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Thomas Geisel, Vater der Regisseurin und Politiker des BSW, im Europaparlament. Copyright: Sommer Slatter Film

 

Bei „Politik ist Persönlich“ ist der Name Programm. Denn während der Film sich thematisch um das politische Klima im kontemporären Deutschland dreht, ist der Film in erster Linie ein zutiefst persönliches Familienportrait.

 

Mehr persönlich als politisch

Als Thomas Geisel, ehemaliger Oberbürgermeister von Düsseldorf, aus der SPD austritt, um Teil des neugegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht zu werden, ensteht ein Riss in der Familie Geisel. Großvater Alfred, selbst treuer SPDler kann seinen Sohn nicht verstehen. Den daraus resultierenden Familienstreit verarbeitet Regisseurin Indira Geisel mithilfe ihrer Kamera. Über eineinhalb Jahre verteilt filmte diese ihre Familienmitglieder bei Gesprächen über Politik. Dabei geht es um Rollenbilder, Geschlechtergleichheit und Klimaschutz. Vor allem aber um Parteipolitik und politische Strategien. Anhand dieser Unterhaltungen beschäftigt sich der Film mit den verhandelten Fragestellungen und untersucht die gegebenen Antworten kritisch. 

 

Familienvideo auf der Leinwand

Zusätzlich enstehen durch die Herangehensweise der Regisseurin viele emotional aufgeladene und berührende Momente, die in Bildern, welche oft an klassische Home-Videos erinnern, eingefangen werden. Hinter der Kamera steht dabei meist Indira Geisel selbst, die auch auch als aktiver Teil des Geschehens auftritt. Die Protagonisten interagieren frei mit ihr, so wie im Alltag vermutlich auch. Somit ermöglicht der Film den Zuschauenden einen ehrlichen und introspektiven Einblick in eine politisch zerrissene Familie und dokumentiert auf eindringliche Weise einen Umstand, den viele Rezipierende auch aus ihren eigenen Familien kennen könnten. Damit bietet "Politik ist persönlich" neben einem klaren Unterhaltungsfaktor, auch Raum zur Reflektion der eigenen Verhaltensweisen im Umgang mit der Verwandschaft. 

Gesehen von Samuel Kindler

 

Hier unser Interview mit der Regisseurin anlässlich des DOK.fests München:

 

 

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