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Wem nützt die beste Film-Versicherung, wenn sie nichts bezahlt? (KI-Illustration)

 

Das ist ein heikles Thema und man kann da viele Fehler begehen, deshalb sollte man sich angewöhnen, Kleingedrucktes genauer zu lesen. Als Filmproduktionsfirma muss man mit vielen Risiken umgehen und da klingt es verlockend, wenn man diese durch Versicherungen abfedern kann. Das betrifft beispielsweise die Firmenräume. Dort kann es brennen, es kann eingebrochen und Inventar oder Equipment gestohlen werden und wenn dies der Fall ist, ist es auch mit einem Einnahmeausfall verbunden. Wie wunderbar, wenn man all das mit einer geeigneten Versicherung abfedern kann.

So eine Versicherung, die also Einrichtung-Feuerversicherung, Einrichtung-Einbruchdiebstahlversicherung und Sach/Ertragsausfallversicherung beinhaltet, klingt doch sehr vernünftig. Sollte man meinen. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn Versicherungen wollen vor allem eines,- Versicherungsgebühren einnehmen und möglichst nicht für Schäden aufkommen. Das ist ihr Geschäftsmodell und damit das funktioniert, haben sie so allerlei kleine aber feine Einschränkungen in ihre allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgenommen. Und weil die meisten Kunden schlicht nicht die Zeit oder Lust haben, bis zu 10 Seiten Kleingedrucktes zu prüfen, fällt ihnen gar nicht auf, dass es höchst unwahrscheinlich sein wird, dass ihre Schäden je durch die abgeschlossenen Versicherungen abgedeckt werden.

 

Beispiel Feuerversicherung

Nehmen wir beispielsweise die Einrichtung-Feuerversicherung. Eigentlich sollte einem schon bei dem Namen klar sein, dass damit nur Inventar versichert ist. Brennt aber ein Büro oder eine Wohnung aus, dann sind die Schäden an der Immobilie erheblich. Die sind schon mal gar nicht abgedeckt, weil es sich um eine Einrichtung-Feuerversicherung handelt. Aber ist dann wirklich wenigstens die Einrichtung abgesichert, wenn mal ein Li-Ionenakku, Ladegerät, Kühlschrank oder Gasherd zu brennen anfängt und in Folge auch das Büro ausbrennt? Hier wird es spannend, denn damit dies versichert wäre, müsste die Produktionsfirma:

  • Alle Ladegeräte, Netzkabel und Dockingstationen, die mit Strom aus einer Steckdose (230V) betrieben werden regelmäßig (im Büro meist alle 2 Jahre) von einer Elektrofachkraft oder einer befähigten Person geprüft werden. Denn defekte Ladegeräte können Überspannung erzeugen und so Akkus zum Überhitzen oder Brennen bringen. Falls dadurch ein Feuer ausgelöst wird, verlangt die Versicherung im Schadensfall den Nachweis, dass alle sogenannten "elektrischen Betriebsmittel" innerhalb eines Zeitraums der kleiner als 2 Jahre war, nach DGUV V3 geprüft waren. Hat man keinen solchen Nachweis, kann die Versicherung die Schadensregulierung (die ohnehin nur Inventar betrifft) verweigern. Ach ja und selbst wenn man diese Prüfungen alle zwei Jahre durchgeführt hat ist noch wichtig:  Akkus dürfen nur auf nicht brennbaren Unterlagen geladen werden, also nicht auf dem Schreibtisch oder irgendeinem Möbelstück. 
  • Und wie schaut es mit den Geräten in der Firmenküche aus, die man vielleicht auch für das Low-Budget Catering nutzt? Nun damit eine Versicherung im Ernstfall die Kosten für Inventarschäden übernimmt, müssen auch die Haushaltsgeräte zwingend regelmäßig geprüft werden. Denn Kühlschränke und Geschirrspüler müssen in der Regel alle 4 Jahre durch eine Elektrofachkraft geprüft werden in feuchteren Umgebungen sogar alle 12 Monate. Kaffeemaschinen/Mikrowellen müssen in Büros alle 2 Jahre geprüft werden. Sonst entfällt der Versicherungsschutz. Ach ja und Gasherde, Leitungen, Schläuche und Sicherheitsventile von Gasherden müssen einmal jährlich auf Dichtigkeit, Verschleiß und ordnungsgemäße Funktion geprüft und zertifiziert werden.

Ja und wenn eine Produktionsfirma all diese Überprüfungen regelmäßig durchführen lässt, dann könnte es durchaus sein, dass die Versicherung im Schadensfall und natürlich jede Fahrlässigkeit ausschließend, für die Schäden aufkommt, aber nur dann und natürlich auch nur für Gegenstände die in der Versicherungspolice aufgelistet sind. Diese Liste muss man nämlich regelmäßig aktualisiseren. Sonst sind vielleicht nur Geräte oder Möbel versichert, die man längst nicht mehr besitzt und die vielleicht vor 10 Jahren aktuell waren.

Man muss es sich also gut überlegen, ob das Investment von ca. 4-500 Euro pro Jahr in solch eine Firmenversicherung sich lohnt und ob man all die Überprüfungen, die da eingefordert werden, auch tatsächlich sicherstellen kann. Keine leichte Abwägung und nicht jede Versicherung ist unsinnig. Bei Filmen, insbeesonder bei den Dreharbeiten kann vieles schiefgehen. Vielleicht gibt es andere Versicherungen, die vor allem konkret bei einem Dreh, die Risken besser und zuverlässiger abfedern können, schenken tun einem Versicherer allerdings nie etwas.

 

Thema: Produktion Dieser Beitrag gehört zum Themenbereich Produktion. Mehr zur Produktion
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