Spy Kids 4: Alle Zeit der Welt
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Spy Kids 4D: Alle Zeit der Welt USA 2011, 89 Min REGIE: Robert Rodriguez
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Regie: Robert Rodriguez
Kinostart: 03. Mai 2012
„4D" prangt auf dem Filmplakat des vierten Teils von „Spy Kids" und verspricht vierdimensionales Kino-Vergnügen. Das Wundermittel, das die vierte Dimension der Wahrnehmung schaffen, und ein junges Publikum ins Kino locken soll, nennt sich klangvoll „Aroma-Scope". An der Kinokasse erhält man vor dem Film eine Karte, auf der in kleinen Feldern Zahlen stehen. Erscheint diese Zahl auf der Leinwand, ist man aufgefordert, das jeweilige Feld zu rubbeln, was einen zur Szene passenden Geruch freisetzen soll. Ein interessanter Ansatz. Doch kann dieses System wirklich überzeugen?
In „Spy Kids: Alle Zeit der Welt" stiehlt ein Bösewicht der Menschheit symbolträchtig die Zeit. Diese beginnt damit, für die Menschen immer schneller zu vergehen. Eine junge Mutter und Spionin ist die einzige, die die drohende Apokalypse aufhalten kann – mithilfe ihrer Stiefkinder.
Für den vierten Teil wurden die Rollen der „Spy Kids" neu verteilt. Der Letzte Spy Kids Teil lief vor 9 Jahren und das damalige Kinopublikum ist der heutigen Zielgruppe entwachsen, was eine Kontinuität der Protagonisten überflüssig macht. Ähnlich verhält es sich mit der Handlung. Eigentlich schon abgedroschene Konzepte und Ideen wurden einfach wiederaufbereitet.
Größter Pluspunkt des Films ist die visuelle Ästhetik, die knalligen Farben dürften Kindern ebenso gefallen, wie die cool aussehenden Gadgets und Animationen. Die 3D-Brillen Optik ist war nicht besonders spektakulär aber hat eine Existenzberechtigung.
Und kann „Aroma-Scope" etwas zum Kino-Erlebnis beitragen? Nein. Im Gegenteil. Die Geruchskarten sind im Kino höchstens ein Ärgernis. Wozu auf einer Karte rumrubbeln, die einem weißmachen will, dass gebratener Speck wie ein Haufen chemisch aromatisierter Süßigkeiten riecht. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die Karte uniform parfümiert war, denn alles riecht irgendwie gleich.
Der Eindruck von „Spy Kids 4D" ist kein guter aber auch kein richtig schlechter. Es ist ein typischer Rodriguez-Film, überladen und trashig, ein „Machete" für Kinder. Der Film kommt allerdings bei weitem nicht an seine Vorgänger heran.
Ferdinand Kainz
St. John's Wort
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St. John's Wort J 2001 REGIE: Ten Shimoyama
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Regie: Ten Shimoyama
Der Videospieldesigner Kohei (Yoichiro Saito) und seine Ex-Freundin Nami (Megumi Okina) wollen sich für ein Computerspiel Inspirationen in einem abseits gelegenes Haus holen. Alles auf eine Digitalkamera aufzeichnend durchstreifen sie das Gebäude und finden dabei immer mehr Indizien auf Namis Vergangenheit. Es handelt sich um ihr Geburtshaus, das einst von ihrem Vater, einem exzentrischen Künstler, bewohnt wurde. Langsam deutet immer mehr auf ein schreckliches Geheimnis hin, das sich in dem Haus und somit auch in Namis Vergangenheit verbirgt...
Gleich am Anfang des Filmes wird der Zuschauer in einen Sog von surrealistischen Bildern, hektischen Kamerabewegungen und grellen Farben gezogen. Diese extreme Darstellung wirkt erst sehr experimentell, fügt sich dann aber gut in den Verlauf der Geschichte ein. Der Aufbau des Filmes ähnelt einem Computerspiel, man wird den Gedanken einfach nicht los, dass die beiden Protagonisten sich in einem digitalen Horror-Action-Adventure à la „Resident Evil" befinden. Die Story ist eigentlich schnell abgehandelt und an sich nichts besonderes, doch die Umsetzung ist sehr gut gelungen. Regisseur Ten Shimoyama schafft auf einfach Weise eine düstere Grundstimmung und vermischt dabei reale und digitale Welten. Unterstützt durch die wackligen Handkamera-Bilder und die hervorragenden Geräuscheffekte erzeugt der Film eine beklemmende Atmosphäre, manchmal etwas durchschaubar aber durchaus funktionierend. So sieht das Kino des 21. Jahrhunderts aus.
Michael Metz




