
Aktuell werden die Karten für den Markt der kreativen Werkzeuge neu gemischt und Adobe muss sich verteidigen. Über mehrere Jahrzehnte hat es Adobe mit Programmen wie Photoshop, Premiere Pro, After Effects etc. zum Marktführer geschafft und das nicht zuletzt auf Grund der hohen Qualität und der kontinuierlichen Weiterentwicklung aller Programme. Auch der Austausch zwischen den unterschiedliche Tools der "Creative Suite" genannten Paketlösung ist vorbildlich.
Allerdings hat Adobe seine Marktmacht auch ausgenutzt und seine User finanziell in Fesseln gelegt. Aus den früheren Software-Lizenzen und einzelnen Versionsnummern wurde ein hochpreisiges Abo-Modell was nicht nur auf Freunde gestossen ist. Aber wer den Branchenstandard definiert, hatte viele Jahre eine unverhandelbare Preishoheit. Da sie in verschiedenen Bereichen Programme ohne ernstzunehmende Konkurrenz angeboten haben, konnten sie von jedem Nutzer lebenslange Monatgsgebühren verlangen. Einstmals ernstzunehmende Konkurrenten, wie das vektorgrafikbasierte Corel Draw haben nur geringe Marktanteile.
Nun aber zeichnet sich ab, dass verschiedenste Unternehmen den Kundenstamm von Adobe ins Visier genommen haben und mit vergleichbaren, nicht unbedingt besseren, aber ausreichend guten Lösungen dagegenhalten und mit niedrigeren oder sogar kostenlosen Angeboten locken.
New Kids on the Block
- Bildgeneratoren der verschiedenen KI-Anbieter und Bearbeitungsmöglichkeiten mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz, die Adobe ja seit wenigen Jahren ebenfalls zum festen Bestandteil der Creative Suite gemacht hat und kontinuierlich ausbaut, erledigen inzwischen viele Jobs, für die man früher die Creative Suite verwendete.
- Unter den Konkurrenzangeboten finden sich alte Bekannte, wieder, wie etwa DaVinci, die mit einer Fotobearbeitung ihrer Suite, die in der Lite-Version kostenlos ist, ein wichtiges Gegengewicht zu Photoshop hinzugefügt haben. Damit stehen wichtige Fotobearbeitungsfunktionen wie Farbkorrektur, Maskenstools und Importunterstützung für Apple-Fotos und Lightroom Catalog-Dateien zur Verfügung.
- Das unter Profis durchaus bekannte Motion-Desing Programm Autograph, welches von den Möglichkeiten her Adobe After Effects ähnelt. Es gehört seit 2025 zum Cinema 4D-Hersteller Maxon kommt 2026 als kostenlose Software wieder heraus. Es kam 2023 auf den Markt und die zeitlich unbegrenzte Einzellizenz kostete rund 1800,- US Dollar. So ganz identisch sind die Fähigkeiten mit denen von After Effects nicht, aber die Animations- und VFX-Tools sind beachtlich.
- Ein weiteres Konkurrenzprodukt zu After Effects, Calvary wird von Canva als Vollversion kostenlos angeboten. Canva hat bereits mit Affinity ein Paket im Angebot welches ähnliche Funktionen wie Adobes Illustrator, Photoshop und InDesign kostenlos anbietet.
Alternativen
- Procreate ist ein nicht zu unterschätzendes Programm für IPads und kann hochwertige Ainmationen und Illustrationen gegen einmaligen Lizenzkauf bieten.
- Blender, ist bereits ein Klassiker und hat als kostenlose Open-Source-Software Suite selbst in Oscar-prämierten Filmen Qualität bewiesen.
- Und auch Apple bietet mit der Creator Studio-Suite ein Paket an Bearbeitungs-Programmen, darunter Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage. Obwohl nicht gerade für Niedrigpreise bekannt, liegt das Abo für die Creator-Suite mit knapp 13 USD doch massiv unter der Creative Suite von Adobe.
Bewegte Zeiten
Ob es der Konkurrenz gelingen wird, Adobe singnifikante Marktanteile abzujagen, wird sich zeigen, letztlich wird auch sie Qualität der Ergebnisse eine Rolle spielen, da verfügt Adobe über hervorragende Codecs und Technologien. Sicherlich mag sich nicht Jeder darauf einlassen, seine oft jahrelangen Lernprozesse im Handling der Adobe Programme einfach so über Bord zu werfen und andere Programme zu erlernen von deren langfristiger Entwicklung und Zukunftssicherheit man nichts weiß. Auch sind die Bild,- und Videoarchive von Adobe, welche garantieren, dass die KI auch tatsächlich auf lizensiertes Material zurückgreift, ebenfalls nicht zu unterschätzen. Zudem existieren zu den Adobe Produkten unzählige Tutorials, Fachbücher und Videos, es gibt da ein ganzes Universum an Informationen.
Die Qualität der Adobe-Produkte ist über jeden Zweifel erhaben, doch das Geschäftsmodell wird aktuell so massiv angegriffen wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens.

