High Definition

  • HDTV

    24p wurde ursprünglich als das Kürzel für ein in diversen Irrungen und Wirrungen als HDTV gehandeltes Format. Die Absicht, in den USA das frühere NTSC-Fernsehsystem flächendeckend durch ein digitales System zu ersetzen hatte seinerzeit (wen wundert’s?) die Geräteindustrie auf den Plan gerufen, Kameras zu erdenken, mit denen man für diese künftigen Standards produzieren kann.

     

    Heute meint 24p nur noch, dass 24 Vollbilder aufgezeichnet werden, ursprünglich meinte die Industrie ein eigenes Format. Damals neues Merkmal dieser Kameras war die Aufzeichnung von 24 Vollbildern (progressive) gegenüber den bei Video sonst üblichen 2x25 Halbbildern (interlaced) für Kinozwecke. Also im Grunde genommen ein Vorläufer von HD, 2K und 4K. Auch die erhöhte Zeilenzahn 1080 gegenüber etwa den 625 Zeilen des SD-PAL-Systems oder in Pixeln ausgedrückt 1920x1080 erhöhte spürbar die Bildqualität. Daraus aber eine Ablösung des Films als Aufnahmemedium ableiten zu wollen, gehörten damals eher in die Abteilung „Werbesprüche“. Zu viele Qualitätsfaktoren waren noch sehr weit vom Film entfernt.

     

    Qualitätsmerkmale

    Die rein rechnerische Auflösung war gerade halb so hoch wie bei 35 mm. Der Kontrastumfang war verglichen mit modernen Negativmaterialien bescheiden. Vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit frühen Umkehrmaterialien. Fehlbelichtungen führten zu unverzeihlichen Ausbrennern. Auch die Schärfentiefe (abhängig von der Größe der Aufnahmechips in der Kamera) war mit 35 mm nicht vergleichbar. Die Bilder neigten zu Flächigkeit, räumliche Tiefe wurde schlechter wiedergegeben als bei Film. Mit 8 Bit war die Farbtiefe weit von Film entfernt. Zudem wurde auch diese Informationsdichte nur komprimiert auf Band aufgezeichnet. Die Auflösung von schnellen Bewegungen war bei 24p noch unbefriedigend.

     

    Auch von der Konstruktion der Kamera selbst her war der Abstand zu einer professionellen analogen Filmkamera gewaltig. Statt eines hellen optischen Sucherbildes gab es nur den elektronischen Schwarzweiß-Sucher. Die Toleranzen beim Auflagemaß der Objektivfassung waren höher als bei Filmkameras, das konnte zu Schärfeproblemen führen. Die Störsicherheit insbesondere bei Feuchtigkeit oder Kälte war bei einer Filmkamera ungleich höher.

     

    Finanzielle Argumente

    Gerne wurde auch das Argument der Kostenreduktion in die Waagschale geworfen. Für TV mochte 24p gegenüber der Produktion auf Film vielleicht eine Perspektive sein. Abgesehen davon wurden natürlich die tatsächlichen Kosten durch Demo-Projekte, gesponsert von der Industrie, etwas verfälscht. Aber wie sah es denn konkret aus, wenn man Ende der Neunziger Jahre mit den Vorläufern der HD Kameras mit 24p für die Leinwand produzierte?

     

    Eine Kassette mit 50 Minuten Aufzeichnungslänge für 100 Euro, das klang wirklich günstig, verglichen mit Rohfilm und Kopierwerkskosten. Rechnete man aber die damaligen Mietpreise für Kamera und Schnittplätze mit ein, und zudem die damals in Vor-DCP-Zeiten notwendige Ausbelichtung auf Film (Film Recording) 2 bis 3 Euro pro Einzelbild, dann war 35 mm bei einem üblichen Drehverhältnis von ca 1:10, ja selbst 1:15 noch deutlich günstiger und Super 16 geradezu billig. Deshalb war 24p eher der Beginn einer Entwicklung in Bezug auf Kino und natürlich ein neues HDTV-Fernsehmedium. 24p war auf jeden Fall ein Fortschritt für die Videotechnik.

     

    Die postulierte Ablösung des Films als Aufnahmeformat für das Kino sollte noch fast ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Pilotprojekte vom „Werk“, Wim Wenders u. a. uns die wachsenden Möglichkeiten mit 24p auf die Leinwand zu gehen, aufgezeigt und der Industrie die Schwachstellen aufgezeigt. Ohne diese erste Generation der höher auflösenden Videokameras mit hohem Anspruch wären die heutigen HD Kameras undenkbar gewesen.

     

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  • Filmschnitt Digital

    High Definition und 16:9 ist längst für Jeden erreichbar

    High Definition und 16:9 ist längst für Jeden verfügbar

    Die Geräte-Branche erfreut sich guter Umsätze nicht nur wegen der für High-Definition Fernsehen erforderlichen Kameras, sondern auch wegen der notwendigen Schnittgeräte.

    Auch hier bietet HDV preisgünstige Alternativen zu den teureren professionellen High-Definition Formaten. Gleich vorab- der Speicherbedarf steigt enorm, es macht also durchaus Sinn, HD erstmal im Offline-Modus etwa in Pro Res zu bearbeiten und erst später die verwendeten Takes in voller Qualität ein zu digitalisieren. Hier zeigen sich manche Schnittsysteme aber noch inkompatibel mit dem Timecode von HDV.

     

    Insbesondere für die Postproduktion ist es auch wichtig zu wissen, dass unter MPEG nicht alle Bilder komplett aufgezeichnet werden, also I-Frames sind. Will man an einem Bild schneiden, welches kein I-Frame ist, muss der Computer erst aus diesem eines berechnen. Das kostet Rechenleistung und Zeit. Speziell wenn man verschiedene Varianten ausprobieren oder Schnittpunkte trimmen will, spürt man das.

    Die Leistung der Computer auf denen HDV bearbeitet wird, kann gar nicht hoch genug sein, Dual-Prozessoren und Raid-Festplattensysteme sind durchaus sinnvoll.

     

    Wettbewerber unter sich

    Final Cut Pro HD

    Das populärste Schnittprogramm auf dem Apple/Mac, Final Cut ist inzwischen in einer HD- Version auf dem Markt und benötigt, ähnlich wie die bisherige Standard-Version Final Cut 4, einen schnellen Rechner um mit der Datenmenge zurecht zu kommen. Ein Dual-Prozessor G5 sollte es schon sein und dann ist Echtzeitbetrieb weitgehend möglich, nur bei Effekten zeigt das System Grenzen.

    Schnittrekorder
    Profi-Variante: Panasonic-High-Definition Schnittrekorder AJ HD 1700

    Standardmäßig beherrscht das Programm beispielsweise das DVCPRO HD Format, kann also von einer  Panasonic Kamera über die FireWire ohne Zusatzhardware digitalisiert werden. Will man etwa HDCAM von Sony einlesen, bietet das Menü standardmäßig keine Möglichkeit. Hier wird Wandlersoftware benötigt.

    Beim Einspielen in das System wird das HDV-Format in den Quicktime "Apple Intermediate Codec" umgewandelt, welcher im Gegensatz zum MPEG Format ausschließlich volle I-Frames verwendet. Das ist wichtig um jedes Bild schneiden zu können. Später, wenn man den fertigen Film wieder auf den Rekorder ausspielen will, muss dann aus dem "Apple Intermediate Codec" wieder in MPEG  encodiert werden, das benötigt dann wieder einige Rechenzeit.

    Zusammen mit den der Software beiliegenden Zusatzprogrammen etwa Soundtrack (Musik zum Film, auf einfache Weise mit hochwertigen Samples selbst  zusammenstellen) oder LiveType (Schriftanimation für Titel aller Art) verfügt man so über ein vollwertiges preisgünstiges Produktionssystem, welches vor den Mitanbietern was HDV angeht, einen deutlichen zeitlichen Vorsprung hat.

     

    Final Cut Pro 5-7

    HD war lange Jahr für Jahr das Thema auf der NAB und auch Apple, einer der Vorreiter im HD Editing überraschte immer wieder mit neuen Final-Cut Studio Paketen. Inzwischen werden die Auflösungen immer höher, Ultra HD, 4K, 8K der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

     

    Das Paket beinhaltete die jeweils neue Final Cut Pro Version, sie kann HD auch unkomprimiert bearbeiten, eine entsprechende Rechenleistung des Computers vorausgesetzt.

    Dazu erhält der Kunde zusätzlich Soundtrack Pro, ein Programm für die Tonbearbeitung und Musikproduktion mit Hilfe der überaus praktischen Apple-Loops, einer Sammlung von Samples die sich kinderleicht zu Musiktiteln kombinieren lassen.

     

    Mit im Paket findet sich Motion 2, ein professionelles Animationsprogramm, sowie DVD Studio Pro 4, ein amtliches Authoring Programm, welches in Verbindung mit dem geeigneten Betriebssystem Mac OS X und dem Mediaplayer QuickTime mit H.264-Unterstützung auch DVDs in High Definition ermöglicht. Inzwischen geht Apple andere Wege und hat mit FinalCut X eine Schnittlösung herausgebracht, die von vielen Profis wegen fehlender Funktionen kritisch betrachtet wird. Seitdem sind die letzten Pakete, also Studio 2 und Studio 3 nur noch gebraucht zu haben und recht begehrt.

     

    Final Cut Express HD

    Für Sparsame ist auch eine preiswerte Version auf dem Markt, Final Cut Express HD, sie verzichtet auch einige Features der Pro Version, wie die 3 Layer Farbkorrektur oder das Vectorskop, ist aber im Gegensatz zu FC Pro4 HD bereits absolut HD-tauglich auch für HDV ohne zusätzliche Software.

     

    Adobe Premiere Pro

    Premiere
    Premieren

    Auch das inzwischen erwachsen gewordene Premiere kann man für HDV, HD, 2K, 4K nutzen.

    Ähnlich wie andere hochwertige, professionelle Schnittprogramme, ist auch dieses recht anspruchsvoll, ja sogar etwas anspruchsvoller, was Prozessorleistung und Arbeitsspeicher angeht.

    Ein 3 GHz Rechner ist also mehr als sinnvoll und natürlich Festplattenspeicher satt. Die Echtzeitleistungen können auch nur auf üppig ausgestatteten Rechnern erreicht werden, ist der Prozessor zu schwach, sind ruckelnde Bilder die Folge. Stimmen die Hardwareanforderungen, erlaubt das Programm komfortables HD-Editing.

     

    Avid Xpress DV

    Leider bieten erst die teureren Versionen die Möglichkeit, höhere Auflösungen zu bearbeiten, hier ist im Vergleich zu den Mitanbietern eine gewisse Toleranz gegenüber nicht absolut neuester Hardware vorhanden.

     

    EDIUS Pro 3

    Das Schnittprogramm von Canopus ist ebenfalls HD-Fähig und kann HD und SD (Standard Definition, also normales 4:3 Video) problemlos auf der Timeline miteinander mischen. Es kann HDV capturen, benötigt dafür aber einen OHCI FireWire Controller bzw. eine EDIUS NX Steckkarte und das Hilfsprogramm MPEG-Capture.

    Probleme macht derzeit auch noch die Übernahme der Timecode-Information beim Batch-Capturen. Die funktioniert nur fehlerhaft. Man kann das Material nur frei einspielen, damit entfällt die Möglichkeit, nachträglich Material nochmals etwa mit längerem Vor- oder Nachlauf einzuspielen. Man muss in einem solchen Fall den betreffenden Take komplett neu benennen und als neues File in den bestehenden Schnitt einfügen.

    Um die Rechenzeiten durch das nachberechnen von I-Frames zu vermeiden, kann man das Material auch statt im HDV in einem eigenen EDIUS-Format einspielen, bei dem alle Bilder I-Frames sind. Damit wird der Schnitt komfortabler, allerdings erhöht sich auch die Datenmenge auf der Festplatte um den Faktor 3.

     

  • EBU und der Rest der Welt

    Panasonic Kamera

    Panasonic AG-HPX 500 Kamera, die aufgrund der hohen Datenrate und des größeren Kamerachips (2/3 Zoll) die Anforderungen der BBC erfüllt

    Produzenten sind darauf angewiesen, Ihre Filme möglichst vielfältig und in unterschiedlichste Regionen der Welt verkaufen zu können. Leider spielt ihnen gerade was die Austauschbarkeit angeht, die Industrie regelmäßig unerfreuliche Streiche.

    Gerade erst hat die Fachwelt ordentlich gestaunt über die Festlegung der EBU (European Broadcasting Union), als Standard für das künftige hochauflösenden Fernsehen in Europa 720p 50p festzulegen.

    Eine Vorgabe, die in den Fernsehanstalten in Form von Investitionsentscheidungen langsam durchgesetzt wird und die es den Sendern ermöglicht, einheitlich europaweit hochauflösende Programminhalte auszutauschen.

    Filmhändler, die sich auf den internationalen Fernseh- und Filmmessen darum bemühen, hiesige Produkte in die Welt zu verkaufen, konnten bei der Veröffentlichung dieser Entscheidung nur mit dem Kopf schütteln.

    Einkäufer aus den USA, Australien, Japan etc. betrachten 720p 50p gar nicht erst als HD. HD hat in diesen Ländern 1920 X 1080 Pixel und daran gibt es nichts zu rütteln. Und da man zukunftsorientiert Filme einkauft, lässt man die 720p Produktionen ganz einfach links liegen.

     

    Ohrfeigen aus Great Britain

    Die gute alte BBC, die ja bekanntermaßen ebenfalls die EBU Richtlinien kennt und sich an diese halten sollte, löst diesen Grundkonflikt relativ einfach. Sie hat im Frühjahr 2008 eine Normierung festgelegt, welche Art von Material als HD akzeptiert wird, und welches nicht. Die Festlegungen sind von ergreifender Klarheit und sollten alle Produzenten auch in den deutschsprachigen Ländern wachrütteln: 720p wird von der BBC nicht als HD akzeptiert!

    Die Kriterien der BBC sind sogar so restriktiv, dass folgende, von der Industrie gerne als HD oder HD-ready gefeierte Formate, bei der BBC gänzlich durchfallen und eindeutig als Standard Definition bezeichnet werden:

    • Alle HDV-Formate gelten als SD
    • Alle Kameras mit Sensoren, die kleiner sind als 1/2 Zoll
    • Alle Einzelbild-Formate (Interframe) mit Datenraten unter 100 Mbs
    • Alle GOP-Formate (Intra-Frame) mit Datenraten unter 50 Mbs

    Gänzlich radikal verhält sich die Ausgrenzung auch dem Film gegenüber. Hier wird Super 16 auch wenn es auf High-Definition Formate abgetastet wird, als nicht HD bezeichnet.

    Als High Definition akzeptiert die BBC lediglich:

    • 1920X1080 interlaced (=1080i25) mit 25 Bildern / Sekunde
    • 1920X1080 progressive (=1080p25) mit 25 Bilder / Sekunde

     

    Weite Welt

    HVX

    Die HVX 200 erfüllt die BBC Richtlinien auf Grund des kleinen Kamerachips streng genommen nicht, man benötigt also zwingend Kameras mit größeren Chips und ausreichender Farbtiefe.

    Wer also nicht nur für den heimischen Fernsehmarkt produzieren will, sondern sich auch Verkaufsoptionen ins Ausland offen halten möchte, sollte sich sehr genau überlegen, in welchem Format die nächste Produktion hergestellt werden soll.

    Die BBC akzeptiert in ihren HD-Produktionen maximal 25 % Material, das zu den oben genannten, nicht HD-Formaten gehört, also etwa HDV, welches dann aber mit Hardware-Konvertern umgewandelt sein muss. Die Umwandlung per Software in Schnittprogrammen lehnt die BBC als "not acceptable", ebenfalls ab.

    Als Speichermedium für die hochaufgelösten Filme zeigt sich die BBC übrigens ebenso unflexibel. Bis auf weiteres akzeptiert man lediglich HDCam Videokassetten. Eine Forderung die angesichts File-basierten Drehens ebenfalls gestrig erscheint.

     

    Konsequenzen und Perspektiven

    Folgt man der BBC-Vorgabe, so fallen schon mal alle HDV - Kameras wegen des schlechteren Codecs und der geringeren Datenrate  durch das Raster. Hier haben die Kamerahersteller teilweise nachgebessert, doch es gibt noch diverse semiprofessionelle Kameras denen der Weg in die Sender versperrt bleibt. Arris Alexa, die Red, die Blackmagic und viele andere Kameramodelle erlauben es inzwischen, den neuen Normen entsprechend zu produzieren. Man darf gespannt sein, wann die EBU ihre Normen wieder hochschraubt und 4 oder 8 K zur Pflicht machen will, auch wenn niemand den Qualitätssprung sehen wird.

    Am kritischsten darf man wohl der Ausgrenzung von Super 16 gegenüberstehen, denn dieses bietet dank der neuesten Materialien durchaus HD Auflösung an. Inwieweit man einer Produktion, die in 1080i aber mit kleineren Kamerachips gedreht wurde, dies auch wirklich ansehen kann, ist fraglich, es gibt zahlreiche herausragende Produktionen, die in den letzten Jahren auf 1/3 Zoll Chip Kameras gedreht wurden.

    Dennoch ist die Vorgabe der BBC, einem der größten Fernsehsender Europas, richtungweisend. Produzenten, die ein wenig in die Zukunft hinein arbeiten wollen, sollten möglichst versuchen, diese Richtlinien auch heute schon zu treffen.

  • Nach dem Auflösungswahn setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Wiedergabekontrast spürbarere Verbesserungen bringt

  • HD Kamera

    HD-Kamera

     

    Auch, wenn die Abkürzung TV es erwarten lässt: Zumindest hierzulande wird High-Definition, das Synonym für hochauflösendes, besseres Fernsehen, zumindest in der nächsten Zeit gerade im Fernsehen noch in der Minderheit zu sehen sein.

     

    HD. Was man genau darunter versteht, darüber diskutierten diverse Kommissionen fieberhaft. Fest steht, dass es mit 1080 Zeilen, also etwa doppelt so vielen wie das bisherige PAL oder SECAM, arbeitet. Auch das Höhen-Seitenverhältnis des HD-Bildes ist gegenüber SD, Standard-Definition (=bisheriges Fernsehformat 4:3), verändert, es beträgt 16:9.

     

    Die erste echte HDTV-Empfangsmöglichkeit in Europa bot der belgische Sender Euro 1080 über Satellit (Astra) und sendete in 1080i, also mit Halbbildern. Seit Mai 2006 sendete auch von Deutschland aus ein reiner HD-Fernsehsender über Satellit: ANIXE HD, ein privater Free-TV-Anbieter, der über Astra zu empfangen ist und vornehmlich Spielfilme in HD ausstrahlte. Ab Ende des Jahrzehnts haben dann immer mehr TV Sender in Deutschland begonnen, parallel zu SD auch HD in Kabelnetze oder auf Transpondern anzubieten.

     

    Länder wie Japan, die USA, Südkorea, Brasilien, Mexico, Australien oder China hatten, was die Verbreitung von HDTV angeht, die Nase vorn. Dort gibt es zahlreiche Programme, die in HD gesendet werden. In Japan gibt es schon viele Jahre HDTV-Sendungen, vor allem im Auftrag der NHK, und immerhin über acht Millionen HDTV-Geräte. In den USA ist das Standard-Fernsehen NTSC sichtbar schlechter als unser hiesiges PAL, also das Zuschauerinteresse an besseren Bildern viel höher. Bereits jetzt gibt es in den USA 40 HDTV-Kanäle.

     

    Normen

     

    PAL

    720p

    1080i

    Art des Bildaufbaus: interlaced progressive interlaced
    Anzahl Bildpunkte: 414720 Pixel 921000 Pixel 2073600 Pixel
    Horizontale Auflösung: 576 Zeilen 720 Zeilen 1080 Zeilen
    Vertikale Auflösung: 720 Linien 1280 Linien 1920 Linien

    Um zu erläutern, worin die qualitativen Unterschiede der neuen TV-Systeme bestehen, betrachten wir zunächst unser bisheriges Fernsehen. Wir haben es bei PAL mit 576 sichtbaren Zeilen (Bildhöhe) und ca. 720 sichtbaren Linien (Bildbreite) zu tun. Ob es sich wieder wie bisher um ein Halbzeilen-Verfahren handeln soll, das wäre dann in HD 1080 Zeilen interlaced (1080/50i), oder aber um Vollbilder, das wäre dann 720 Zeilen progressiv (720/50p), ist noch nicht entschieden. Die Sender und Empfänger sind so ausgelegt, dass man beide Formate wahlweise ausstrahlen bzw. empfangen kann.

     

    Eigentlich wäre ein Vollbild-Verfahren, also 720p, für das menschliche Auge besser, andererseits bietet 1080i deutlich höhere Auflösung. Durch den Trick, jeweils nur ein halbes Bild zu übertragen, spart man bei 1080i Bandbreite. Tests haben aber ergeben, dass 720p subjektiv als genauso detailgenau empfunden wird wie 1080i, bei dem man letztlich ja immer nur 540 Zeilen (pro Halbbild) gleichzeitig sieht. Um die Normendiskussion noch komplizierter zu machen, arbeiten zum Beispiel die meisten Flachbildschirme nach dem Computer-Standard (XGA) und 768 Zeilen. Projektoren wiederum arbeiten in der neuesten Generation wahlweise in 720x1280 oder in 1080x1920, das werden auch die Werte der HDTV-Fernsehgeräte sein.

     

    Produktion

    Auch, wenn die Produkte noch nicht in HD beim Zuschauer ankommen, so haben fast alle TV-Sender hierzulande bereits Produktionen in HD zur Pflicht gemacht. Gemeint sind damit nicht auf Film gedrehte, denn der bot diese Auflösung ab Super 16 aufwärts schon immer, sondern mit digitalen Videokameras aufgezeichnete Projekte. Hier sind DVCPRO HD und HDCAM zu nennen.

     

    Wer jedoch meinen sollte, dass zu Beginn besonders aufwändige, hochwertige Themen in HD gedreht wurden, der täuscht sich: Es waren vermehrt Sitcoms oder Reality-Formate, die mit der neuen Technik aufgenommen werden. Die olympischen Spiele in Athen boten teilweise Bilder in HD an, um den Weltmarkt bedienen zu können. Die Fußball WM 2006 wurde komplett in HDTV produziert. Ob aber die Zuschauer hierzulande diese Qualität auch im Wohnzimmer betrachten konnten, ist fraglich. Dafür hätten Millionen Zuschauer ihre noch funktionierenden Fernseher wegschmeißen und sich teure neue Geräte kaufen müssen, von denen niemand wußte, ob sie einer damals noch festzulegenden Norm entsprechen würden.

     

    Aus der Sicht von Produzenten, die ihre Produkte auch international anbieten wollen, führt nichts an HDTV vorbei. Sie mussten auf HD produzieren, um international auch in Zukunft ihre Produkte verkaufen zu können. Keine Fernsehanstalt kauft mehr neue Produktionen, die in Standard Definition hergestellt wurden. Hier wieder scheinen 24 Bilder/Sek (also 24p)oder innerhalb Europas 25 Bilder/Sek für den internationalen Programmaustausch am geeignetsten zu sein. Von 24 Bildern kann man relativ problemlos auf den US-Standard von 30 TV-Bildern in der Sekunde konvertieren.

     

    Distribution

    Lange Zeit war es ein Spiel zwischen Fernsheveranstaltern und Industrie. Solange es nur wenige Fernsehgeräte am Markt gab, die HDTV abbilden konnten, weigern sich die TV-Sender weitgehend, darüber nachzudenken, HD an die Zuschauer weiterzuleiten. Zudem hatte sich die Industrie lange Zeit nicht geeinigt, in welcher Weise denn die Signale an die Zuschauer weitergeleitet werden sollen. Die Verbreitung von Fernsehgeräten für HD war auch abhängig davon, für welche Norm sich nun die europäischen Länder entscheiden werden. Ungeklärt war auch, ob es, wie in den USA, ein radikaler Wandel zu HDTV würde oder ob, wie es sich viele TV-Veranstalter wünschten, ein Übergang mit Zwischenschritt wird, über ein nochmals verbessertes PAL.

     

    In Zusammenhang mit einem solch gravierenden Schritt an Umstellung gab es besonders in Europa einige Empfindlichkeiten. Schon einmal, Ende der 80er Jahre, hatte Europa versucht, mit D2Mac hochauflösendes Fernsehen in die Wohnzimmer zu bringen und ist grandios gescheitert. Milliarden wurden investiert, bis man erkannte, dass dieses Verfahren nicht am Markt durchsetzbar war. Das lag vor allem an der analogen Technik, die enorme Bandbreite für die Übertragung brauchte, und den fehlenden Flachbildschirmen. Entsprechende Fernseher wären schwer, mit relativ kleiner Diagonale und extrem teuer gewesen.

     

    Senderperspektive

    HD Kamera

    HD-Kamera

    Für die Programmveranstalter ist HD inzwischen etabliert. Sie mussten in neue, teurere Geräte investieren, ohne, dass sie dafür vom Zuschauer mehr Geld erhalten würden. Deshalb haben sie anfangs eher zögerlich in HD investiert. Viele Sender haben einfach die normalen Erneuerungszyklen ihres Equipments abgewartet, um dann beim Neukauf von Kameras, Bildmischern etc. in eine HD-Generation zu investieren.

     

    Aufnahmemöglichkeit

    Für den Heimgebrauch existiert neben dem Computer momentan nur ein einziger Standard, um HDTV aufzuzeichnen: der Harddisk-Rekorder. Hier wurde durch erneute Programmrestriktionen auf Seiten der privaten Anbieter ein Verfahren durchgesetzt, welches es verhindert, Werbeblöcke zu überspulen oder zu schneiden. Hier setzen deshalb viele Anwender weiterhin auf Standard Definition, weil sie so wenigstens in der Lage sind, die Filme von lästiger Werbung zu befreien und Filme archivieren zu können..

     

    Alternative Computer

    Auch, wenn es die Fernsehindustrie gar nicht so gerne hört: Praktisch jeder aktuelle Computerbildschirm kann längst HD darstellen und das in einer Brillanz, die manchen Fernseher alt aussehen lässt. So könnte es über digitale Satelliten-Empfänger-Karten oder auch über HD-DVDs noch vor den Fernsehsendern zu einer weiten Verbreitung von HD-Inhalten auch bei uns kommen. Bereits das Bild von einer Standard-DVD ist besser als das normale Fernsehbild. Eine BluRay vergrößert den Qualitätsabstand noch weiter. So existiert bereits der MS-Media-Player Standard WMV-HD (Windows Media High Definition Video), mit dem eine Auflösung von 720p oder 1080p auf dem Computer (so der Prozessor leistungsfähig und der Arbeitspeicher groß genug ist) abspielbar ist. Quicktime von Apple ist ebenfalls in der Lage, mit HD umzugehen. Ein dritter Codec stammt vom Joint Video Team (JVT), basiert auf MPEG4 und nennt sich H264. Stand-Alone-DVD-Player beherrschen diesen Standard nicht zwingend, erste Geräte kamen Ende 2004 auf den Markt.

     

    Woher auch die HD-Signale stammen, in der näheren Zukunft wird sich das Fernsehprogramm in Richtung HD verschieben.

     

  • Bildseitenverhältnis

    Das Bildseitenverhältnis (Aspect Ratio) beschreibt jenes Rechteck, welches in der Aufnahme- und der Projektion oder Wiedergabe am Fernsehschirm die Bildinformation begrenzt. Die Form unseres Bildausschnitts (Frame) wird wie in der Geometrie beschrieben durch die Proportionen eines Rechtecks. Die Breite geteilt durch die Höhe dieses Rechtecks ist das Seitenverhältnis. Doch es ist viel mehr als nur eine mathematische Formel, im Film hat es mit Philosophie, mit Kosten, mit Enge und Weite, manchmal auch mit Magie zu tun.

     

    Das Seitenverhältnis von Super 8 und Normal 16ist 4 zu 3 oder auch 1.33:1 Bei diesen beiden Formaten kann man das so einfach definieren, denn niemand würde freiwillig von dem ohnehin nicht riesigen Filmbild unnötig etwas verschenken. Manchmal, ganz selten, drehen auch heute noch Filmemacher in 4:3, wie etwa Andrea Arnold. In einem sogar quadratischen Seitenverhältnis wurde über weite Strecken "Mommy" (Regie Xavier Dolan) gedreht.

     

    Academy-Standard

    Bei 35 mm sieht die Sache schon ganz anders aus. Nutzt man auch hier, wie oben erwähnt, die volle Bildfläche aus, so hat man es auch hier mit 1.33:1 zu tun. Dieses Seitenverhältnis wird auch Academy-Standard (1.375:1) genannt. Für reine Fernsehzwecke war dies lange der Standard. Das hat natürlich damit zu tun, dass sich die frühen Fernsehgeräte am Kinostandard damals orientierten und der war in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eben 1.375:1.

    Doch seit High-Definition oder 16:9-Fernsehern (PAL Plus etc.) sind andere Seitenverhältnisse gefragt. Diese liegen mit 1.77:1 recht nahe am Kinostandard.

     

     

     

    Kino

    Im Kino sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Hier gibt es hin und wieder das Breitbildformat 1.66:1. Die Situation eines Kinosaales und der Wunsch reiche, weite Bilder zu erzeugen, haben das Seitenverhältnis 1.85:1 aber zum Standard werden lassen. Die meisten Kinofilme kommen in 1.85:1. Dieses weicht eindeutig von der Bildfläche, die ein 35mm-Filmbild hat, ab. Es nutzt weniger von der Höhe. Um also in 1.85:1 zu drehen, wird in der Kamera (ist nicht zwingend, kann auch im Kopierwerk geschehen) ein entsprechendes Bildfenster eingesetzt, bei dem etwas vom oberen und unteren Teil des Filmbildes abgeschnitten wird. Entsprechend wird auch eine Mattscheibe im Sucher verwendet, bei dem der Bildausschnitt in 1.85:1 eingezeichnet ist.

     

    Schade dabei ist, wie viel Filmmaterial auf diese Weise ungenutzt verschwendet wird. Deshalb gab es schon früher Bemühungen, mit einem „Techniscope“ genannten Verfahren, die 35mm-Norm dahingehend zu verändern, das nicht vier, sondern nur drei Perforationslöcher Filmmaterial bei jedem Bild weiterbewegt werden. Auf diese Weise spart man jede Menge Rohfilm. Der letzte Anlauf in dieser Richtung nannte sich 3Perf. Später im Kino wird dann ebenfalls ein 1.85:1-Bildfenster verwendet.

     

    Breitwand

    Breitwandverfahren wie Cinemascope verbreitern das Bild nochmals und erreichen so 2.35:1. Jedes, von der Fernsehgröße (4:3) abweichende Format erzeugt auf dem Bildschirm die berühmten schwarzen Balken (Letterbox). Breitbildfernseher umgehen dies durch ein entsprechend verbreitertes Format (siehe HDTV). Dort erzeugen dann nur noch Cinemascope-Filme schwarze Balken auf dem Bildschirm.

    Erdacht wurde das Format in den 50er Jahren des letzten Jahrhundert, um gegen die Konkurrenz des Fernsehens neue visuelle Attraktionen bieten zu können.

     

     

     

    Mattscheibe der Kamera

    Bei Filmkameras, oder Videokameras, die einen Spiegelreflexsucher besitzen und mit denen man verschiedene Bildformate verwirklichen kann, lassen sich, wie oben erwähnt, neben den Bildfenstern auch die Mattscheiben auswechseln. Es gibt jedoch auch Mattscheiben, in denen fast alle wichtigen Bildseitenverhältnisse zugleich eingezeichnet sind. Die Mattscheibe sieht dann etwa so aus wie im Bild rechts. Die Arbeit damit ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, man muss sich etwas mehr auf den Bildausschnitt konzentrieren. Deshalb bevorzugen es viele Kameraleute, für das jeweils verwendete Bildseitenverhältnis auch eine eigene Mattscheibe in den Sucher einzusetzen.

     

    Die kombinierten Mattscheiben fanden vor allem Verwendung, wenn in den 90er Jahren ein von den TV-Sendern propagiertes, von den Kameraleuten aber oft als Zumutung empfundenes Denken mit dem fortschrittlichen Namen „Shoot and Protect“ zur Anwendung kam. Dies bedeutete nichts anderes, als dass man die Bildgestaltung für zwei Bildformate gleichzeitig vornehmen sollte. Einerseits für die damals überall gängigen TV-Geräte in 4:3 und andererseits auch für künftige Wiederholungen des gleichen Filmes auf 16:9 (HDTV). Wie das wirklich gehen sollte, für beide Bildformate gleichzeitig eine optimale Gestaltung des Bildausschnitts zu erzielen, hat damals allerdings niemand überzeugend beantworten können.

     

Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.