
Sie haben die Bildqualität revolutioniert, fast perfekt wäre da nicht das Risiko des "Einbrennens". Wie groß ist es wirklich? OLED ist die Abkrüzung für Organic Light Emitting Diodes, also organische lichterzeugende Dioden und diese Technologie sorgt dafür, das nicht mehr Gruppen von LEDs sondern jede einzelne LED in ihrer Helligkeit angesteuert werden kann.
Wenn man es ganz genau nimmt, so sind pro Bildpunkt drei oder vier einzelne organische Leuchtdioden im Einsatz, meistens eine Rote, eine Blaue, eine Grüne und eine Weiße. Während bei LCD Displays ständig eine Hintergrundbeleuchtung im Einsatz ist, können OLED Leuchtdioden komplett abgeschaltet werden, sie liefern also echtes Schwarz.
Das ist eine perfekte Lösung dafür, größere Kontraste, schnelle Bildwiederholfrequenzen und weite Betrachtungswinkel zu ermöglichen. Leider hatten die frühen OLED-Fernseher mit erheblichen Nachteilen zu kämpfen. Der wahrscheinlich größte Nachteil ist das "Einbrennen", auch Burn-In genannt, bei dem auf OLED-Displays Bilder zurückbleiben können, die längere Zeit unverändert und kontrastreich waren. Sie bleiben auf dem Bildschirm wie Geisterbilder, auch wenn längst ganz andere Inhalte gezeigt werden.
Warum Einbrennen entsteht
Organische Bildpunkte oder genauer gesagt Dioden von OLED, sind sensibler als ihre synthetischen Kollegen in den LED Bildschirmen. Weil OLED-Bildschirme keine zusätzliche Lichtquelle (Hintergrundbeleuchtung von Pixelgruppen) nutzen, produziert jedes OLED Pixel selbst das Leuchten oder auch das Nichtleuchten (Schwarz). Das macht größere Kontraste möglich, klarere Bilder und Farben. Jedes einzelne Pixel muss dafür individuell mehr oder weniger direkte Energie zugeführt bekommen und wenn dies für längere Zeiträume andauert, ohne sich zu verändern,- wie etwa bei einem Foto oder dem Bildschirmmenü, kommt es zu einer ungleichmäßigen Abnutzung der organischen Leuchtdioden. Es können geisterhafte Reste dieser ungleichmäßigen Nutzung zurückbleiben.
Das Riskio ist besonders hoch bei älteren OLEDs vor allem bei hoher Helligkeit, weil dies die Dioden erhitzt und heißere Dioden schneller altern bzw. sich verschlechtern. Ein kontrastreiches Standbild mit hellen Bildanteilen oder kontrastreiche Senderlogos, Programmmenüs, Nachrichten-Ticker manchmal sogar Untertitel. Schwarze Balken aus von Letterbox-Filmen oder 4:3-Seitenverhältnissen können bereits die OLED Panels beeinflussen, da diese Pixel nicht abnutzen, während andere es tun. Auf diese Weise können statische Bilder, wenn sie längere Zeit auf Ihrem Bildschirm sind, geisterhafte Spuren auf einem ansonsten lebendigen OLED-Display hinterlassen.
Eine andere Schwachstelle besteht darin, dass die blauen OLED Dioden schneller altern als die übrigen Farben. Man versucht das durch aufwändige Kompensationssteuerungen auszugleichen.
Reale Szenarien
Diese Schwachstelle von OLEDs ist von den Herstellern über die Jahre immer besser kontrolliert worden, die meisten OLEDs warnen ihre User zudem vor Einbrennen, wenn länger Zeit statische Inhalte erscheinen und wechseln automatisch auf einen Bildschirmschoner um. Außerdem sollte man nicht gleich in Panik geraten, wenn mal einige Minuten lang ein statisches Bild auf einem neueren OLED erscheint. Selbst mehrere Stunden sollten in der Regel keinen Schaden anrichten. Es gibt Testreihen, die besagen, dass Einbrennen erst nach mehreren Tausend Stunden auftritt, wenn in der Zeit keine Bildwechsel stattfanden bzw. nie umgeschaltet wurde, sodass Senderlogos oder Textbänder stets an der gleichen Stelle verblieben.
Man darf also vorsichtig entwarnen. Natürlich weisen die Hersteller auf die mögliche Gefahr des Einbrennens hin, allein schon um Reparatur-Forderungen zu entgehen, doch real ist die Gefahr sehr gering. Moderne OLED-Displays besitzen Funktionen, welche die Wahrscheinlichkeit eines Einbrennens reduzieren sollen. Automatische Bildschirmschoner verhindern das Einbrennen effektiv, oder auch automatischer Pixel-Shift- und Panel-Noise- (Bildrauschen) Funktionen, die das Bild regelmäßig leicht verschieben oder zurücksetzen, wirken recht zuverlässig. Manche Displays erkennen sogar automatisch die Helligkeit statischer Logos und regeln deren Helligkeit herunter. Automatische Panel-Aktualisierung wirkt ebenfalls.
Wer seinen OLED also gut behandelt und ein paar Dinge beachtet, wird sich lange über ein hervorragendes Bild freuen können. Wegen ihrer großartigen Bildwiedergabe werden OLEDS übrigens auch häufig als kalibrierte Referenzmonitore in der Postproduktion, beim Color Grading und bei der Qualitätskontrolle eingesetzt.
