• Expertengipfel

    Die ersten Gespräche im Konferenzzimmer

    Die ersten Gespräche im Konferenzzimmer

    Die Chinesen kommen

    Vor fast zwei Jahrzehnten  erreichte das Movie-College eine ungewöhnliche Anfrage. Die Unternehmensberatung "China-Brücke", die u.a. für chinesische Delegationen Meetings quer durch Europa plant, hatte das Movie-College in München als Station für einen Besuch vorgesehen. Es sei der ausdrückliche Wunsch einer elfköpfigen Delegation aus China gewesen, die Büros der Onlinefilmschule zu besuchen und internationale Erfahrungen auszutauschen. Das war natürlich einerseits eine große Ehre, dass auch in Asien ein so großes Interesse an unserer Online Filmschule bestand, andererseits aber auch durchaus eine Herausforderung, all die Abläufe und Tätigkeiten sinnvoll erklären zu können.

     

    Gedankenaustausch über e-learning

    Bei der asiatischen Gruppe handelte es sich um eine Delegation aus hochrangigen Vertretern diverser Colleges und Universitäten in China. So kündigte sich neben vielen namhaften Persönlichkeiten aus der Shanxi Provinz im Norden Chinas mit allein 32 Mio. Bewohnern auch Herr Li Chenglai, Vizepräsident des Broadcasting, Movie and Television Supervisor College an. Dass diese Online Filmschule selbst im fernen Asien so ein hohes Ansehen genießt, ist erfreulich und zugleich eine Überraschung.

    Mathias Allary erklärt die einzelnen Aufgaben der Movie-College-Teammitglieder

    Mathias Allary, Gründer und Leiter der Online-Filmschule, zeigte sich über den unerwarteten Besuch bereits im Vorfeld sehr erfreut: "Auch wenn wir nicht wissen, woher die Kollegen aus China diese rein deutschsprachige Online-Filmschule kennen, ist es für uns eine große Freude, uns mit ihnen fachlich auszutauschen." Deshalb hat das Movie-College dem Empfang der 11-köpfigen Delegation spontan zugestimmt. Schließlich ist für ein so großes Land wie China e-learning ein besonders wichtiger Baustein in der Bildung.

    Mathias Allary erklärt die einzelnen Aufgaben der Movie-College-Teammitglieder

     

    Umgangsregeln

    Der Zeitplan war eng gesteckt, da die Chinesen für das Movie-College nur einen Zwischenstopp auf der Durchreise von Berlin nach Wien einlegten. Als erstes traf im Büro eine Dolmetscherin ein, um einerseits selbst Informationen einzuholen, andererseits Hinweise über kulturelle Besonderheiten aus China zu geben.

    Auf diesem Wege erfuhren wir, dass Visitenkarten nicht unbedarft eingesteckt werden dürfen, Kaffee nicht gerade zu den Lieblingsgetränken der Asiaten zählt aber Tee bei uns schwerlich so köstlich zubereitet werden kann, wie in China.

     

    Im Movie-College

    Auf alle Eventualitäten vorbereitet, erwartete das Movie-College Team die asiatische Gruppe. Diese war bei Ihrer Ankunft zunächst sichtlich überrascht über die straffe räumliche Organisation bei der Herstellung der Online-Filmschule. Um die anfängliche Zurückhaltung der Gäste aufzulockern, führte der erste Weg in das Konferenzzimmer des Movie-College. Hier wurden Getränke, Snacks, Früchte und Weihnachtsgebäck angeboten, die allerdings unberührt blieben. Bei der Ernährung zeigen sich kulturelle Unterschiede immer am deutlichsten.

    Die chinesische Delegation schaut interessiert bei der Arbeit im Schneideraum zu

    Die chinesische Delegation schaut interessiert bei der Arbeit im Schneideraum zu

     

    Im Anschluss daran zeigte Geschäftsführer Mathias Allary die einzelnen Büroräume. Thematisiert wurde insbesondere das neue Konzept des E-Learnings, das Filminteressierten aus aller Welt die Möglichkeit gibt, jederzeit und überall etwas über Film zu lernen. Gerade in einem sehr großen Land wie China sucht man nach neuen Möglichkeiten der Bevölkerung preiswerte und zugleich höchst praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, so zeigten sich die chinesischen Kollegen sehr beeindruckt von der Effizienz des E-learnings.

    In erster Linie staunten die Gäste über die ökonomisch sinnvollen Methoden, so werden die E-learning Angebote mit Standard-Software erstellt und koordiniert. Bildbearbeitung, Seitenlayout und HTML-Seitengestaltung wurden an verschiedenen Arbeitsplätzen demonstriert. Dabei schauten sie den Movie-College-Teammitgliedern über die Schulter und befragten Sie zu der Organisation und Aufgabenverteilung im Team.

    Weitere Fragen der Delegationsmitglieder zielten auf die Abwicklung der Regie,- Produktions- und Drehbuchseminare, die Qualitätssicherung, den Versand der Aufgabenseiten, sowie die Tutorials. Besonders beeindruckt zeigten sich die Hochschulvertreter davon, dass keine automatisierten Multiple-Choice Formulare, sondern individuelle Korrekturen und Anmerkungen zu den Lösungen der Seminaristen erstellt werden.

     

    Gedankenaustausch

    Gruppenfoto

    Gruppenfoto

     

    In entspannter Atmosphäre überreichten die Gäste am Ende Ihre Visitenkarten, übergaben Gastgeschenke und verließen verbeugend die Büroräume. Ob man ähnliche oder in direkter Zusammenarbeit dieselben Seiten bald auf Chinesisch im Internet finden kann, wissen wir nicht, doch das Interesse an dieser zeitgemäßen Art der Ausbildung für die Medien scheint auch in China sehr groß zu sein.

    Aber eins ist sicher. Auch wenn wir uns nur per Dolmetscherin oder per Handzeichen verständigen konnten, so hatten wir doch eine angenehme und informative Zeit mit unseren chinesischen Gästen.

    Ein Eindruck, der im übrigen auf Gegenseitigkeit beruht. Erst zu Silvester erreichte uns ein Fax mit Neujahrsgrüßen, eine schöne Geste der noch jungen deutsch-chinesischen Brücke.

     

  • Kinogeschichte

    Kleine Kinogeschichte

    Es war eine seltsame Vermischung von Unterhaltung und Ingenieursgeist, welche dazu führte, dass Techniker, die bewegte Bilder aufnehmen und wiedergeben wollten und schlaue Entertainment-Veranstalter sich zusammentaten und unmittelbar zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Kinosäle errichteten.

     

    Chinese Theatre

    Chinese Theatre (Foto: Lucy Allary)

     

    Damit wurden die frühen Filmvorführungen recht schnell aus den improvisierten Zelten, Varietes und Theatern sehr schnell in eigens dafür konzipierte Häuser verlagert, die Leute, die das vorantrieben, waren Geschäftsleute, keine Künstler.

     

    Eines der ersten Kinos baute Adolph Zukor in New York (1904), eines der ersten deutschen Kinos baute in München 1907 Carl Gabriel, dessen Theater noch heute in der Dachauerstraße als „Neues Gabriel“ in Betrieb ist. Im gleichen Jahr baute Alfred Topp in Berlin das Kinematographen Theater Topp.

     

    Der überwiegende Teil der Filme war dokumentarisch, die Menschen gingen in die Kinos um sich anzuschauen, wie es in anderen Ländern aussah und was in der Welt so alles geschah.

    Schon bald wurden die Kinos größer und luxuriöser, sie orientierten sich an Opernhäusern, hatten Platz für über 1000 Zuschauer. Frühe Kinopaläste waren etwa das Filmtheater am Sendlinger Tor in München, das Ufa Filmtheater in Berlin, die Lichtburg in Essen und in Berlin oder der Ufa-Palast in Hamburg.

     

    Fernsehen bedroht die Kinos

    Kleines Kleinstadtkino in Malaysia

    Kleinstadtkino in Malaysia (Foto: Lucy Allary)

     

    Über viele Jahrzehnte waren die Kinos fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms, bis langsam durch die Verbreitung des Fernsehens, die Zuschauerzahlen abnahmen. Trotz großer technischer Anstrengungen durch Breitwand, Surround-Ton und frühe 3D Vorführungen, gingen die Zuschauerzahlen kontinuierlich zurück.

     

    Innovativ

    In den 70er Jahren entstanden in Deutschland erste Kinos, die nicht mehr dem Diktat der Verleiher folgten und Wochen,- und Monatelang die gleichen Filme abspielten, sondern gezielt und jenseits des Neuheiten-Kalküls eigene ungewöhnliche Programmierungen verfolgten,- die Programmkinos. Nicht selten gingen sie aus Uni-Kinoclubs hervor.

     

    Eine weitere Novität, die ebenfalls in den 70er Jahren in Deutschland entstand, waren kommunale Kinos, die unabhängig von der Kosten/Nutzenrechnung Film als kulturelles Gut betrachteten und mit lokaler Finanzierung durch die Kommunen Programm machten. Einige dieser Kinos, wie etwa das Filmmuseum München, die Black Box in Düsseldorf, das Kommunale Kino Frankfurt existieren noch heute.

     

    Nachdem nicht nur die Programmkinos in kleinen Sälen spielten, (gefürchtet die Enge etwa im Türkendolch oder im Studio Isabella in München), sondern auch die normalen kommerziellen Kinos immer kleiner wurden, im Gegenzug dazu aber das Fernsehen qualitativ immer besser wurde, fehlten die schlagenden Argumente, weshalb man Geld und Zeit investieren sollte um in garagengroßen Räumchen Filme anzusehen.

     

    Multiplexe

    Multiplex-Kino in Asien

    Multiplex-Kino in Asien (Foto: Lucy Allary)

     

    Mit den Multiplex-Kinos, die in den 90ern ihren Siegeszug antraten, wurde wieder auf große Kinosäle und Leinwände gesetzt, die kombiniert mit kleineren Sälen das geschickte Jonglieren mit den Filmkopien nach Zuschauerbedarf erlaubten. Der hemmungslos überteuerte Popcorn,- und Getränkeverkauf wurden in diesen Kinos, die sich den „Event“- Charakter auf die Fahnen geschrieben hatten, wichtige Einnahmequelle. Sitzt man dann drin in den riesigen Sälen, umgeben von Natchos knackenden Teenager-Monstern, sehnt man sich zurück nach den Zeiten, in denen die einzigen Töne von der Leinwand herüberklangen.

     

    Diesem Bedürfnis nach einem anderen Kino kommen aktuell Luxus-Kino nach, in denen die Zuschauer in breiten, gemütlichen Kinositzen mit Service am Platz wieder das Erlebnis Kino im Vordergrund sehen. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl der Kinos in Deutschland immer mehr abnimmt. Besonders die kleinen Kinos oder jene in kleinen Ortschaften kämpfen ums Überleben. Das haben die Investitionen in HD Beamer, 3 D Technik (vor gar nicht langer Zeit irrtümlich als Heilsbringer des Kinos gefeiert) oder neueste Tonverfahren wie Dolby Atmos, nicht einfacher gemacht.