Analog

  • Im Rahmen der "Tage der Regie" diskutierten Kameraleute, Regisseure/innen und Produzenten über die Magie von analogem Film und heutige Möglichkeiten, damit zu produzieren

  • Man glaubt es kaum, aber Canon hat bis jetzt noch einen analogen Fotoapparat gebaut, die EOS 1v. Nun endet der Verkauf.

  • Totgeglaubte leben länger... 2017 wurden fast 40% mehr Leerkassetten verkauft, als im Vorjahr. Hören wir da richtig?

  • Was ist eigentlich der Job von sogenannten Abtastern? Ohne sie könnten wir abgedrehtes Filmmaterial nicht digitalisieren und es nicht auf Fernsehen, Video, DVD oder BluRay schauen. Der Abtaster ist verwandt mit dem Filmscanner.

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    Alter Filmprojektor

    Alter Ernemann Tonfilmprojektor für 35 mm Film

     

    Das Wiedererstarken des deutschen Films nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges dauerte nur bis zur Einführung des Tonfilms - übrigens eine deutschen Erfindung, die bereits 1921 von Hans Vogt, Joseph Masolle und Dr. Engl gemacht und dann lange Jahre von der Industrie verhindert wurde. Wichtige Gründe für den Widerstand waren: Stummfilme waren international erfolgreich (man musste lediglich die Zwischentitel für andere Sprachräume austauschen), Tonfilme hätten den Siegeszug etwa des deutschen, französischen oder sowjetischen Films jäh abgebrochen.

     

    Zudem weigerten sich die Kinobesitzer und die Filmstudios, in die notwendige Technik zu investieren. Nicht zuletzt hatten auch diverse Stummfilmstars ungeeignete Stimmen und wären damit nicht mehr einsetzbar gewesen. Einige Stars konnten auch in anderen Sprachen nicht arbeiten - Emil Jannnings und Pola Negri etwa hatten in den USA keine Chance. Als der Tonfilm 1929 dann mit dem „Jazz Singer“ endlich auf dem Markt etabliert wurde, zerbrach die europäische Filmindustrie in lauter kleine Industrien, die jede für sich in der eigenen Landessprache drehen mussten. Im gleichen Jahre wurde erstmals in den USA von der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" der Oscar verliehen.

     

    Letzte Stummfilme

    Obwohl die neue Technik schon im Einsatz war, kamen noch eine ganze Reihe von Stummfilmen heraus. So drehte etwa Alfred Hitchcock seinen letzten Stummfilm "The Manxman" 1929 oder Leo Mittler brachte seinen Film "Jenseits der Straße" 1929 heraus. Der russische Regisseur Michail Romm brachte seinen Stummfilm "Pyschka" sogar erst 1934 in die Kinos. Und der größte Nachzügler war Charlie Chaplin, der noch 1936 mit "Modern Times" einen Stummfilm herausbrachte.

     

    Low-Tech

    Die technischen Möglichkeiten waren äußerst begrenzt. Die Mikrofone hatten keine starke Richtwirkung. So wurden die Schauspieler gezwungen, stets in Richtung des Mikrofons zu spielen, welches oft im Motiv versteckt wurde, etwa hinter einem Blumenstrauß. Aufnahmen „on location“ waren so gut wie unmöglich, weil die Außengeräusche zu laut waren. Man behalf sich mit gemalten Hintersetzern oder Rückprojektion.

     

    Tonfilmoperetten

    Wie beim "Jazz Singer", einem teilweise vertonten, teilweise noch stummen Filmwerk, stand in einigen der frühen deutschen Filme die Musik im Vordergrund. Musikalische Komödien, von Kritikern wie dem Filmtheoretiker Siegfried Krakauer als Tonfilmoperetten beschimpfte Unterhaltungsstreifen kamen in Mode. Beispiele hierfür waren: "Der Kongress tanzt" (Regie: Erik Charell), "Ein blonder Traum" (Regie: Paul Martin, Drehbuch: Billy Wilder & Walter Reisch). Ansätze, das Sprachproblem zu lösen, waren bereits bei der Einführung des Tonfilms Untertitel, Mehrsprachversionen oder auch eingesprochene Übersetzungen.

     

    Sprachfassungen/Versionenfilme

    Die damalige Technik machte es erforderlich, dass beim Einsprechen von Übersetzungen, diese vor Ort bei den Dreharbeiten direkt eingesprochen wurden. Beliebter waren dagegen Mehrsprachversionen, bei denen während der Dreharbeiten verschiedene Fassungen entstanden. Vor allem zu Beginn der Tonfilmära waren die überwältigende Mehrheit der Produktionen mehrsprachig gedreht. Dazu drehte man mit besonders sprachbegabten Schauspielern, die beispielsweise deutsch, englisch und französisch sprachen und drehte jede Einstellung mehrmals in den jeweiligen Sprachen. So existieren etwa Stan-Laurel-und-Oliver-Hardy-Filme, in denen die Komödianten deutsch sprachen. Alternativ drehte man mit verschiedenen Schauspielern gleichzeitig, so genannte Versionenfilme. Der Film „Die Drei von der Tankstelle“ (Wilhelm Thiele, 1930) wurde in der deutschen Fassung von Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Oskar Karlweis und Lilian Harvey gespielt. Für die französische Fassung spielten Henri Garat, René Lefèvre und George Peclet. Die weibliche Rolle spielte auch hier Lilian Harvey, die gutes Französisch sprach.

     

    Viele europäische Länder, wie etwa Frankreich, litten unter den hohen Lizenzzahlungen für das favorisierte amerikanische Tonsystem. Wirtschaftliche Probleme ließen in Frankreich einige Großproduktionen kollabieren - ein Umstand, den sich viele kleine Produktionen zunutze machten. Es entstehen realistischere, in den 30er Jahren auch pessimistische, sentimentale Filme (Beispiele: "L´atalante" (Regie: Jean Vigo, 1935), „Hafen im Nebel“, (Regie: Marcel Carné, 1938). Ab Mitte der 30er Jahre setzt sich die Sprachsynchronisation für die Herstellung von Fremdsprachenversionen durch.

     

    England in den 30ern

    Bereits mit "Nanuk, der Eskimo" hatte Flaherty im dokumentarischen Genre Zeichen gesetzt. Mitte der 30er Jahre präsentierte er „Die Männer von Aran“, den er zusammen mit Frances Flaherty realisierte. In England entstanden in den 30er Jahren eine Reihe von herausragenden Dokumentarfilmen, die, finanziert von der Regierung, zumeist den Arbeitsalltag von Menschen darstellten. Der Produzent und Filmemacher John Grierson produzierte mehr als 100 Filme, darunter auch den poetischen Klassiker „Nightmail“ (Basil Wright, 1936). Im Spielfilmbereich etablierte sich Alfred Hitchcock 1935 mit dem Film „Die 39 Stufen“ als Könner des Thrillers.

     

    USA 30er Jahre

    Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 wanderten zahlreiche deutschsprachige Regisseure nach Amerika aus, darunter William Dieterle, Edgar Ulmer, Ernst Lubitsch oder Fritz Lang. In den USA fand eine ungeheure Kommerzialisierung und Standardisierung statt. Filme wurden nach immergleichem Muster und ähnlichsten Drehbuchstrukturen verfilmt. Gefragte Regisseure drehten bis zu fünf Filme im Jahr, die Studiobosse schrieben die Rezeptur vor, Genres wurden gefestigt, wenn nicht gemauert.

     

    1935 wird auch der erste Farbfilm im Technicolor-Verfahren gedreht, einer Technik, die gleichzeitig auf drei Schwarzweißfilme aufnahm, die jeweils einen der drei Farbauszüge aufnahmen. Davon wurden im Kopierwerk Matritzen erstellt, die auf die Kopien die jeweiligen Farben im Druckverfahren aufdruckten. Noch heute nennt man deshalb Filmkopien im englischsprachigen Raum „print“.

     

    1937 kommt Chaplins „Moderne Zeiten“ heraus, sein letzter Film, bei dem er sich dem Tonfilm verweigert.  Besonders beliebt waren zu diesem Zeitpunkt die so genannten Screwball-Comedys - erwähnt sei stellvertretend „Leoparden küsst man nicht“ (Regie: Howard Hawks, 1938). Eine der wichtigsten Großproduktionen des Hollywoodkinos dieser Jahre: "Gone with the Wind" (Regie: Victor Fleming, 1939).

     

    Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus

    In Deutschland war die gesamte Filmproduktion den Begehrlichkeiten der Nationalsozialisten unterworfen. Filme wurden grundsätzlich gemeinsam mit dem Propagandaministerium abgestimmt. Das kreative Filmschaffen kam weitgehend zum Erliegen, viele Filmschaffende und Autoren wurden mit Berufsverbot belegt. So schrieb etwa Erich Kästner unter dem Pseudonym Berthold Bürger später das Drehbuch zu "Münchhausen". Die verschiedenen existierenden Wochenschauen wurden alle zu einer einzigen, vom Propagandaministerium zentral gesteuerten deutschen Wochenschau zusammengefasst.

     

    Eine bedeutende Rolle im Dokumentarfilm spielte etwa Leni Riefenstahl, die durch filmische Überhöhung und kunstvolle Kamera- und Schnitttechnik den Nationalsozialismus besonders effektvoll in Szene setzte. Nach dem Krieg behauptete sie stets, unpolitische Filme gemacht zu haben, auch wenn ihre Filmästhetik der nationalsozialistischen Diktatur mehr als nützte.

     

  • Vom klassischen analogen Film bis zu modernsten digitalen Videoakameras reciht die Bandbreite an Kameras, mit denen Filme aller Art gedreht werden können...

  • Negativrollen 500Drehte man auf Film, so schnitt man mit einer Arbeitskopie anlaog oder digital. Nach dem Schnitt wurde das Originalnegativ genau so nachgeschnitten

  • Menschen hören analog

    Quantisierung

    Die Welt, wie wir sie hören- Waveform

    Um es gleich vorweg zu nehmen, die Klänge der wirklichen Welt, die uns umgeben, sind alle analog, das heißt, sie bestehen aus kontinuierlichen Schallwellen. Und bis vor gar nicht langer Zeit haben wir diese nicht nur ebenso gehört, sondern auch analog aufgezeichnet. Inzwischen ist die analoge Tonaufnahme in vielen Bereichen von der Digitalen Aufzeichnung abgelöst worden, bei der die Schallwellen in Zahlenwerte umgesetzt werden. Da unsere Hörorgane nach wie vor analog arbeiten, erzeugen digitale Tonaufnahmen die Illusion von kontinuierlichen Schallwellen. Was bedeuten nun die rätselhaften Bezeichnungen, die einem bei der Arbeit mit Schnittprogrammen und Audiosoftware immer wieder begegnen?

     

    Quantisierung

    Bei der analog/digital Wandlung wird die Lautstärke in kurzen Abständen gemessen und aufgezeichnet. Dadurch entsteht aus der ursprünglichen Schwingungskurve, eine Kurve aus kleinen Treppenstufen. Ähnlich wie beim scannen eines Bildes, wo die Anzahl der Bildpunkte pro Flächeneinheit und die Anzahl der darstellbaren Farben (Farbtiefe) über die Qualität des Bildes entscheiden, wird der digitale Ton mit einer durch Samplingrate und Samplingtiefe vorgegebenen Auflösung punktuell abgetastet. Die beiden Parameter bestimmen wie fein/grob die Rasterung des analogen Signals ausfällt. Den Vorgang, etwas in ein vorgegebenes Raster zu übertragen nennt man Quantisierung.

     

    Samplingrate

    Samplerate

    Die Anzahl der Messungen pro Sekunde wird als Samplingrate (Abtastfrequenz) bezeichnet. Um eine Schwingung überhaupt aufzeichnen zu können braucht man mindestens zwei Messpunkte pro Schwingung, so dass für die Aufnahme der höchsten wahrnehmbaren Frequenz, die bei ca. 20 kHz liegt, eine Abtastrate von mindestens 40 kHz nötig ist. So erklärt sich, dass der Standart mit dem die meisten Geräte arbeiten, bei 44100 Hz liegt. Bei einer Samplingrate von 10 kHz könnten beispielsweise nur Frequenzen bis 5000 Hz aufgenommen werden, höhere Frequenzen müssen dann durch Filter entfernt werden, da sonst Schwingungen Aufgezeichnet werden die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind (Aliasing).
    Natürlich steigt der Speicherbedarf und die Systemauslastung mit zunehmender Samplingrate, weshalb z.B. für Internetanwendungen gerne auf niedrigere Auflösungen zurückgegriffen wird, auch wenn die Tonqualität darunter erheblich leidet.

     

    Samplingtiefe

    Samplingtiefe

    Die Samplingtiefe ist der zweite Parameter um eine Schwingung zu quantisieren: Den gemessenen Lautstärkepegeln wird jeweils ein Wert auf einer Skala zugeordnet und in Form eines Datenworts digital aufgezeichnet. Dieses Datenwort besteht aus einer festgelegten Anzahl von Binärinformationen (Bit), wobei ein Datenwort aus 8 Bit (z.B. 01001011) 256 Werte ausdrücken kann. Bei 16 Bit Quantisierung lässt sich schon eine Skala von 65536 Werten darstellen. Die Samplingtiefe gibt an, wie viel Bit für die Quantisierung der Pegelmessungen zur Verfügung stehen. Je mehr Bit, desto mehr Lautstärkenabstufungen sind möglich und desto naturgetreuer wir die Aufzeichnung ausfallen.

     

    Speicherplatz

    Schublade, aus der Zeitungsauschnitte quillen

    Der Speicherbedarf lässt sich durch Multiplikation von Samplingrate und Samplingtiefe berechnen: z.B. 44100 (1/s) x 16 Bit x 60 s (pro Minute) x 2 (bei Stereo) = 84672000 Bit = ( /8) 10584000 Byte = ( /1028) 10296 kB = ( /1028) ca. 10 MB pro Minute; bei 96 kHz / 24 Bit sind es schon ca. 33 MB pro Minute.

     

    Speicherplatz

    Gängige Formate

     

    8 Bit / 22050 Hz – schlechte Qualität, nur noch selten, etwa im Internet, anzutreffen

    16 Bit / 44100 Hz – das verbreitetste Format hat sich mit der Audio-CD durchgesetzt

    16 Bit / 48000 Hz – bei DAT-Rekordern und einigen „Consumer-Geräten“ zu finden; besser als CD-Qualität

    24 Bit / 48000 Hz oder 96000 Hz – derzeitiger Stand der Studiotechnik, wobei es außer der DVD & BluRay kein Medium gibt, mit dem man es abspielen könnte

    Daneben gibt es noch mehr Abstufungen und Variationen, wie die 20 Bit Quantisierung oder Abtastraten von 10 kHz, 32 kHz, 64 kHz oder 82 kHz...

     

    Kompatibilität

    Mit entsprechender Software (Sample-Editoren, Samplerate-Konverter,...) lassen sich beinahe alle Formate konvertieren, so dass die Bearbeitung im Rechner keine größeren Probleme aufwirft, selbst wenn eines der Programme ein bestimmtes Format nicht verarbeiten kann.

    Digitalkabel

     

    Anders, wenn verschiedene Geräte digital kommunizieren sollen und unterschiedliche Abtastraten verwenden. CD-Player, DAT-Rekorder oder Verstärker mit Digitalausgang, analog/digital Wandler, die Recording-Hardware des Computers oder digitale Mischpulte, alle Geräte können nur bei gleicher Sample-Rate Signale Austauschen. Im Idealfall kann die Sample-Rate am Gerät umgeschaltet werden oder sie wird automatisch erkannt und eingestellt. Wenn das nicht der Fall ist, wäre die einzige Möglichkeit ein weiteres teures Gerät anzuschaffen, das zwischengeschaltet wird und die Sample-Rate in Echtzeit umrechnet.

     

    Geräteverbindungen sind über optische (siehe Abbildung rechts),  koaxiale (Chinch, SPDIF), sowie XLR (AES/EBU) Stecker möglich. Darüber hinaus existieren für digitale Mehrspurgeräte firmeneigene Systemverbindungen etwa für ADAT oder DA88.

     

    Digitale Töne, wie wir sie hören

    Und wenn die digitalen Signale schließlich aufgenommen, bearbeitet und vielleicht auf CD, DAT, MD oder Audio DVD gespeichert worden sind, werden sie zum Hören wieder umgewandelt in (möglichst) analoge Schallwellen. Eine hohe Sample-Rate soll sicherstellen, dass unsere Ohren die vielen Stufenwerte als Illusion kontinuierlicher Wellen wahrnehmen. Ob das wirklich gelingt, darüber streiten sich bis heute die Tontechniker und Audiophilen.

     

  • Sicher gut, aber leider sehr mühsam,- so der Erfahrungsbericht zum Mischer mit Aufnahmemöglichkeit

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Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

26-10--2019 12:00 pm - 27-10--2019 16:00 pm

09-11--2019 12:00 pm - 10-11--2019 16:00 pm

30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm