Drehplanung

  • Drehteam 500Wie sieht eigentlich die Übersichtsseite bei Filmkalkulationen aus?

  • Das Kalkulationsprogramm

    So manche Produktionsfirma wurde von einem einzigen Film in einen bodenlosen Abgrund hineingestürzt, ohne dass etwa ein überhöhtes Drehverhältnis, ein unfähiger Regisseur oder eine längere Drehzeit die Ursache waren.

    Ursache war vielmehr eine fehlerhafte Kalkulation. Und das kann, da der Produzent für alle Überziehungen haftet, eine ganze Firma vernichten.

    Computer sind aus Filmproduktionen heute nicht mehr wegzudenken, sodass diverse Programme, die leider oftmals nicht aus der Produktionspraxis sondern aus Programmierschmieden stammen, sich anschicken, dem Produzenten unter die Arme zu greifen.

    Aus der Produktionspraxis entstammt CineCalc, eine Mustervorlage für Microsoft Excel, die einfach zu bedienen ist und den Richtlinien des FFA-Kalkulationsschemas entspricht. Die Bedien-Grundlagen geben zugleich wichtige Informationen zur Filmkalkulation allgemein.

     

     

     

    Professionelles Kalkulieren

    Jahrelange Entwicklung und Optimierung an professionellen Produktionen haben CineCalc seine große Praxisnähe verschafft. Bis zu drei zu getrennte Ländereffekte lassen sich gleichzeitig ausweisen; für Vorbereitungs- und Drehphase lassen sich unterschiedlich hohe Gagen kalkulieren. Zudem vermittelt die professionelle Oberfläche bei Institutionen, Kunden, Förderungen und Fernsehanstalten das nötige Maß an Seriosität.

    Ganz gleich, ob bei erfolgreichen Einreichungen für Förderungen, Koproduktionen mit Fernsehanstalten oder Abschlussprüfungen durch Treuhandunternehmen, die Kalkulation hat sich stets bewährt. Neue planerische Erfordernisse aus konkreten Projekten haben direkten Eingang in das Programm gefunden.

    Durch eine möglichst vorausschauende und intuitive Abfrage der wichtigsten Kostenfaktoren eines Filmes, der Erfahrungen zahlloser Projekte zugrunde liegen, wird mit CineCalc eine realistische und damit professionelle Kostenplanung möglich.

    Aus Basisinformationen wie Programmlänge, Drehverhältnis und Format generiert das Programm automatisch die für die Kostenrechnung erforderlichen Werte.

    Der bewährte Aufbau ist zugleich wertvolle Prüfliste für die unzähligen Kostenpositionen, die bei einem Film auftreten können. Voraussetzung bleibt Ihre präzise Analyse und Einschätzung von Drehbuch, Gestaltungsabsicht und Aufwand.

     

    FFA

    Grundlage für CineCalc ist das so genannte FFA-Formular, allerdings um unzählige Differenzierungen und Anlagen erweitert, die alle nach dem Übersichtsblatt „Zusammenfassung“ folgen.

    Auf diese Weise bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie lediglich die Standard-Formularseiten an Fördergremien, Fernsehanstalten oder Auftraggeber weitergeben oder einzelne bzw. sämtliche Anlagen hinzufügen wollen.

    Einige Bereiche werden sinnvollerweise pauschaliert. Niemand erwartet von Ihnen, dass jedes Stück Obst ihrer Setdekoration oder jede Schraube in der Kalkulation einzeln aufgeführt wird. Aber man erwartet von Ihnen realistische Werte, die sowohl der Prüfung als auch der späteren Kostenwirklichkeit standhalten.

    Drop-down-Zellen bieten automatisch sinnvolle Werte zur Auswahl an, was nicht nur praktisch ist sondern auch Fehler vermeiden hilft.

    Ganz nebenbei bietet Ihnen CineCalc auch die Möglichkeit, von einem vorgegebenen Budgetrahmen aus das Geld auf die einzelnen Positionen zu verteilen, um planen zu können, wie viel Sie den einzelnen Bereichen an Etat zugestehen können.

    Es soll auch schon Produzenten gegeben haben, die über ein zu großes Budget verfügt haben, und mit dieser Methode durch gezielte Eingaben hier und da die Kosten so lange hochgerechnet haben, bis das überhöhte Budget erreicht war. Auch munkelt man, dass manche Produktionen bemüht sind, ihre Budgets geringfügig auszuweiten, um auf diese Weise die H.U.s, die prozentual vom Gesamtbudget abhängen, entsprechend stattlich zu gestalten.

    Die Förderungen haben dagegen, zumindest bei den höheren Etats, in Form von Sonderregeln gewisse Schranken gegen Missbrauch vorgesehen. Außerdem lassen sich Auftraggeber wie Fernsehsender etc. auch nicht so einfach überhöhte Budgets abknöpfen.

    Aber eigentlich soll CineCalc Ihnen helfen, realistische Kalkulationen als Grundlage für eine Produktion zu erstellen und keine Mogelpackungen...

  • An Spielfilm-Filmsets geht kaum etwas ohne Dispo. Was gehört da zwingend hinein und welche Infos erleichtern den Drehalltag?

  • Kein Spielfilm ohne klare Planung. Wie sieht eigentlich so eine Dispo, die an Filmsets verteilt wird, konkret aus?

  • Kamera mit DisplayBevor man einschätzen kann, wie hoch der Aufwand an Dreharbeiten zu einem Film wird, muss man Auszüge aus dem Drehbuch erstellen

  • Kernkosten

    Besonders interessant bei einer Kalkulation ist stets der Bereich Kamera und Zubehör. Hier einige Beispielpositionen einer Spielfilmproduktion, die auf Super 16 gedreht wird. Drehzeit: 34 Tage. Auch wenn inzwischen fast ausschließlich digital gedreht wird, ist das Prinzp das Gleiche wie bei einer klassischen Filmkamera.

     

    Meist besteht das Equipment aus weit mehr Bestandteilen, als jene, die man in der Kalkulation auflisten kann. Da kommen ganz leicht 50 Positionen zusammen, denn auch der Bereich Kamera hat sich zu einem High-Tech Unternehmen entwickelt. Doch da es niemand zuzumuten ist, innerhalb einer Kalkulation unzählige Einzelpositionen zu lesen, werden nur die wichtigsten und teuersten Bestandteile aufgeführt und Kleinteile summiert. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie jeden Zoomhebel, jedes Schräubchen in die Kalkulation hineinschreiben. So listet man beispielsweise nicht alle Standardfilter für die Kamera (82er, 85er, ND, Fog etc.) einzeln auf, sondern schreibt einfach fünf Filter in die entsprechende Zeile. Genauso kann man natürlich auch Optiken etc. aufsummieren.

     

    Die Positionen in CineCalc erklären sich von selbst. Die Zahl der Drehtage muss eingegeben werden und auch der Tagespreis entsprechend der Preisliste des Verleihers. Unterhalb jeder Kalkulationsposition befindet sich ein Feld zur Eingabe von Rabatten. Hier kann der Prozentsatz eingegeben werden, den einem der Geräteverleih als Nachlass einräumt. Nur die rabattierte Summe wird dann in die Zusammenfassung der Kosten automatisch übernommen.

     

     

    Die Tongeräte werden natürlich ähnlich wie die Kameraseite behandelt. Das bedeutet, auch hier gibt es weitere Positionen für Zubehör wie Mikrofone, Korbwindschutz, Funkmikros, Angeln etc. Und diese werden natürlich in gleicher Weise rabattiert. Eigentlich lassen viele Verleiher über gewisse Preisnachlässe mit sich reden. Kaum jemand zahlt den vollen Mietpreis.

     

    Sehr deutlich kann man erkennen, welch hohen Kostenfaktor gute Objektive darstellen. Und auch die Video-Ausspiegelung (video assist) im Bereich zusätzliche Kameraausrüstung ist sehr teuer. Die fällt glücklicherweise bei heutigen Digitalkameras weg. Natürlich gehen davon auch wieder Rabatte ab, aber dennoch sind es relativ hohe Kosten. Deshalb kann es in manchen Bereichen sogar sinnvoller sein, Equipment selbst zu kaufen, statt es zu mieten.

     

     

  • Technische Kosten

    Die technischen Kosten beim Film sind von sehr vielen Faktoren abhängig. Hier sehen Sie beispielhaft die Kalkulation eines Drehs, der noch auf analogem Film gemacht wurde.

     

    Das Drehverhältnis (wie viel mal mehr Material man verbraucht, also der Film insgesamt lang wird), worauf man dreht (Film, Video, 16, 35 mm), wie man bearbeitet, wie man schneidet, ob es ein Blow-up gibt, ein Digitales Intermediate, wie aufwändig das Grading wird,- all diese Fragen wollen beantwortet sein.

     

    Berechnen und vor allem in Form einer Checkliste durchgehen kann man all diese Punkte in der Abteilung Kopierwerk und Bearbeitung in CineCalc. Selbstverständlich gibt es in CineCalc auch eine Sektion "Digital Postproduction". Wie überall in CineCalc können Sie in den blau unterlegten Zellen Ihre Werte eingeben. Auch wenn diese Abbildung keine direkte Eingabe erlaubt, können Sie doch recht genau erkennen, was so alles in diesem Bereich berechnet werden muss.

     

    Die Arbeitsabläufe im Detail werden im

    Online-Seminar oder teilweise auch im Handbuch zu CineCalc erläutert.

     

     

     

     

  •  

    Die Dreharbeiten zu “Liebe, Leben, Tod” werden nach Planung der Produktion 30 Tage dauern. Das ist eine vergleichsweise lange Drehzeit. (Ein TV-Movie oder ein Fernsehspiel, Tatort etc. wird meist in 20 bis 22 Drehtagen hergestellt.) Aber Ihr Produzent versucht, trotz Low-Budget-Etat (< 600.000 EUR) möglichst viel in die Qualität zu investieren.

     

    Das bedeutet finanzielle Einschränkungen für jeden, gleichzeitig aber kreative Freiheit, weil man nicht durch jede Szene hindurchhetzen muss. Damit Ihr Produzent einen vernünftigen Drehplan erstellen kann, schätzt er den Aufwand, den jede Szene voraussichtlich darstellt.

     

    Die einzelnen Auszüge werden, um eine Übersicht zu bekommen, nebeneinander an ein riesiges Board (oder Styropor-Platten) mit Nadeln angepinnt. Oben auf dem Board hängen die voraussichtlichen Daten, wann gedreht werden soll.

     

     

    Projekt:

    Liebe, Leben, Tod

    Szene:

    39

    Seite:

    44-45

    Aufwand:

    0,5 Tage

    Motiv:

    Villa

    Drehort:

    Villen vor Ort

    I/A T/N DÄ

    A / T

    Rollen:

    Lara, Simon

     

    Komparsen

    Kl. Rollen

    blonde Frau

    Requisite

    Sprayfarbe abwaschbar

    Specials

    Lieferwagen

     

    Produktion

    Specials

     

    Inhalt:

    Lara kommt zurück und sprüht auf die Frontscheibe des Lieferwagens

     

    Streit über Verhältnis

     

    Lara fährt davon.

     

     

     

    Zu diesem Zweck erstellt er Auszüge aus dem Drehbuch zu jeder Szene. Dort werden Details, die für die Planung wichtig sind, festgehalten. Hier sehen Sie am Beispiel der Szene 39, wie ein solcher Auszug aussieht.

     

    Diese Auszüge werden von Hand, oder auch im Computer als Excel-Datei ausgefüllt und dann ausgedruckt und zugeschnitten.

     

    Mit deren Hilfe kann die Produktion später einen konkreten Drehplan erstellen. Denn natürlich werden alle Szenen, die über das Buch verteilt an einem Drehort stattfinden, möglichst zusammenhängend abgedreht.

     

    Das heißt, wenn eine Story nacheinander in Berlin, Paris, New York, Berlin und Paris spielt, so werden die Berlin- und Paris-Szenen logischerweise zusammen gedreht.

     

    Alle Szenen derselben Location werden nebeneinander gehängt. Durch Umstellen und Gruppieren der einzelnen Zettel entsprechend der verschiedenen Vorgaben (Verfügbarkeit der Darsteller, Optimierung des Drehpensums, Schwierigkeitsgrad der Szenen, zusammenhängende Drehorte etc.) wächst langsam der endgültige Drehplan.

     

    Farbcodierungen für Nachtszenen oder Regen etc. können zusätzliche Übersicht schaffen. Farbige Marker oder Klebepunkte werden dafür verwendet.

     

    Früher hat man daraus dann einen so genannten Stäbchenplan erstellt, heute helfen entsprechende Programme, alle Variablen zu berücksichtigen.

     

    Der nebenstehende Auszug wurde am PC erstellt mit “MoviePlan”.

     

     

     

    Frage 1

    Betrachten Sie sich den obenstehenden Auszug genau; er dient ja eigentlich nur der Planung für die Produktionsabteilung. Bitte prüfen Sie, ob es Positionen gibt, die möglicherweise Einfluss auf Ihre Regiearbeit haben könnten. Falls ja, welche sind es und weshalb?

     

    Regisseure machen zwar in der Regel keine “Auszüge” aus dem Drehbuch, aber Sie machen sich auch Aufzeichnungen zu jeder Szene, wo sie Regie- und Bildideen und Planungen festhalten. Auch wenn viele Laien das glauben, Regisseure zeichnen keine "Storyboards". Man zeichnet eher sehr grobe Skizzen, Floorplans oder Ähnliches, während der Kameramann / die Kamerafrau eine Shotlisterstellt.

     

    Die kleinen Skizzen der Regie werden entweder im Drehbuch selbst (auf der Rückseite der jeweils vorhergehenden Drehbuchseite) oder auch auf separaten Blättern eingetragen.

     

    Aber wer sich ziemlich viele Eintragungen und Auszüge macht, ist Ihre Regieassistenz.

     

    Frage 2

    Bitte betrachten Sie doch einmal drei bis fünf Szenen Ihrer Wahl aus “Liebe, Leben, Tod” und überlegen, zu welchen Arbeitsgebieten oder Aspekten wohl Ihre Regieassistenz Details aufnotieren sollte:

     

    Wie schon erwähnt wird das Projekt mit sehr wenig Geld verwirklicht. Dadurch reduzieren sich auch die Gagen. Die Regiegage etwa wird, auch durch Vorgabe des Kleinen Fernsehspiels, auf 10.000 EUR begrenzt. So genannte Wiederholungshonorare werden ausgeschlossen.

     

    Ihr Produzent muss zur Sicherung einer vertragsgemäßen Herstellung des Filmes diverse Versicherungen abschließen. Unter anderem schließt er auch für einige Mitarbeiter eine so genannte Film-Ausfallversicherung ab. Die springt ein, wenn jemand erkrankt oder einen Unfall hat und deshalb nicht weitergedreht werden kann. Diese ist nicht billig, daher kann der Produzent nicht das ganze Team versichern.

     

    Frage 3

    Wer wird Ihrer Meinung nach alles mitversichert?

     

     

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    Bitte senden Sie Ihre Lösungen ans Movie-College.

     

     

     

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