
Das ist schon eine tolle Nachricht und Überraschung für alle Analog-Filmfans: Kodak bringt auf Wunsch vieler Kameraleute ein neues Filmmaterial heraus, das mehr Kino-Look verspricht. Man kennt das von den Primes,- den Festbrennweiten, in den letzten Jahren kamen immer mehr neue Objektive auf den Markt, die statt höchster Abbildungsleistung wieder mehr Bildfehler und Charakter wie die ZEISS Supreme Primes besaßen. So wie die Hersteller von Objektiven ihre Produkte immer präziser, immer korrigierter und neutraler gemacht haben, so hatte auch Kodak seine Filmmaterialien stets immer mehr in diese Richtung optimiert.
Das Ergebnis war eine starke visuelle Annäherung an das, was man auch mit hochwertigen digitalen Systemen erreichen kann. Doch nicht wenige Kameraleute sehnten sich nach der Art, wie Filmmaterial früher Farben, insbesondere Hauttöne wiedergegeben hat. Nun hat Kodak die Wünsche dieser Kameraleute erhört und das neue VERITA 200D Filmmaterial vorgestellt.
Klassischer Look
Das Material wurde auf Grund von Befragungen und Beratungen unter anderem mit Marcell Rév, dem Kameramann von "Euphoria” entwickelt und Rév hat den neuen Film bereits für die dritte Staffel sowohl in 35mm als auch 65-mm verwendet. Der neue Film ist mit 200 ISO von mittlerer Empfindlichkeit und für Tageslicht sensibilisiert und zeichnet Farben und Hauttöne wieder so auf wie es ältere Filmmaterialien getan haben. Damit unterscheidet er sich von dem perfekten Look von Kodaks modernstem Material, dem VISION3 deutlich.
Und genau das ist ja gewollt, man möchte sich vom digitalen Look mehr unterscheiden, vielen ist der VISION3 zu clean, zu realistisch was den Dynamikumfang und die Farbwiedergabe angeht. Im Prinzip führt der VERITA 200D zurück auf die Kodak-Eastman Materialien der 70er, 80er, 90er Jahre, nicht was die Körnigkeit, aber was das Aussehen und das Gefühl der damaligen EXR-Filme oder auch der ersten Kodak VISION-Filme angeht.
Dabei konnte Kondak aber nicht einfach auf die alten Rezepturen zurückgreifen, weil die Herstellungs,- und Entwicklungsprozesse von damals nicht mehr existieren. Das Material musste also komplett neu entworfen und den alten Looks nachempfunden werden. Dies kommt der zaghaften Renaissance des analogen Films natürlich entgegen und bringt noch mehr klassisches analoges Filmgefühl zurück, als es etwa bei anderen analog gedrehten Filmen der letzten Jahre, wie "Marty Supreme", "Wuthering Heights", "The Drama" oder "Oppenheimer" zu sehen war.
Neben Marcell Rév bei "Euphoria" konnte auch DOP Patrick Scola den VERITA 200D bereits bei "The Death of Robin Hood“ testen.
Hier ein Demo-Video mit dem Material:

