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Ein ungleicher Kampf,- wenn sie gut gemastert wurde, hat die 4K BluRay mehr drauf als gestreamtes 4K (KI-Illustration)

 

Warum die 4K Blu-ray das 4K Streaming um Längen schlägt. Die 4K BluRay wird wenig bis kaum beworben, während die Streaming Dienste ihre hochauflösenden Angebote massiv sichtbar machen. Die Steaming Anbieter werben, nicht zuletzt auch um höhere Gebühren für ihre Abos realisieren zu können, mit ihren 4K Angeboten, doch es muss Jedem klar sein, dass die Bandbreiten, die über das Internet erreicht werden können, höchst unterschiedlich sind und alles andere als perfekt.

Wie schlagen sich die 4K Streaming Angebote eigentlich im Vergleich zu 4K BluRays? Wie sieht das aus, wenn man den gleichen Film als BluRay und als Stream auf dem eigenen Bildschirm anschaut? Gibt es da Unterschiede und wenn ja, wie stark sind diese?

 

Auflösung ist nicht alles

Eigentlich sollte man meinen, die BluRay und der Stream, die beide ein 3840 x 2160 Pixel aufgelöstes Bild anliefern, sollten wenn man hin,- und herschaltet, gleich aussehen. Doch das ist längst nicht so, denn der Fernseher erhält je nach Quelle höchst unterschiedliche Bildinformationen. Denn die rein rechnerische Auflösung von 4K gibt lediglich Auskunft darüber, wie viele Pixel oder das Signal der Bildschirm darstellt. Wie viele der ursprünglich im Film vorhandenen Bildinformationen allerdings dann in dieser Auflösung dargestellt werden oder anders ausgedrückt noch erhalten bleiben, das wird durch die Komprimierung der Daten festgelegt. Außerdem kann HDR einen deutlichen Qualitätsvorsprung bedeuten. Auf so einer UHD-Blu-ray kann HDR10, auch HDR10+ und/oder Dolby Vision verwendet sein. Dadurch wird ein größerer Dynamikumfang und Farbumfang möglich. Insbesondere bei
Spitzlichtern, Sonnenreflexen oder auch dunklen Bildanteilen, werden diese differenzierter wiedergegeben.

 

Bitraten & Co

Während die 4K Ultra BluRay nämlich deutlich mehr Daten und damit Qualität an den Flatscreen liefert, muss der Streaminganbieter die Datenmengen deutlich reduzieren und an die lokalen Gegebenheiten anpassen. Hier kommt es sehr auf die Bitrate an, gemessen in Megabit in der Sekunde, ausgedrückt als Mbps und den verwendeten Codec, also das Verfahren, wie die Daten komprimiert bzw. wiedergegeben werden. Bei der HD BluRay werden bis zu 108 Mbit pro Sekunde an den Flatscreen geliefert, bei der 4K BluRay sind es sogar bis zu 128 Mbit in der Sekunde. Das sind natürlich Spitzenwerte, also das Maximum, bei Einstellungen, die weniger Details in sich tragen kann das auch weniger sein.

Bei den Streamern ist wichtig, dass der gewählte Film auf jeden Fall ohne Datenabbruch läuft, deshalb wird der gleiche Film in verschiedenen Bitraten auf den Servern gehalten und je nach Netzqualität wählt das Programm automatisch die geeignete aus. Die Wiedergabe kann auch während des Schauens zwischen verschiedenen Versionen hin und herwechseln. Bei Netflix ist die Mindestbitrate für 4K 15 Mbit in der Sekunde, also etwa ein Zehntel von dem was die BluRay liefert.

Allerdings muss man auch dazu sagen, dass diese höheren Bitraten bei den BluRays nur dann Vorteile bringen, wenn auch sorgfältig und hochwertig kodiert wurde. Schlecht kodierte BluRays müssen nicht besser aussehen, als hervorragend kodierte Streams.

Die Techniken mit denen Netflix da arbeitet sind sehr elaboriert und höchst effizient, das heißt, so gestaltet, dass wenig bewegte, eher flächige Einstellungen stark, und bewegte und detaillreiche Einstellungen etwas weniger komprimiert werden. Besonders schwierig ist es für Netflix, Filmkorn zu erhalten, denn das ändert sich ständig und wirkt auf den Kompressionalgorithmus wie eine sehr hohe Bildauflösung. Hier werden die Probleme teilweise sichtbar. Auch das sogenannte Banding, wenn eigentlich weiche Übergänge, Verläufe im Bild stufig dargestellt werden.

Es gibt auch Streaming-Dienste wie Sony Pictures Core, welche 4K mit höheren Bitraten streamen, dafür aber auch entsprechend schnellere Internetverbindungen von mindestens 115 Mbit/Sekunde benötigen. Damit soll eine Qualität erreicht werden, die einer BluRay entspricht. Doch davon auszugehen, dass das eigene Netz perfekte Idealbedingungen liefert und maximale Bitraten garantiert, kann man schon eher als Glücksspielstrategie bezeichnen.

 

Qualitätsfaktoren

4K-UHD-Blu-rays können sehr unterschiedlich sein. Die bloße Aufschrift „4K“ auf der Box ist längst keine Garantie dafür, dass die Bild,- und Tonqualität wirklich hochwertig ist. Es kommt natürlich immer auch darauf an wie gut das Ausgangsmaterial, das Mastering, sowie die Daten-Kompression waren.

Manchmal wird für die Erstellung einer 4K BluRay ein 2K Digital Intermediate (DI) verwendet, bei dem die Auflösung gar keine 4K hat sondern nur auf 3840 × 2160 Pixel hochskaliert wird. Das kann dann trotzdem noch hervorragend aussehen, weil weniger Kompression und eine bessere Farbtiefe wirklich sichtbar sind.

  • Die beste Qualität liefert eine BluRay mit "Native 4K", da hatte das digitale Master mindestens 4K oder sogar 6K oder 8K.
  • Etwas geringer ist die Qualität bei "Upscaled 4K" hier kann es sich um 2K Master handeln doch auch das ist den meisten Streaming-Alternativen überlegen.

Besonders Augenfällig sind die Qualitätssprünge, wenn ältere analoge Filme neu eingescannt und remastert werden, wie beispielsweise bei dem Klassiker "Roman Holiday" mit Audrey Hepburn und Gregory Peck. Hier kommt es absolut darauf an, was das Ausgangsmaterial war. Hier kann man unterschiedliche Angaben auf den DVDs unterscheiden.

  • „New 4K restoration“ - Hier wurde 4K Material restauriert.
  • „4K scan from the original camera negative“ - Hier wurde ein 4K Scan vorgenommen, das ist gut, allerdings weiß man nicht ob auch eine optische und akustische Restaurierung stattfand.
  • „Restored from the original negative“. Hier wurde restauriert, man weiß aber nicht in welcher Qualität der Basiscan war.

Zur Restauration gehört auch unbedingt die Tonebene, denn deren Ausgangsmaterial ist oft nur der Lichtton im Original gewesen, der deutlich hörbare Tonartefakte besitzt.

 

Das Thema ist also durchaus komplex, wenn man aber einen 4K BluRay Player besitzt und die Wahl hat, die BluRay oder den gestreamten Film zu kaufen, dann ist die BluRay mit hoher Wahrscheinlichkeit besser. Andererseits ist das Streamen vermutlich günstiger und man muss keine physischen Speichermedien in den Regalen unterbringen. Wer das allerdings liebt, ist mit der BluRay wohl besser bedient.

 

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