
Ein neuer Codec verspricht die Vorteile von RAW mit sofortigen Abspiel,-und Editiermöglichkeiten ohne Wandlung zu verknüpfen. Apple hat durch seine Rückentwicklung von FinalCut Pro vom Profiformat zum Allerweltsschnittprogramm FinalCut Pro X viele Proficutter verloren. Mit dem Versprechen, einen hocheffizienten Codec anzubieten, der es erlaubt, das Material sofort in der Timeline zu bearbeiten und dennoch alle Optionen für Farbkorrektur etc. zu behalten, versucht Apple wieder Boden bei den Schnittprogrammen zurück zu erobern.
Hocheffizientes Kodieren und Decodieren in 12 Bit, auch in 4K und sogar bis hinauf zu 8K erlaubt kleinere Dateien als unkomprimiertes RAW oder auch CinemaDNG. Die Dateien sollen sogar kleiner sein als ProRes 4444.
Details
Was macht eigentlich dieser Codec, wie funktioniert die Komprimierung und welche Vorteile bietet sie? Da werden einem immer neue Abkürzungen und Begriffe um die Ohren gehauen, doch was steckt da eigentlich dahinter?
ProRes RAW ist im Prinzip ein ProRes, bei dem allerdings keine farbigen RGB Videobilder komprimiert werden, sondern Schwarzweiß-Videobilder. Die Verwandlung in Farbaufnahmen ist dadurch möglich, dass der Kompressionscodec zusätzlich abspeichert, welche individuellen Sensel oder lichtempfindlichen Dioden auf dem Sensor für welche Farbe sensibilisiert wurden. Denn bei Ein-Chip Videokameras liegen ja die verschiedenen Farbmessungen des aufzunehmenden Bildes dicht nebeneinander und sind durch Farbfilter die aufgedruckt sind, definiert.
Das Besondere an ProRes RAW ist also, dass man vor dem sogenannten Debayering,- der Auswertung der Farbinformationen, komprimiert. Auf diese Weise kann der Codec mit nur einem Drittel der Daten auskommen. Die Datenmenge ist noch abhängig von dem gewählten ProRes RAW Modus, ob normal oder HQ.
Das ist keine völlig neue Erfindung, andere Codecs wie etwa der von RED, arbeiten ähnlich. Auf jeden Fall ist das ein großer Vorteil, weil weniger Daten anfallen und weil man damit auch besser in der Postproduktion arbeiten kann. Damit die Kameras damit arbeiten können, ist nicht wenig Rechenleistung von Nöten und auch die Schnittrechner sollten mit ausreichend Rechenpower und schnellen Grafikkarten bestückt sein. Mit FinalCut ProX kann man die Codecs nativ bearbeiten. Verlustfrei ist das alles nicht, doch die Bildinformationen, die weggelassen werden, sind angeblich so, dass der Zuschauer sie nicht vermisst oder ihr Fehlen nicht bemerkt.
Mehr Infos zu ProRes RAW: https://www.apple.com/final-cut-pro/docs/Apple_ProRes_RAW_White_Paper.pdf
