
Regisseur: Pedro Álmodovar
Darsteller: Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez Gijón
Filmlänge: 111 Min.
Kinostart: 30.07.26
In “Bitteres Fest” erkundet der spanische Autorenfilmer Pedro Álmodovar seine eigene Profession und den filmischen Schaffensprozess.
„Bitteres Fest“ ist nicht nur der Titel des neuen Álmodovar-Films sondern auch der Titel des Films im Film. Diesen schreibt nämlich die Hauptfigur Raúl Durán (Leonardo Sbaraglia) über den Handlungszeitraum des Films. Es soll nach vielen Jahren Schaffenspause sein dritter Film werden und enthält viele autobiografische Details, welche im Verlauf der Rahmenhandlung zu Komplikationen in seinem sozialen Umfeld führen werden. Das besagte Drehbuch der Hauptfigur verfilmt Álmodovar als Binnenhandlung von „Bitteres Fest“. Es erzählt als Spiegelung der Rahmenhandlung von einer Regisseurin, die an ihrem dritten Film schreibt und sich aufgrund autobiografischer Elemente im Drehbuch mit ihrer Freundin zerstreitet.
Der Film zeigt also zwei Variationen der gleichen Geschichte. Es spiegeln sich nicht nur viele Plotpoints, sondern auch die Figuren zwischen den beiden Handlungsebenen. Aus diesen Relationen und die somit verschobenen Kontexte der einzelnen Geschehnisse, zieht „Bitteres Fest“ eine besondere Spannung. Durch die Erzählstruktur können die thematischen Schwerpunkte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.
Es ergibt sich also einen vielschichtige Verhandlung von Trauer, Trauma, Schuld und vielfachen Facetten des kreativen Schaffens. Dabei bleibt sich Àlmodovar in Sachen Tonalität ganz treu: die vielen schweren Themen treffen im Film wiederholt auf surreale Situationskomik und erzeugen in dieser Wechselwirkung einen pointierten schwarzen Humor.
„Bitteres Fest“ ist erzählerisch wie emotional komplexes Kino für Arthouse Publikum. Wer sich darauf einlassen will, sollte einen Kinobesuch nicht scheuen.
Gesehen von Samuel Kindler
