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Elsa & Fred 108 Min., Spanien/Argentinien 2005 REGIE: Marcos Carnevale DARSTELLER: China Zorrilla, Manuel Alexandre, Blanco Portillo |
Regie: Marcos Carnevale
Kinostart: 13. April 2006
Elsa ist eine 82jährige, impulsive Argentinierin voller Lebensfreude. Seit ihrer Jugend träumt sie davon im Fellini-Klassiker "La Dolce Vita" anstelle von Anita Ekberg im Brunnen zu stehen und geküsst zu werden.
Wie das Schicksal es so will, findet sie den potentiellen Part für die männliche Rolle in ihrem neuen Nachbarn Alfredo.
Alfredo ein gutmütiger Witwer, der immer pflichtbewusst so gelebt hat wie von ihm erwartet, macht es Elsa und ihren Annäherungsversuchen zunächst nicht leicht. Er spürt kein Verlangen nach Veränderung und möchte am liebsten allein mit seinem Hund gelassen werden.
Eine Herausforderung für Elsas Temperament... Schließlich entwickelt sich eine Romanze zwischen den beiden die von ihrem Umfeld zunächst mit Skepsis beobachtet wird, der dies jedoch herzlich wenig ausmacht.
"Elsa & Fred" ist ein erfrischend lebendiges Plädoyer an die Liebe, selbst dort wo sie nimmermehr zu erwarten ist. Schön ist es einmal zu sehen zu bekommen, dass "die Alten" eben doch erwachsen sind.
Die einfache Story verläuft nicht ganz ohne Kitsch, der in Anlehnung an die Brunnenszene Fellinis vielleicht aber sogar angebracht ist.
Die beiden Hauptdarsteller überzeugen in sehr unterschiedlichem Charme und Charakterstärke und machen den Film zu einer Hommage an das Leben und die Liebe.
Gesehen von Franziska Hoenisch
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en garde 94 Min., Deutschland 2004 REGIE: Ayse Polat |
Regie: Ayse Polat
Kinostart: 09. Dezember 2004
Alice wird als 16jähriges Mädchen in ein katholisches Erziehungsheim gesteckt. Ihre Mutter hatte sie mit 16 Jahren gezeugt und weiß nicht, wer der Vater ist. Alice ist ein introvertiertes scheues Mädchen, das unter Hyperakusis leidet, also die Umgebungsgeräusche sehr viel intensiver und aufdringlicher wahrnimmt. Sie wird schnell zur Außenseiterin im Heim, nur Berivan, ein kurdisches Mädchen, schließt mit ihr Freundschaft. Diese Freundschaft wird allerdings vor allem durch Alices Verhalten gefährdet. Sie weiß als einzige, dass Berivan sich eigentlich illegal in Deutschland aufhält, da sie sich auf der Flucht - ihre Eltern sind beide tot - kurzzeitig in Rumänien aufhielt. Berivan verliebt sich in einen Jungen, den Alice aus früheren Zeiten kennt. Alice wird eifersüchtig und droht ihr, das Geheimnis an Schwester Clara, die Aufseherin des Heims, zu verraten. Die Situation eskaliert schließlich.
Die Thematik des Films ist originell, wirkt allerdings etwas konstruiert. Auf der Tonebene sind sehr gute Ansätze zu finden, die man durchaus noch umfangreicher und intensiver hätte gestalten können, besonders in Hinblick auf die Hyperakusis. Die schauspielerische Arbeit ist in Anbetracht der "newcomer"-Besetzung gut gelungen, ein paar Szenen wirken leider ein bisschen lächerlich. Alles in Allem handelt es sich aber um ein gelungenes Stück deutschen Film, der sich in seinem Segment behaupten kann.
Fazit: eine von Emotionen getragene Geschichte, die interessant anzuschauen ist, die man nicht unbedingt gesehen haben muss, einem aber lange im Gedächtnis bleibt. Ayse Polat hat es geschafft, die Thematik sehr gut auf die Leinwand zu bringen.
Gesehen von Daniel Betz