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Zeitraubende Routineaufgaben werden künftig bei Premiere Pro zunehmend von der KI übernommen (KI-optimiertes Foto)

 

Adobe hat im Vorfeld der IBC 2026 weitere KI-Tools angekündigt, welche die Filmbearbeitung optimieren können. Jeder kennt das vom Filmschnitt,- es gibt je nach Projekt eine Vielzahl von Herausforderungen, bei denen man die Schwächen des gedrehten Materials ausbessern muss. Ob es Störungen im Bild oder Ton sind, fehlende Einstellungen, ungenügende Längen, - viel Zeit geht für Optimierungen verloren, in der man eigentlich eher gestalterisch arbeiten sollte.

Genau dort setzen die neuen Tools dank Künstlicher Intelligenz an, die Adobe nun für Premiere Pro und After Effects angekündigt hat. Sie sollen aktiv dabei helfen, technische Abläufe und Aufgaben, welche für die Umsetzung einer filmischen Idee notwendig sind, zu reduzieren.

 

Generative KI

Was fehlende Aufnahmen oder Bildoptimierungen angeht, so sind Editor*Innen künftig in der Lage, direkt aus Premiere Pro heraus Video- und Tonelemente zu generieren. Dafür wählt man einen Bereich in der Timeline, beschreibt als Sprach,- oder Textprompt, was man benötigt, und kann die generierten Medien, wie jeden anderen editierbaren Clip hinzufügen. Dafür kann man, so wie man es schon von externen Generatoren kennt, mit Referenzbildern und Tönen arbeiten, das Programm sorgt dafür, dass sich alles perfekt in die vorhandenen Einstellungen einfügt. Für die Generierung kann man zwischen Adobe Firefly, Veo, Kling, Runway und Luma wählen.

Auf der Tonseite ist das "Generate Sound Effects" Tool in der Lage, Töne direkt in der Timeline zu erzeugen, dafür können per Spracheingabe durch die Stimme Vorgaben für Rhythmus, Timing und Intensität gemacht werden. Das betrifft Soundeffekte oder Atmos und selbst Filmmusik sollen per "Generate Soundscape" hergestellt werden. Die KI analysiert bereits vorhandene Aufnahmen, dies kann auch ein stummes Bild sein und generiert dazu passende Tonebenen.

Dies wird sicherlich nicht für aufwändige Kinoprojekte ausreichen, doch für zeitkritisches, schnelles Erstellen von Beiträgen, Imagefilmen, Spots etc. könnten derartige Tools eine große Hilfe werden.

 

After Effects

Für sein Trick,- und Animationsprogramm hilft ein KI Assistent dabei, Projekte leichter und schneller zu bearbeiten. Der Assistent nimmt den Usern komplexe Arbeitsabläufe ab indem er natürlich sprachliche Prompts in einem Projekt ausführt. Selbst große Projekte mit zahlreichen Layern können so organisiert, technische Probleme behoben werden ohne dass die User von Hand Befehlsketten nacheinander abarbeiten müssen. So werden Anwender von Abläufen und organisatorischen Aufgaben entlastet und können sich mehr auf die Gestaltung konzentrieren.

 

Audio-Optimierungen

Wie oft sind Audio-Aufnahmen problematisch? Im Arbeitsprozess der Postproduktion gibt es dafür sogar den Begriff "Töne putzen", eine aufwändige, zeitraubende Tätigkeit. Hier greifen zahlreiche Reparatur-Tools, wie etwa "Enhance Audio" welches die bereits vorhandene Enhance Speech-Technologie deutlich erweitert.

Sie kann künftig unerwünschte Elemente entfernen oder dämpfen und eigentlich auf einer Spur kombinierte Elemente trennen. Letzteres ist spannend, wenn mehrer Personen übereinander gesprochen haben. Die Funktion "Separate Crosstalk" hilft, diese Stimmen auf unabhängige Spuren zu verteilen, was das Bearbeiten und Mischen deutlich vereinfacht. Damit lassen sich die verschiedenen Tonebenen eines Films besser aufeinander abstimmen.

Zusätzlich helfen Tools wie "Dynamic Auto Ducking" Hintergrundmusik und anderes immer dort abzusenken, wo gesprochen wird. Auch Veränderungen der Länge von Tonspuren können ohne Änderung der Tonhöhe und Klanglichkeit vorgenommen werden.

 

Fazit

All diese Tools können kleine oder auch größere Lebensretter im Produktionsalltag sein. Wie so oft kommt es darauf an, wie realistisch sie wirken werden, wie sensibel man sie einsetzt ohne dass in den Zuschauern das Gefühl aufkommt, synthetische Ware vorgesetzt zu bekommen. Und natürlich macht es wenig Sinn, wenn künftig in vielen Filmen ähnliche Bild,- und Tonelemente aus den Materialarchiven von Adobe auftauchen werden. Hier wird das echte, möglichst fehlerfrei und individuell aufgenommene Material stets überlegen sein.

Die Editoren, die Kreativen sind also weiterhin als sensible und kritische Entscheider gefragt, ihnen werden allerdings einige Routineaufgaben abgenommen.

 

Thema: Postproduktion Dieser Beitrag gehört zum Themenbereich Postproduktion. Mehr zur Postproduktion
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