Kameradisplay an Filmset

 

Die wenigsten fest verbauten Kameradisplays sind geeignet, das Bild wirklich sauber kontrollieren zu Können, Externe Top-Monitore sind da gefragt. So ganz versteht man das eigentlich nicht, weshalb die Displays hochwertiger Videokameras nicht so gestaltet sind, dass man damit ausreichend genau die wichtigsten Parameter erkennen kann. Noch eindeutiger sieht es bei den DSLR oder Mirrorless-Fotoapparaten mit Videofunktion aus, hier sind die kleinen Displays nahezu ungeeignet, um sinnvoll Filme gestalten zu können.

 

Bereits bei zwei wichtigen Grundvoraussetzungen scheitern die meisten Kameradisplays,- nämlich der Helligkeit, insbesondere bei Außendrehs mit Sonne, bei dem Kontrast und der Auflösung,- wichtige Voraussetzungen für die Beurteilung der Schärfe. Natürlich sind das nicht die einzigen Gründe, die für ein weiteres Display sprechen.

 

Eingebautes Display der Sony F5

Kameraeigenes Display einer Sony PMW F5, die rot eingefärbten Kanten (Focus Assist) zeigen an, auf welchen Objekten die Schärfe liegt

 

Auch damit die Kameraassis wegen der Schärfe, die sie ziehen, das Bild ebenfalls gut beurteilen können, verwendet man bei aufwändigen Dreharbeiten stets externe kleine Monitore. Entweder haben sie eine hohe Leuchtkraft, oder aber man verwendet einen Sonnenschutz (Sun-Hood) um die Displays abzudunkeln.

 

Die Displays verfügen über 1/4 Zoll Gewindebohrungen, um sie an den Kameras zu befestigen, über Akkuschächte für die Stromversorgung und natürlich möglichst vielseitige Eingänge. HDMI, SDI, HD-SDI sind heute die Optionen, oft gibt es das gleiche Display in unterschiedlichen Ausführungen, je nach Anschlüssen. Wollte man alle Normen an einem Gerät unterbringen, bräuchte man allein dafür sehr viel Platz.

 

Darüber hinaus stellen die besseren Bildschirme auch die gleichen Ausgänge oder einen von ihnen zur Verfügung, um das Signal "durchzuschleifen". Das ist sinnvoll, um etwa einen weiteren externen Bildschirm oder auch einen externen Recorder an das gleiche Videosignal dran hängen zu können.

 

Videomonitor von Transvideo

Bild eines Transvideo-Displays mit Histogrammen

 

Einer der ersten Hersteller und nach wie vor eine Referenz war die Firma Marshall. Doch nach und nach gesellten sich viele andere Anbieter hinzu, darunter auch TV Logic, TransVideo, Aja, Cinemartin und andere. Neben einer viel besseren Bilddarstellung glänzen sie mit allerlei Messanzeigen, wie Waveform, Fokus Peaking und Vectorskope.

 

Die Auflösungen müssen nicht denen des Sensors entsprechen, aber höhere Auflösungen erlauben in der Regel auch bessere Schärfebeurteilung. 1280 x 720 Pixel sind bei einem 5 Zoll Bildschirm ein guter Wert. Außerdem kann man diverse Darstellungsoptionen wählen bis hin zu vollständig gespiegelten Bildern. Die Preise waren stets im professionellen Bereich angesiedelt, doch das hat sich inzwischen geändert.

 

Mathias Allary Kamera-Erklärung

Mathias Allary beim Kameraunterricht an einer Sony 4K Kamera. Der oben angesetzte zusätzliche Videomonitor erlaubt der Kamerabühne für Bewegungen mit dem Jibarm, die Bewegung optimal zu koordinieren.

 

Dass hochwertige Lösungen in diesem Bereich gar nicht so teuer sein müssen, beweisen die externen Displays von Drittherstellern wie Small HD, Lilliput, Blackmagic, Ikan etc. Zu den vielfältigen Aufgaben moderner Displays gehört beispielsweise auch die Möglichkeit, Lookup-Tables (LUTs) laden zu können um damit den künfigen Look einer Aufnahme trotz RAW oder irgendeinem LOG anzeigen zu können.

 

Natürlich unterscheiden sich die Displays auch durch die Technologie, OLED, TFT, LCD, je nach Technologie kann man besser oder schlechter seitlich auf das Display schauen und auch die Leuchtstärke variiert. Einige wenige Displays, wie beispielsweise "SmallHD FOCUS BOLT TX/RX" verfügen sogar über eine eingebaute Empfängertechnologie (Teradek) um drahtlos das Bild von einer Kamera empfangen zu können. Damit eignen sie sich auch als kleine Kontrollmonitore für die Regie, falls diese so etwas braucht.

 

Und last, but not least haben viele hochwertige Kameradisplays inzwischen auch Recorder spendiert bekommen und können auf diese Weise gleich das Bild in höherer Qualität als so manche interne Kameraaufzeichnung abspeichern. Auf jeden Fall kann man mit den externen Bildschirmen die Dreharbeit erheblich optimieren, es lohnt sich also, sich die kleinen praktischen Helfer einmal näher anzuschauen.

 

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