beschränkungen, andererseits auch aus praktischen Gründen der Arbeit am Set. Technisch gesehen stehen inzwischen digitale Mehrspurrekorder und hochwertige Surround-Mikrofonsysteme zur Verfügung mit denen man echte Surround-Aufnahmen am Set verwirklichen könnte. Praktisch gesehen stellen sich dabei aber ähnliche Probleme wie bei 360 Grad Rundum-Film: Wo versteckt man das Team und die Geräte? Analog hat man im Ton das Problem, dass die Zahl der möglichen Störgeräusche sich vervielfacht. Schritte von der Drehbühne (Dollyfahrer), Kameramann, Assi sowie Kamerageräusche etc. lassen sich so gut wie gar nicht aussparen.

     

    Deshalb bleibt für echte Surround-Aufnahmen am Set vorerst wohl nur der Nurton, also die Tonaufnahme ohne laufende Kamera und Team, bei der sich außer den Schauspielern niemand bewegt. Oder aber, falls zu viele Störgeräusche am Motiv vorhanden sind, kann es auch nötig sein, zu einem ruhigeren Zeitpunkt an der gleichen Location z. B. in der Nacht oder Sonntags die Tonaufnahmen nachzuholen. Da es sich um Surround-Aufnahmen handelt, muss die Mikrofonaufhängung alle Bewegungen der Kamera zeitgenau nachvollziehen. Es ist also empfehlenswert, ähnlich der Kameraauflösung auch einen dezidierten Plan für die Tonaufzeichnung zu führen. Denn bei einer so genauen akustischen Raumwiedergabe können ähnlich wie beim Bild auch im Ton Anschlussfehler entstehen, die ähnlich irreparabel sind.

     

    Bei den Mikrofonaufhängungen kommen 5 Mikrofone zum Einsatz, die sich in Grenzen in der Ausrichtung verstellen lassen und von der Charakteristik her je nach Mikrofontyp mechanisch oder elektronisch in der Charakteristik zwischen Niere und Acht umstellen lassen. Zusätzlich werden am Set die Dialoge nach wie vor in Mono geangelt. Die müssen für die Mischung weiterhin separat auf eigenen Spuren zur Verfügung stehen.

     

    Editing und Kompatibilität

    Später im Tonschnitt hat der Toneditor mit sechs Spuren zu tun, die man auch nicht so einfach hart schneiden kann. Damit nicht bei jedem Schnitt innerhalb einer Szene der akustische Raum in sich zusammenfällt, arbeitet man vorzugsweise mit sehr kurzen Überblendungen (Crossfades). Diese müssen präzise an allen 6 Spuren in gleicher Weise vollzogen werden.

    Das ist extrem aufwändig und ressourcenintensiv. Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass die darauf basierenden Tonmischungen keine Kompatibilität mit Stereo oder gar Monowiedergabe haben. Es ist also notwendig, eine separate Stereomischung herzustellen, bei der man ggf. Tonsignale der hinteren Kanäle den vorderen zumischt. Das ist nicht ganz unkritisch, denn es kann leicht zu Signalauslöschungen kommen.

    Es gibt also noch je Menge Forschungsbedarf, bis die Surround-Technik in der Handhabung einfacher und in den Resultaten überzeugender wird.

     

                                                                         [ Surround-Hintergründe ]

     

     

     

  • So neu ist die Idee nicht...

    Einfache Kino-Beschallung ohne Rückkanäle und Subwoofer

    Einfache Kino-Beschallung ohne Rückkanäle und Subwoofer

    So neu und absolut innovativ uns die Händler in den einschlägigen Großmärkten die Systeme auch verkaufen wollen, der Ton, der nicht nur aus einem Lautsprecher kommt, hat eine lange Geschichte hinter sich.

    Es begann bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts damit, dass in Amerika Tests mit Radiosendungen in Stereo und mit einem zusätzlichen Mittenkanal gemacht wurden. Die Idee, noch deutlich mehr Lautsprecher einzusetzen, geisterte aber schon damals durch die Köpfe der Ingenieure.

    Letztlich waren es die technischen Gegebenheiten, die Signale wurden über Telefonleitungen übertragen, die dazu führten, sich bei den Entwicklungen auf zwei oder drei Lautsprecher zu beschränken. Wir sprechen von Entwicklungen, nicht von den allgemeinen Anwendungen, der Kunde zuhause hörte selbstverständlich Mono und durfte bestenfalls auf Technikmessen die mehrkanalige Technik bestaunen.

     

    Aufgepimpter Animationsfilm

    Es sollen die Disney-Studios gewesen sein, welche die Surround-Idee Anfang der 40er Jahre erstmals umsetzten. Ihre aufwändige Zeichentrick-/Sinfonieorchester-Produktion "Fantasia" entstand eigentlich als Erweiterung eines kurzen Trickfilms mit der Trickfigur "Micky Maus" als Zauberlehrling. Der Dirigent Leopold Stokowski, der die Musik dazu einspielte, gab Disney den Rat, einen Langfilm mit diversen animierten Interpretationen klassischer Musik herzustellen. Damit war die Idee zu "Fanatsia" geboren.

    Relativ schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass man das Konzertsaal-Erlebnis auf den Kinosaal übertragen musste und ersann ein akustisches Konzept, die ursprünglichen Monoaufnahmen durch eine Neuaufnahme des Philadelphia Orchesters mit mehreren Tonkanälen zu ersetzen.

     

    Aus insgesamt neun Kanälen entstand ein Endmix auf vier Kanäle, für die dann die Kinosäle umgerüstet werden mussten. Deshalb brachten die Disney-Studios "Fantasia" in einer selbstorganisierten Roadshow heraus und übernahmen auch die technischen Zusatzinstallationen in den ausgewählten Kinos. Die normale Lichttonspur der Filmkopien reichte dafür nicht mehr aus, es wurden Magnetrandspuren auf die Kopien aufgebracht.

    Premiere war am 13. November 1940 in New York. Letztlich konnte der große Aufwand nicht verhindern, dass der Film zunächst seine Herstellungskosten nicht einspielte. Als die Disney-Studios die Vertriebsrechte verzweifelt an RKO Pictures übergaben, mischte RKO den Film noch einmal auf Stereo herunter, um ihn leichter verbreiten zu können. Die Multikanal-Technik war für die damalige Zeit einfach zu aufwändig.

     

    Multitrackmaschinen eröffnen Möglichkeiten

    Als Ende der 50er Jahre die ersten Multitrack-Tonbandmaschinen vermarktet wurden, entstanden auch mehr und mehr Filme in Mehrkanaltechnik, wobei man diese auf Filme mit Konzert- oder sonstigen Musikschwerpunkten beschränkte. Die Kinos, welche versuchten, den Zuschauerschwund (verursacht durch das Fernsehen) aufzufangen, rüsteten auf die Mehrkanaltechnik um.

     

    Doch erst in den 70er Jahren, man hatte den Konsumenten gerade erst mühsam die Stereophonie angewöhnt und entsprechende Programminhalte in Massen bereitgestellt, versuchte man mehr Kanäle auch in die Wohnzimmer zu bringen. Vier Lautsprecher sollten es sein, mit denen sich die Kunden umgeben sollten.

    Der Gedanke der Quadrophonie erweitert im Grunde genommen das Prinzip der Stereophonie: Wenn man in einem angenommenen gleichschenkligen Dreieck an der Spitze sitzt, und links und rechts an den anderen beiden Enden des Dreiecks befinden sich Lautsprecher, so kann man zwischen diesen beliebige weitere Positionen akustisch orten (Phantomschallquelle). Die Erfinder der Quadrophonie dachten sich, dass vier Lautsprecher, die im Quadrat rund um den Zuhörer angeordnet sind, das Stereo-Prinzip quasi viermal im Raum herstellen. Tatsächlich aber ist es mit der seitlichen und der hinteren Ortung des Menschen nicht so gut bestellt und so kann er Phantomschallquellen nur vorn orten.

     

    Wegen dieser technischer Schwächen, der Ablehnung des Kunden, sich mit gleich vier großen freistehenden Schallwandlern das Wohnzimmer zuzubauen und dem Manko, dass man weder im Radio, noch auf den damals üblichen Kompaktkassetten vier Kanäle gleichzeitig übertragen konnte, verschwand das Verfahren wieder in der Versenkung.

     

    Durchbruch im Kinoweltall

    Die typische Surround-Anordnung

    Die typische Surround-Anordnung. Der Subwoofer ist nicht eingezeichnet, er kann irgendwo vorn angeordnet werden, die Ortung der Richtung tiefer Frequenzen ist nicht möglich.

    Im Kino wurde der Surround-Ton 1977 hoffähig mit "Star Wars" (Regie: George Lucas). Dies war auf technischer Seite der verbesserten Rauschunterdrückung zu verdanken (Dolby) und natürlich den vielen Soundeffekten, die bewusst die Rückkanäle in das Klangerlebnis mit einbezogen. Tatsächlich war es eine Weiterentwicklung der Quadrophonie. Während diese aber noch auf den Musikgenuss setzte und mit dem hohen Anspruch einer Nachbildung von Konzertsaal oder Bühne scheiterte, ließen sich die im Film erforderlichen Geräusche und Atmos viel leichter akustisch platzieren.

     

    Technisch kam hier ein Vorläufer von Dolby SR zum Einsatz (Spectral Recording), welches in den 80er Jahren zum Standard wurde. Aus den zwei vorhandenen Lichtton-Spuren konnten die Dolby-Prozessoren zwei weitere Kanäle herausrechnen, den Mitten (Center)- und einen Rückkanal (Rear Surround Channel). Man arbeitete also weiterhin mit vier Kanälen, vor allem, um auch mit älteren Kinoanlagen kompatibel zu bleiben. In diesen spielte die Lichttonanlage einfach Mono- oder Stereoton ab.

    Anfang der 90er Jahre kam dann Dolby Digital auf den Markt, der digitale Lichtton, der, um weiterhin mit alten Anlagen kompatibel zu bleiben, nicht an Stelle der alten Lichttonspur, sondern zwischen den Perforationslöchern untergebracht wurde. Und um auch bei Filmriss etc. keine Tonfehler zu erleiden, wurde der digitale Ton gleich auch noch einmal auf der anderen Filmseite zwischen den Perforationslöchern, allerdings mit leichtem Zeitversatz untergebracht.

    Kurz darauf kam ein Konkurrenzverfahren auf den Markt, DTS, welches in noch besserer Qualität sechs Tonkanäle aufzeichnete. Allerdings ließen sich solche Datenmengen nicht mehr auf der Filmkopie unterbringen, es wurden spezielle CD-Laufwerke mit dem Film synchron abgespielt, ein Mehraufwand, der nicht immer die gewünschte Qualität brachte, weil die Kinos allzu unterschiedlich ausgestattet waren. Um hier einheitliche Abspielbedingungen festzulegen, entwickelte man den THX Standard, eine Normierung der Abhörtechnik in den Kinosälen.

     

    Aus den Kinos in die Wohnzimmer

    Lange Zeit blieb das Thema des Rundumhörens den teueren Kinoinstallationen vorbehalten, bis mit dem Erfolg der DVD Surround auch in die Wohnzimmer Einzug erhielt. Bei Weitem nicht für Jeden, denn in der überwältigenden Mehrzahl der Privatanwendungen ist Stereo nach wie vor führend.

    Für das Abhören von Surround hat sich das sogenannte 5.1-Verfahren etabliert, bei dem, wie in den Anfängen, vorn drei Lautsprecher (bzw. Boxen) für Links, Mitte und Rechts verwendet werden. Für hinten gibt es weitere zwei, die links und rechts abbilden, sowie einen Extrakanal für tiefe Frequenzen, den Subwoofer.

    Die Anordnung ist international genormt, der Zuhörer soll gerade vor dem Mittenlautsprecher sitzen. Zieht man eine gedachte 0-Linie zwischen Nase des Hörers und Mittenkanal, soll der linke Kanal 30 Grad links, der rechte 30 Grad rechts und die hinteren Kanäle jeweils links bzw. rechts in 110 Grad von der Linie angeordnet sein. Der Basskanal kann wegen der fehlenden räumlichen Ortung relativ frei untergebracht werden.

     

  • In der Studiotechnik wurde bereits recht früh eine Technik entwickelt, welche Audiokabel unempfindlich für Störsignale machte

  • Ton angeln am SetDie Aufgabe des Tonassistenten ist genauso wichtig wie die des Tonmeisters: das Tonangeln.

  •  Bei einem Film muss auch der Ton zum Bild passen. Die räumliche Perspektive sollte zu dem Bildeindruck passen. Worauf ist zu achten?

  •  Filmton ist unendlich wichtig. Wer starke Filme herstellen möchte, braucht auch einen starken, qualitätsvollen Ton. Wie man den herstellt, erfahren Sie im Ton-Bereich des Movie-College

  • Pegel 500Tonphysik...

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Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

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