
Ein Open Source Projekt greift die Creative Cloud (Ursprünglich mal Creative Suite) an und bietet erstaunliche Alternativen. Die Creative Cloud von Adobe ist in vielen Bereichen so etwas wie der De-Facto Standard geworden. Seit Adobe auf das Abo-Modell umgestellt hat, muss man das Abo sogar weiterführen um auf bisher bearbeitete Projekte später einmal zugreifen zu können. Und billig ist das Abo nicht, viele Kreative Newcomer können sich die Software gar nicht leisten. Manche Kreative fühlen sich angekettet an das Abobe Ökosystem.
Da lässt ein Open Source Projekt aufhorchen, welches praktisch alle Creative Cloud Programme in ähnlicher Weise anbietet und was besonders spannend ist, deren Formate auch öffnen und weiter bearbeiten kann. Bei der Entwicklung dieser Programme kam Künstliche Intelligenz (Opus 5.5) zum Einsatz, wodurch eigener Programmcode geschrieben wurde, man also nicht auf Adobe Patente zurückgegriffen hat. Das ist umso spannender, weil es für Lightroom, Photoshop, PremierePro und mehr Open Source Alternativen mit sehr ähnlicher Bedienphilosophie erschaffen hat. Diese nennen sich dann entsprechend PhotoCraft, VectorCraft, LightCraft, FilmCraft PrintCraft, EffectCraft und DesignCraft.
Verärgerung als Ausgangspunkt
Hinter diesem Projekt steckt der Softwareentwickler Brandon Thomas der den Kreativen wieder Autonomie und Unabhängigkeit von Adobe Abos geben möchte. Tatsächlich entstand dieses Projekt wohl aus seiner Verärgerung über Adobe, die ihm mehrfach eine „cancellation fee“ in Rechnung gestellt haben. So hat er zunächst für sich und Freunde begonnen, mit Hilfe modernster Coding-KIs die Programme in einer anderen Programmiersprache zu bauen. So entstehen diese Alternativen in der Programmiersprache RUST.
Dahinter steckt ein Stück weit auch die Vision, Vieles, wo sich in den letzten Jahrzehnten nahezu konkurrenzlose Monopole entwickelt haben, wieder zu demokratisieren. Seine Vision ist es, auch Suchmaschinen, Handys, Clouds und mehr durch offene Alternativen zu ersetzen und damit das Internet wieder zurückzuerobern. Wie genau diese Konzerne auf deratige Befreiungsversuche reagieren werden, bleibt abzuwarten.
Alpha und Beta Stadium
Aktuell sind diese Programme noch im Alpha-Stadium, das heißt, sie enthalten noch einige Bugs, haben Fehlfunktionen und werden weiter optimiert, doch bereits diese Vorversionen sind beeindruckend. Vor allem, wer die bisherigen Creative Suite Programme kennt, findet sich auch sofort in den neuen Alternativen zurecht, auch die Untermenüs sind ähnlich aufgebaut. Selbst die Shortcuts sind weitgehend ähnlich geblieben. Allerdings bieten die Artcraft Alternativen noch keine Einbindung Künstlicher Intelligenz in die Werkzeuge an, da hat Adobe inzwischen jede Menge spannender Werkzeuge implementiert, doch für die Grundfunktionen der Creative Suite-Programme entsteht da gerade eine interessante Alternative, die wir im Auge behalten werden.
Es ist nicht das erste Mal, dass Softwareprogrammierer Konkurrenzprodukte herstellen, doch dank KI hat sich der Programmieraufwand drastisch reduziert. Und vieles ist aktuell bei ArtCraft noch nicht ausgereift. Was ArtCraft allerdings jetzt schon bietet, ist endlich eine Möglichkeit, auch nach Jahren noch, auf seine Projekte zugreifen zu können, auch wenn man keine Creative Cloud mehr abonniert hat. Also eine gewisse Befreiung aus den seltsamen Abhängigkeiten.
Noch ist es vermutlich verfrüht, mit diesen Apps zu arbeiten, doch die Entwicklung läuft und wir werden sie beobachten. Auf der Webseite von artcraft findet man die Links zu den entsprechenden Github Seiten der einzelnen Programme.
