
Erneut beweist Sony mit einer Neuauflage der hochauflösenden Alpha R, welche Video und Foto Qualität in kompakter Form möglich ist. Mit ihrem "stacked" 66,8-MP-Sensor liefert die A7R VI eine hohe Auflösung und die dafür notwendige Auslesegeschwindigkeit, die für 8 K Videos bei 30 B/Sek. und auch für High-End Fotografie benötigt wird. Die besonderen Eigenschaften des Sensors drücken sich auch in seiner Bezeichnung aus, "RS“, bedeutet einerseits "R“ für "rear-illuminated“ (back-illuminated) und "S“ bedeutet Stacked. Das repräsentiert aktuell höchste Sensorqualität.
Reduziert man die Auflösung auf 4K (QFHD: 3840 x 2160) sind Bildwechselfrequenzen von 60 und 120 Bildern/Sekunde möglich.
Signalqualität
Die bei 8K entstehenden Datenmengen kann das interne Processing der Kamera dank dem neuen BIONZ XR2 Prozessor (bisher nur in der Alpha7 V verbaut) hervorragend verarbeiten, standardmäßig nimmt sie in 10-Bit 4:2:2 in allen gängigen Formaten auf, also ordentliche Farbtiefe unabhängig von der Auflösung und der Bildfrequenz.
Mit an Bord ist Sonys XAVC HS mit H.265-Komprimierung, wodurch 8K-Aufnahmen bei vertretbaren Datenraten intern aufgezeichnet werden können. XAVC S wiederrum verwendet H.264, ist also kompatibler, während XAVC S-I All-Intra-Aufnahmen mit Framegenauigkeit möglich macht.
Gespeichert werden kann dank zwei Kartenslots sowohl auf CFexpress Typ A also auch normalen SD-Karten. Letztere sind aber wegen der niedrigeren Geschwindigkeit nicht alle für hochaufgelöste Videos geeignet, je nach Codec kann aber V90 noch genügen. Wenn das Maximum an Qualität gefordert ist, dann kann die A7R VI 16-Bit-RAW über HDMI ausgeben. Mit kompatiblen externen Rekordern sind dann auch ProRes RAW-Workflows möglich, die eigentlich nur großen Kinokameras vorbehalten sind.
Color-Science
Die Color-Science orientiert sich eng an Sonys Kino-Kameras. S-Log3 kombiniert mit S-Gamut3.Cine stellt eine vertraute Umgebung für Koloristen und liefert bis zu 16 Blendenstufen an Dynamikumfang. S-Cinetone hingegen erzeugt bereits in der Kamera ein optimiertes Bild mit kontrolliertem Highlight-Roll-off und natürlichen Hauttönen. Wer schnell hervorragende Ergebnisse braucht, kann darauf setzen.
HLG-Unterstützung sorgt für HDR-fähige Ausgabe für Broadcast- oder Online-Plattformen, für aufwändigeren Workflow liefert LUT-Import und entsprechende Bildkontrolle auf externen Monitoren den Filmteams am Set ein dem späteren Bild sehr nahekommenden Eindruck zu erhalten. Auf Sensorebene, wurden die Schattendetails verbessert und Bildrauschen in schwierigen Lichtssituationen reduziert.

Innere Qualitäten
Die interne Sensorstabilisierung ist auf dem besten Stand, die Stabilisierungsmodi Active, Dynamisch aktiv und Dynamic verbessern die Bildruhe für Handkamera-Aufnahmen deutlich. Eine Precapture-Funktion hilft gerade bei Dokumentarischem, keine wichtigen Momente zu verpassen, weil damit im Standby Modus mehrere Sekunden stets als Schleife festgehalten und im Aufnahmefall vor die beginnende Aufnahme gehängt werden.
Was die Tonaufnahme angeht, so bietet Sony nun auch 32 Bit Recording bis 96 kHz Samplerate an, was größeren Dynamikumfang bietet und praktisch verhindert dass Tonpegel übersteuert. Allerdings wird dafür der optionale Sony XLR-A4 Adapter benötigt.
Der Autofokus, kombiniert mit Echtzeiterkennung von Menschen, Tieren, Insekten oder auch Fahrzeugen aller Art ist über jeden Zweifel erhaben.
Body, Sucher und Akku
Auch wenn es genauso aussieht wie die Vorgänger, das Gehäuse ist etwas tiefer und etwas breiter geworden, aber zumindest das Gewicht ist nahezu gleich geblieben wie beim Vorgänger. Der Sucher hat zwar die gleiche Auflösung, zeigt das Bild aber mit erweitertem Farbraum in DCI P3 und mit höherer Helligkeit.
Ein neuer Akkutyp (NP-SA100) bringt 17% mehr Kapazität, 2.670 mAH, macht aber durch seine neue Bauform die alten Akkus, die lange Zeit verschiedenste Sony-Kameras bedienen konnten, unbrauchbar.
Eine großartige Kamera, die Stand Mai 2026 ihresgleichen sucht. Einziger Wehrmutstropfen ist der Preis, zur Einführung kostet die Kamera knapp über 5000,- €

